Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Hebr07

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Epistola beati Pauli Apostoli ad Hebræos.

Der Brief des heiligen Apostels Paulus an die Hebräer Kap. 7

b. Erhabenheit des Priestertums nach der Ordnung Melchisedechs über das levitische (7,4 – 10,18). 1. Vergleichung der Personen (V. 4 – 28): Abraham gab dem Melchisedech den Zehnten und empfing dessen Segen. (V. 6) Also haben die Leviten in ihrem Stammvater Melchisedech als über sich stehend anerkannt. (V. 10) Das levitische Priestertum musste als Priestertum eines unvollkommenen Bundes einmal aufhören, der Heiland, ein Priester nach der Ordnung Melchisedechs, bleibt auf ewig. (V. 19) Die Leviten sind ohne Eidschwur von Gott berufen, nicht so der Priester nach der Ordnung Melchisedechs (V. 22), jene sind viele, weil sterblich, er einer. (V. 25) Die levitischen Priester mussten endlich täglich für sich und für das Volk Opfer darbringen, der Priester nach der Ordnung Melchisedechs hat sich selbst einmal dargebracht. (V. 22)

1. Hic enim Melchisedech, rex Salem, sacerdos Dei summi, qui obviavit Abrahæ regresso a cæde regum, et benedixit ei:

2. Cui et decimas omnium divisit Abraham: primum quidem qui interpretatur rex justitiæ: deinde autem et rex Salem, quod est, rex pacis,

3. Sine patre, sine matre, sine genealogia, neque initium dierum, neque finem vitæ habens, assimilatus autem Filio Dei, manet sacerdos in perpetuum.

4. Intuemini autem quantus sit hic, cui et decimas dedit de præcipuis Abraham patriarcha.
5. Et quidem de filiis Levi sacerdotium accipientes, mandatum habent decimas sumere a populo secundum legem, id est, a fratribus suis: quamquam et ipsi exierint de lumbis Abrahæ.
6. Cujus autem generatio non annumeratur in eis, decimas sumpsit ab Abraham, et hunc, qui habebat repromissiones, benedixit.
7. Sine ulla autem contradictione, quod minus est, a meliore benedicitur.
8. Et hic quidem, decimas morientes homines accipiunt: ibi autem contestatur, quia vivit.
9. Et (ut ita dictum sit) per Abraham, et Levi, qui decimas accepit, decimatus est.
10. Adhuc enim in lumbis patris erat, quando obviavit ei Melchisedech.
11. Si ergo consummatio per sacerdotium Leviticum erat (populus enim sub ipso legem accepit) quid adhuc necessarium fuit secundum ordinem Melchisedech, alium surgere sacerdotem, et non secundum ordinem Aaron dici?

12. Translato enim sacerdotio, necesse est ut et legis translatio fiat.

13. In quo enim hæc dicuntur, de alia tribu est, de qua nullus altari præsto fuit.

14. Manifestum est enim quod ex Juda ortus sit Dominus noster: in qua tribu nihil de sacerdotibus Moyses locutus est.

15. Et amplius adhuc manifestum est: si secundum similitudinem Melchisedech exsurgat alius sacerdos,
16. Qui non secundum legem mandati carnalis factus est, sed secundum virtutem vitæ insolubilis.

17. Contestatur enim: Quoniam tu es sacerdos in æternum, secundum ordinem Melchisedech.
18. Reprobatio quidem fit præcedentis mandati, propter infirmitatem ejus, et inutilitatem:
19. Nihil enim ad perfectum adduxit lex: introductio vero melioris spei, per quam proximamus ad Deum.

20. Et quantum est non sine jurejurando (alii quidem sine jurejurando sacerdotes facti sunt,
21. Hic autem cum jurejurando per eum, qui dixit ad illum: Juravit Dominus, et non pœnitebit eum: tu es sacerdos in æternum: )
22. In tantum melioris testamenti sponsor factus est Jesus.
23. Et alii quidem plures facti sunt sacerdotes, idcirco quod morte prohiberentur permanere:
24. Hic autem eo quod maneat in æternum, sempiternum habet sacerdotium.

25. Unde et salvare in perpetuum potest accedentes per semetipsum ad Deum: semper vivens ad interpellandum pro nobis.
26. Talis enim decebat ut nobis esset pontifex, sanctus, innocens, impollutus, segregatus a peccatoribus, et excelsior cœlis factus:

27. Qui non habet necessitatem quotidie, quemadmodum sacerdotes, prius pro suis delictis hostias offerre, deinde pro populi: hoc enim fecit semel, seipsum offerendo.
28. Lex enim homines constituit sacerdotes infirmitatem habentes: sermo autem jurisjurandi, qui post legem est, Filium in æternum perfectum.


