Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:3Mos20

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Liber Leviticus, Hebraice Vaicra. Caput XX.

Das dritte Buch Moses Leviticus Kap. 20


c. Festsetzung der Todesstrafe gegen die, welche ihre Kinder dem Moloch darbringen (V. 5), Zauberer und Wahrsager befragen (V. 8), ihre Eltern verwünschen (V. 9), gewisser schwerer Vergehen gegen die Sittlichkeit sich schuldig machen. (V. 21) d. Schluß: Erneute Mahnung zur Heiligkeit. (V. 26) Anhang: Gebot, Wahrsager zu steinigen.

1. Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens:
2. Hæc loqueris filiis Israel: Homo de filiis Israel, et de advenis, qui habitant in Israel, si quis dederit de semine suo idolo Moloch, morte moriatur: populus terræ lapidabit eum.

3. Et ego ponam faciem meam contra illum: succidamque eum de medio populi sui, eo quod dederit de semine suo Moloch, et contaminaverit Sanctuarium meum, ac polluerit nomen sanctum meum.
4. Quod si negligens populus terræ, et quasi parvipendens imperium meum, dimiserit hominem qui dedit de semine suo Moloch, nec voluerit eum occidere:

5. Ponam faciem meam super hominem illum, et super cognationem ejus, succidamque et ipsum, et omnes qui consenserunt ei ut fornicaretur cum Moloch, de medio populi sui.
6. Anima, quæ declinaverit ad magos et ariolos, et fornicata fuerit cum eis, ponam faciem meam contra eam, et interficiam illam de medio populi sui.

7. Sanctificamini et estote sancti, quia ego sum Dominus Deus vester.
8. Custodite præcepta mea, et facite ea: Ego Dominus qui sanctifico vos.
9. Qui maledixerit patri suo, aut matri, morte moriatur: patri, matrique maledixit, sanguis ejus sit super eum.


10. Si mœchatus quis fuerit cum uxore alterius, et adulterium perpetraverit cum conjuge proximi sui, morte moriantur et mœchus et adultera.

11. Qui dormierit cum noverca sua, et revelaverit ignominiam patris sui, morte moriantur ambo: sanguis eorum sit super eos.
12. Si quis dormierit cum nuru sua, uterque moriatur, quia scelus operati sunt: sanguis eorum sit super eos.

13. Qui dormierit cum masculo coitu femineo, uterque operatus est nefas, morte moriantur: sit sanguis eorum super eos.
14. Qui supra uxorem filiam, duxerit matrem ejus, scelus operatus est: vivus ardebit cum eis, nec permanebit tantum nefas in medio vestri.

15. Qui cum jumento et pecore coierit, morte moriatur: pecus quoque occidite.

16. Mulier, quæ succubuerit cuilibet jumento, simul interficietur cum eo: sanguis eorum sit super eos.
17. Qui acceperit sororem suam filiam patris sui, vel filiam matris suæ, et viderit turpitudinem ejus, illaque conspexerit fratris ignominiam: nefariam rem operati sunt: occidentur in conspectu populi sui, eo quod turpitudinem suam mutuo revelaverint, et portabunt iniquitatem suam.

18. Qui coierit cum muliere in fluxu menstruo, et revelaverit turpitudinem ejus, ipsaque aperuerit fontem sanguinis sui, interficientur ambo de medio populi sui.

19. Turpitudinem materteræ, et amitæ tuæ non discooperies: qui hoc fecerit, ignominiam carnis suæ nudavit, portabunt ambo iniquitatem suam.

20. Qui coierit cum uxore patrui, vel avunculi sui, et revelaverit ignominiam cognationis suæ, portabunt ambo peccatum suum; absque liberis morientur.

21. Qui duxerit uxorem fratris sui, rem facit illicitam, turpitudinem fratris sui revelavit: absque liberis erunt.

22. Custodite leges meas, atque judicia, et facite ea: ne et vos evomat terra quam intraturi estis et habitaturi.

23. Nolite ambulare in legitimis nationum, quas ego expulsurus sum ante vos. Omnia enim hæc fecerunt, et abominatus sum eas.
24. Vobis autem loquor: Possidete terram eorum, quam dabo vobis in hereditatem, terram fluentem lacte et melle. Ego Dominus Deus vester, qui separavi vos a ceteris populis.

25. Separate ergo et vos jumentum mundum ab immundo, et avem mundam ab immunda: ne polluatis animas vestras in pecore, et avibus, et cunctis quæ moventur in terra, et quæ vobis ostendi esse polluta.

