Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb16: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 11. Juli 2018, 05:18 Uhr

Apocalypsis beati Joannis Apostoli.

Die Offenbarung des heiligen Johannes. Kap. 16


B. Die vier ersten Schalengesichte (V. 1 – 8): Erstes Gesicht. (V. 2) Zweites Gesicht. (V. 3) Drittes Gesicht. (V. 7) Viertes Gesicht. (V. 9) C. Die drei letzten Schalengesichte. (V. 10 – 12): Fünftes Schalengesicht. (V. 11) Sechstes Schalengesicht. (V. 16) Siebentes Schalengesicht.

1. Et audivi vocem magnam de templo, dicentem septem Angelis: Ite, et effundite septem phialas iræ Dei in terram.

2. Et abiit primus, et effudit phialam suam in terram, et factum est vulnus sævum, et pessimum in homines, qui habebant characterem bestiæ, et in eos, qui adoraverunt imaginem ejus.

3. Et secundus Angelus effudit phialam suam in mare, et factus est sanguis tamquam mortui: et omnis anima vivens mortua est in mari.
4. Et tertius effudit phialam suam super flumina, et super fontes aquarum, et factus est sanguis.
5. Et audivi Angelum aquarum dicentem: Justus es Domine qui es, et qui eras sanctus, qui hæc judicasti:

6. Quia sanguinem Sanctorum, et prophetarum effuderunt, et sanguinem eis dedisti bibere: digni enim sunt.

7. Et audivi alterum ab altari dicentem: Etiam Domine Deus omnipotens vera, et justa judicia tua.
8. Et quartus Angelus effudit phialam suam in solem, et datum est illi æstu affligere homines, et igni:

9. Et æstuaverunt homines æstu magno, et blasphemaverunt nomen Dei habentis potestatem super has plagas, neque egerunt pœnitentiam ut darent illi gloriam.
10. Et quintus Angelus effudit phialam suam super sedem bestiæ: et factum est regnum ejus tenebrosum, et commanducaverunt linguas suas præ dolore:
11. Et blasphemaverunt Deum cœli præ doloribus, et volneribus suis, et non egerunt pœnitentiam ex operibus suis.

12. Et sextus Angelus effudit phialam suam in flumen illud magnum Euphraten: et siccavit aquam ejus, ut præpararetur via regibus ab ortu solis.

13. Et vidi de ore draconis, et de ore bestiæ, et de ore pseudoprophetæ spiritus tres immundos in modum ranarum.


14. Sunt enim spiritus dæmoniorum facientes signa, et procedunt ad reges totius terræ congregare illos in prœlium ad diem magnum omnipotentis Dei.

15. Ecce venio sicut fur. Beatus qui vigilat, et custodit vestimenta sua, ne nudus ambulet, et videant turpitudinem ejus.
16. Et congregabit illos in locum, qui vocatur Hebraice Armagedon.

17. Et septimus Angelus effudit phialam suam in aërem, et exivit vox magna de templo a throno, dicens: Factum est.

18. Et facta sunt fulgura, et voces, et tonitrua, et terræmotus factus est magnus, qualis nunquam fuit ex quo homines fuerunt super terram: talis terræmotus, sic magnus.
19. Et facta est civitas magna in tres partes: et civitates gentium ceciderunt; et Babylon magna venit in memoriam ante Deum, dare illi calicem vini indignationis iræ ejus.
20. Et omnis insula fugit, et montes non sunt inventi.
21. Et grando magna sicut talentum descendit de cœlo in homines: et blasphemaverunt Deum homines propter plagam grandinis: quoniam magna facta est vehementer.

1. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel1 zu den sieben Engeln sagen: Gehet hin und gießet die sieben Schalen des Zornes Gottes aus auf die Erde!2
2. Da ging der erste hin und goß seine Schale aus auf die Erde.3 Und es kam ein verderbliches und sehr bösartiges Geschwür über die Menschen,4 welche das Malzeichen des Tieres hatten, und auf die, welche dessen Bild anbeteten.
3. Und der zweite Engel5 goß seine Schale aus auf das Meer; da entstand Blut wie das eines Toten, und alles, was Leben hatte, starb im Meere.6
4. Und der dritte Engel goß seine Schale aus auf die Flüsse und auf die Wasserquellen, und es ward Blut.7
5. Da hörte ich den Engel der Gewässer8 sagen: Gerecht bist du, Herr! der da ist und war,9 du Heiliger, dass du solches Gericht geübt hast!10
6. Denn das Blut der Heiligen und der Propheten11 haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; ja sie haben es verdient.
7. Und ich hörte einen anderen Engel vom Altare her sagen:12 Ja, Herr, Gott, Allmächtiger! Wahrhaft und gerecht sind deine Gerichte.13
8. Und der vierte Engel goß seine Schale aus auf die Sonne, und es ward ihr14 Macht gegeben, die Menschen durch Glut und durch Feuer zu peinigen;
9. und die Menschen wurden versengt von großer Hitze, und lästerten den Namen Gottes, der Gewalt hat über diese Plagen, und sie taten nicht Buße, dass die ihm die Ehre gaben.15
10. Und der fünfte Engel16 goß seine Schale aus auf17 den Thron des Tieres; und sein Reich ward verfinstert,18 und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz,19
11. und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und ihrer Geschwüre, und taten nicht Buße über ihre Werke.
12. Und der sechste Engel goß seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat;20 und es trocknete sein Wasser aus, damit den Königen vom Aufgang der Sonne her der Weg bereitet würde.
13. Und ich sah aus dem Maule des Drachen, und aus dem Maule des Tieres, und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister wie Frösche hervorgehen.21
14. Es sind nämlich Geister von Teufeln, die Zeichen tun und22 ausgehen zu den Königen der ganzen Erde, sie zu sammeln zum Kampfe auf den großen Tag des allmächtigen Gottes.
15. Siehe, ich komme wie ein Dieb.23 Selig, wer wachet24 und seine Kleider bewahrt, dass er nicht bloss wandeln müsse, und man seine Schande sehe!25
16. Und er26 wird sie an dem Orte versammeln, der auf hebräisch27 Armagedon28 heißt.
17. Und der siebente Engel goß seine Schale aus in die Luft, und eine laute Stimme ging aus dem Tempel vom Throne her aus, die sprach: es ist geschehen!29
18. Da kamen Blitze, und Rufe, und Donner, und ein großes Erdbeben entstand, wie niemals eines gewesen, seitdem Menschen auf Erden waren, ein so gewaltiges Erdbeben.
19. Und die große Stadt zerfiel in drei Teile; und die Städte der Völker fielen;30 und Babylon, des Großen, ward gedacht vor Gott,31 dass man ihm den Becher des Zornweines seines Grimmes32 reiche.
20. Und alle Inseln verschwanden, und Berge wurden nicht mehr gefunden.33
21. Und ein großer Hagel.34 wie Zentnersteine fiel vom Himmel herab auf die Menschen; da lästerten die Menschen Gott wegen der Plage des Hagels, denn sie war überaus groß geworden.

