Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh21

Aus Vulgata
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Joannem

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Johannes - Kap. 21

3. Der Heiland zeigt sich den Jüngern am Meere von Tiberias (V. 14) und vertraut dem heil. Petrus die Leitung seiner gesamten Herde an. (V. 23) Schlußwort: Die Erzählung dieses Evangeliums ist wahr, aber unvollständig.

1. Postea manifestavit se iterum Jesus discipulis ad mare Tiberiadis. Manifestavit autem sic:
2. Erant simul Simon Petrus, et Thomas, qui dicitur Didymus, et Nathanael, qui erat a Cana Galilææ, et filii Zebedæi, et alii ex discipulis ejus duo.
3. Dicit eis Simon Petrus: Vado piscari. Dicunt ei: Venimus et nos tecum. Et exierunt, et ascenderunt in navim: et illa nocte nihil prendiderunt.
4. Mane autem facto stetit Jesus in littore: non tamen cognoverunt discipuli quia Jesus est.
5. Dixit ergo eis Jesus: Pueri numquid pulmentarium habetis? Responderunt ei: Non.
6. Dicit eis: Mittite in dexteram navigii rete: et invenietis. Miserunt ergo: et jam non valebant illud trahere præ multitudine piscium.
7. Dixit ergo discipulus ille, quem diligebat Jesus, Petro: Dominus est. Simon Petrus cum audisset quia Dominus est, tunica succinxit se (erat enim nudus), et misit se in mare.
8. Alii autem discipuli navigio venerunt: (non enim longe erant a terra, sed quasi cubitis ducentis) trahentes rete piscium.
9. Ut ergo descenderunt in terram, viderunt prunas positas, et piscem superpositum, et panem.
10. Dicit eis Jesus: Afferte de piscibus, quos prendidistis nunc.
11. Ascendit Simon Petrus, et traxit rete in terram, plenum magnis piscibus centum quinquaginta tribus. Et cum tanti essent, non est scissum rete.
12. Dicit eis Jesus: Venite, prandete. Et nemo audebat discumbentium interrogare eum: Tu quis es? scientes, quia Dominus est.
13. Et venit Jesus, et accipit panem, et dat eis, et piscem similiter.
14. Hoc jam tertio manifestatus est Jesus discipulis suis cum resurrexisset a mortuis.
15. Cum ergo prandissent, dicit Simoni Petro Jesus: Simon Joannis, diligis me plus his? Dicit ei: Etiam Domine, tu scis quia amo te. Dicit ei: Pasce agnos meos.
16. Dicit ei iterum: Simon Joannis, diligis me? Ait illi: Etiam Domine, tu scis quia amo te. Dicit ei: Pasce agnos meos.
17. Dicit ei tertio: Simon Joannis, amas me? Contristatus est Petrus, quia dixit ei tertio, Amas me? et dixit ei: Domine tu omnia nosti: tu scis quia amo te. Dixit ei: Pasce oves meas.
18. Amen, amen dico tibi: cum esses junior, cingebas te, et ambulabas ubi volebas: cum autem senueris, extendes manus tuas, et alius te cinget, et ducet quo tu non vis.
19. Hoc autem dixit significans qua morte clarificaturus esset Deum. Et cum hoc dixisset, dicit ei: Sequere me.
20. Conversus Petrus vidit illum discipulum, quem diligebat Jesus, sequentem, qui et recubuit in cœna super pectus ejus, et dixit: Domine quis est qui tradet te?
21. Hunc ergo cum vidisset Petrus, dixit Jesu: Domine hic autem quid?
22. Dicit ei Jesus: Sic eum volo manere donec veniam, quid ad te? tu me sequere.
23. Exiit ergo sermo iste inter fratres quia discipulus ille non moritur. Et non dixit ei Jesus: Non moritur; sed: Sic eum volo manere donec veniam, quid ad te?
24. Hic est discipulus ille, qui testimonium perhibet de his, et scripsit hæc: et scimus, quia verum est testimonium ejus.
25. Sunt autem et alia multa, quæ fecit Jesus: quæ si scribantur per singular, nec ipsum arbitror mundum capere posse eos, qui scribendi sunt, libros.

