Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Kor06

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Epistola beati Pauli Apostoli ad Corinthios secunda.

Zweiter Brief des heiligen Apostels Paulus an die Korinther Kap. 6


Wie die Liebe Christi in dem Leben der Apostel sich offenbart. (V. 10) 4. Beschluss der Verteidigung. (6,11 – 7,16) a. Der Liebe des Apostels entsprechen die Gläubigen, indem sie die Laster der Heiden meiden. (6,11 – 7,1)

1. Adjuvantes autem exhortamur ne in vacuum gratiam Dei recipiatis.

2. Ait enim: Tempore accepto exaudivi te, et in die salutis adjuvi te. Ecce nunc tempus acceptabile, ecce nunc dies salutis:

3. Nemini dantes ullam offensionem, ut non vituperetur ministerium nostrum:

4. Sed in omnibus exhibeamus nosmetipsos sicut Dei ministros in multa patientia, in tribulationibus, in necessitatibus, in angustiis,
5. In plagis, in carceribus, in seditionibus, in laboribus, in vigiliis, in jejuniis,
6. In castitate, in scientia, in longanimitate, in suavitate, in Spiritu sancto, in caritate non ficta,
7. In verbo veritatis, in virtute Dei, per arma justitiæ a dextris, et a sinistris,
8. Per gloriam, et ignobilitatem, per infamiam, et bonam famam: ut seductores, et veraces, sicut qui ignoti, et cogniti:
9. Quasi morientes, et ecce vivimus: ut castigati, et non mortificati:

10. Quasi tristes, semper autem gaudentes: sicut egentes, multos autem locupletantes: tamquam nihil habentes, et omnia possidentes.
11. Os nostrum patet ad vos o Corinthii, cor nostrum dilatatum est.
12. Non angustiamini in nobis: angustiamini autem in visceribus vestris:
13. Eandem autem habentes remunerationem, tamquam filiis dico: dilatamini et vos.
14. Nolite jugum ducere cum infidelibus. Quæ enim participatio justitiæ cum iniquitate? Aut quæ societas luci ad tenebras?

15. Quæ autem conventio Christi ad Belial? Aut quæ pars fideli cum infideli?
16. Qui autem consensus templo Dei cum idolis? Vos enim estis templum Dei vivi, sicut dicit Deus: Quoniam inhabitabo in illis, et inambulabo inter eos, et ero illorum Deus, et ipsi erunt mihi populus.
17. Propter quod exite de medio eorum, et separamini, dicit Dominus, et immundum ne tetigeritis:
18. Et ego recipiam vos: et ero vobis in patrem, et vos eritis mihi in filios, et filias, dicit Dominus omnipotens.

1. Als Mitarbeiter1 aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht fruchtlos die Gnade Gottes empfanget.2
2. Denn er3 spricht: “Zur genehmen Zeit habe ich dich erhört, und am Tage des Heiles habe ich dir geholfen!”4 Sehet, jetzt ist die gnadenreiche Zeit, sehet, jetzt ist der Tag des Heiles!5
3. Geben wir niemanden irgend einen Anstoß, damit unser Amt nicht getadelt werde;6 [1Kor 10,32]
4. vielmehr erweisen7 wir uns in allen Dingen als Diener Gottes in vieler Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, [1Kor 4,1]
5. bei Schlägen, in Gefängnissen, bei Aufruhr, bei Mühen, bei Nachtwachen, bei Fasten,8
6. durch Reinheit, durch Weisheit, durch Langmut, durch Freundlichkeit, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe,
7. durch das Wort der Wahrheit, durch die Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit zum Angriff und zur Verteidigung,9
8. bei Ehre und Schmach, bei schlechtem und gutem Ruf;10 als Verführer geachtet, und doch wahrhaft, als Unbekannte, und doch Bekannte;
9. als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte, und doch nicht zum Tode Gebrachte;
10. als Trauernde, und doch immerdar Fröhliche, als Arme, und viele Bereichernde, als nichts Habende, und alles Besitzende.11

