Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Sam12

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Liber primus Samuelis. Quem nos Primum Regum dicimus. CaputXII.

Das erste Buch Samuels oder der Könige Kap. 12


C. Samuel legt sein Amt als Richter nieder. (V. 1-25) a. Nachdem der neue König von dem ganzen Volke anerkannt ist, legt Samuel vor dem Volke Rechenschaft über seine Amtsführung ab. (V. 5) b. Er ermahnt alle inständigst, Gott anzuhängen (V. 17), verspricht, sich auch in Zukunft ihrer anzunehmen, und sagt dem Könige und dem Volke den Untergang voraus, wenn sie sich versündigen würden.

1. Dixit autem Samuel ad universum Israel: Ecce audivi vocem vestram juxta omnia quæ locuti estis ad me, et constitui super vos regem.
2. Et nunc rex graditur ante vos: ego autem senui, et incanui: porro filii mei vobiscum sunt: itaque conversatus coram vobis ab adolescentia mea usque ad hanc diem, ecce præsto sum.
3. Loquimini de me coram Domino, et coram Christo ejus, utrum bovem cujusquam tulerim, aut asinum: si quampiam calumniatus sum, si oppressi aliquem, si de manu cujusquam munus accepi: et contemnam illud hodie, restituamque vobis.
4. Et dixerunt: Non es calumniatus nos, neque oppressisti, neque tulisti de manu alicujus quippiam.
5. Dixitque ad eos: Testis est Dominus adversum vos, et testis Christus ejus in die hac, quia non inveneritis in manu mea quippiam. Et dixerunt: Testis.
6. Et ait Samuel ad populum: Dominus, qui fecit Moysen et Aaron, et eduxit patres nostros de terra Ægypti.

7. Nunc ergo state, ut judicio contendam adversum vos coram Domino de omnibus misericordiis Domini, quas fecit vobiscum, et cum patribus vestris:
8. Quo modo Jacob ingressus est in Ægyptum, et clamaverunt patres vestri ad Dominum: et misit Dominus Moysen et Aaron, et eduxit patres vestros de Ægypto: et collocavit eos in loco hoc.
9. Qui obliti sunt Domini Dei sui, et tradidit eos in manu Sisaræ magistri militiæ Hasor, et manu Philisthinorum, et in manu regis Moab, et pugnaverunt adversum eos.

10. Postea autem clamaverunt ad Dominum, et dixerunt: Peccavimus, quia dereliquimus Dominum, et servivimus Baalim et Astaroth: nunc ergo erue nos de manu inimicorum nostrorum, et serviemus tibi.

11. Et misit Dominus Jerobaal, et Badan, et Jephte, et Samuel, et eruit vos de manu inimicorum vestrorum per circuitum, et habitastis confidenter.
12. Videntes autem quod Naas rex filiorum Ammon venisset adversum vos, dixistis mihi: Nequaquam, sed rex imperabit nobis: cum Dominus Deus vester regnaret in vobis.

13. Nunc ergo præsto est rex vester, quem elegistis et petistis: Ecce dedit vobis Dominus regem.
14. Si timueritis Dominum, et servieritis ei, et audieritis vocem ejus, et non exasperaveritis os Domini: eritis et vos, et rex qui imperat vobis, sequentes Dominum Deum vestrum.
15. Si autem non audieritis vocem Domini, sed exasperaveritis sermones ejus, erit manus Domini super vos, et super patres vestros.

16. Sed et nunc state, et videte rem istam grandem quam facturus est Dominus in conspectu vestro.
17. Numquid non messis tritici est hodie? Invocabo Dominum, et dabit voces et pluvias: et scietis, et videbitis quia grande malum feceritis vobis in conspectu Domini, petentes super vos regem.
18. Et clamavit Samuel ad Dominum, et dedit Dominus voces et pluvias in illa die.
19. Et timuit omnis populus nimis Dominum et Samuelem, et dixit universus populus ad Samuelem: Ora pro servis tuis ad Dominum Deum tuum, ut non moriamur: addidimus enim universis peccatis nostris malum, ut peteremus nobis regem.