1. Darnach1 offenbarte sich Jesus2 abermals den Jüngern an dem Meere von Tiberias. Er offenbarte sich aber auf folgende Weise:
2. Es waren beieinander Simon Petrus, Thomas, der Zwilling genannt wird, Nathanael von Cana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus, und zwei andere von seinen Jüngern.3
3. Da sagte Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen.4 Sie sprachen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. Sie gingen also hinaus, und stiegen in das Schiff; und in dieser Nacht fingen sie nichts.
4. Als es aber Morgen geworden war, stand Jesus am Ufer; jedoch erkannten die Jünger nicht, dass es Jesus sei.
5. Jesus sprach zu ihnen: Kinder! habt ihr etwas zu essen?5 Sie antworteten ihm: Nein.
6. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten6 des Schiffes aus, so werdet ihr etwas finden. Da warfen sie es aus, und konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische.
7. Da sagte jener Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr!7 Als Simon Petrus hörte: es ist der Herr, gürtete er sich das Oberkleid um (denn er war unbekleidet),8 und warf sich in das Meer.9
8. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe (denn sie waren nicht weit vom Lande, nur etwa zweihundert Ellen);10 das Netz mit den Fischen hinter sich ziehend.
9. Als sie nun an´s Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer angelegt und einen Fisch darauf, und Brot dabei.11
10. Jesus sprach zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefanget habet!
11. Simon Petrus stieg hinauf, und zog das Netz an´s Land,12 welches mit einhundertdreiundfünfzig großen Fischen angefüllt war; und obwohl ihrer so viele waren, zerriss das Netz nicht.13
12. Jesus sprach zu ihnen: Kommet und haltet das Mahl! Aber keiner von denen, die sich zum Mahle lagerten, wagte es, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr ist.14
13. Da kam Jesus, nahm das Brot, und gab es ihnen, und ebenso auch den Fisch.15
14. Dieses war bereits das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte,16 nachdem er von den Toten auferstanden war.
15. Als sie nun gegessen hatten, sprach Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes!17 liebst du mich mehr als diese?18 Er sprach zu ihm: Ja, Herr!19 du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Lämmer!20
16. Abermals sagte er zu ihm: Simon, Sohn des Johannes! liebst du mich? Er sprach zu ihm: Ja, Herr! du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
17. Er sprach zu ihm21 zum dritten Male: Simon, Sohn des Johannes! liebst du mich? Da ward Petrus traurig, dass er zum dritten Male zu ihm sagte: Liebst du mich? und sagte zu ihm: Herr! du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Schafe!
18. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir,22 da du jünger warest, gürtetest du dich selbst,23 und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden sein wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und dich führen, wohin du nicht willst!24 [2Petr 1,14]
19. Dieses aber sagte er, um anzuzeigen, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde.25 Und als er dies gesagt hatte, sprach er zu ihm: Folge mir nach!26
20. Petrus wandte sich um,27 und sah den Jünger, welchen Jesus lieb hatte, nachfolgen, denselben, welcher auch beim Abendmahle an seiner Brust gelegen, und sagte: Herr! wer ist es, der dich verraten wird? [Joh 13,23]
21. Da nun Petrus diesen sah, sprach er zu Jesus: Herr! was ist es aber mit diesem?
22. Jesus sprach zu ihm: Wenn28 ich will,29 dass er bleibe, bis ich komme;30 was geht es dich an?31 Du, folge mir.
23. Daher ging diese Sage aus unter die Brüder, dass jener Jünger nicht sterben werde. Jesus aber sprach nicht zu ihm: er wird nicht sterben;32 sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme; was geht es dich an?
24. Das ist der Jünger,33 welcher hiervon Zeugnis gibt, und dies geschrieben hat; und wir wissen,34 dass sein Zeugnis wahr ist.