26. Eritis mihi sancti, quia sanctus sum ego Dominus, et separavi vos a ceteris populis, ut essetis mei.

27. Vir, sive mulier, in quibus pythonicus, vel divinationis fuerit spiritus, morte moriantur: lapidibus obruent eos: sanguis eorum sit super illos.


1. Und der Herr redete zu Moses und sprach:
2. Dies sollst du den Söhnen Israels sagen: Wer unter den Söhnen Israels, oder unter den Fremdlingen, die in Israel wohnen,1 eines von seinen Kindern dem Götzen Moloch überliefert,2 soll des Todes sterben; das Volk des Landes soll ihn steinigen. [3Mos 18,21]
3. Und ich selbst werde mein Angesicht wider ihn richten und ihn ausrotten aus der Mitte seines Volkes, weil er eines von seinen Kindern dem Moloch überliefert, und mein Heiligtum verunreinigt, und meinen heiligen Namen entweiht hat.
4. Wenn aber das Volk des Landes lässig wäre und, mein Gebot gleichsam geringachtend, den Menschen, der dem Moloch eines von seinen Kindern überliefert hat, frei ließe und ihn nicht töten wollte,
5. so werde ich mein Angesicht wider diesen Menschen und wider sein Geschlecht3 richten, und werde ihn und alle, die ihm beigestimmt haben, dass er mit dem Moloch buhlte, aus der Mitte seines Volkes austilgen.
6. Derjenige, der sich an die Zauberer4 und Wahrsager wendet und mit ihnen buhlt, gegen einen solchen werde ich mein Antlitz wenden und werde ihn aus der Mitte seines Volkes ausrotten.
7. Heiliget euch und seid heilig; denn ich bin der Herr, euer Gott. [1Petr 1,16]
8. Haltet meine Gebote und tuet sie; ich bin der Herr, der euch heiligt.5
9. Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll des Todes sterben; er hat seinem Vater und seiner Mutter geflucht, sein Blut komme über ihn.6 [2Mos 21,17, Spr 20,20, Mt 15,4, Mk 7,10]
10. Wenn jemand mit der Frau eines andern die Ehe bricht und einen Ehebruch mit dem Weibe seines Nächsten begeht, so soll sowohl der Ehebrecher als die Ehebrecherin des Todes sterben.7 [5Mos 22,22, Joh 8,5]
11. Wenn jemand seiner Stiefmutter beiwohnt und die Scham seines Vaters entblößt, so sollen beide des Todes sterben;8 ihr Blut komme über sie.9
12. Wenn jemand seiner Schwiegertochter10 beiwohnt, so sollen beide sterben, weil sie eine schwere Schandtat begangen haben; ihr Blut komme über sie.
13. Wenn jemand mit einem Manne Umgang hat wie mit einem Weibe, so haben beide eine Greueltat verübt, sie sollen des Todes sterben; ihr Blut komme über sie.
14. Wer sich neben der Tochter deren Mutter zum Weibe nimmt, hat ein schweres Verbrechen begangen; man soll ihn mit jenen lebendig11 verbrennen, und eine so große Freveltat soll nicht in eurer Mitte bleiben.
15. Wer mit einem Rindvieh oder Schaf fleischlichen Umgang hat, soll des Todes sterben; und das Tier sollt ihr gleichfalls töten.
16. Ein Weib, das sich irgendeinem Tiere hingibt, soll mit diesem zugleich getötet werden; ihr Blut komme über sie. [3Mos 18,23]
17. Wenn jemand seine Schwester,12 die Tochter seines Vaters, oder die Tochter seiner Mutter, nimmt und ihre Scham sieht, und sie sieht die Scham ihres Bruders,13 so haben beide eine Schandtat begangen; sie sollen vor den Augen ihres Volkes getötet werden, weil sie ihre Scham voreinander entblößt haben, und sie sollen ihr Verbrechen tragen. [3Mos 18,6]
18. Wenn jemand mit einem Weibe zur Zeit ihres Monatsflusses Umgang hat14 und ihre Scham entblößt, und sie deckt den Brunnen ihres Blutes auf, so sollen beide aus der Mitte ihres Volkes ausgerottet werden.15
19. Die Scham der Schwester deiner Mutter und der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen; wer dies tut, hat die Scham seines Fleisches entblößt, und beide sollen ihr Verschulden tragen.16
20. Wenn jemand mit seines Vaterbruders oder Mutterbruders Weib Umgang hat und die Scham seiner Verwandtschaft17 entblößt, so sollen beide ihre Sünde tragen: sie werden kinderlos sterben.18
21. Wer seines Bruders Weib nimmt, begeht, was nicht erlaubt ist, er hat die Scham seines Bruders entblößt; sie werden kinderlos sein.
22. Haltet meine Satzungen und Bestimmungen und tut sie, damit das Land, in das ihr ziehen sollt, um darin zu wohnen, nicht auch euch ausspeie.
23. Wandelt nicht nach den Satzungen der Völker, welche ich vor euch vertreiben will. Denn sie haben alles das getan, und deshalb habe ich sie verabscheut.
24. Euch aber sage ich: Nehmet ihr Land zu Besitz, das ich euch zum Erbe geben werde, ein Land, das von Milch und Honig fließt. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den übrigen Völkern ausgesondert hat!19
25. Machet darum auch ihr einen Unterschied zwischen reinem und unreinem Vieh, und reinen und unreinen Vögeln, damit ihr eure Seelen nicht durch Vieh, Vögel, oder irgendetwas beflecket, was sich auf Erden regt und wovon ich euch kundgegeben habe, dass es unrein ist.20
26. Ihr sollt mir heilig sein,21 weil ich heilig bin, ich der Herr, und euch aus den übrigen Völkern ausgesondert habe, dass ihr mein seiet. [1Petr 1,16]
27. Wenn sich in einem Manne oder einem Weibe ein Geist der Zauberei22 oder Wahrsagerei findet, so sollen sie des Todes sterben; man soll sie steinigen, ihr Blut komme über sie. [5Mos 18,11, 1Sam 28,7]