11. Unser Mund ist aufgetan gegen euch, ihr Korinther! Unser Herz ist weit geworden.12
12. Beengt werdet ihr nicht in uns, aber beengt in euren eigenen Herzen.13
13. Da ihr nun die gleiche Vergeltung haben werdet, ich rede zu meinen Kindern. So erweitert auch ihr euer Herz.14
14. Ziehet nicht ein Joch mit den Ungläubigen;15 denn welche Gemeinschaft hat die Gerechtigkeit mit der Ungerechtigkeit? Oder wie kann sich das Licht mit der Finsternis vereinigen?16
15. Wie stimmt Christus mit Belial überein?17 Oder welchen Anteil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?
16. Wie verträgt sich der Tempel Gottes mit den Götzen?18 Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: Ich werde in ihnen wohnen, und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. [3Mos 26,12]
17. Darum gehet hinweg aus ihrer Mitte, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret nicht an, was unrein ist, [Jes 52,11]
18. so werde ich euch annehmen; und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.19 [Jer 32,37]

Fußnote

Kap. 6 (1) Da Gott durch sie ermahnt, gebraucht er ihre Hilfe (Ök., Thom.). - (2) Richtiger: empfangen habet. Vergebens empfängt man die Gnade, wenn man sie in sich müßig lässt und nicht gute Werke mit ihr vollbringt. (Anselm., Thom.) - (3) Gott - (4) [Jes 49,8] Diese Worte sind an den Knecht des Herrn, den Messias, gerichtet. Sie sind gleichsam eine Zusammenfassung der Segnungen des messianischen Zeitalters. - (5) Vers 3 ist die Fortsetzung von V. 1. so dass V. 2 eine Parenthese bildet. - (6) Wer anderen Anstoß gibt, dessen Predigt wird vernachlässigt, und er selbst verhindert es, dass seine Tätigkeit Frucht bringt. Ist nur einer der Diener des Evangeliums nicht treu, so schadet er allen. - (7) Ein Apostel soll sich besonders durch Taten empfehlen. - (8) Die Geduld ist den Aposteln am meisten vonnöten; und die Gelegenheiten, sie zu üben, sind zahllos. Einige von diesen Gelegenheiten nennt der Apostel. Es sind neun, die in drei Klassen abgeteilt sind. In der ersten werden sie nach ihrer Schwere unterschieden, in der zweiten einige widrige Dinge genannt, deren Ursache andere sind, in der dritten einige Beispiele von Widerwärtigkeiten angeführt, welche die Apostel freiwillig auf sich nehmen. Die Nöte sind unvermeidliche, schwere Widerwärtigkeiten, die Ängste so gewaltige, dass der Mensch nicht weiß, wie er sich aus ihnen befreien soll. Die folgenden von anderen verursachten Prüfungen sind wohl nach dem Grade geordnet, in dem sie das Wirken der Apostel behindern. Der Aufruhr nötigt sie zur Unstätigkeit. - (9) Von der Geduld geht der heil. Paulus zu den übrigen apostolischen Tugenden über, von denen er acht anführt. Die ersten sechs müssen in der ganzen Art zu handeln sich zeigen, die beiden anderen die Predigt empfehlen, die letzte fasst alle vorhergehenden gleichsam zusammen. Reinheit: Reinheit des Herzens und Heiligkeit. Weisheit: besonders apostolische Klugheit, die nach Zeit und Umständen das Rechte trifft. Die Langmut erträgt Gegner und Sünder, die Freundlichkeit zeigt sich besonders gegen die Schwachen; beide wollen die, gegen welche sie geübt werden, zu Christus führen. Durch den Heil. Geist soll das ganze Tun der Apostel geleitet werden, damit es nur ein Ziel hat, dass sie selbst sich als würdige Wohnungen des Heil. Geistes bewähren; die Worte: „durch die Waffen“ usw. schließen die Aufzählung. Diese Waffen werden von der Gerechtigkeit dargeboten, oder sind bestimmt, sie zu verbreiten. - (10) Damit er zeige, dass die Apostel nicht von äußeren Dingen abhängen, fügt Paulus die Lebensumstände bei, in denen sich die Diener Gottes empfehlen. - (11) Sieben Verdächtigungen der Gegner stellt Paulus sieben wahre Umstände entgegen. Die Apostel werden Verführer genannt, welche das Volk in Irrtümer stürzen, und empfehlen sich durch das Wort der Wahrheit. Sie werden als solche hingestellt, welche sich noch nicht durch ihre Taten als Diener Gottes erwiesen haben (oder die keinen Wert haben), und sie sind wohlbekannt in der ganzen Kirche. Sie werden von den Gegnern als von Gott wegen ihrer Sünden gestrafte Menschen hingestellt, die er stets mit dem Tode bedroht, und siehe, Gott lässt sie nicht töten, damit das Leben Jesu an ihrem sterblichen Leibe offenbar werde. Die Apostel werden geschildert, als ob beständige Trauer sie heimsuche, und doch haben sie stets süßen Trost vom Herrn inmitten ihrer Trübsale. Sie werden als nichtsbesitzende Arme verspottet, und besitzen doch und teilen alle geistigen Güter mit, wenn auch die zeitlichen ihnen abgehen. - (12) Damit es nicht scheine, als ob der Apostel sich haben loben wollen, fügt er bei, dass seine große Liebe zu den Korinthern ihn genötigt hat, so zu schreiben. Der Mund ist aufgetan: ich werde frei und offen, wie Freunde unter sich zu tun pflegen, die Liebe drängt mich ja. - (13) Wie der, welcher nicht geliebt wird, gleichsam aus dem Herzen getrieben wird, so dass nicht einmal sein Andenken bewahrt wird, so wohnt der, welcher geliebt wird, gleichsam in dem Herzen des Liebenden, wie in seinem Hause, und nimmt umso mehr Platz darin ein, je mehr er geliebt wird. Freilich liebten ihn die Korinther nicht ebenso, vergl. [2Kor 12,15], und doch wünscht der Apostel, der wie seine Kinder liebt, so sehr von ihnen wie ein Vater geliebt zu werden. - (14) Da ihr die gleiche Belohnung haben werdet wie wir, bemühet euch, ein weites Herz zu haben, wie wir (Thom.). - (15) Da ihr anderer Art seid, als die Heiden (das griech. Wort weist auf das [5Mos 22,10] gegebene Verbot hin), so heget keine Gemeinschaft mit den Heiden: Gehet nicht auf den verkehrten Weg, den jene verfolgen, wahret euch frei von aller Befleckung des Leibes und der Seele. - (16) Das Licht ist die christliche Religion, das Heidentum die Finsternis der Unwissenheit und des Irrtums. - (17) Dem Haupte des Gottesreiches stellt der Apostel das Haupt des Reiches des Verderbens entgegen, um damit die verschiedene Natur der Glieder beider Reiche zu kennzeichnen. Nur durch den Glauben wird man ein Glied des Reiches Christi. - (18) Der Tempel des Herrn galt als so heilig, dass niemand es wagte, etwas, was zum Götzendienste gehörte, in denselben zu bringen. Vergl. [Ez 8,3ff]. Jener Gegensatz, der zwischen dem Tempel des wahren Gottes und den Götzenbildern ist, besteht auch zwischen Christen- und Heidentum. - (19) Der Apostel verbindet, wie oft, mehrere Prophezeiungen miteinander. Die Stelle [Jer 32,37] erklärt der Apostel wohl gleichzeitig durch den Rückblick auf [Jer 31,35]. Er gibt eine Zusammenfassung der göttlichen Verheißungen.

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