25. Es sind aber auch noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wollte man dieses einzeln aufschreiben, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.35

Fußnote

Kap. 21 (1) Dieses Kapitel wurde wohl geschrieben, um die V. 23 angeführte falsche Ansicht zu berichtigen und um in V. 15 – 17 ein Gegengewicht gegen die früher erzählte dreimalige Verleugnung des heil. Petrus zu bieten. - (2) Es heißt nicht: „er erschien“, sondern „er offenbarte sich“, damit so angezeigt werde, dass er nur erschien, wann er wollte. - (3) Die beiden nicht genannten waren wohl nicht Apostel, sonst wären ihre Namen ebenfalls genannt. Diese Offenbarung des Herrn fällt vor [Mk 16,14ff] und [Lk 24,44ff]. - (4) Inzwischen, ehe sie ihr Amt antreten können, wollen die Apostel eine nützliche Beschäftigung haben, vielleicht auch ihren Lebensunterhalt gewinnen. - (5) Der Heiland redet die Jünger an, als wenn er Fische kaufen wollte (Chrys., Euth.). „Kinder“: das hier gebrauchte griechische Wort hat etwa den Sinn, den unser Wort „Leute“ hat. Das eigentliche Kind bedeutende zärtliche Wort hätte ihn zu schnell verraten. - (6) Warum die Jünger den scheinbar so unnützen Rat befolgten, wird verschieden erklärt. Vielleicht taten sie es, weil sie vom Herrn gelernt hatten, die Ratschläge anderer dem eigenen Urteile vorzuziehen. Auch als Prediger und Lehrer sind die Apostel Fischer. Ihr Netz ist das Evangelium und jedes Wort aus Gott. Zur rechten Seite das Netz auswerfen heißt: die wahre, katholische Lehre mit aufrichtiger Gesinnung und reinem Herzen verkünden (Aug.). - (7) Der heil. Johannes hat den Heiland an dem Wunder erkannt, dessen Vorbild ihm noch im Gedächtnis ist. Dazu schärft seine Liebe den Blick, vielleicht auch läßt sich der Herr von ihm leichter erkennen. - (8) Petrus hatte nur das Hüftkleid um. Vergl. [Jes 20,2] und gürtete, wie wohl begierig, unverweilt zu dem Herrn zu kommen, noch eiligst aus Ehrfurcht einen leinenen Überwurf um. - (9) Das Benehmen beider Jünger entspricht ganz ihrem Charakter (Chrys.). - (10) Ein halbes Stadium, etwa 0,1 Kilometer. – (11) Mit welch rührender Sorgfalt bereitet der Herr seinen ermüdeten Jüngern eine Erquickung! Dieselbe ist wohl durch ein Wunder des Herrn gegenwärtig. Bereits in ältester Zeit hob die Kirche die mystische Bedeutung dieses Mahles hervor. Durch die Menschwerdung ist der Sohn Gottes in die Gewässer des Menschengeschlechtes eingesenkt worden, wurde für uns gefangen und in das Feuer der Leiden gelegt (Aug.). Vielleicht ist es auf dies Ereignis zurückzuführen, dass Christus in der alten Kirche so oft unter dem Sinnbilde des Fisches erscheint, wozu beitrug, dass die Anfangsbuchstaben der griechischen Worte: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser das griechische Wort ergeben, welches Fisch (Ichthys) bedeutet. Das Brot versinnbildet das Lebensbrot im heil. Altarssakramente. - (12) Der heil. Johannes hat die Fische genau nachgezählt; so ward das Wunder umso offenbarer. Einige Väter deuten die Zahl der Fische mystisch. – (13) Als der heil. Petrus zum Apostelamt berufen ward, sollte ihm ein gesegneter Fischfang zu Teil werden. [Lk 5,6]. Nun, da er bestimmt wird, auf Erden an die Stelle des Herrn zu treten (V. 15, V. 17), segnet Jesus wieder seinen Zug, ohne Zweifel, um die gesegnete Wirksamkeit des Apostelfürsten zu bezeichnen, durch welche die Gläubigen in die Kirche eingehen sollen. Das nicht zerrissene Netz wird auf die Einheit der Kirche bezogen - (14) Aus dem Wunder und dem ganzen Verhalten Jesu schlossen sie mit Sicherheit, dass er Herr bei ihnen sei, aber sie hätten gern aus seinem eigenen Munde gehört: „Ich bin es.