Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Sam28

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Liber primus Samuelis. Quem nos Primum Regum dicimus. Caput XXVIII.

Das erste Buch Samuels oder der Könige Kap. 28


C. Sauls Tod im Kriege gegen die Philister; Davids Sieg über die Amalekiter. (28,1 – 31,13) a. Die Philister ziehen gegen Saul in den Krieg; David begleitet sie. (V. 3) Saul erhält von Gott keine Antwort und lässt durch eine Wahrsagerin in Endor Samuel beschwören, dessen Erscheinung ihm seinen bevorstehenden Tod und die Niederlage der Israeliten voraussagt.

1. Factum est autem in diebus illis, congregaverunt Philisthiim agmina sua, ut præpararentur ad bellum contra Israel: dixitque Achis ad David: Sciens nunc scito, quoniam mecum egredieris in castris tu, et viri tui.
2. Dixitque David ad Achis: Nunc scies quæ facturus est servus tuus. Et ait Achis ad David: Et ego custodem capitis mei ponam te cunctis diebus.
3. Samuel autem mortuus est, planxitque eum omnis Israel, et sepelierunt eum in Ramatha urbe sua. Et Saul abstulit magos, et hariolos de terra.
4. Congregatique sunt Philisthiim, et venerunt, et castrametati sunt in Sunam: congregavit autem et Saul universum Israel, et venit in Gelboe,
5. Et vidit Saul castra Philisthiim, et timuit, et expavit cor ejus nimis.
6. Consuluitque Dominum, et non respondit ei neque per somnia, neque per sacerdotes, neque per prophetas.
7. Dixitque Saul servis suis: Quærite mihi mulierem habentem phythonem, et vadam ad eam, et sciscitabor per illam. Et dixerunt servi ejus ad eum: Est mulier phythonem habens in Endor.
8. Mutavit ergo habitum suum: vestitusque est aliis vestimentis, et abiit ipse, et duo viri cum eo, veneruntque ad mulierem nocte, et ait illi: Divina mihi in phythone, et suscita mihi quem dixero tibi.
9. Et ait mulier ad eum: Ecce, tu nosti quanta fecerit Saul, et quo modo eraserit magos et hariolos de terra: quare ergo insidiaris animæ meæ, ut occidar?
10. Et juravit ei Saul in Domino, dicens: Vivit Dominus, quia non eveniet tibi quidquam mali propter hanc rem.
11. Dixitque ei mulier: Quem suscitabo tibi? Qui ait: Samuelem mihi suscita.
12. Cum autem vidisset mulier Samuelem, exlamavit voce magna, et dixit ad Saul: Quare imposuisti mihi? Tu es enim Saul.
13. Dixitque ei rex: Noli timere: quid vidisti? Et ait mulier ad Saul: Deos vidi ascendentes de terra.
14. Dixitque ei: Qualis est forma ejus? Quæ ait: Vir senex ascendit, et ipse amictus est pallio. Et intellexit Saul quod Samuel esset, et inclinavit se super faciem suam in terram, et adoravit.
15. Dixit autem Samuel ad Saul: Quare inquietasti me ut suscitarer? Et ait Saul: Coarctor nimis: siquidem Philisthiim pugnant adversum me, et Deus recessit a me, et exaudire me noluit neque in manu prophetarum, neque per somnia: vocavi ergo te, ut ostenderes mihi quid faciam.
15. Et ait Samuel: Quid interrogas me, cum Dominus recesserit a te, et transierit ad æmulum tuum?
17. Faciet enim tibi Dominus sicut locutus est in manu mea, et scindet regnum tuum de manu tua, et dabit illud proximo tuo David:
18. Quia non obedisti voci Domini, neque fecisti iram furoris ejus in Amalec: idcirco quod pateris, fecit tibi Dominus hodie.
19. Et dabit Dominus etiam Israel tecum in manus Philisthiim: cras autem tu et filii tui mecum eritis: sed et castra Israel tradet Dominus in manus Philisthiim.
20. Statimque Saul cecidit porrectus in terram: extimuerat enim verba Samuelis, et robur non erat in eo, quia non comederat panem tota die illa.
21. Ingressa est itaque mulier illa ad Saul (conturbatus enim erat valde), dixitque ad eum: Ecce obedivit ancilla tua voci tuæ, et posui animam meam in manu mea: et audivi sermones tuos, quos locutus es ad me.
22. Nunc igitur audi et tu vocem ancillæ tuæ, et ponam coram te buccellam panis, ut comedens convalescas, et possis iter agere.
23. Qui renuit, et ait: Non comedam. Coëgerunt autem eum servi sui et mulier, et tandem audita voce eorum surrexit de terra, et sedit super lectum.
24. Mulier autem illa habbebat vitulum pascualem in domo, et festinavit, et occidit eum: tollensque farina, miscuit eam, et coxit azyma,
25. Et posuit ante Saul et ante servos ejus. Qui cum comedissent, surrexerunt, et ambulaverunt per totam noctem illam.


