Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr28

Aus Vulgata
Version vom 22. November 2019, 05:59 Uhr von Sr.theresia (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Liber Proverbiorum.
Quem Hebræi Misle appellant. Caput XXVIII.

Die Sprüche Salomons. Kap. 28


f. Verschiedene Weisheitssprüche.

1. Fugit impius, nemine persequente: justus autem quasi leo confidens, absque terrore erit.
2. Propter peccata terræ multi principes ejus: et propter hominis sapientiam, et horum scientiam quæ dicuntur, vita ducis longior erit.

3. Vir pauper calumnians pauperes, similis est imbri vehementi, in quo paratur fames.
4. Qui derelinquunt legem, laudant impium: qui custodiunt, succenduntur contra eum.
5. Viri mali non cogitant judicium: qui autem inquirunt Dominum, animadvertunt omnia.
6. Melior est pauper ambulans in simplicitate sua, quam dives in pravis itineribus.
7. Qui custodit legem, filius sapiens est: qui autem comessatores pascit, confundit patrem suum.
8. Qui coacervat divitias usuris et fœnore, liberali in pauperes congregat eas.
9. Qui declinat aures suas ne audiat legem, oratio ejus erit exsecrabilis.
10. Qui decipit justos in via mala, in interitu suo corruet: et simplices possidebunt bona ejus.

11. Sapiens sibi videtur vir dives: pauper autem prudens scrutabitur eum.
12. In exsultatione justorum multa gloria est: regnantibus impiis ruinæ hominum.
13. Qui abscondit scelera sua, non dirigetur: qui autem confessus fuerit, et reliquerit ea, misericordiam consequetur.
14. Beatus homo, qui semper est pavidus: qui vero mentis est duræ, corruet in malum.
15. Leo rugiens, et ursus esuriens, princeps impius super populum pauperem.
16. Dux indigens prudentia, multos opprimet per calumniam: qui autem odit avaritiam, longi fient dies ejus.
17. Hominem, qui calumniatur animæ sanguinem, si usque ad lacum fugerit, nemo sustinet.
18. Qui ambulat simpliciter, salvus erit: qui perversis graditur viis, concidet semel.
19. Qui operatur terram suam, satiabitur panibus: qui autem sectatur otium, replebitur egestate.

20. Vir fidelis multum laudabitur: qui autem festinat ditari, non erit innocens.

21. Qui cognoscit in judicio faciem, non benefacit: iste et pro buccella panis deserit veritatem.
22. Vir, qui festinat ditari, et aliis invidet, ignorat quod egestas superveniet ei.
23. Qui corripit hominem, gratiam postea inveniet apud eum magis quam ille, qui per linguæ blandimenta decipit.
24. Qui subtrahit aliquid a patre suo, et a matre: et dicit hoc non esse peccatum, particeps homicidæ est.
25. Qui se jactat, et dilatat, jurgia concitat: qui vero sperat in Domino, sanabitur.
26. Qui confidit in corde suo, stultus est: qui autem graditur sapienter, ipse salvabitur.
27. Qui dat pauperi, non indigebit: qui despicit deprecantem, sustinebit penuriam.
28. Cum surrexerint impii, abscondentur homines: cum illi perierint, multiplicabuntur justi.


1. Der Böse flieht, wenn ihn auch niemand verfolgt,1 der Gerechte aber ist unverzagt und unerschrocken wie ein Löwe.2
2. Wenn ein Land sündigt, werden seiner Herrscher viele;3 aber wenn die Menschen weise sind und das verstehen, was man ihnen sagt,4 wird des Fürsten Leben verlängert.
3. Ein armer Mann, der die Armen bedrückt, ist einem heftigen Regen gleich, der Hungersnot bringt.5
4. Die, welche das Gesetz übertreten, loben den Bösen;6 die es halten, ereifern sich wider ihn.
5. Böse Menschen denken nicht an das Gericht;7 die aber den Herrn suchen, merken8 auf alles.
6. Besser ist ein Armer, der in seiner Unschuld wandelt, als ein Reicher auf verkehrten9 Wegen. [Spr 19,1]
7. Wer das Gesetz beobachtet, ist ein weiser Sohn;10 wer aber Schlemmer nährt,11 macht seinem Vater Schande.
8. Wer durch Wucher und Zins12 Reichtum anhäuft, sammelt ihn für einen, der gegen die Armen freigiebig ist.13
9. Wer sein Ohr abwendet, um das Gesetz nicht zu hören, dessen Gebet wird ein Greuel.14
10. Wer Gerechte irre führt auf bösem Wege, wird in sein eigenes Verderben stürzen; die Schuldlosen aber werden sein Gut in Besitz nehmen.15
11. Der Reiche dünkt sich weise,16 aber der Arme, der einsichtsvoll ist, forscht ihn aus.
12. Wenn die Gerechten frohlocken,17 so ist der Ruhm groß; wenn die Gottlosen herrschen, gehen die Menschen zugrunde.18
13. Wer seine Vergehungen verheimlicht,19 wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und aufgibt, wird Barmherzigkeit erlangen.20
14. Glückselig der Mensch, der allezeit furchtsam ist;21 wer aber harten Gemütes ist,22 wird in Unglück stürzen.
15. Wie ein brüllender Löwe und ein hungriger Bär ist ein gottloser Herrscher über ein armes Volk.
16. Ein Fürst, dem es an Einsicht fehlt, wird viele mit Gewalt unterdrücken;23 wer aber die Habsucht haßt, wird lange leben.
17. Einen Menschen, der mit Menschenblut belastet ist,24 stützt25 niemand, bis seine Flucht im Grabe endet.26
18. Wer in Unschuld wandelt, dem wird Heil widerfahren; wer auf verkehrten27 Wegen geht, wird auf einmal stürzen.
19. Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggange ergeben ist,28 wird Armut in Fülle haben. [Spr 12,11, JSir 20,30]
20. Ein verlässlicher Mann wird viel gerühmt;29 wer aber hastig reich werden will, bleibt nicht ohne Schuld.30 [Spr 13,11, Spr 20,21, Spr 28,22]
21. Wer im Gerichte parteiisch ist, tut nicht gut; ein solcher31 wird auch für einen Bissen Brot die Wahrheit verlassen.
22. Ein Mann, der mit Hast reich werden will und andere beneidet, weiß nicht, dass Mangel ihn überfallen wird. [Spr 13,11]
23. Wer einen Menschen tadelt, wird hernach mehr Dank bei ihm finden, als der, welcher ihn durch Schmeichelreden betrügt.
24. Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas entzieht und sagt, dies sei keine Sünde,32 macht sich zum Genossen der Mörder.33
25. Wer groß tut und sich breit macht,34 richtet Streit an; wer aber auf den Herrn hofft, wird genesen.35
26. Wer auf seine eigene Einsicht vertraut, ist ein Tor;36 wer aber in Weisheit wandelt, wird Heil erlangen.
27. Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber von einem Bittenden wegsieht, wird Mangel leiden.37
28. Wenn die Gottlosen emporkommen, verbergen sich die Menschen; wenn jene aber zugrunde gehen, mehren sich38 die Gerechten.