1. Dieser Melchisedech nämlich,1 König von Salem,2 Priester des höchsten Gottes,3 welcher Abraham, als dieser von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, entgegenging und ihn segnete,
2. welchen Abraham auch den Zehnten von allem zuteilte, er, der zuerst verdolmetscht wird König der Gerechtigkeit, sodann aber auch König von Salem, das ist König des Friedens,4
3. ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, dessen Tage keinen Anfang haben, dessen Leben kein Ende hat,5 der vielmehr dem Sohne Gottes ähnlich gemacht ist,6 bleibt Priester auf immerdar.
4. Sehet aber, wie groß der ist, dem selbst Abraham, der Stammvater,7 den Zehnten von dem Besten gab.
5. Und während jene Söhne Levis,8 welche das Priestertum erhalten, nach dem Gesetze die Vorschrift haben,9 von dem Volke den Zehnten zu nehmen, das ist, von ihren Brüdern, obwohl diese ebenfalls aus den Lenden Abrahams hervorgegangen sind,
6. so hat er, der nicht zu ihrem Geschlechte gehört,10 den Zehnten von Abraham genommen,11 und den, der die Verheißungen hatte, gesegnet.
7. Ohne alle Widerrede aber wird das Geringere von dem Größeren gesegnet.12
8. Und hier13 zwar empfangen sterbliche Menschen den Zehnten, dort aber einer, von dem bezeugt wird, dass er lebt.14
9. Und (so zu sagen) durch Abraham ist auch Levi, der Zehnten empfängt, mit dem Zehnten belegt worden;15
10. war er doch noch in den Lenden des Vaters, als diesem Melchisedech begegnete.16
11. Wenn nun die Vollendung17 durch das levitische Priestertum gekommen wäre18 (unter diesem hat ja das Volk das Gesetz erhalten), was war es dann noch notwendig, dass nach der Ordnung Melchisedechs ein andersartiger19 Priester auftrete, und nicht nach der Weise des Aaron benannt werde?20
12. Denn wenn das Priestertum gewechselt wird, so muss notwendig auch ein Wechsel des Gesetzes eintreten.
13. Derjenige nämlich,21 auf welchen hin dies gesagt wird,22 gehört zu einem andern Stamme, aus welchem Niemand Diener des Altares gewesen ist.23
14. Denn es ist bekannt, dass unser Herr aus Juda entsprossen ist, bezüglich welchen Stammes Moses nichts vom Priestertume gesagt hat.
15. Und noch mehr ist es offenbar,24 wenn ein andersartiger Priester auftritt, nach der Ähnlichkeit Melchisedechs,
16. der es nicht nach der Vorschrift einer fleischlichen Bestimmung geworden ist, sondern nach der Kraft unauflöslichen Lebens.25
17. Hat er doch das Zeugnis: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedechs.26
18. Das vorhergehende Gesetz wird abgeschafft wegen seiner Schwäche und Untauglichkeit;27
19. denn28 das Gesetz hat nichts29 zur Vollendung geführt, hingegen wird eine vorzüglichere Hoffnung eingeführt,30 durch welche wir Gott nahen.31
20. Und in dem Maße, wie es nicht ohne Eidschwur geschieht,32 denn jene sind ohne Eidschwur Priester geworden,
21. dieser aber mit Eidschwur durch den, welcher zu ihm sprach: Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit,33
22. in dem Maße ist Jesus eines vorzüglicheren34 Bundes35 Bürge36 geworden.
23. Und jene sind in Mehrzahl Priester geworden darum, weil sie durch den Tod verhindert wurden zu bleiben;37
24. dieser aber hat dadurch, dass er ewig bleibt,38 ein Priestertum, das unvergänglich ist.
25. Deshalb kann er auch für alle Zeit diejenigen erretten,39 welche durch ihn Gott nahen, da er immerdar lebt, um für uns fürbittend einzutreten.40
26. Denn es geziemte sich, dass wir einen solchen Hohenpriester haben,41 der heilig42 ist, schuldlos,43 unbefleckt,44 gesondert von den Sündern,45 und höher geworden als die Himmel,
27. der nicht nötig hat täglich,46 wie die Hohenpriester, zuerst für seine eigenen Sünden Opfer darzubringen, sodann für die des Volkes;47 denn dies hat er ein für allemal getan, indem er sich selbst darbrachte.48
28. Denn49 das Gesetz stellt Menschen als Hohenpriester auf, die mit Schwachheiten behaftet sind; das Wort des Eidschwures50 aber, das nach dem Gesetze ergangen ist, den in Ewigkeit vollendeten Sohn.51


