Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Sam10

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Liber primus Samuelis. Quem nos Primum Regum dicimus. Caput X.

Das erste Buch Samuels oder der Könige Kap. 10


c. Saul wird durch das Eintreffen dreier Zeichen, welche ihm Samuel voraussagt (V. 7), versichert, dass er von Gott erwählt ist und den Auftrag des Propheten (V. 8) erfüllen muss. (V. 16) B. Sauls öffentliche Einsetzung zum Könige und Bestätigung. (10,17 – 11,15) a. Samuel beruft das Volk nach Maspha und verkündigt ihm, dass der Herr ihm einen König geben werde. (V. 19) Das Los trifft Saul als König, der als solcher von dem Volke begrüßt wird. B. Samuel schreibt das Recht des Königs nieder (V. 25), ein Teil der Israeliten verschmäht Saul als König.

1. Tulit autem Samuel lenticulam olei, et effudit super caput ejus, et deosculatus est eum, et ait: Ecce, unxit te Dominus super hereditatem suam in principem, et liberabis populum suum de manibus inimicorum ejus, qui in circuitu ejus sunt. Et hoc tibi signum, quia unxit te Deus in principem.
2. Cum abieris hodie a me, invenies duos viros juxta sepulcrum Rachel in finibus Benjamin, in meridie, dicentque tibi: Inventæ sunt asinæ, ad quasi eras perquirendas: et intermissis pater tuus asinis, sollicitus est pro vobis, et dicit: Quid faciam de filio meo?
3. Cumque abieris inde, et ultra transieris, et veneris ad quercum Thabor, invenient te ibi tres viri ascendentes ad Deum in Bethel, unus portans tres hœdos, et alius tres tortas panis, et alius portans lagenam vini.
4. Cumque te salutaverint, dabunt tibi duos panes, et accipies de manu eorum.
5. Post hæc venies in collem Dei, ubi est statio Philisthinorum: et cum ingressus fueris ibi urbem, obvium habebis gregem prophetarum descendentium de excelso, et ante eos psalterium et tympanum, et tibiam, et citharam, ipsosque prophetantes.
6. Et insiliet in te Spiritus Domini, et prophetabis cum eis, et multaberis in virum alium.
7. Quando ergo evenerint signa hæc omnia tibi, fac quæcumque invenerit manus tua, quia Dominus tecum est.
8. Et descendes ante me in Galgala (ego quippe descendam ad te), ut offeras oblationem, et immoles victimas pacificas: septem diebus exspectabis, donec veniam ad te, et ostendam tibi quid facias.
9. Itaque cum avertisset humerum suum ut abiret a Samuele, immutavit ei Deus cor aliud, et venerunt omnia signa hæc in die illa.
10. Veneruntque ad prædictum collem, et ecce cuneus prophetarum obvius ei: et insiluit super eum Spiritus Domini, et prophetavit in medio eorum.
11. Videntes autem omnes qui noverant eum heri et nudiustertius, quod esset cum prophetis, et prophetaret dixerunt ad invicem: Quænam res accidit filio Cis? num et Saul inter prophetas?
12. Responditque alius ad alterum, dicens: Et quis pater eorum? Propteres versum est in proverbium: Num est Saul inter prophetas?
13. Cessavit autem prophetare, et venit ad excelsum.
14. Dixitque patruus Saul ad eum, et ad puerum ejus: Quo abistis? Qui responderunt: Quærere asinas: quas cum non reprissemus, venimus ad Samuelem.
15. Et dixit ei patruus suus: Indica mihi quid dixerit tibi Samuel.
16. Et ait Saul ad patruum suum: Indicavit nobis quia invent essent asinæ. De sermone autem regni non indicavit ei quem locutus fuerat ei Samuel.
17. Et convocavit Samuel populum ad Dominum in Maspha:
18. Et ait ad filios Israel: Hæc dicit Dominus Deus Israel: Ergo eduxi Israel de Ægypto, et erui vos de manu Ægyptiorum, et de manu omnium regum qui affligebant vos.