Fußnote

Kap. 20 (1) Für sie galt auch das Gebot [3Mos 17,8]. - (2) Wie [3Mos 18,21]. - (3) Die Geschlechtsgenossen waren zunächst zum Einschreiten gegen den Frevler verpflichtet. Die Nichterfüllung dieser Pflicht ist auch ein Zeichen dafür, dass sie gleichfalls sich in Gefahr befinden, dem Molochdienst anheimzufallen. - (4) Hebr.: Totenbeschwörer. - (5) Vergl. [3Mos 11,44]. - (6) Die Strafe gilt für das Verbrechen [3Mos 18,7], ebenso wie für den Fluch. - (7) Sündigte ein Verheirateter mit einer Ledigen, nicht Verlobten, so war dies einfache Buhlerei, nicht Ehebruch, da er ja nicht an eine Frau gebunden war, sondern mehrere nehmen konnte. Durch die Sünde aber mit der Frau eines anderen brach er dessen Ehe, eine Verfehlung, die im Orient als dem Morde gleichstehend angesehen wird und deshalb eine ebenso schwere Strafe fordert, will der Gesetzgeber nicht Anlass zur Selbstrache geben. - (8) Vergl. [3Mos 18, 5Mos 27]. Die Blutschande und andere unnatürliche Unzucht forderte so harte Strafen, teils zur Abschreckung, da sie unter den Heiden herrschend waren, teils weil sie nicht selten zu Ehren der Götzen getrieben wurden, mithin ein Verbrechen gegen Gott einschlossen, auf das der Tod stand. - (9) Sie mögen sich ihren Tod selbst zuschreiben. - (10) Die Witwe ist. Im anderen Falle ist ja bereits V. 10 der Tod verhängt. - (11) Der Zusatz der Vulgata „lebendig“ ist nicht ganz gerechtfertigt. Wahrscheinlich wurden sie vorher gesteinigt, dann zur Beschimpfung verbrannt. Vergl. [Jos 7,15.25.]. - (12) Seine Halbschwester. - (13) Vollzieht den Beischlaf. - (14) Mit Kenntnis des Umstandes. - (15) Dies ist kein Widerspruch gegen [3Mos 15,24]. Dort war von der Unreinigkeit die Rede, hier von der Strafe im Gerichtsverfahren, wenn das Verbrechen öffentlich bekannt wird. - (16) Hier wird keine bürgerliche, von der Obrigkeit zu vollstreckende Strafe festgesetzt, sondern Gott selbst die Bestrafung vorbehalten. - (17) Hebr.: Seines Oheims. - (18) Entweder erhalten sie keine Kinder (Gregor der Große) oder diese sollen als illegitim gelten. (Aug.) Die Strafen 9 – 21 entsprechen den Gesetzen [3Mos 18,7-23]. - (19) Der Ausdruck ist gewählt, um auf V. 25ff hinüberzuleiten. Auch Balaam erkennt in Israel ein Volk, das abgesondert wohnt. [4Mos 23,9]. - (20) Hebr.: ausgesondert habe, um es für unrein zu erklären. - (21) Die Heiligkeit ist also Reinheit, Absonderung von dem, was befleckt. - (22) Ein Totengeist. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |

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