Fußnote

Kap. 16 (1) Gottes Stimme - (2) Die Erde mit ihrem gesamten Umkreise, Licht und Luft eingeschlossen. (V. 8, V. 17) Die Plagen zerfallen in 4 und 3. Die ersten vier Plagen richten sich, wenn sie auch zuletzt die Menschen physisch schädigen, zunächst auf die Natur, während die drei letzten, wenn sie auch zunächst natürliche Dinge treffen, zuletzt sich doch gegen das ethische Leben (Thron des Tieres, Heeresmacht, Hauptstadt) richten. Gewisse Wiederholungen der einzelnen Plagemittel waren, wenn wir Posaunen- und Schalenplagen vergleichen, nicht wohl vermeidlich, da die dreimal wiederkehrende siebenfache Visionenreihe, aus welchen die prophetische Anschauung der Plagen erwachsen musste, die wirklich zu verhängenden Plagen enthalten musste. - (3) Über das feste Land, wie der Gegensatz: das Meer V. 3 zeigt. - (4) Etwa ein Pestgeschwür. Wie die sechste ägyptische Plage nicht die Israeliten traf, so schädigt die hier genannte nicht die 144000, sondern nur die Abgefallenen, die freilich die ganze Erde erfüllen. - (5) „Engel“ fehlt im Griechischen. Es wird indes nicht gesagt, dass alle von der Plage Heimgesuchten auch sterben. - (6) Die zweite Plage ist eine Steigerung der zweiten Posaunenplage [Offenb 8,8ff]. Das Wasser des Meeres verwandelt sich in dickes, fauliges Blut, wie das von Toten. Dies hat wohl Beziehung auf die Sünde der Gottlosen: die das Blut der Heiligen vergossen haben wie Wasser, denen ward das Wasser zu Blut. Über die Folgen dieser Plage für die Menschen wird nichts weiter gesagt. - (7) Diese Plage erinnert an die sechste ägyptische. Das Wasser wird zwar zu Blut, aber nicht zu dickem Blut eines Toten, da die Menschen es nach B. 6 noch trinken sollen. Die Ähnlichkeit mit der dritten Posaune [Offenb 8,10.11] stützt sich auf die Verwandlung des Wassers. - (8) An dies dritte Gesicht knüpft sich ein Gespräch zwischen dem Engel und dem Altar (nach der Vulg. zwischen dem Engel und einem anderen Engel vom Altare her) über die Gerechtigkeit Gottes, welche sich in diesen Schalengerichten offenbart. Der Engel der Wasser ist wohl der eben genannte dritte, dem die Macht der Plagen über die Gewässer gegeben ward. - (9) „Der kommen wird“ steht hier nicht, wie [Offenb 11,17], weil das Gericht schon im Vollzuge ist. - (10) Die dritte Schalenplage, wie V. 6 zeigt. - (11) Der zu ihrer Zeit Lebenden. - (12) Griech.: Ich hörte aus dem Altare sagen, dem Brandopferaltare. Die Stimme ist die der [Offenb 6,9-11] beschriebenen Seelen. Den Grund gibt [Offenb 6,9-11]. - (13) Die Stimme vom Altare dehnt den Ausspruch des dritten Engels auf alle Plagen aus. Wahrhaft: wie du gedroht, so führst du sie aus, und deine Drohungen sind nicht umsonst. (Thom.) - (14) Nach dem Griech. kann es zweifelhaft sein, ob der Engel oder die Sonne gemeint ist. Doch werden durch das Ausgießen der übrigen Schalen V. 3 das Meer, V. 4 die anderen Gewässer zu Plagemitteln, so fordert die Analogie das gleiche hier. - (15) So fühlbar auch diese vier Plagen für die Menschen der Letztheit, für die Anbeter des Tieres sein werden, lassen diese sich doch durch dieselben nicht zur Buße und zur Anbetung des Allmächtigen führen, sondern werden vielmehr zu Lästerungen gegen Gott fortgerissen. Es wird ihnen ergehen wie Pharao: je härter die Plagen wurden, desto mehr verstockte er sich. - (16) Mit der fünften Plage kommt das Gericht dem Antichristen selbst näher. - (17) Der Thron (der noch nicht genannt war: vergl. [Offenb 13,1ff]) bezeichnet die Richtung, welche die Plage nimmt. - (18) Vergl. die neunte ägyptische Plage [2Mos 10,21ff]. Diese Finsternis ist eine qualvolle. Zwischen dieser Plage und der fünften und sechsten Posaune ist insofern ein Zusammenhang, als das, was unter jenen entstand, durch die drei letzten Schalen zu Ende geführt wird. - (19) Die Zunge zerbeißt man von physischen