Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jer26

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Prophetia Jeremiæ. Caput XXVI.

Die Prophezeiung des Jeremias Kap. 26


6. Sechste Rede. (Kap. 26) A. Jeremias wird des Todes schuldig erklärt. (V. 11) B. Jeremias Verteidigung. C. Die Tötung des Propheten Urias.

1. In principio regni Joakim filii Josiæ regis Juda, factum est verbum istud a Domino, dicens:
2. Hæc dicit Dominus: Sta in atrio domus Domini, et loqueris ad omnes civitates Juda, de quibus veniunt ut adorent in domo Domini universos sermones, quos ego mandavi tibi ut loquaris ad eos: noli subtrahere verbum.

3. Si forte audiant et convertantur unusquisque a via sua mala: et pœniteat me mali quod cogito facere eis propter malitiam studiorum eorum.

4. Et dices ad eos: Hæc dicit Dominus: Si non audieritis me ut ambuletis in lege mea, quam dedi vobis

5. Ut audiatis sermones servorum meorum prophetarum, quos ego misi ad vos de nocte consurgens, et dirigens, et non audistis:
6. Dabo domum istam sicut Silo, et urbem hanc dabo in maledictionem cunctis gentibus terræ.

7. Et audierunt sacerdotes, et prophetæ, et omnis populus Jeremiam loquentem verba hæc in domo Domini.
8. Cumque complesset Jeremias loquens omnia, quæ præceperat ei Dominus ut loqueretur ad universum populum, apprehenderunt eum sacerdotes, et prophetæ, et omnis populus, dicens: Morte moriatur.
9. Quare prophetavit in nomine Domini, dicens: Sicut Silo erit domus hæc: et urbs ista desolabitur, eo quod non sit habitator? Et congregatus est omnis populus adversus Jeremiam in domo Domini.
10. Et audierunt principes Juda verba hæc: et ascenderunt de domo regis in domum Domini, et sederunt in introitu portæ domus Domini novæ.

11. Et locuti sunt sacerdotes et prophetæ ad principes, et ad omnem populum, dicentes: Judicium mortis est viro huic: quia prophetavit adversus civitatem istam, sicut audistis auribus vestris.
12. Et ait Jeremias ad omnes principes, et ad universum populum, dicens: Dominus misit me ut prophetarem ad domum istam, et ad civitatem hanc omnia verba quæ audistis.
13. Nunc ergo bonas facite vias vestras, et studia vestra, et audite vocem Domini Dei vestri: et pœnitebit Dominum mali, quod locutus est adversum vos.
14. Ego autem ecce in manibus vestris sum: facite mihi quod bonum et rectum est in oculis vestris:
15. Verumtamen scitote et cognoscite quod si occideritis me, sanguinem innocentem tradetis contra vosmetipsos, et contra civitatem istam, et habitatores ejus: in veritate enim misit me Dominus ad vos, ut loquerer in auribus vestris omnia verba hæc.
16. Et dixerunt principes, et omnis populus ad sacerdotes et ad prophetas: Non est viro huic judicium mortis: quia in nomine Domini Dei nostri locutus est ad nos.
17. Surrexerunt ergo viri de senioribus terræ: et dixerunt ad omnem cœtum populi, loquentes:
18. Michæas de Morasthi fuit propheta in diebus Ezechiæ regis Juda, et ait ad omnem populum Juda, dicens: Hæc dicit Dominus exercituum: Sion quasi ager arabitur: et Jerusalem in acervum lapidum erit: et mons domus in excelsa silvarum.

19. Numquid morte condemnavit eum Ezechias rex Juda, et omnis Juda? Numquid non timuerunt Dominum, et deprecati sunt faciem Domini: et pœnituit Dominum mali, quod locutus fuerat adversum eos? Itaque nos facimus malum grande contra animas nostras.

20. Fuit quoque vir prophetans in nomine Domini, Urias filius Semei de Cariathiarim: et prophetavit adversus civitatem istam, et adversus terram hanc juxta omnia verba Jeremiæ.


21. Et audivit rex Joakim, et omnes potentes, et principes ejus verba hæc: et quæsivit rex interficere eum. Et audivit Urias, et timuit, fugitque et ingressus est Ægyptum.
22. Et misit rex Joakim viros in Ægyptum, Elnathan filium Achobor, et viros cum eo in Ægyptum.
23. Et eduxerunt Uriam de Ægypto: et adduxerunt eum ad regem Joakim, et percussit eum gladio: et projecit cadaver ejus in sepulcris vulgi ignobilis.

24. Igitur manus Ahicam filii Saphan fuit cum Jeremia, ut non traderetur in manus populi, et interficerent eum.



1. Im Anfange der Herrschaft Joakims,1 des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging dies Wort vom Herrn, also lautend:
2. So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof des Hauses des Herrn und sprich zu allen Städten Judas, aus denen man kommt, um im Hause des Herrn anzubeten,2 alle Worte, die ich dir befohlen habe, zu ihnen zu reden. Nimm kein Wort davon hinweg!3
3. Vielleicht hören sie und bekehren sich ein jeder von seinem bösen Wege, dass ich mich des Übels gereuen lasse, welches ich ihnen ihrer bösen Taten willen zuzufügen gedenke.4
4. Sprich zu ihnen also: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mich hört, dass ihr in meinem Gesetze wandelt, welches ich euch gegeben habe,
5. dass ihr auf die Worte meiner Diener, der Propheten, hört, welche ich zu euch sende, vom frühen Morgen an aussendend, ohne dass ihr hörtet:
6. so werde ich dieses Haus wie Silo machen und diese Stadt dem Fluche preisgeben bei allen Völkern der Erde.5 [1Sam 4,2.10; Jer 7,12]
7. Die Priester und Propheten und das ganze Volk hörten Jeremias diese Worte reden im Hause des Herrn.
8. Als nun Jeremias alles ausgeredet, was ihm der Herr dem ganzen Volke zu sagen befohlen,6 ergriffen ihn die Priester7 und die Propheten8 und das ganze Volk und sprachen: Er soll des Todes sterben!9

9. Warum hat er im Namen des Herrn geweissagt und gesprochen: Wie Silo wird dieses Haus werden und diese Stadt verwüstet werden, dass niemand darin wohnt?10 Und das ganze Volk versammelte sich gegen Jeremias im Hause des Herrn.
10. Als aber die Fürsten Judas von diesen Ereignissen hörten, kamen sie hinauf aus dem Hause des Königs in das Haus des Herrn und setzten sich an dem Eingange des neuen Tores11 am Hause des Herrn nieder.
11. Und die Priester und die Propheten sprachen zu den Fürsten und zum ganzen Volke also: Dieser Mann ist des Todes schuldig, denn er hat wider diese Stadt geweissagt,12 so wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt.
12. Da sprach Jeremias zu allen Fürsten und zu dem ganzen Volke13 also: Der Herr hat mich gesandt, um wider dieses Haus und wider diese Stadt alle die Worte, die ihr gehört habt, zu weissagen.14
13. So bessert denn nun euern Wandel und eure Taten und höret auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, so wird er sich des Übels, das er wider euch ausgesprochen hat, gereuen lassen. [Jer 7,3]
14. Ich aber, sehet, bin in eurer Gewalt, tuet mir, wie es in euern Augen gut und recht ist.15
15. