Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Dan01: Unterschied zwischen den Versionen

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8. Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht durch des Königs Kost noch durch den Wein, den dieser trank, zu verunreinigen und bat den Oberkämmerer, zu machen, dass sie nicht befleckt würden.<sup>13</sup> <br/>
8. Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht durch des Königs Kost noch durch den Wein, den dieser trank, zu verunreinigen und bat den Oberkämmerer, zu machen, dass sie nicht befleckt würden.<sup>13</sup> <br/>
9. Gott aber ließ Daniel Gnade und Erbarmen vor dem Angesichte des Oberkämmerers finden.<sup>14</sup> <br/>
9. Gott aber ließ Daniel Gnade und Erbarmen vor dem Angesichte des Oberkämmerers finden.<sup>14</sup> <br/>
10. Und der Oberkämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem Könige, der euch Speise und Trank angewiesen hat; denn<sup>15</sup> wenn dieser sieht, dass euer Gesicht magerer ist als das der anderen Jünglinge eures Alters, so werdet ihr mein Haupt bei dem Könige in Schuld bringen. <br/>
10. Und der Oberkämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem Könige, der euch Speise und Trank angewiesen hat; denn<sup>15</sup> wenn dieser sieht, dass euer Gesicht magerer ist als das der andern Jünglinge eures Alters, so werdet ihr mein Haupt bei dem Könige in Schuld bringen. <br/>
11. Da sprach Daniel zu Malasar,<sup>16</sup> den der Oberkämmerer über Daniel, Ananias, Misael und Azarias gesetzt hatte: <br/>
11. Da sprach Daniel zu Malasar,<sup>16</sup> den der Oberkämmerer über Daniel, Ananias, Misael und Azarias gesetzt hatte: <br/>
12. Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage, dass man uns nur Gemüse zu essen gebe und Wasser zu trinken.<sup>17</sup> <br/>
12. Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage, dass man uns nur Gemüse zu essen gebe und Wasser zu trinken.<sup>17</sup> <br/>

Aktuelle Version vom 20. März 2023, 05:38 Uhr

Prophetia Daniel. Caput I.

Prophezeiung des Daniel Kap. 1



Einleitung: Daniel wird am Königshofe erzogen.

1. ANNO tertio regni Joakim regis Juda, venit Nabuchodonosor rex Babylonis in Jerusalem, et obsedit eam:

2. Et tradidit Dominus in manu ejus Joakim regem Juda, et partem vasorum domus Dei: et asportavit ea in terram Sennaar in domum dei sui, et vasa intulit in domum thesauri dei sui.
3. Et ait rex Asphenez præposito eunuchorum ut introduceret de filiis Israel, et de semine regio et tyrannorum,

4. Pueros, in quibus nulla esset macula, decoros forma, et eruditos omni sapientia, cautos scientia, et doctos disciplina, et qui possent stare in palatio regis, ut doceret eos litteras, et linguam Chaldæorum.

5. Et constituit eis rex annonam per singulos dies de cibis suis, et de vino unde bibebat ipse, ut enutriti tribus annis, postea starent in conspectu regis.


6. Fuerunt ergo inter eos de filiis Juda, Daniel, Ananias, Misael, et Azarias.
7. Et imposuit eis præpositus eunuchorum, nomina: Danieli, Baltassar: Ananiæ, Sidrach: Misaeli, Misach: et Azariæ, Abdenago.
8. Proposuit autem Daniel in corde suo ne pollueretur de mensa regis, neque de vino potus ejus: et rogavit eunuchorum præpositum ne contaminaretur.

9. Dedit autem Deus Danieli gratiam et misericordiam in conspectu principis eunuchorum.
10. Et ait princeps eunuchorum ad Danielem: Timeo ego dominum meum regem, qui constituit vobis cibum et potum: qui si viderit vultus vestros macilentiores præ ceteris adolescentibus coævis vestris, condemnabitis caput meum regi.