Fußnote

Kap. 28 (1) Das böse Gewissen macht verzagt und ruhelos. Der Fluch [3Mos 26,36ff] ist von dem sündigen Volke auf die einzelnen Frevler übertragen. - (2) Vergl. [1Mos 49,9]. - (3) Folgen sich viele Fürsten aufeinander, ein Unglück für ein Land. Wo Gottes Gesetz nicht mehr Richtschnur des Handelns ist, hat auch menschliche Autorität keinen Bestand. - (4) Hebr.: Durch umsichtige Menschen bleibt er (der Fürst) lange. - (5) Reißt ein Geringerer die Herrschaft an sich, so beraubt er die Untertanen und gleicht einem Platzregen, der alles Erdreich wegspült und die Äcker unfruchtbar macht. Sept.: Durch einen gewalttätigen Menschen werden Streitigkeiten entzündet, aber ein verständiger Mann löscht sie aus. - (6) Seines Glückes wegen. - (7) Hebr.: verstehen nicht das, was Recht ist. - (8) Hebr.: haben Einsicht. - (9) Hebr.: krummen. - (10) Er erfreut den Vater [Spr 10,1, Spr 29,3] und gereicht ihm zur Ehre. - (11) Mit ihnen umgeht. - (12) Richtiger: durch Zins für geliehenes Geld und Aufschlag für geliehene Lebensmittel. Verbot [3Mos 26,36ff]. - (13) Und ihn so im Sinne Gottes verwaltet. - (14) Vergl. [Spr 15,8]. Ein solches Herz will nichts wissen von Gott. Vergl. [Ps 49,16ff]. - (15) Hebr.: Heil (Gutes) erwerben. Der Frevler gibt schlechte Ratschläge und stellt sich auf die Lauer, um sich zu freuen, wenn es dann anderen schlecht geht. - (16) Weil er den Erwerb seines Reichtums seiner Klugheit zuschreibt, weil viele ihm schmeicheln und er manches vermag, was der Arme nicht kann. - (17) Beim Siege der guten Sache. - (18) Der jetzige hebräische Text ist nicht verständlich. - (19) Anstatt Buße zu tun vor der Gemeinde. - (20) Von Gott. - (21) In der Furcht Gottes lebt. - (22) Jene heilige Furcht nicht hat. - (23) Hebr.: Ein Fürst arm an Einsicht und reich an Bedrückung. - (24) Auch wer den Armen beraubt, wird so genannt [JSir 31,25]. - (25) Hebr.: Befehlsform: stütze niemand (in der Hoffnung, ihn dennoch zu retten). - (26) Vergl. [1Mos 4,12]. - (27) Hebr.: krummen. - (28) Hebr.: wer aber Eitlem nachjagt. - (29) Hebr.: wird viel gesegnet. - (30) Vergl. [1Tim 6,9]. - (31) Hebr.: mancher. Schon die Erinnerung an eine Freundlichkeit oder die Erwartung eines kleinen Vorteils beeinflussen bisweilen das Urteil. - (32) Weil ihm das Erbe der Eltern später doch zufallen werde oder weil er bereits Herr im Haus ist. - (33) Eines Übeltäters (allgemein). - (34) Hebr. kürzer: der Habgierige. - (35) Hebr.: wird reichlich genährt (gelabt). - (36) Weil ihm eine feste, außer ihm liegende Richtschnur abgeht. - (37) Hebr.: wird viel verflucht. Vergl. [Spr 11,24ff]. - (38) Oder: werden mächtig.

- Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 29 | 30 | 31 |

Diese Kategorie enthält zurzeit keine Seiten oder Medien.