Fußnote

Kap. 7 (1) Der Apostel kommt zu dem [Hebr 6,3] versprochenen Beweise, dass Christus der Urheber unseres Heiles und als von Gott nach der Ordnung Melchisedechs bestellter ewiger Hoherpriester erhabener ist, als die Hohenpriester der Juden. An das Subjekt Melchisedech schließt sich erst am Ende des 3. Verses das Prädikat. Das ganze Kapitel ist gleichsam eine Ausführung der letzten Worte des 6. Kapitels. - (2) Nach Flav. Joseph, Heggesippus und Theod. stammte Melchisedech von Chanaan, dem Sohne Chams, ab. Salem war eine Stadt in Chanaan, doch ist es zweifelhaft, welche mit diesem Namen bezeichnet wird. Nach Flav. Joseph, der Tradition der Juden und der Meinung vieler heil. Väter war es Jerusalem, das [Ps 76,3] Salem genannt wird, ein Name, den die Septuag und mit ihr die Vulgata Friede (Friedensstatt) übersetzt. Somit hieß die Stadt zuerst Salem, dann Jebus, endlich Jerusalem. Nach einer anderen Überlieferung, welche der heil. Hieronymus erwähnt und der Primas. beipflichtet, ist der Flecken Salem bei Scythopolis gemeint. - (3) Der Abraham gespendete Segen, der ihm von Abraham dargebrachte Zehnt, das Opfer von Brot und Wein [1Mos 14,18] bezeugen dies. - (4) Diese Namen waren dem Vorbilde Christi nicht zufällig, sondern durch Gottes Fügung eigen. - (5) Der Apostel zeichnet Melchisedech durch fünf Beifügungen aus, welche er aus [1Mos 14,18-20] herleitet: Dort werden weder Vater noch Mutter, weder Vorfahren, noch früheres Leben, noch der Tod Melchisedechs erwähnt. Diese Umstände kannte somit niemand. (Chrys., Theod.) Vielleicht ist der Gegensatz auch so zu fassen: Die alttestamentlichen Priester sind Priester durch ihre Väter, durch die Geschlechtsfolge, Melchisedech hat als Priester keinen Vater. - (6) In allem, was Paulus genannt: Zuerst im Namen, in der zweifachen Würde als Priester und König, sodann darin, dass Melchisedechs Vater und Mutter nicht genannt sind, Christus aber als Mensch keinen Vater, als Gott keine Mutter hatte. Melchisedech heißt ferner ohne Geschlechtsregister, von Christus heißt es [Jes 53,8]: Wer wird sein Geschlecht erklären? (Chrys., Theoph.) Von Melchisedech sagt Paulus: Dessen Tage keinen Anfang haben, von Christus heißt es [Mic 5,2]: Dessen Ursprung von Anbeginn her ist, von dem Tage der Ewigkeit her. Wie von Melchisedech gesagt wird, dass sein Leben kein Ende hatte, weil dasselbe in der heil. Schrift nicht erwähnt wird, so ist von Christus vorausgesagt: Ich werde den Thron seines Königtums fest gründen auf ewig. [2Koe 7,13] Die heil. Schrift erwähnt ferner kein Ende des Priestertums Melchisedechs, bezüglich keinen Nachfolger in demselben. Doch warum übergeht Paulus die Parallele zwischen Christus und Melchisedech, dass dieser Brot und Wein darbrachte, während doch das Tridentiner Konzil Sitz 22 Kap. 1 von der Einsetzung des heiligsten Messopfers gerade diese Ähnlichkeit hervorhebt? Weil er Christus als Hohenpriester nicht aus dem unblutigen Opfer der heil. Messe, sondern aus dem blutigen Opfer des Kreuzes erweisen wollte, durch das der Herr unser Mittler ward und unsere Erlösung vollbrachte. Deshalb vergleicht er nicht den Ritus, sondern die Punkte, welche die Erhabenheit Melchisedechs über das levitische Priestertum zeigen. - (7) Dies Wort wird mit Nachdruck an das Ende gesetzt. - (8) Ein dreifacher Vorzug Melchisedechs vor den Leviten wird dargelegt: 1. Die Leviten empfingen nach dem Gesetze den Zehnten, und zwar von ihren Brüdern – Melchisedech empfing den Zehnten schon vor dem Gesetze und von dem Stammvater Abraham selbst, zu dessen Geschlechte er nicht gehörte. 2. Die levitischen Priester, welche den Zehnten vom Volke empfingen, waren sterblich, während Melchisedech keine Nachfolger hatte. 