Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jes14
Prophetia Isaiiæ. Caput XIV.
Prophezeiung des Isaias Kap. 14
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1. Prope es tut veniat tempus ejus, et dies ejus non elongabuntur. Miserebitur enim Dominus Jacob, et eliget adhuc de Israel, et requiescere eos faciet super humum suam: adjungetur advena ad eos, et adhærebit domui Jacob. 2. Et tenebunt eos populi, et adducent eos in locum suum: et possidebit eos domus Israel super terram Domini in servos et ancillas: et erunt capientes eos, qui se ceperant, et subjicient exactores suos.
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1. Nahe ist die Ankunft seiner Zeit1 und seine Tage sind nicht weit entfernt, denn der Herr wird sich über Jakob erbarmen2 und Israel wieder erwählen und sie wieder wohnen lassen in ihrem Lande; die Fremdlinge werden sich ihnen anschließen und sich dem Hause Jakob verbinden.3
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Fußnote
Kap. 14 (1) Der Unglückstage Babylons. „Nahe“ im Verglich zu sonst gewöhnlicher Dauer eines so blühenden Reiches. Babel wird über alle Erwartung rasch seiner Herrschaft verlustig gehen. - (2) Das Gericht über die Weltmacht ist ein Akt der Erbarmung und Gnade für das Volk Gottes. Gott erwählt es von neuem und gibt ihm als Unterpfand der Erwählung, wie einst nach dem Bündnis auf Sinai, den Besitz des heiligen Landes. - (3) Als Israel aus der Verbannung heimkehrte, erfüllte diese Weissagung sich in kleinen und vorbereitenden Anfängen, um dann voll und ganz in den Charakter der messianischen Zeit überzugehen. Die Prophetie schaut den inneren Zusammenhang der Ideen, und diese selbst in ihrer Vollendung. Darum knüpft sie an Babels Sturz die messianische Erfüllung. - (4) Der volle Sinn enthüllt sich auch hier erst im Messiasreiche. Das Volk Gottes, das zugleich das Volk des Messias ist, steht an der Spitze der Völker, berufen, gleich dem Messias, über sie zu herrschen. Welcher Art diese Herrschaft ist, hat bereits [Jes 11] gezeigt. – Israel wurde von den Heiden unterjocht, dies soll nach Gottes Plan zur Läuterung des Volkes dienen, damit es dann seine früheren Bedrücker für die Erkenntnis Gottes und sein heiliges Gesetz Gefangennahme. - (5) Jeder Bedränger des Volkes Gottes hat in der ägyptischen ihr Vorbild. - (6) Das Lied teilt sich durch den den Klageliedern eigentümlichen Anfang „Wie“ in zwei Hälften 4b-11 und 12-21. Die erste Hälfte kann in drei Strophen zerlegt werden: Schilderung des grausamen Zwingherrn, den der Herr zermalmt hat (V. 4-6), Jubel auf der Erde über seinen Fall (V. 7, 8), Spott der Unterwelt (9-11). - (7) Die Macht der gottlosen Herrscher hatte sich den Völkern im Übermaß und ohne Aufhören zu fühlen gegeben, doch jetzt ist das drückende Joch weggenommen. - (8) Hebr.: Schlagend, Völker in Zorneswallen mit Schlägen ohne Aufhör, unterjochend im Grimme Nationen mit Verfolgung ohne Einhalt. - (9) Hebr.: Zypressen. - (10) Mit dem Menschen ward auch die Natur gedrückt und geknechtet, sie freut sich jetzt mit ihm. - (11) Gerade unter den Zedern hat Babel besondere Verheerungen angerichtet, wie eine Inschrift Nabuchodonosors besagt. Fast klingt der Jubel auf der Erde in Spott aus. - (12) Die Raphaim. Diese werden in der Tat als Riesenvolk in Kanaan mehrmals erwähnt. [1Mos 