1. Es begab sich aber in jenen Tagen, dass die Philister ihre Heerhaufen sammelten, um sich zum Kriege gegen Israel zu rüsten. Da sprach Achis zu David: Du musst nun wissen, dass du mit mir im Heerlager ausziehen musst, du und deine Leute.1
2. David sprach zu Achis: Nun sollst du erfahren, was dein Diener tun wird. Und Achis sprach zu David: Und ich will dich zum Hüter meines Hauptes machen für alle Zeit.2
3. Samuel aber war gestorben und ganz Israel hatte ihn betrauert und sie hatten ihn zu Ramatha, in seiner Stadt, begraben. Nun hatte Saul die Zauberer und Wahrsager aus dem Lande entfernt.3 [1Sam 25,1, JSir 46,23]
4. Da sammelten sich die Philister und kamen und lagerten sich in Sunam,4 aber auch Saul sammelte ganz Israel und kam nach Gelboe.
5. Als Saul aber das Lager der Philister sah, geriet er in Furcht und sein Herz erschrak gar sehr.5
6. Und er befragte den Herrn, aber dieser antwortete ihm nicht weder durch Traumgesichte noch durch Priester noch durch Propheten.6
7. Da sprach Saul zu seinen Dienern: Suchet mir ein Weib, das einen Wahrsagegeist hat, so will ich zu ihr hingehen und durch sie fragen. Seine Diener sprachen zu ihm: In Endor7 ist ein Weib, das einen Wahrsagegeist hat. [3Mos 20,27, 5Mos 18,11, Apg 16,16]
8. Da veränderte er sein Äußeres,8 zog andere Kleider an und ging mit zwei Männern hin. Und als sie des Nachts zu dem Weibe kamen, sprach er zu ihr: Sage mir die Zukunft voraus durch den Wahrsagegeist und rufe mir herauf, wen ich dir bezeichnen werde!
9. Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißt, was Saul getan und wie er die Zauberer und Wahrsager aus dem Lande ausgerottet hat; warum trachtest du mir also nach dem Leben, dass ich getötet werde?9
10. Da schwur Saul ihr bei dem Herrn und sprach: So wahr der Herr lebt, es soll dir darum nichts Böses geschehen!10
11. Nun sprach das Weib zu ihm: Wen soll ich dir herauf rufen? Er sprach: Samuel rufe mir herauf!
12. Als aber das Weib Samuel sah, schrie sie mit lauter Stimme und sprach zu Saul: Warum hast du mich hintergangen? Du bist ja Saul.
13. Der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was hast du gesehen? Das Weib sprach zu Saul:11 Jemanden wie einen Gott12 sah ich aus der Erde heraufkommen.
14. Da sprach er zu ihr: Welches ist seine Gestalt? Sie sprach: Ein alter Mann kommt herauf und er ist in einen Mantel gehüllt.13 Da merkte Saul, dass es Samuel sei, und verneigte sich mit dem Angesichte bis zur Erde und warf sich nieder.
15. Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich beunruhigt, dass ich heraufgerufen ward? Saul sprach: Ich bin sehr bedrängt; denn die Philister kämpfen gegen mich und Gott hat mich verlassen und hat mich nicht erhören wollen weder durch die Propheten noch durch Traumgesichte; darum ließ ich dich rufen, dass du mir anzeigen mögest, was ich tun soll. [JSir 46,23]
16. Samuel sprach: Was fragst du mich, da der Herr dich verlassen und sich deinem Mitwerber zugewendet hat?14
17. Denn der Herr wir dir tun, wie er durch mich geredet hat, und wird dein Königtum aus deiner Hand reißen und deinem Nächsten, David, geben.
18. Weil du der Stimme des Herrn nicht gehorcht und seinen grimmigen Zorn an Amalek nicht vollstreckt hast; darum hat der Herr dir heute getan,15 was du leidest.16
19. Und der Herr wird auch Israel mit dir in die Hände der Philister geben; morgen aber werdet ihr, du und deine Söhne, bei mir sein,17 und zudem wird der Herr das Lager Israels in die Hand der Philister geben.
20. Da fiel Saul der Länge nach jäh zur Erde nieder;18 denn er war über die Worte Samuels in großen Schrecken geraten, auch war er ohne Kraft, denn er hatte jenen ganzen Tag hindurch nichts gegessen.
21. Alsbald trat das Weib zu Saul, (denn er war sehr bestürzt) und sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorcht und ich habe mein Leben in Gefahr gebracht und auf deine Worte gehört, die du zu mir gesprochen hast.
22. So höre nun auch du auf die Stimme deiner Magd; ich will dir einen Bissen Brotes19 vorsetzen, damit du issest20 und wieder zu Kräften kommest und deines Weges zu ziehen vermögest.
23. Er aber weigerte sich und sprach; Ich werde nichts essen. Da drangen seine Diener und das Weib in ihn und er hörte zuletzt auf ihre Stimme und stand von der Erde auf und setzte sich auf das Lager.
24. Das Weib aber hatte ein Mastkalb im Hause, dies schlachtete sie eilends und nahm Mehl, knetete es und buk ungesäuertes Brot
25. und setzte es Saul und seinen Dienern vor. Als sie nun gegessen hatten, machten sie sich auf und gingen die ganze Nacht hindurch.