3. Die Leviten gaben in Abraham selbst Melchisedech den Zehnten. - (9) Eigentlich hatte das Volk den Auftrag, den Leviten den Zehnten zu geben [3Mos 18,20], welche den Zehnten vom Zehnten an die Priester gaben, so dass diese mittelbar das Volk bezehnteten. - (10) Sondern ohne Geschlechtsregister ist. (V. 3) - (11) Der Zehnt ist eine religiöse Abgabe. Aller Besitz bildet eine Vielheit, die Zahl zehn aber ist, da sie ein abgeschlossenes Ganzes bildet, das Symbol eines zählbaren Eigentums. Um das Besitztum als eine Gabe Gottes anzuerkennen, ward es nach Zehnern abgezählt und je das zehnte Stück Gott dargebracht. So legte der Eigentümer durch Abgabe des Zehnten das Bekenntnis ab, dass er sein gesamtes Eigentum Gott verdanke, und sein Besitz erhielt dadurch eine religiöse Weihe, während alles nicht verzehntetes Eigentum als ein ungeweihtes und damit als ein minder rechtmäßiges erschien. Daher verzehntete man auch die Beute, die eigentlich fremdes Eigentum war, um ihr die Eigenschaft rechtmäßigen Eigentums und die göttliche Sanktion zu verschaffen. Dieser Zehnte gebührt seiner inneren Bedeutung nach nur Gott und ward deshalb auch im A. T. unmittelbar Jahve dargebracht, dem Verleiher allem Eigentums, dem Lehensherrn des ganzen Landes, Gott aber besoldete damit seine Diener und Repräsentanten, die Priester und Leviten. [3Mos 27,30] Dadurch also, dass Abraham dem Melchisedech den Zehnten gab erkannte er ihn als Priester und Repräsentanten des wahren Gottes an. - (12) Also ist Melchisedech, das Vorbild Christi, höher an Würde als Abraham und die levitischen Priester, deren Segen zu bestätigen doch Gott verheißen hat. [3Mos 6,27] Der Segen kann den Menschen von ihren Mitbrüdern auf zweifache Weise zu Teil werden, entweder auf gewöhnliche Weise, indem einer dem andern aus Wohlwollen des Herzens Gutes wünscht, oder auf feierliche Weise, auf Grund eines Amtes oder einer Würde. Auf die erstere Weise können Geringere Höhere segnen, auf die andere nur Höhere. Von der letzteren ist hier die Rede. Wohl war Abraham der Priester seiner Familie, doch Melchisedech ein allgemein anerkannter Priester des Höchsten. - (13) Im Gesetze. Von dem Unterschiede zwischen denen, welche beiderseits den Zehnten entrichteten, geht der Apostel zu den Zehntenempfängern über. - (14) Soweit in der heil. Schrift sich keine Erwähnung seines Todes oder eines Nachfolgers findet. Mit dem Tode eines israelitischen Priesters hingegen ging sein Amt auf andere über. - (15) Dritte Prärogative. Stehen die Leviten dadurch über ihren Volksgenossen, dass diese ihnen den Zehnten geben müssen, wie hoch steht da Melchisedech, dem diese, so zu sagen, den Zehnten entrichtet haben! - (16) Levi war noch eine Person mit Abraham, und Abraham wusste wohl, dass er für seine ganze Nachkommenschaft, zu welcher auch die Leviten gehören, den Zehnten gab, zumal die ganze Würde der Israeliten und ihr Vorzug vor anderen Völkern von Abraham ihren Ursprung hatte. Doch war nicht auch Christus, der von dem Bruder Levis, Juda, abstammt, ebenso in den Lenden Abrahams und gab also Melchisedech den Zehnten? Gewiss nicht, da nicht durch menschliche Zeugung von Juda abstammt, sondern einzig der Materie seines heil. Leibes nach, die er von Abraham annahm, während seine Empfängnis eine göttliche war. (Aug.) - (17) Das, was den Menschen gerecht und selig machen kann. Dies ist für Christus [Hebr 2,10, Hebr 5,9] etwas anderes als für die schuldbeladenen Menschen. - (18) Gesetz und Priestertum waren eng miteinander verbunden. Das Priestertum sollte dem Gesetze als Halt dienen, und wiederum war das Priestertum auf das Gesetz wie auf sein