“ Aus Ehrfurcht wagten sie nicht, diese Erklärung durch eine Frage zu veranlassen. - (15) Der Heiland nahm wohl wie bei der Erscheinung, welche [Lk 24,43] erzählt, am Mahle teil. Wie der Fischfang die Aufnahme der Gläubigen in die Kirche, so sinnbildet das Mahl die zeitliche und ewige Seligkeit der Kirche in Christus. Vergl. [Mt 8,11]. - (16) Johannes spricht hier nur von solchen Erscheinungen, welche mehreren Jüngern zugleich zu Teil geworden waren: die erste am Auferstehungstage [Joh 20,19], die zweite am Sonntage darauf [Joh 20,26ff], die dritte, die hier erzählte, welche zugleich die erste in Galiläa war. - (17) Die Anrede ist die gleiche wie [Joh 1,42, Mt 16,17]. Der Vatername ist beigesetzt, um die Feierlichkeit zu erhöhen. Auch die Wiederholung der Frage trägt dazu bei. - (18) Der Auszeichnung, welche der Heiland ihm verleihen will, soll ein höheres Maß von Liebe entsprechen. Der Heiland fragt, nicht weil er nicht weiß, ob Petrus ihn mehr lieb hat, sondern um die übrigen Apostel aufmerksam zu machen, dass das höchste Hirtenamt auch eine besondere Liebe zum Herrn erfordert. Dass Jesus fragt: Liebst du mich mehr als diese? kann den Aposteln nicht auffallen. Denn wegen des tieferen Falles bei der Verleugnung (Thom.) und wegen des Amtes, mit dem der heil. Petrus bekleidet ward, und der vielfachen Auszeichnungen die ihm schon zu Teil geworden waren, musste eine größere Liebe von ihm erwartet werden. - (19) Mit Zuversicht, aber auch mit Demut flieht Petrus zur Allwissenheit des Herrn vielmehr, als dass er sich auf das Zeugnis seines Gewissens beruft. - (20) Der Heiland ist selbst der gute Hirt [Joh 10,11] der Hirt und Bischof der Seelen [1Petr 2,25], der Oberhirt [Joh 5,4], der große Hirt der Schafe [Hebr 13,20]. Jetzt, da er von dieser Erde scheidet, um heimzugehen zum Vater, überträgt er dem heil. Petrus die Stellvertretung zum Hirtenamte (Ambr.). Lämmer und Schafe bezeichnen zusammen die dem Hirtenstabe des heil. Petrus anvertraute Gemeinschaft der durch Christus Erlösten, die ganze Kirche, welche durch das Blut des Herrn erkauft, immerdar sein eigen bleiben wird. Die Lämmer zuerst und dann die Schafe übergibt Jesus Simon Petrus, weil er ihn zum Hirten der Hirten bestellt hat. Petrus ist Hirte der Lämmer und der Schafe, der Kinder und der Mütter, der Untergebenen und der Vorgesetzten (Euseb.). Das vatikanische Konzil erklärt die Worte des Heilandes (V. 15 – 17) als einen Beweis für den Primat (oberste Regierungsgewalt) des heil. Petrus über die ganze katholische Kirche. (Sitz 4 Kap. 1). - (21) Dreimal richtet der Herr die gleiche Frage an den Apostel, ihn schonend an die dreimalige Verleugnung zu erinnern. Unaufgefordert hatte sich einst Petrus vermessen, opfer- und todesmutiger sein zu wollen als alle anderen Apostel [Joh 13,37, Mt 26,33]; doch seine Furcht war größer gewesen als seine Liebe. Jetzt wird Petrus feierlich aufgefordert, gleichsam in die Hände und in das Herz des Heilandes, welcher ihm seine gesamte Herde zur Leitung übergeben will, das Gelöbnis der Liebe abzulegen. Mit dem Primat der Rechte soll sich in Petrus der Primat der Liebe zu Christus verbinden und ewig verbunden bleiben. Petrus wird traurig ob der Erinnerung an die Verleugnung, und weil diese wiederholten Fragen einen Zweifel auszudrücken scheinen, ob der Apostel den Heiland wirklich liebe. - (22) Deine Liebe zu beweisen, wirst du hinreichend