Fußnote

Kap. 28 (1) Damit David nicht im Philisterlande in Abwesenheit der Verteidiger desselben zurückbleibe. - (2) Es ist ein Versprechen für die Zukunft. David würde wohl einerseits nicht gegen Achis gekämpft haben, aber er sagt auch andererseits nicht, was er tun werde. Achis fasst die Worte so, als wolle David gegen Israel kämpfen. Der Herr zieht ihn nur deshalb aus der Verlegenheit, weil er sich durch die Schuld seines Verfolgers Saul hat in heidnisches Land flüchten müssen. - (3) Es wird alles zusammengefasst, was seit der letzten Expedition der Philister geschehen. Die Austilgung der Zauberer wird erwähnt, damit das Nachfolgende verständlicher sei. Saul fühlte nach Samuels Tod, dass seine letzte Stütze gefallen, deshalb suchte er den nach dem Tode zu gewinnen, den er bei dessen Lebzeiten vernachlässigt. Darum veranstaltet er eine große Trauerfeierlichkeit und erklärt dem Götzendienste im ganzen Lande den Krieg. Seine Aufregung ward jetzt durch das Gerücht gemehrt, David sei im Lager der Philister. Zauberei und Wahrsagerei ist [3Mos 19,31, 3Mos 20,6, 5Mos 18,11] ausdrücklich verboten. - (4) In Issachar, nicht weit von Gelboe. - (5) Wegen der starken Rüstungen der Feinde, die nach [2Sam 1,6] besonders mit Wagen und Reitern versehen waren, aus Furcht vor David und dessen Helden [1Chr 12,22] und wohl auch, weil nach Samuels Tode die Israeliten zu seiner Sache kein Vertrauen mehr hatten. - (6) Er versucht alle gewöhnlichen und erlaubten Weisen. Schon vorher suchte er göttliche Antworten bis zum Übermaß. [1Sam 14,18.37] Nach der Ermordung der Priester war übrigens nur Abiathar übrig [1Sam 22,20], und dieser blieb mit dem Ephod bei David. [1Sam 23,6] Wenn daher auch Saul etwa einen andern Hohenpriester einsetzte und ein Ephod mit Urim und Thummim fertigen ließ (V. 7 hebr.), war dies doch eine ungesetzliche Maßnahme und Gott antwortete ihm nicht. Saul hätte durch die Verweigerung einer göttlichen Weisung zur Erkenntnis kommen sollen, dass er einer solchen Gnade unwürdig sei und Buße tun müsse. Statt dessen begeht er ein Verbrechen, auf dem Todesstrafe stand [3Mos 20,27, 5Mos 18,11, Apg 16,16] und das er selbst verfolgt hatte. - (7) Im Norden des Berges Gelboe drei Stunden von dort entfernt. - (8) Er schämte sich, sein eigenes Gesetz zu übertreten, und musste sich vor den Pfosten der Philister hüten. - (9) Sie redet vielleicht alle Besucher so an, um sie zum Schwure zu bringen. - (10) Saul hofft Samuel zu sehen, nicht eine eitle Erscheinung. - (11) Saul sah nichts und hörte nur die Worte. - (12) Elohim, eine göttliche Majestät. - (13) Sie bezeichnet ihn: jener Mantel, nämlich der, welchen Samuel stets getragen und der Saul zum Wahrzeichen geworden. [1Sam 