Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Hebr08

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Epistola beati Pauli Apostoli ad Hebræos.

Der Brief des heiligen Apostels Paulus an die Hebräer Kap. 8

2. Vergleichung der Ämter (8,1 – 9,14): Vollkommenheit des Heiligtums, in dem Christus sein Opfer darbringt, das in dem Israelitischen nur wie im Schatten vorgebildet war. (V. 5) Vollkommenheit des Neuen Bundes, der andere Verheißungen hat als der Alte.

1. Capitulum autem super ea, quæ dicuntur: Talem habemus pontificem, qui consedit in dextera sedis magnitudinis in cœlis,
2. Sanctorum minister, et tabernaculi veri, quod fixit Dominus, et non homo.

3. Omnis enim pontifex ad offerendum munera, et hostias constituitur: unde necesse est et hunc habere aliquid, quod offerat:
4. Si ergo esset super terram, nec esset sacerdos: cum essent qui offerrent secundum legem munera,

5. Qui exemplari, et umbræ deserviunt cœlestium. Sicut responsum est Moysi, cum consummaret tabernaculum: Vide (inquit) omnia facito secundum exemplar, quod tibi ostensum est in monte.

6. Nunc autem melius sortitus est ministerium, quanto et melioris testamenti mediator est, quod in melioribus repromissionibus sancitum est.

7. Nam si illud prius culpa vacasset: non utique secundi locus inquireretur.

8. Vituperans enim eos dicit: Ecce dies venient, dicit Dominus: et consummabo super domum Israel, et super domum Juda testamentum novum,
9. Non secundum testamentum, quod feci patribus eorum in die, qua apprehendi manum eorum ut educerem illos de terra Ægypti: quoniam ipsi non permanserunt in testamento meo: et ego neglexi eos, dicit Dominus:
10. Quia hoc est testamentum, quod disponam domui Israel post dies illos, dicit Dominus: Dando leges meas in mentem eorum, et in corde eorum superscribam eas: et ero eis in Deum, et ipsi erunt mihi in populum:

11. Et non docebit unusquisque proximum suum, et unusquisque fratrem suum, dicens: Cognosce Dominum: quoniam omnes scient me a minore usque ad majorem eorum:
12. Quia propitius ero iniquitatibus eorum, et peccatorum eorum jam non memorabor.
13. Dicendo autem novum: veteravit prius. Quod autem antiquatur, et senescit, prope interitum est.

1. Der Hauptpunkt1 aber von dem Gesagten ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat,
2. als Diener des Heiligtums2 und des wahrhaften Zeltes,3 welches der Herr errichtet hat, und nicht ein Mensch.4
3. Denn5 jeder Hohepriester wird dazu bestellt, Gaben und Opfer darzubringen, deshalb ist es notwendig, dass auch dieser etwas hat, was er darbringe.
4. Wäre er nun auf Erden,6 so würde er nicht einmal Priester sein; da solche da sind, welche dem Gesetze gemäß die Gaben darbringen,7
5. sie, welche einem Abbilde und Schattenrisse des Himmlischen dienen;8 wie denn Moses, als er das Zelt verfertigen sollte, die Weisung empfing:9 Siehe zu (sprach er), dass du alles nach dem Vorbilde machest, welches dir auf dem Berge gezeigt worden ist.
6. Nun aber10 ist ihm ein um so viel vorzüglicherer Priesterdienst zu Teil geworden, je vorzüglicher der Bund ist,11 dessen Mittler12 er ist, weil dieser auf vorzüglichere Verheißungen13 gegründet ist.
7. Denn wenn jener erste Bund untadelig gewesen wäre, so würde ja für einen zweiten kein Platz gesucht.14
8. Denn15 tadelnd spricht er zu ihnen:16 Sehet, es werden Tage kommen, spricht der Herr, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda17 einen neuen Bund schließe,
9. nicht nach Art des Bundes, welchen ich mit ihren Vätern gemacht habe am Tage, da ich ihre Hand ergriff, um sie aus dem Lande Ägypten zu führen; denn sie verblieben nicht in meinem Bunde, so habe auch ich sie aufgegeben,18 spricht der Herr.
10. Dies nämlich ist der Bund, welchen ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen19 schließen werde, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihren Sinn legen, und werde sie in ihr Herz schreiben,20 und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.21
11. Dann wird keiner seinen Nächsten, keiner seinen Bruder lehren, indem er sagt: Erkenne den Herrn!22 Denn sie alle werden mich kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen;
12. weil ich ihren Missetaten gnädig sein werde, und ihrer Sünden hinfür nicht mehr gedenken werde.23
13. Indem er aber sagt: einen neuen Bund,24 hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und hinfällig wird, ist dem Verschwinden nahe.25