Schmerze. Es sind noch andere Plagen gleichzeitig tätig, besonders die erste, wie V. 11 zeigt, und diese werden bis zur Unleidlichkeit gesteigert. Die Finsternis macht die übrigen Leiden noch drückender und trostloser. - (20) Am Euphrat liegt Babel, dort sammeln sich die antichristlichen Mächte. Die östlichen Könige gehören zu den V. 14 genannten Königen der ganzen Erde, sind also Werkzeuge des Drachen, welche gegen die Gläubigen ziehen. Sie sind identisch mit den zehn Königen [Offenb 17,12ff], welche dem Tier ihre Macht leihen. Ähnlich wie [Offenb 11,7] das Tier aus dem Abgrund proleptisch erwähnt wird, obwohl es erst [Offenb 13] in die Ereignisse eingreift, wird hier von bestimmten Königen geredet, deren genaueres Verhältnis zu dem Tier erst aus [Offenb 17,12ff] erhellt, deren Schicksal auch hier nur angedeutet wird. (V. 16) Vergl. [Offenb 19,19]. Die Plage besteht nicht darin, dass die Könige versammelt werden, sondern dass sie nach Armagedon versammelt werden, um, während sie an den Kampf gegen Gott und seine Kirche denken, von dem Herrn insgesamt vernichtet (V. 16) zu werden, durch die Ankunft des Herrn. (V. 15) - (21) Die unreinen Geister wurden in der Gestalt von Fröschen sichtbar, um den Eindruck, der durch das Wort auf die Könige geübt ist, zu kennzeichnen als von satanischen Kräften herstammend. Wenn der Drache, der wohl in Babel am Euphrat residierend gedacht ist, und das Tier, der falsche Prophet, vergl. [Offenb 13,11], etwas beginnen, so kann ihr Vorhaben nur gegen Gott und sein Volk gehen. Sie können zu den das Tier anbetenden Königen dämonische Mächte entsenden, weil sie selbst unter der dämonischen Gewalt Satans stehen. Ein Geist geht unmittelbar, die beiden anderen mittelbar durch den Pseudopropheten und den Antichrist vom Satan aus. - (22) Griech.: diese. - (23) Im Namen Gottes macht der heil. Seher eine Zwischenbemerkung. Er will die Gläubigen vor aller Furcht wegen dieser feindlichen Zusammenrottung bewahren, aber auch zeigen, wer allein vor aller Gefahr behütet bleibt. Das Wort des Herrn, welches angeführt wird, ist [Offenb 3,3] gegeben. - (24) Selig, die dann wachen, wehe aber denen, welche sich wie die Könige sammeln auf den großen Tag des Herrn! (V. 14) Wenn die V. 14 angekündigten Ereignisse eingetreten sind, wird des Herrn Ruf zur Wahrheit werden: Siehe, ich komme unvermutet, wie ein Dieb in der Nacht; er wird erscheinen. Dann wird den Seinigen Heil und Seligkeit zu teil werden, den Feinden aber Vernichtung widerfahren. - (25) Die heiligmachende Gnade mit allen sie begleitenden Tugenden sind die Kleider. - (26) Wie Gott V. 12 ihr Beginnen ermöglicht hat, lässt er sie es auch V. 16 vollenden, doch zu ihrem Verderben. Vielleicht auch wird der Heiland (V. 15) als der Versammelnde angenommen. - (27) Der Leser wird angewiesen den Ort und die Bedeutung desselben im A. T. zu suchen. - (28) Der Name Magedon erinnert an das Mageddo in der Septuag, die früher chanaanitische Königsstadt war, dann zu Manasse gehörte. [Joh 12,21, Rich 1,27] u. a. Megiddo war im A. T. durch zwei Schlachten berühmt. Die erste fiel in die Zeit der Richter [Rich 4,5] als Barak mit Debora an den Wassern Megiddos den Feldherrn Sissera besiegte, dessen König Israel zwanzig Jahre lang hart bedrückt hatte. Die besonders [Rich 5,19] beschriebene Niederlage der Könige ist mit Worten gefeiert, welche wie für diese Stelle geschrieben sind. Der Ort, wo die antichristlichen Könige sich sammeln, um gegen die Kirche zu kämpfen, wird ihnen zu einem Armagedon werden, da der Herr alsdann den Seinen erscheint. Der siebente Engel gießt seine Schale auf die Luft und es entstehen furchtbare Lufterscheinungen, welche, wie [Offenb 11,9] den Eintritt des Endes ankündigen. Das hierdurch eingeleitete Erdbeben bildet die eigentliche Plage dieser Schale, da nur der sich