15,27] - (14) Das Hebr. kann auch heißen: Und dein Gegner geworden ist. - (15) Die Vergangenheit des Verbum deutet etwas unwiderruflich Beschlossenes an. - (16) Dein Fall. - (17) Im Totenreiche. Samuel will aber nicht die Gleichheit des Glückes andeuten. (Aug. Vergl. [JSir 3,19]) - (18) Über die Natur der Erscheinung sind die Meinungen geteilt. Die einen nehmen an, Samuel selbst sei erschienen, die anderen sehen in dem ganzen Hergange einen Betrug. Das letztere haben mit dem hl. Augustin die meisten Väter angenommen, das erstere mit demselben hl. Augustin (der diese Ansicht später vorzog) die weit überwiegende Mehrzahl der katholischen Theologen und neueren Ausleger verfochten. Für die letztere Meinung spricht besonders dies: Es ziemte sich nicht für Gott, eine Wahrsagerin zu brauchen, um Saul eine ihm von oben gesandte Erscheinung zu vermitteln. Zudem war das, was sie sagt, in Israel bekannt. Morgen bedeutet dann nicht den folgenden Tag, sondern im Allgemeinen die folgende Zeit. (Hier.) Sie sah Sauls Verzweiflung und schloss aus der göttlichen Vorhersagung, dass seine Söhne mit ihm fallen würden. Dem steht [JSir 46,23] nicht entgegen. Denn wie Theodoret sagt, beschrieb sie die Gestalt und Saul schloss aus der Beschreibung, dass es Samuel sei, und glaubte dies. Die Stelle des Ekklesiastikus bringt nämlich keinen neuen Bericht, sondern weist auf das [1Sam 28] Erzählte hin. Wohl nennt der Verfasser hier den, der gesehen ward, Samuel, indes weil jene e so glaubten, wie Abraham die Engel, die ihm erschienen, Männer nennt. Immerhin bleibt alsdann noch die Frage, ob der Teufel bei alledem mittätig war oder die Wahrsagerin nur Gaukelwerk trieb. – Die an erster Stelle erwähnte Meinung hebt hervor, dass die aus diesem Leben Abgeschiedenen, seien sie nun im Fegefeuer oder am Orte der Verdammnis, doch mit Gottes Zulassung handeln können, indes kann dies freilich nicht auf Befehl und nach Belieben des Menschen geschehen, wenn nicht etwa eine Willenseinheit mit dem bösen Geiste da ist. In letzterem Falle kann der Teufel die Neugierde der Menschen durch kein persönliches Eingreifen wahrhaft oder durch Täuschung befriedigen. Vergl. [2Mos 7,11]. An dieser Stelle wird von keiner Beschwörung erzählt und auf eine solche hätte Gott Samuels Erscheinen nicht zugelassen, der sich in Verklärung zeigt (V. 13) und Saul Ehrfurcht einflößt (V. 14), nicht aber Schrecken, wie sonst derartige Erscheinungen, und der mit ihm selbst ohne Vermittlung der Frau spricht. - (19) Irgend etwas. - (20) Derjenigen, in deren Hause er Speise genossen, kann er nichts Böses antun. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 29 | 30 | 31 |

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