Richter

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DAS BUCH DER RICHTER

Während das Buch Josue besonders Gottes Treue in seinen Verheißungen an den Schicksalen des Volkes Israel nachweist, zeigt das Buch der Richter Gottes Gerechtigkeit. Der Verfasser selbst gibt das Ziel an, das er bei der Zusammenstellung des Buches verfolgte: „Taten die Söhne Israels, was böse war in den Augen des Herrn und dienten den Baalen, so zürnte der Herr über Israel und verkaufte sie an ihre Feinde und sie wurden hart bedrängt. Da ließ der Herr Richter erstehen, welche sie aus der Hand der Bedrücker befreiten. Wenn nun der Herr Richter erweckte, so war er in ihren Tagen barmherzig und hörte das Seufzen der Bedrängten und errettete sie von den Schlägen ihrer Bedränger“ [Rich 2,11ff]. Der Verfasser des Buches ist vermutlich Samuel, der es aus verschiedenartigen Aufzeichnungen am Anfange der Regierungszeit Sauls zusammenstellte. Die „Richter“ sind weniger Träger einer richterlichen als vielmehr einer vollziehenden Gewalt, weshalb das Wort später selbst für Könige gebraucht ward. [Ps 2,10, Jes 40,13, Amos02]
Die Chronologie des Richterbuches ist eine sehr schwierige. Nach [1Koe 5,1] verflossen von dem Auszuge aus Ägypten bis zum Tempelbau 480 Jahre, wovon auf die Periode der Richter etwas über 300 Jahre entfallen. Mithin sind einige Richter als gleichzeitig in verschiedenen Teilen des Landes auftretend anzunehmen, wie dies [Rich 10,7] angedeutet wird. Wenngleich alle vom Verfasser gegebenen Zahlen der Wahrheit entsprechen, war es nicht seine Absicht, eine geschichtliche Entwicklung der Ereignisse, sondern ein belehrendes Bild derselben zu liefern. Die Zeit der Richter umfasst etwa die Jahre 1430 – 1100 vor Christus.
Das Buch der Richter ist ebenso von den Juden wie von den Christen stets als kanonisch angesehen worden.

Die Bibel: Richter