19. Vos autem hodie projecistis Deum vestrum, qui solus salvavit vos de universis malis et tribulationibus vestris: et dixistis: Nequaquam: sed regem constitue super nos. Nunc ergo state coram Domino per tribus vestras, et per familias.
20. Et applicuit Samuel omnes tribus Israel, et cecidit sors tribus Benjamin.
21. Et applicuit tribum Benjamin et cognationes ejus, et cecidit cognatio Metri, et pervenit usque ad Saul filium Cis. Quæsierunt ergo eum, et non est inventus.
22. Et consuluerunt post hæc Dominum utrumnam venturus esset illuc. Responditque Dominus: Ecce absconditus est domi.
23. Cucurrerunt itaque et tulerunt eum inde: stetitque in medio populi, et altior fuit universo populo ab humero et sursum.
24. Et ait Samuel ad omnem populum: Certe videtis quem elegit Dominus, quoniam non sit similis illi in omni populo. Et clamavit omnis populus, et ait: Vivat rex.
25. Locutus est autem Samuel ad populum legem regni, et scripsit in libro, et reposuit coram Domino: et dimisit Samuel omnem populum, singulos in domum suam.
26. Sed et Saul abiit in domum suam in Gabaa: et abiit cum eo pars exercitus, quorum tetigerat Deus corda.
27. Filii vero Belial dixerunt: Num salvare nos poterit iste? Et despexerunt eum, et non attulerunt ei munera: ille vero dissimulabat si audire.


1. Da nahm Saul ein Gefäß mit Öl, goß es über sein Haupt1 aus, küsste ihn und sprach: Siehe, der Herr hat dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt, und du sollst sein Volk aus der Hand seiner Feinde, die es ringsum umgeben, befreien. Und dies2 soll dir ein Zeichen sein, dass der Herr dich zum Fürsten gesalbt hat:3 [Apg 13,21]
2. Wenn du heute von mir weggehst, so wirst du bei dem Grabe Rachels an der Grenze Benjamins, gegen Süden,4 auf zwei Männer treffen, diese werden dir sagen: Die Eselinnen, welche du zu suchen ausgegangen warst, haben sich gefunden; aber dein Vater denkt nicht mehr an die Eselinnen, sondern ist um euch bekümmert und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?
3. Und wenn du von da fort und weiter gehst und zur Eiche Thabor5 kommst, so werden dich daselbst drei Männer treffen, welche zu Gott nach Bethel6 hinaufgehen; der eine führt drei Böckchen mit sich, der andere drei Rundbrote, und der dritte trägt einen Krug Wein.
4. Diese werden dich grüßen und dir zwei Brote geben, und du sollst sie aus ihrer Hand annehmen.7
5. Darnach wirst du zu dem Hügel Gottes8 kommen, wo eine Besatzung der Philister ist; und wenn du dort in die Stadt trittst, wird dir eine Schar Propheten9 begegnen, die von der Höhe herabkommen, mit Harfen und Pauken und Flöten und Zithern, und sie selbst werden weissagen.
6. Da wird der Geist des Herrn über dich kommen, und du wirst mit ihnen weissagen und in einen andern Menschen verwandelt werden.
7. Wenn dir nun alle diese Zeichen eingetroffen sind, so tue, was dir unter die Hand kommt, denn der Herr ist mit dir.10
8. Und gehe mir voraus nach Galgala hinab (denn ich werde zu dir hinabkommen), um ein Opfer darzubringen und Friedopfer zu schlachten; sieben Tage warte, bis ich zu dir komme und dir anzeige, was du tun sollst. [1Sam 13,8]
9. Als er nun den Rücken wandte, um von Samuel wegzugehen, gab ihm der Herr ein anderes Herz, und alle diese Zeichen trafen an demselben Tage ein.
10. Und als sie an den vorbenannten Hügel kamen, siehe, da ging ihm eine Schar von Propheten entgegen; und der Geist des Herrn kam über ihn, dass er in ihrer Mitte weissagte.11
11. Als nun alle, welche ihn von gestern und von früher her kannten, sahen, dass er bei den Propheten war und weissagte, sagten sie zueinander: Was ist dem Sohne Kis begegnet? Ist wohl auch Saul unter den Propheten?
12. Und einer antwortete dem andern und sprach: Und wer ist ihr Vater?12 Darum ist es zum Sprichwort geworden: Ist wohl auch Saul unter den Propheten?13 [1Sam 19,24]
13. Als er aufhörte zu weissagen, kam er auf die Höhe.
14. Da sprach der Oheim14 Sauls zu ihm und seinem Diener: Wohin seid ihr gegangen? Sie antworteten: Die Eselinnen zu suchen, und da wir sie nicht fanden, kamen wir zu Samuel.
15. Sein Oheim sagte zu ihm: Teile mir mit, was dir Samuel gesagt hat.
16. Saul sprach zu seinem Oheim: Er hat uns kundgetan, dass die Eselinnen gefunden seien. Von der Verheißung der Königswürde aber, die Samuel ihm gegeben, sagte er ihm nichts.
17. Da berief Samuel das Volk zum Herrn nach Maspha15
18. und sprach zu den Söhnen Israels: Also spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten geführt16 und aus der Hand aller Könige, die euch bedrängten, errettet.17
19. Ihr aber habt heute euern Gott verworfen, der allein euch aus allen euren Leiden und Drangsalen errettet hat, und habt gesagt: Mit nichten! Sondern setze einen König über uns! Nun denn, so stellet euch nun vor den Herrn18 nach euren Stämmen und nach den Familien. [1Sam 8,19]
20. Hierauf brachte Samuel alle Stämme Israels herzu, da fiel das Los auf den Stamm Benjamin.19
21. Damit brachte er den Stamm Benjamin und seine Geschlechter herzu, und es fiel auf das Geschlecht Metris und kam20 bis auf Saul, den Sohn Kis. Als man ihn nun suchte, ward er nicht gefunden.
22. Da fragten sie hierauf den Herrn,21 ob er denn noch dahinkommen werde?22 Der Herr antwortete: Sehet, er ist zu Hause verborgen.
23. Sie liefen also hin und holten ihn von dort; und als er unter das Volk trat, war er von der Schulter an aufwärts höher als alles Volk.
24. Und Samuel sprach zu dem ganzen Volke: Wahrlich, da seht ihr, dass dem den der Herr erwählt hat, keiner gleich ist im ganzen Volke.23 Da rief das ganze Volk und sprach: Es lebe der König!24
25. Samuel aber verkündete dem Volke das Gesetz über das Königtum,25 und schrieb es in ein Buch, und legte es vor dem Herrn26 nieder; dann entließ Samuel das ganze Volk, einen jeden in sein Haus.
26. Auch Saul ging in sein Haus nach Gabaa; und ein Teil des Heeres zog mit ihm, deren Herzen Gott gerührt hatte.
27. Der Belialssöhne aber sprachen: Soll dieser uns etwa Heil bringen können? Und sie verachteten ihn und brachten ihm keine Geschenke;27 er aber tat, als hörte er es nicht.