anschließende große Hagel nicht durch dieses vermittelt wird. - (29) Die Stimme ist Gottes Stimme; wie der Befehl von ihm ausgegangen, V. 1, so kommt auch der Schlussruf von Gott. - (30) Die erste Wirkung ist, dass die große Stadt, so genannt im Gegensatze zu Jerusalem [Offenb 11,13] in drei Teile zerfällt, und die Städte der Völker fallen. Es wird Babel der Lohn zu Teil. Aus dem Zusammenhange von [Offenb 13] an, wie aus dem Kontexte [Offenb 16] folgt unzweifelhaft, dass die große Stadt mit dem großen Babel [Offenb 14,8] gleich ist. Sie wird in ähnlicher Weise, aber in viel höherem Maße als [Offenb 11,13] die Stadt Jerusalem, durch die letzte Heimsuchung des zweiten Wehe betroffen, denn Babel wird zerstört. Dort aber wirkt die letzte Plage, welche vor dem Endgericht über Jerusalem ergeht, die Buße der übrigen, während bei der antichristlichen Weltstadt der Letztzeit und bei dem gesamten Reiche des Antichristen alle, auch die furchtbarsten Plagen, nichts wirken als beharrliche Gotteslästerung, also unbußfertige Verstockung. (B. 21) - (31) Gott gedenkt in der heil. Schrift in doppelter Weise: Entweder um zu belohnen, vergl. [Apg 10,31], oder um zu strafen. Vergl. [Ps 103,14]. Hier ist das letztere gemeint. - (32) Das gleiche Bild [Offenb 10,10]. Dort war vom Zornweine Gottes und von dem Becher seines Grimmes die Rede, hier ist beides vereint, um zu zeigen, wie der ganze Zorn Gottes mit voller Gewalt geübt wird. - (33) Wie B. 19 das Ende der Geschichte, so berichtet B. 20 das Ende der Natur. Was [Offenb 6,14] mit dem sechsten Siegel begonnen, wird hier vollendet. So ist das Ende der feindlichen Macht beschrieben. Dass aber die Frommen aus dem allen unversehrt gerettet werden, hat bereits V. 15, V. 16 gesagt. - (34) Ähnlich war die ägyptische Plage [2Mos 9,18] und die erste Posaune [Offenb 6,14]. Doch findet sich hier eine Steigerung, insofern die Hagelstücke etwa 59 kg wiegen. Bei Eröffnung des sechsten Siegels entstand ein Erdbeben, durch das alle Berge und Inseln von ihrer Stelle verrückt wurden, hier verschwinden sie. Schließlich wird zum letzten Male bemerkt, dass die Menschen trotzdem fortfahren, Gott zu lästern, doch da ist das Ende da. – Die Schalen zeigen, wie der [Offenb 14,6-20] verkündete Verlauf des Weltendes gleichsam Schritt für Schritt, durch Zeichen und Wunder und durch das Eingreifen Gottes herbeigeführt wird. Was [Offenb 10,6-7] und [Offenb 11,15-19] vorausverkündet war, was [Offenb 14,6-20] als im Vollzuge begriffen gezeigt, das wiederholen die Schalengesichte, ein Stück nach dem anderen. Gott die Ehre zu geben [Offenb 14,6.7] fordert eine Schale nach der anderen die Menschen auf. Vergl. [Offenb 16,6; Offenb 11,21]. Der Fall Babels [Offenb 14,8] findet sich [Offenb 16,19] vollendet, das Verderben der dem Antichrist dienenden Menschen, das [Offenb 14,9ff] proleptisch verkündet ist, wird [Offenb 16,2.5-7.9.10-12] erzählt. Die Wiederkunft Christi [Offenb 14,14] wird [Offenb 16,15]; die Errettung der Frommen [Offenb 14,15.16] in [Offenb 16,15] geschildert, der Gerichtstag Gottes [Offenb 14,17-20] kehrt [Offenb 16,14.16] wieder. Doch in den Schalengesichten wird, was [Offenb 14,16-20] nicht geschehen, gezeigt, wie Gott selbst alle diese Plagen herbeiführt. Wenn also auch die Gesichte [Offenb 14,6-20] und die Schalengesichte die gleichen Ereignisse behandeln, stellen die Schalengesichte diese doch in anderer Abfolge dar, als es dort geschehen. So wird der Fall Babels an erster Stelle schon im zweiten Gesichte gebracht, an letzterer aber im siebenten nur als Beispiel für den Untergang der Völker angeführt. Die Schalengesichte haben nicht den Zweck, die Ereignisse der Endkatastrophe der Reihe nach aufzuzählen, sondern die dieselben begleitenden Zeichen und Wunder besonders hervorzuheben.

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