Fußnote

Kap. 8 (1) Da das, was folgt, neu ist, wird hier keine Zusammenfassung des Gesagten gegeben. - (2) Des Allerheiligsten, des himmlischen Heiligtums. - (3) Der Wohnstätte Gottes, in welcher derselbe in Wirklichkeit wohnt, die also ganz dem entspricht, was die Stiftshütte darstellte. - (4) In dem Heiligtum, in welchem Gott wohnt, bedürfen wir vor allem eines Priesters, deshalb ist es ein Hauptpunkt, dass Christus dort seines ihm von Gott anvertrauten Dienstes waltet. - (5) Denn: Begründung zu V. 1. Ein Priester muss darbringen, also auch der in den Himmel aufgenommene Christus. Über den Gegenstand der Darbringung vergl. [Hebr 7,Anm.40]. - (6) Er ist aber im Himmel. - (7) Nach dem Gesetze können Priester nur aus der Familie Aarons sein, ohne dass ein Priester nach der Ordnung Melchisedechs erfordert würde. - (8) Sollte Christus Priester des irdischen Heiligtums sein, so könnte er keinem anderen Heiligtume dienen, als dem, welches eine Nachbildung des himmlischen ist. - (9) Hierauf [2Mos 25,40] bezieht sich auch der hl. Stephanus. - (10) Da Christus an einem höheren Heiligtume Priester ist als die levitischen, hat er einen ungleich höheren Priesterstand erlangt als sie. - (11) Der Vorzug seines Priesterdienstes wird an dem Vorzuge des Bundes bemessen, weil er nicht allein ein höherer Priester, sondern auch eines besseren Bundes Mittler ist. Der [Hebr 7,22] angedeutete Vorzug des Bundes wird nicht aufgenommen. - (12) Der messianische Hohepriester heißt nicht der Bürger, sondern der Mittler des vorzüglicheren Bundes, sofern sein Priesterdienst die volle Entsündigung und Gemeinschaft mit Gott schafft. - (13) Der A. B. gab irdische, der N. himmlische Verheißungen. - (14) Es kann nur einen Bund Gottes mit den Menschen geben, der seinem Zweck voll entspricht; besteht ein solcher bereits zu Recht, so ist kein Raum da für einen anderen. Wenn nun Gott einen neuen verheißt, muss der alte unvollkommen gewesen sein (insofern er die Schuld nicht von den Menschen nahm. Thom.) - (15) Jener war nicht untadelig (denn). - (16) Der Text ist nach der Septuag mit einigen kleinen Änderungen gegeben. Auch die jüdischen Lehrer bezogen [Jer 31,31-34] auf den Messias. Nach anderen gelten die Worte dem früheren Bunde (V. 17) und werden A. und N. B. einander gegenübergestellt. - (17) Die zehn Stämme, welche das Haus Israel bilden, und die beiden, welche Haus Juda heißen, werden besonders genannt. Beide Namen gehören jetzt der Kirche Gottes an, die mit besserem Rechte als einst die Hebräer Volk Gottes heißt. Nach dem heil. Augustin kann Juda die Kirche bezeichnen, soweit sie aus Juden, Haus Israel, soweit sie aus Heiden gesammelt wird, da Juda die wahre Gottesverehrung bewahrte, während Israel zum Götzendienste abfiel. - (18) So nach der Sept. Nach dem Hebr.: habe ich mich als Herr gezeigt, nämlich sie verwerfend. Nur Israel und Juda werden erwähnt, obwohl der N. B. für alle Völker bestimmt ist, weil der Heiland in eigener Person nur den Juden gepredigt hat, nicht den Heiden [Mt 15], sodann weil die Heiden des N. B. teilhaftig geworden sind, wie der wilde Ölbaum, der dem edlen eingefügt wird. [Roem 11] (Thom.) - (19) Nach einer den Menschen zwar nicht bekannten, von Gott aber bestimmten Zeit. - (20) Das Gesetz des A. B. war ein äußeres, auf steinerne Tafeln geschriebenes, welches dem Menschen starr und kalt entgegentrat und ihm sagte, was zu tun, was zu meiden ist, aber nicht die Kraft verlieh, das Befohlene wirklich auszuführen. Es war gleichsam das objektive Gewissen, welches das Bewusstsein der Sündenschuld immer wach erhielt, aber die Sündenschuld selbst nicht tilgen konnte. Das Gesetz des N. B. hingegen soll ein in´s Herz geschriebenes, also ein inneres sein, das in der Liebe gegründet die Bereitwilligkeit und auch die Kraft erteilt, es zu erfüllen. Ähnliches verheißt [Ez 11,19] und [Ez 36,26]. - (21) In dem N. B. wird das rechte Verhältnis zwischen Gott und den Menschen hergestellt und das Reich Gottes tritt in die Wirklichkeit. - (22) Ähnlich lautet [Jes 11,9, Jes 52,13, Joel 3,12]. Diese Worte weisen auf die innere Gnade, ohne welche der Mensch nichts ist. [1Kor 3,7] Das A. T. hatte die Verheißung der Gnade nicht, außer etwa durch eine gewisse Teilnahme am N. B., sondern nur das äußere Lehramt der Propheten und anderer. Anders die Kirche, sie hat innere Gnade und äußeres Lehramt, in ihr wird kraft der Heiligung der Seele durch den Geist Gottes eine erleuchtete Erkenntnis des göttlichen Gesetzes den Gläubigen zu Teil. Im übrigen vergleiche über das äußere Lehramt [Gal 1,8.9, 1Tim 4,11.13.16, 2Tim 2,2, 2Tim 4,2.5, Tit 1,5.9, Tit 2,1]. Auch [Eph 4,11-14] zeigen: die Meinung des heil. Paulus über die Notwendigkeit und Natur der äußeren Belehrung klar, und [1Tim 3,15] seine Auffassung von der lehrenden Kirche. - (23) Die Vergebung der Sünden ist die erste Bedingung zur wahren und vollkommenen Vereinigung mit Gott. Der Nachlass der Sünde ist dem N. B. eigen, das A. T. nahm aus sich die Sünden nicht fort. - (24) Die mosaische Religion war unvollkommen, deshalb musste die christliche an ihre Stelle treten. Das andere Testament heißt neu im Gegensatze zum alten. - (25) Was alt wird, wird immer älter und geht dem Untergange entgegen, so musste also das A. T. einmal ein Ende nehmen.

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