Fußnote

Kap. 10 (1) Die Salbung mit Öl versinnbildlicht die Begabung mit dem Geiste Gottes [3Mos 8,12]. Bis dahin war im Volke Gottes keine andere Salbung als die der Priester und des Heiligtums vorgekommen. [2Mos 30,23ff, 3Mos 8,10ff] Wenn also Saul durch Salbung zum Könige geweiht wird, so wird dadurch das Königtum neben dem Priestertum als göttliche Ordnung eingesetzt, durch welche der Herr seinem Volke gleichfalls Gaben seines Geistes zufließen lassen will zum Ausbau seines Reiches. Auch bei den benachbarten Völkern war es wohl Sitte, die Könige zu salben. [Rich 9,8] Die Könige von Juda wurden gesalbt [2Koe 11,12, 2Koe 23,30], auch Absalon [2Sam 19,10]. Von den Königen in Israel wird einzig Jehu als von einem Propheten gesalbt erwähnt. [1Koe 19,16] Das Öl wurde der Stiftshütte entnommen. [1Koe 1,39] - (2) Der Satz: Und du sollst usw. ist so aus der Itala übernommen. Damit Saul wusste, dass seine Salbung nicht einen Menschen, sondern Gott zum Urheber hatte, fügte der Prophet Zeichen bei: das Begegnen mit zwei Männern zur Mittagszeit, das Zusammentreffen mit den drei Männern mit Opfergaben, das Entgegenkommen der Propheten. - (3) Die Worte fehlen im Hebr., doch vielleicht durch Schuld des Abschreibers. - (4) Hebr.: In Zelzach. - (5) Die Terebinthe Thabor wird sonst nicht erwähnt. - (6) In Bethel, wo Gott den Abraham und Jakob erschienen, war wohl eine dem Herrn geweihte Opferstätte. - (7) Die erste Huldigung durch einen Teil des Gott zustehenden Opfers, wie er die Salbung mit den Priestern gemein hat. Es ist dieser Vorgang die deutlichste Bestätigung für Saul, dass Gott ihn erwählt. - (8) Gabaa. An dem Orte, wo die Philister, die Bedränger Israels, militärische Posten aufgestellt haben, soll der Geist Gottes über ihn kommen und ihn mit der zu seinem Amte erforderten Gotteskraft ausrüsten. [1Koe 3] - (9) Diese Propheten sind Männer, welche sich der Betrachtung des Gesetzes, regelmäßiger Andachtsübungen, mancherlei Abtötungen befleißigten und ihren Eifer für die Ehre Gottes durch heilige Lieder u. dgl. An den Tag legten. Dass Gott sie aller höheren Eingebungen würdigte, war nicht notwendig, ebenso wenig, dass sie eine bestimmte Sendung an das Volk erhielten. Vergl. [4Mos 11,25]. Diese Einrichtung war als bleibend von Gott verheißen. [5Mos 18,9ff] Zur Zeit Helis war die Prophetengabe selten. [1Sam 3,1] Samuel war Stifter von Schulen geworden, von denen die eine bei Gabaa, die andere bei Rama war. [1Sam 19,20] - (10) Mit besonderem Beistande. Warum und wann etwa Saul nach Galgala gehen soll, wird ihm bekannt gewesen sein. Galgala wird zweimal genannt: In Galgala legt Samuel sein Richteramt nieder und erneuert das Königtum [1Sam 11,12ff], worauf Saul den Kampf gegen die Philister beginnt. [1Sam 13,1] Als nach dem siegreichen Kampfe Jonathas die Philister bis Machmas vorrücken, beruft Saul das Volk nach Galgala zum Kampfe und bringt, da Samuel verzieht, Opfer dar. [1Sam 13,13ff] Auf dies zweite Ereignis weist die Bemerkung [1Sam 