11. Et dixit Daniel ad Malasar, quem constituerat princeps eunuchorum super Danielem, Ananiam, Misaelem, et Azariam:
12. Tenta nos obsecro servos tuos diebus decem, et dentur nobis legumina ad vescendum, et aqua ad bibendum:
13. Et contemplare vultus nostros, et vultus puerorum, qui vescuntur cibo regio: et sicut videris, facies cum servis tuis.

14. Qui, audito sermone hujuscemodi, tentavit eos diebus decem.
15. Post dies autem decem apparuerunt vultus eorum meliores, et corpulentiores præ omnibus pueris, qui vescebantur cibo regio.
16. Porro Malasar tollebat cibaria, et vinum potus eorum: dabatque eis legumina.
17. Pueris autem his dedit Deus scientiam, et disciplinam in omni libro, et sapientia: Danieli autem intelligentiam omnium visionum et somniorum.
18. Completis itaque diebus, post quos dixerat rex ut introducerentur: introduxit eos præpositus eunuchorum in conspectu Nabuchodonosor.
19. Cumque eis locutus fuisset rex, non sunt inventi tales de universis, ut Daniel, Ananias, Misael, et Azarias: et steterunt in conspectu regis.
20. Et omne verbum sapientiæ et intellectus, quod sciscitatus est ab eis rex, invenit in eis decuplum super cunctos ariolos et magos qui erant in universo regno ejus.
21. Fuit autem Daniel usque ad annum primum Cyri regis.



1. Im dritten Jahre der Herrschaft Joakims, des Königs von Juda, zog Nabuchodonosor, der König von Babylon, gegen Jerusalem und belagerte es.1
2. Und der Herr gab Joakim, den König von Juda, und einen Teil der Gefäße des Hauses Gottes in seine Hand2 und er führte sie in das Land Sennaar3 hinweg, in das Haus seines Gottes, und brachte die Gefäße in das Schatzhaus seines Gottes.4
3. Hierauf befahl der König Asphenez, dem obersten der Kämmerer, von den Söhnen Israels, vom königlichen und fürstlichen Geblüte,5
4. Jünglinge herbeibringen zu lassen,6 welche ohne Fehl, schön von Gestalt, in aller Weisheit unterrichtet, klugen Verstandes, voll Einsicht und geschickt seien, im Palaste des Königs Dienst zu tun, und sie in Schrift und Sprache7 der Chaldäer8 unterrichten zu lassen.9
5. Auch bestimmte der König ihnen einen täglichen Unterhalt von seinen eigenen Speisen und von dem Weine, von dem er selbst trank, und befahl, sie drei Jahre zu erziehen, dass sie nach Verlauf derselben vor dem Könige Dienst täten.10
6. Unter ihnen waren von den Söhnen Judas: Daniel, Ananias, Misael und Azarias.
7. Der oberste der Kämmerer aber gab ihnen andere Namen:11 Daniel nannte er Baltassar, Ananias Sidrach, Misael Misach und Azarias Abdenago.12
8. Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht durch des Königs Kost noch durch den Wein, den dieser trank, zu verunreinigen und bat den Oberkämmerer, zu machen, dass sie nicht befleckt würden.13
9. Gott aber ließ Daniel Gnade und Erbarmen vor dem Angesichte des Oberkämmerers finden.14
10. Und der Oberkämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem Könige, der euch Speise und Trank angewiesen hat; denn15 wenn dieser sieht, dass euer Gesicht magerer ist als das der andern Jünglinge eures Alters, so werdet ihr mein Haupt bei dem Könige in Schuld bringen.
11. Da sprach Daniel zu Malasar,16 den der Oberkämmerer über Daniel, Ananias, Misael und Azarias gesetzt hatte:
12. Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage, dass man uns nur Gemüse zu essen gebe und Wasser zu trinken.17
13. Alsdann prüfe unser Aussehen und das Aussehen der Jünglinge, welche von den Speisen des Königs genießen; und wie es dir gut dünkt, magst du dann mit deinen Knechten verfahren.
14. Er hörte auf diese Worte und versuchte es mit ihnen zehn Tage.
15. Nach Verlauf von zehn Tagen aber erschien ihr Aussehen besser und voller als das aller der Jünglinge, welche von den königlichen Speisen zu genießen pflegten.
16. Da nahm Malasar die für sie bestimmte Speise und den Trank und gab ihnen Gemüse.
17. Gott aber verlieh diesen Jünglingen Kenntnis und Einsicht in aller Schrift und Weisheit,18 dem Daniel aber die Gabe, alle Gesichte und Träume zu verstehen.19
18. Als nun die Zeit um war, nach deren Ablauf sie auf des Königs Befehl vor diesen gebracht werden sollten, führte sie der Oberkämmerer vor Nabuchodonosor.
19. Und da der König mit ihnen redete,20 fanden sich unter allen keine wie Daniel, Ananias, Misael und Azarias; so wurden sie denn des Königs Diener.
20. Und in allen Fragen der Weisheit und Einsicht,21 welche der König ihnen vorlegte, fand er sie allen Wahrsagern und Weisen, die in seinem ganzen Reiche waren, zehnmal überlegen.22
21. Daniel aber lebte dort bis zum ersten Jahre des Königs Cyrus.23 [Dan 6,28]