Fundament gegründet. Wurde also ein Priester nach der Ordnung Melchisedechs von Gott aufgestellt, durch den das Verhältnis der Israeliten zu Gott ein vollkommenes ward, so musste auch eine Änderung des Gesetzes eintreten, also durch Christus das levitische Priestertum zugleich mit dem Gesetze aufgehoben werden. - (19) Aus anderem Stamme. - (20) Wenn das levitische Priestertum die Vollkommenheit gab, so war von Gott umsonst ein Priester nach der Ordnung Melchisedechs versprochen. Dies kann man nicht sagen, also hatte das levitische Priestertum keine Kraft zur Vollkommenheit zu führen, und musste aufhören und einem vollkommeneren Priestertum Platz machen, doch nicht allein das levitische Priestertum, sondern auch das Gesetz, für dessen Übertretungen jenes Sühne zu schaffen berufen war. - (21) Begründung der Änderung des Priestertums. - (22) Zurückbeziehung auf V. 11, wo auf [Ps 109,4] angespielt wird. - (23) Weiterer Beweis, dass das levitische Priestertum abgeschafft ist: Christus, unser Hoherpriester, hat seinen Ursprung nicht aus dem Stamme Levi, sondern aus Juda (V. 13, 14) und ist ein ewiger Priester, also kein Wechsel des Priestertums zu erwarten. (V. 15 – 19) - (24) Das Folgende enthält nicht, was offenbar ist, sondern wodurch weiter gezeigt wird, dass das alte Gesetz abgeschafft ist. (V. 13, V. 18) (Theod., Ökum.) - (25) Christus ist weder einem andern in seiner Würde gefolgt, noch hat er einen anderen als Nachfolger zurückgelassen, sondern war Hoherpriester aus göttlicher Kraft, welche ihm ewiges Leben verleiht, so dass für einen Nachfolger nicht Platz ist. - (26) Da Christus ein Hoherpriester auf ewig bestellt ist, hat das levitische Priestertum diesen Vorzug nicht gehabt und musste einem vollkommeneren weichen. - (27) Das alte Gesetz war nicht absolut unnütz, denn es war ein Lehrmeister auf Christus [Gal 3,24], vermochte aber nicht die Gnade zu verleihen. - (28) Parenthese mit Zurückweisung auf V. 11. - (29) Das Neutrum ist umfassender als das Maskulinum. (Theoph.) Vergl. [Joh 6,37]. - (30) Gegensatz zu dem vorhergehenden Gesetze. (V. 18) Christus verlieh in der Tat, was im A. T. nur als Schatten vorhanden war, die Versöhnung und Vereinigung mit Gott. - (31) Erst der der Vergebung gewisse Mensch kann Gott nahen. Vergl. auch [Jak 4,8]. - (32) In diesem Maße ist die V. 22 angegebene Folge damit verknüpft. - (33) Das Griech. fügt bei: Nach der Ordnung Melchisedechs. Gott wird nach orientalischer Weise in die dritte Person gesetzt, obgleich er der Redende ist. - (34) Der A. B. vermochte nicht die vollkommene Sündenvergebung und ewige Glückseligkeit zu gewähren, wie der neue. Vergl. [Hebr 8,6]. - (35) Da die Religionsübung der Israeliten auf einem Bunde beruhte, hieß es auch Testament. Diesem Sprachgebrauche folgend haben die Verfasser der christlichen gotteingebenden Schriften auch das Christentum, das Neue Testament, den Neuen Bund, genannt. [Hebr 8,8] Vergl. [Mt 26,28]. - (36) Vergl. [Hebr 8,6] u.a. Mittler: Jesus ist Mittelsperson zwischen Gott und Menschen nicht nur zur Durchführung des Bundes, sondern auch zur Schließung desselben. Diese Benennung umfasst also seine ganze Wirksamkeit auf Erden, wo er den Bundesplan verkündete, zur Teilnahme am Bunde einlud und durch seinen Tod die objektive Grundlage desselben schuf. An diese Mittlerschaft auf Erden schließt sich die himmlische an, welche die Durchführung des Bundes bezweckt. Als Hoherpriester im Himmel ist Christus auch Bürge des Bundes. - (37) Christus hingegen ist ein Mittler für alle Menschen und Geschlechter. - (38) Ewig lebt. Christus hat keinen Nachfolger im Priestertum, da die Priester des N. T. nur seine Diener und