20. Dixit autem Samuel ad populum: Nolite timere, vos fecistis universum malum hoc: verumtamen nolite recedere a tergo Domini, sed servite Domino in omni corde vestro.
21. Et nolite declinare post vana, quæ non proderunt nobis, neque eruent vos, quia vana sunt.
22. Et non derelinquet Dominus populum suum propter nomen suum magnum: quia juravit Dominus facere vos sibi populum.
23. Absit autem a me hoc peccatum in Dominum, ut cessem orare pro vobis, et docebo vos viam bonam et rectam.
24. Igitur timete Dominum, et servite ei in veritate, et ex toto corde vestro: vidistis enim magnifica quæ in vobis geserit.
25. Quod si perseveraveritis in malitia: et vos et rex vester pariter peribitis.


1. Samuel aber sprach zu ganz Israel: Sehet, ich habe in allem, was ihr zu mir gesprochen, eurer Stimme gehorcht und habe einen König über euch gesetzt.
2. So geht nun der König vor euch her;1 ich aber bin alt und grau geworden und meine Söhne sind unter euch.2 So habe ich nun vor euch gewandelt von meiner Jugend an bis auf diesen Tag, sehet, hier bin ich!
3. Saget von mir vor dem Herrn und vor seinem Gesalbten, ob ich jemandes Ochsen oder Esel weggenommen; ob ich jemanden bedrückt oder ihm Gewalt angetan; ob ich von jemandes Hand ein Geschenk angenommen habe?3 so will ich es heute gering achten und euch zurückerstatten. [JSir 46,22]
4. Da sprachen sie: Du hast uns nicht bedrückt noch uns Gewalt angetan, noch aus jemandes Hand etwas angenommen.
5. Er sprach zu ihnen:4 Der Herr ist Zeuge wider euch und sein Gesalbter ist Zeuge an diesem Tage, dass ihr in meiner Hand nichts gefunden habt. Sie sprachen: Er ist Zeuge!
6. Und Samuel sprach zu dem Volke: Zeuge5 ist der Herr, welcher Moses und Aaron bestellt6 und unsere Väter aus dem Lande Ägypten geführt hat.
7. Nun aber tretet herzu,7 dass ich über euch vor dem Herrn wegen aller Erbarmungen des Herrn Gerichte halte, die er an euch und an euren Vätern8 geübt hat;
8. wie Jakob nach Ägypten zog, und eure Väter zu dem Herrn schrien, und der Herr Moses und Aaron sandte und eure Väter aus Ägypten führte und sie an diesen Ort versetzte.9 [1Mos 46,5]
9. Aber sie vergaßen des Herrn, ihres Gottes, und er gab10 sie in die Hände Sisaras, des Heerführers von Hasor,11 und in die Hand der Philister, und in die Hand des Königs von Moab, und diese kämpften wider sie. [Rich 4,2]
10. Darnach aber riefen sie zu dem Herrn und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir den Herrn verlassen und den Baalen und Astarten gedient haben; nun also rette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen.
11. Da sandte der Herr Jerobaal und Bodan,12 und Jephte, und Samuel, und errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum, das ihr in Sicherheit wohntet.13 [Rich 6,14]
12. Als ihr aber sahet, dass Naas, der König der Söhne Ammons, gegen euch anrückte, sprachet ihr zu mir: Mit nichten! Sondern ein König soll über uns herrschen,14 während doch der Herr, euer Gott, euer König war. [1Sam 8,19, 1Sam 10,19]
13. Nun also, hier ist euer König, den ihr erwählt und verlangt habt;15 sehet, der Herr hat euch einen König gegeben.16
14. Wenn ihr den Herrn fürchtet und ihm dient und auf seine Stimme hört und den Mund des Herrn nicht erbittert, so werdet ihr und der König, der über euch herrscht, dem Herrn, eurem Gott, folgen.17
15. Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn hört, sondern gegen seine Gebote widerspenstig seid, so wird die Hand des Herrn sich auf euch legen wie auf eure Väter.
16. Und nun tretet her und schauet die große Tat, welche der Herr vor euern Augen vollbringen wird.
17. Ist nicht jetzt die Weizenernte?18 Ich werde den Herrn anrufen, und er wird Donner und Regen geben; und ihr werdet erkennen und sehen, dass ihr euch ein großes Übel vor dem Herrn angetan habt, da ihr einen König über euch verlangtet.19
18. Und Samuel rief zu dem Herrn, und der Herr sandte an diesem Tage Donner und Regen.20
19. Da geriet das ganze Volk in große Furcht vor dem Herrn und vor Samuel, und das gesamte Volk sprach zu Samuel: Bete für deine Knechte zu dem Herrn, deinem Gott, auf dass wir nicht sterben; denn zu all unsern Sünden haben wir noch das Übel hinzugefügt, einen König über uns zu verlangen.21
20. Samuel aber sprach zu dem Volke: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all dies Böse getan, aber lasset nicht ab dem Herrn zu folgen, sondern dienet dem Herrn von ganzem Herzen,
21. und wendet euch nicht den nichtigen Götzen zu, die euch nichts nützen noch euch erretten werden, weil sie nichtig sind.
22. Dann wird der Herr sein Volk um seines großen Namens willen nicht verlassen; denn der Herr hat geschworen, euch zu seinem Volke zu machen.22
23. Aber von mir sei diese Sünde wider den Herrn fern, dass ich ablassen sollte, für euch zu beten, vielmehr will ich euch den guten und rechten Weg lehren.
24. Fürchtet also den Herrn und dienet ihm in Wahrheit und von ganzem Herzen; denn ihr habt die großen Taten gesehen, die er an euch vollbracht hat.
25. Wenn ihr aber in der Bosheit beharrt, so werdet ihr und euer König allzumal umkommen.23