Fußnote

Kap. 1 (1) Im vierten Jahre des Eliakim, des Sohnes des Königs Josias, den der König Nechao von Ägypten unter dem Namen Joakim auf den Thron gesetzt, zog Nabuchodonosor an den Euphrat und besiegte bei Charkamis das ägyptische Heer. Hierauf zog er gegen Jerusalem und zwang Joakim zur Unterwerfung. Schon war er von da weiter gezogen, um in Ägypten einzufallen, als er die Nachricht erhielt, sein Vater Nabopolassar sei gestorben. Er übergab also die gefangenen Juden, Phönizier, Syrier und Ägypter seinen Freunden, dieselben nach Babylon zu führen. Doch wenn nach [Jer 46,2] die Schlacht bei Charkamis in das vierte Jahr Joakims fällt, bezeichnet Daniel, der in Babylon wohnte, wohl das dritte als dasjenige, in dem Nabuchodonosor von Babylon zu jener Expedition aufbrach, in deren Verlauf er auch Jerusalem belagerte. Demgemäß bezieht sich die Zeitbestimmung nur auf das erste Verbum: zog. Über diesen Zug vergl. [2Koe 24,1.2; 2Chr 36,6; Jer 35,1-11]. Nabuchodonosor heißt hier König von Babylon, entweder weil er schon, wie viele annehmen, im Jahre 607 von seinem Vater als Mitregent angenommen war, oder weil er hier mit dem ihm später zugefallenen Titel in der Erzählung bezeichnet wird. - (2) Gott demütigte ihn. Vergl. [2Koe 24,1] und [2Chr 31,6]. Doch ehe er bis nach Babylon kam, gelang es ihm, den Zorn des Königs zu besänftigen und die Erlaubnis zur Rückkehr zu erlangen. - (3) Babylon. Siehe [1Mos 10,10]. - (4) So hat also Gott wegen der Sünden der Juden sein Heiligtum verworfen, wie er durch Jeremias angedroht. [Jer 26,6] Der Gott ist wohl Merodach, der Schutzgott von Babylon. - (5) Drei verschieden Klassen: Söhne Israels, Jünglinge von königlichem und von fürstlichem Geblüte. Die israelitischen Jünglinge sind also mit den Söhnen der Nebenweiber es Königs oder anderer von Nabuchodonosor besiegten Könige und den Söhnen von Fürsten an den Hof berufen. - (6) Dass vornehme fremdländische Jünglinge am Hofe des Königs erzogen und mit verschiedenen Ämtern betraut wurden, bezeugen auch die Denkmäler Sennacheribs. - (7) Damit sie den Weisen Chaldäas beigezählt werden konnten, mussten sie Schrift und Sprache der Chaldäer lernen, d.i. die Keilschrift und die alte akkadische (sumerische) Sprache. - (8) Nicht die gewöhnlich so benannte Sprache, die Daniel auch in einigen Teilen seines Buches gebraucht und die besser aramäische heißt, sondern die Sprache des alten Volkes, das bereits vor den Semiten jenes Land bewohnte, und von dem diese auch die Keilschrift entlehnt. - (9) So ward erfüllt, was [Jes 39,7] vorausgesagt. - (10) Nach Xenophon begannen die Jünglinge bei dem Perserkönige ihre Dienstleistung im siebzehnten Lebensjahre. - (11) Namensänderungen