13,8] hin. Die Zeitbestimmung wird durch V. 7 als von der höchsten Bedeutung hingestellt: Alsdann soll er vom Propheten die volle Regierungsgewalt erhalten. Die Zwischenzeit ist eine Zeit der Probe, in der es sich entscheiden soll, ob in seiner Familie die Königswürde bleiben wird. [1Sam 13,13] - (11) Die Benjamiten waren auf Kis und Saul neidisch, da deren Familie unter den letzten des Stammes war. Diese wird nun durch Sauls Prophetengabe hoch geehrt. - (12) Haben denn jene den prophetischen Geist kraft eines Geburtsprivilegs? - (13) Zwei Zeichen sind in ihrer Erfüllung ausgefallen. Das dritte ist erzählt wegen des Sprichwortes, das ein bleibendes Denkmal der Erfüllung war und weil Gott seine Freiheit in der Wahl besonders zeigen wollte. Vergl. [Apg 9,21]. - (14) Ein Verwandter. Vielleicht kollektiv: Ein Verwandter nach dem anderen. - (15) Wo Gott vor kurzem gezeigt, dass er das Volk auch ohne einen König zu retten vermag. - (16) So oft Gott sein Ansehen betont und seine Gebote einschärft, beginnt er mit diesen Worten. Ebenso, so oft er sich über die Untreue des Volkes beklagt. - (17) Gott zählt dem Volke das einen König verlangt, die besiegten Könige auf. - (18) Vor dem Altar, der [1Sam 7,9] erwähnt ist, bei dessen Opfer sich Gott als König und Helfer gegen die Philister gezeigt hatte. - (19) Lose werden nicht selten geworfen. So über den Wüstenbock [3Mos 16,8], das heilige Land wird nach dem Lose geteilt. [4Mos 26,55], Achan entdeckt [Jos 7,14], Jonathan als Schuldiger gefunden [1Sam 14,38], der Dienst im Tempel verteilt. [1Chr 24,7]; die Wohnstätten nach dem Exil [Neh 11,1]. Matthias wird durch das Los als Apostel gewählt [Apg 1,26]. - (20) Durch die Vaterhäuser. - (21) Durch Urim und Thummim. - (22) Vielleicht besser: Ist er gekommen? - (23) Körperliche Größe und Schönheit galt als besondere Anlage zum Herrschen. An dem Könige, der nur aus Furcht vor dem Feinde, nur aus menschlichen Beweggründen erbeten ist, werden nur die Gaben des Kriegers gelobt, und diese genügen dem törichten Volke. - (24) Da der Ausfall des Loses als göttliche Entscheidung galt, sollte Saul durch die Losung vor dem gesamten Volke als der von Gott gesetzte König legitimiert und selbst in der Gewissheit seiner göttlichen Erwählung bestärkt werden. - (25) Das Recht, welches die Stellung des irdischen Königtums in dem Gottesstaate regelte, die Pflichten des Königs gegen Gott und das Volk bestimmte. Nur ein Prophet wie Samuel konnte dasselbe feststellen. - (26) In der Stiftshütte, wo auch das Gesetz Moses, das Grundgesetz des israelitischen Gottesstaates, niedergelegt war. - (27) So brachten die Moabiter dem Eglon [Rich 3,15], David dem Saul Geschenke dar. [1Sam 16,20] Wer solche verweigerte, verriet feindselige Gesinnung gegen den König. Saul bewährte hier große Selbstbeherrschung, wie er V. 16 und 22 Demut gezeigt, indem er sich suchen ließ. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |

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