Fußnote

Kap. 12 (1) Er hat eure Leitung, besonders im Kriege. - (2) Der Richtergewalt beraubt in eurer Mitte, also ist allein meine Sache zu erledigen. - (3) Ihn von Strafe zu befreien. - (4) Ihm genügt eine einfache Bezeugung seiner Unschuld nicht, sondern er fordert einen Eid zur Bekräftigung. - (5) Zeuge des Bundes. - (6) So große Männer. [Hebr 3,2] - (7) Nachdem er seine Unschuld festgestellt, kann er das Volk furchtlos anklagen. - (8) So stellt er sich in Gegensatz zum Volke. - (9) So oft hat Gott geholfen, warum also wart ihr im Kampfe mit den Ammonitern feige, als ob Gott nicht mehr auf diese Weise helfen könnte? - (10) Verkaufte sie, gleichsam wie zahlungsunfähige Schuldner, zu denen er die Heiden als Vollstrecker sendet. - (11) [Rich 4,2] - (12) Ketib und Sept. richtiger: Barak. - (13) Er schildert, wie vollkommen die Rettung war. - (14) In V. 9, 10 wird ihnen vorgeworfen, dass sie den Dienst Gottes vernachlässigt haben, jetzt dass sie kein Vertrauen zu Gottes Treue gehabt, welche sie doch so oft schon erprobt. Der Krieg gegen Naas noch vor der Belagerung von Jabes war also Ursache, dass sie einen König verlangten. - (15) An Stelle eines Richters. - (16) Wie verschieden ist diese Erhörung von der V. 10, 11 erwähnten! Jene floss aus Gottes Güte, diese ist Strafe, die freilich durch Treue gegen Gott gemindert werden konnte. - (17) Sobald also König oder Volk dem Gesetze untreu wird, wird das Königtum zum Schaden gereichen. - (18) Die Zeit vom Mai bis Mitte Juni. (Vergl. [Amos 1,18].) - (19) Durch diese wunderbare Gebetserhörung will Samuel schon jetzt zeigen, dass Gottes Macht größer ist als die des Königs. - (20) Ein ähnliches Wunder [1Sam 7,10]. - (21) Sie fühlten, dass sie Gott beleidigt. Samuel bekräftigt sie in dieser Erkenntnis. - (22) Samuel will sie aus der knechtischen Furcht zur kindlichen führen. Seinem Volke: Gegensatz V. 19 dein Herr. - (23) Als ob Samuel dies voraussieht, dass seine Mahnungen vernachlässigt werden, schließt er mit dieser Drohung. So legte Samuel sein Richteramt nieder. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |

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