15,20; 1Mos 14,5; 5Mos 3,11; Jos 12,4] u.a. So soll also der Begriff des Schreckens, der Furchtbarkeit ausgedrückt werden. Aber besser wird (wie dies die Vulg. [Spr 2,18] tut) übersetzt: die Stillen, wie die Unterwelt oft als Land der Vergessenheit, der Untätigkeit bezeichnet wird. - (13) Hebr.: Der Scheol richtet auf ihren Thronfesseln alle Könige der Nationen. – Die Darstellung ist großartig dichterisch. Bei der Nachricht, dass Babels gestürzter König im Anzug sei, gerät er in Aufregung; er stört alle seine Bewohner auf, besonders alle Fürsten, dass sie sich erheben von ihren Thronen. Das Staunen geht bald in Hohn über. - (14) Der König von Babel nannte sich König der Könige, Babel stürzte viele Herrscher. - (15) Aus der Höhe in die Tiefe, und in welchem Zustande? Was der Mensch gesäet, das erntet er; und dazu gehört der gegenseitige Hass, mit dem die Verworfenen sich verfolgen. Die beatitudo accidentalis hat in der Hölle auch ihr Gegenbild. Hebr.: hinabgestürzt in den Scheol ist deine Pracht, das Rauschen deiner Harfen. - (16) Hebr.: Glanzgestirn, Sohn der Morgenröte. Die Chaldäer pflegten die Sternkunde sehr, daher der Vergleich umso passender. - (17) In fünffacher Wiederholung sprudelt der ungemessene Dünkel und die eitle Hoffart hervor. Babels König verlangte in der Tat auch göttliche Verehrung. Vergl. [Dan 3,15]. Der Berg ist in der Anschauung des alten Orientes ein im äußersten Norden bis an den Himmel reichender Berg. So will der König also unter den Göttern seinen Sitz nehmen, und nicht wie einer aus der Menge, nein, dem Höchsten will er sich gleich machen. Buchstäblich und zunächst ist hier von der Babylonischen Weltmacht und ihrem Repräsentanten und Inbegriff, dem Könige Babels, die Rede (Hier., Cyr. U., Theodor.) „Solches aber, wie hier ausgesprochen, hat nicht allein der König gedacht, sondern auch derjenige, der ihn das gelehrt.“ (Theod.) Babel ist Repräsentant der gottfeindlichen Weltmacht, deren tiefster Grund der Satan ist. Mit ihm beginnt der Kampf im Paradiese nach dem Sündenfalle [1Mos 3,15], mit ihm besteht Christus den Kampf. [Joh 12,31] - (18) Dies ist eine Lästerung des wahren Gottes, denn „der Höchste“ hieß der Gott der Juden. Vergl. [Dan 3,32.99; Dan 5,18.21]. Mit Recht steht diese Anmaßung als Gipfel und Sammelpunkt aller am Schlusse. In wirkungsvoller Kürze folgt die Verkündigung des Sturzes in die Tiefe. - (19) Hebr.: Winkel der Grube, Gegensatz zu V. 13: Winkel des Nordens. Statt der obersten Seite des Götterberges, die hinterste, tiefste Seite des Abgrundes. - (20) Man bückt sich, um die gefallene Größe zu sehen, und schaut sie aufmerksam an, ob es denn wirklich dieselbe sei. - (21) Dem schmählichen Sturze folgt allgemeines Hohngelächter. Dies die Antwort auf die Herzensgedanken V. 13. - (22) Diese Lüge schildern die Macht und deren Missbrauch, die Zerstörungslust und Grausamkeit. - (23) Die den Gestürzten treffende Schmach wird noch an dessen Leiche symbolisiert. - (24) Die übrigen Könige sind ehrenvoll in ihren Mausoleen beigesetzt, dort thronen sie noch wie in Palästen, die sie sich als Zeichen ihrer Macht über den Tod hinaus erbaut haben, doch Babels König liegt als ekle Leiche, ein Gegenstand des Abscheues, da, und ist, um das Widerwärtige noch zu steigern, überdies mit einem Haufen anderer Leichen bedeckt. Nicht