Gelegenheit haben, einmal durch die Hirtensorge für die Meinen und sodann durch den gewaltsamen Tod, den du meinetwegen leiden wirst. - (23) Diese Worte sind der Gegensatz zu den folgenden: „ Ein anderer wird dich gürten“, nämlich der Henker mit Stricken. - (24) „Du wirst deine Hände ausstrecken“, nämlich am Kreuze. So die älteren Erklärer. Zuerst wir der Kreuzestod im Allgemeinen vorausgesagt, dann wird durch den Zusatz: „ein anderer“ usw. beigefügt wie dies geschehen wird (Aug.). Andere: die Hände zum Fesseln ausstrecken, an fremde Gewalt sich hingeben u. a. Vergl. [2Petr 1,14]. Der heil. Johannes kannte übrigens die Erfüllung der Prophezeiung bereits, da der heil. Petrus am 29. Juni 67 am Kreuze den Märtyrertod erlitten hat. - (25) Was der Mensch aus Liebe zu Gott tut oder leidet, verherrlicht den Herrn. - (26) Vermutlich ging der Heiland einige Schritte voran und Petrus folgte. Es war dies eine symbolische Handlung, durch welche angedeutet wurde: folge mir nach, besonders im Leiden und Sterben am Kreuze (Aug., Theod. a.). - (27) Petrus wandte sich zu Johannes zurück, welcher, weil nicht aufgefordert, nicht folgte. Das innige Verhältnis zwischen beiden Jüngern veranlasst den heil. Petrus zur Frage, wie denn der Lieblingsjünger des Herrn werde ausgezeichnet werden (Chrys., Euth.). Soll nicht auch er folgen, und zwar zum Märtyrertode, wie ich? Wie bei dem letzten Abendmahl Johannes für den heil. Petrus den Herrn gefragt hat, so vergilt der Apostelfürst jetzt den Dienst durch eine Frage für Johannes. - (28) Die Lesart so in der heutigen Vulgata scheint einer Unaufmerksamkeit der Abschreiber zu entstammen. Im Griechischen steht: wenn, womit auch einige Itala-Handschriften übereinstimmen sowie auch die Erklärungen des heil. Hieronymus und anderer Väter. - (29) Der Heiland zeigt, dass er Macht hat über Leben und Tod. - (30) Das Wort „dass er bleibe“ hat wegen des Gegensatzes zu dem gewaltsamen Tode des heil. Petrus den Sinn: nicht dem Märtyrertode soll er zugleich mit dir (dies hatte Petrus wohl gewünscht) geweiht werden. – „Bis ich komme“: entweder: bis ich ihn durch einen natürlichen Tod abberufe, oder: wenn ich wollte, dass er bis zu meiner zweiten Ankunft bleibe, was geht es dich an? Du tue das, wozu du berufen bist! - (31) Diese Worte haben bei den Morgenländern nicht den bitteren Tod, der ihnen bei uns eigen ist. - (32) Die Brüder dachten: Nach der zweiten Ankunft Christi stirbt niemand mehr; lebt also Johannes bis dahin, so stirbt er überhaupt nicht. Der Fehler dieser Schlussfolgerung lag darin, dass sie die Worte: „wenn ich will“ so nahmen, als hätte der Heiland gesagt: ich will. Johannes stellt diesen Irrtum richtig, damit man nicht bei seinem Tode sage: er ist trotz der gegenteiligen Voraussage gestorben. V. 24 und besonders V. 25 wird von vielen als nicht johanneisch angesehen. V. 24 kann indes sehr wohl von dem heil. Johannes selbst herrühren; V. 25 ist vielleicht von einem Schüler des Apostels hinzugefügt, bevor das Evangelium den Gläubigen übergeben wurde. Aber auch diese Ansicht ist nur eine nicht der Wahrscheinlichkeit entbehrende, möglicherweise ist auch V. 25 seinem ersten Ursprunge nach johanneisch. - (33) Vergl. [Joh 19,35] - (34) Der Evangelist selbst und seine Schüler. - (35) Der Apostel preist die Erhabenheit und den Wert der Taten Christi in gesteigerter Redeweise. Vergl. Ähnliche Redeweisen [Mt 19,24, 1Mos 22,17] - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |

Diese Kategorie enthält zurzeit keine Seiten oder Medien.