Stellvertreter sind, durch deren Hand er sich selbst darbringt, Opfer und Hauptopfernder zugleich. Sein Opfer, dessen Erneuerung das heil. Messopfer ist, hat eine ewig währende Kraft, alle selig zu machen, die Gott nahen. - (39) Vom ewigen Verderben [Hebr 2,10, Hebr 5,9]. Nach dem Griech. ist die Errettung eine völlige, wie [Lk 13,11]. - (40) Seine heilige Menschheit, die er für uns angenommen und in welcher er das blutige Opfer am Kreuze dargebracht hat, dem Vater darstellend, dazu das Verlangen seines Herzens, uns selig zu sehen, aussprechend. (Thom.) Christus ist also unser Hoherpriester auf ewig: Auf Grund seiner Person, auf Grund seiner ewig währenden Fürbitte, auf Grund des Erfolges derselben. - (41) Die Eigenschaften, welche im A. T. für den Hohenpriester erfordert wurden, besitzt Christus in viel höherem Grade. Je drei Eigenschaften sind zusammenzufassen. - (42) Gottgeweiht. Vergl. [3Mos 31,6]. - (43) An dem nichts Arges ist. [3Mos 22,9] und [1Petr 2,22]. - (44) An den keine Befleckung herangetreten und an ihm haften geblieben ist. [3Mos 21,17] wird dies dem Leibe nach gefordert, Christus war es auch der Seele nach eigen. - (45) Auch räumlich gesondert. Der Zusatz „höher geworden als der Himmel“ soll die Meinung fern halten, als handle es sich nur um eine innere Absonderung, welche durch seine Sündlosigkeit bereits gegeben war. Vergl. [3Mos 21,11.15]. - (46) Tägliche Opfer brachten die Priester dar, nachdem Talmud freilich auch der Hohepriester, nach Flavius Josephus opferte dieser mehrmals im Jahre außer dem Versöhnungsfeste. - (47) Ersteres mussten sie tun, weil sie nicht selbst schuldbefleckt vor Gott treten durften, letzteres, weil sie ein schuldbeflecktes Volk nicht vor Gott vertreten durften. - (48) Der Ausdruck „ein für allemal“ bezieht sich auf die letzten Worte: Für das Volk, denn Christus hatte keine Sünde. Damit wird indes das heilige Messopfer nicht ausgeschlossen, da der Apostel hier wie unten [Hebr 9,12.26.28, Hebr 10,14] von dem die Menschen voll erlösenden Opfer redet, d. i. von dem Opfer, welches das Verdienst ihrer Heiligung und die Genugtuung für ihre Sünden vollendet, das freilich nur das Kreuzesopfer ist. Das heil. Messopfer ist ja nicht bestimmt, neues Verdienst zu erwerben und neue Genugtuung zu leisten, sondern wendet nur die Kraft und die Verdienste des Kreuzesopfers zu, von dem es seine ganze Wirksamkeit herleitet. Sodann ist das heilige Messopfer nicht ein anderes als das Kreuzesopfer, sondern ein und dasselbe mit diesem, da es dessen Darstellung und Erneuerung ist. Da nun im blutigen wie im unblutigen Opfer das gleiche Opfer und dieselbe hauptopfernde Person, so ist der Unterschied nur in der Art der Darbringung, insofern dies Opfer am Kreuze blutig, in der heil. Messe unblutig dargebracht wird. (Konzil von Trient Sitz 22 Kap. 1 Von dem heil. Messopfer) - (49) Grund, warum die jüdischen Priester zuerst für sich opfern müssen. - (50) Das V. 21 angeführte Psalmwort. Da dieses erst nach dem Gesetze gesprochen ist, hebt es die Priesterordnung des Gesetzes auf. (V. 18) - (51) Der der Sohn war in dem [Hebr 1,2ff entwickelten Sinne. Gegensätze: Der alttestamentliche Hohepriester, der ohne Eidschwur solcher geworden – Christus, der es mit einem Eidschwur geworden; jener zugleich mit dem Gesetze, Christus nach dem Gesetze, als dessen Vollender. Die alttestamentlichen Hohenpriester waren Menschen, Nachkommen Levis und Aarons, also Diener Gottes, Christus Gottes Sohn. Jene waren viele aufeinander folgende, Christus ist einer, jene Sünder, Christus ist der heiligste und seligste, jene sterblich, der Herr ewig. (Chrys.)

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