einmal die Leichenruhe hat er, der so Herrliche, das Glanzgestirn, der Gottgleiche, - ein faulendes (hebr. ein zertretenes) Aas. Und diese Schmach soll eine dauernde sein. (V. 20) - (25) Wie er über alle Maßen hart war, soll ihm mit gleichem Maße gemessen werden, ja, der Fluch soll sein ganzes Geschlecht treffen und es ausrotten von der Erde. - (26) Der Herr der Heerscharen selbst tritt als Feind auf gegen Babels Dynastie und Land und beide fallen der vollsten Vernichtung anheim. - (27) Dreimal kehrt emphatisch wieder: Spricht der Herr. - (28) Durch die neue Weissagung gegen Babel ist an der früheren gegen Assur nichts geändert. Indem der Prophet auf dies hinweist, zeigt er zugleich wie [Jes 14,1] zu verstehen ist: nicht von der nächsten Zukunft: Zuerst stürzt Assur, dann gelangt Babel zur höchsten Macht. Die Weissagung über Assur dient endlich auch zur Bekräftigung der vorhergehenden. Eine auf die ferne Zukunft gehende Prophetie wird besiegelt durch eine Weissagung, die sich bald unter den Augen der Zeitgenossen erfüllen soll. - (29) Vergl. [Jes 8,8]. - (30) Babel wird fallen, weil es handelt wie Assur, das bereits dem Verderben geweiht ist, denn das ist der Ratschluss des Herrn, dass jede Macht, die sich gegen ihn erhebt, fallen muss. - (31) Im Jahre 726. - (32) Die Macht des Hauses David, der Herrscherstab Davids. Der Ausdruck ist wohl mit Beziehung auf [1Mos 49,17] gewählt. - (33) Der Basilisk und der fliegende Drache (Hebr.: Aus Schlangenwurzel geht hervor ein Basilisk und ihre Frucht ist ein fliegender Drache) ist Ezechias. (Eus., Cyr., Hier.) Das Drohungsvolle liegt in der Volksanschauung, dass Basilisk und fliegender Drache schon durch Blick und Hauch töten. Ezechias trieb wirklich die Philister zu Paaren. [2Koe 18,8] Doch die Beziehung auf Ezechias ist nicht ausschließlich zu nehmen. Der Herrscherstab Davids wird sich aus seiner Niedrigkeit wieder erheben und an den Feinden Rache üben mit einer Ausdehnung und Unwiderstehlichkeit, wie früher nie. - (34) Anders ist Judas Los. Der Satz enthält wohl zugleich einen Hinweis, wem vor allem das messianische Heil gilt, ein Vorspiel zu dem: den Armen wird das Evangelium verkündet. - (35) Hebr.: Und deinen Rest tötet er (nämlich der Basilisk, der aus Judas Herrscherstab und Wurzel hervorgehende Rächer). - (36) Der Prophet kehrt vom Enderfolge zur Katastrophe der nächsten Zukunft zurück, die ein Unterpfand für jenen, gleichsam der Weg dazu und die erste Verwirklichung des ausgesprochenen Urteils sein soll. - (37) Assur, Sennacherib. (Ephr., Theodor., Cyr., Hier., Thom.) Assur wird segnen und brennen und so gleichsam als eine Rauchwolke sich heranwälzen. - (38) Hebr.: Es ist kein Vereinzelter (kein sich Absondernder) in seinen Scharen: keiner bleibt zurück, alle rücken in geschlossenen Reihen heran. Das Lateinische kann gleichfalls in diesem Sinne verstanden werden. - (39) Assurs Boten oder Boten auswärtiger Völker, die sich nach dem Kriege erkundigen, oder: man wird den Überbringern er Nachricht von Gottes Allmacht und Schutz so antworten. - (40) Die festen Tore der Philister unterliegen, anders Juda. - (41) Wiederum erwähnt der Prophet nachdrucksvoll der Armen. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | 61 | 62 | 63 | 64 | 65 | 66 |
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