nahmen siegreiche Könige und Herren zum Zeichen ihrer Herrschaft vor. So änderte Nechao Eliakims Namen in Joakim, nannte Nabuchodonosor den Matthanias, als er ihn zum Könige einsetzte, Sedekias. [2Koe 23,34; 2Koe 24,17] Am Hofe des Königs von Babylon sollten zudem nur einheimische gehört werden und die babylonischen Namen die Jünglinge erinnern, dass sie nun auch babylonische Sitten und Gewohnheit an anzunehmen hatten. - (12) Baltassar: Belit-sar-usur, Belit (Bel), schütze den König. Abdenago: Wohl fehlerhafte Wiedergabe der Schreiber statt Abdenebo, Knecht des Nebo. Nebo oder Nabu war eine der vorzüglichsten Gottheiten von Babylon. Die beide anderen Namen sind wohl gleichfalls verunstaltet. - (13) D.i. dass ihnen Erlaubnis gegeben werde, die durch das Gesetz verbotene Befleckung zu meiden. Teils waren bestimmte Speisen untersagt, teils konnten die Gefäße eine Verunreinigung herbeiführen, vergl. [Gal 2,12], teils endlich war zu befürchten, dass ihnen Opferfleisch vorgesetzt ward. Auch wenn aber ein Jude nur solche Speisen aß, welche ihm nach Vorschrift des Gesetzes gestattet waren, konnte schon allein der Umstand, dass er mit den Heiden aß, bei seinen Glaubensgenossen den Verdacht erwecken, dass er die Speiseverbote nicht achte, und so Ärgernis erregen. (Vergl. das Verhalten Tobias und Judiths.) - (14) Wie einst Joseph. (Theod.) - (15) Hebr.: fragend: Warum soll er nun euer Gesicht abgefallen finden gegen die Knaben eine Alters? - (16) Wächter, Unterbeamter, der wohl die Speisen zu überbringen hatte. - (17) Wein zu trinken war durch das Gesetz nicht verboten. Zu der Beobachtung des Gesetzes wollen sie geheiligte Enthaltsamkeit hinzufügen. Sie wählen einen zur Probe ausreichenden, doch nicht zu langen Zeitraum, dessen Gewährung sie leicht erwarten durften. - (18) In allen Schriften und Büchern, in denen die Weisheit der Chaldäer enthalten war. - (19) Diese Kunst stand bei den Chaldäern in ganz besonders hohem Ansehen. Die Erwähnung dieses Umstandes bereitet auf die folgende Erzählung vor. Gesichte sind dem Geiste dargestellte Symbole. Träume werden auch von Gott gesendet, wie [1Mos 40,5; 1Mos 41,1ff; 4Mos 12,6; Joe 2,28] zeigen. - (20) Durch Fragen ihrer Geistesgaben und Ausbildung erforschte. - (21) Der Weisheit und ihrer praktischen Anwendung. - (22) So wird Gott durch seine treuen Diener bekannt und am Königshofe verherrlicht. - (23) Als Ratgeber bei Nabuchodonosor und seinen Nachfolgern. Es wird also nicht gesagt, er sei im ersten Jahre des Cyrus gestorben. (Vergl. auch [Dan 6,29] aram.: Und es ging Daniel gut im Reiche des Darius und im Reiche des Persers Cyrus.)

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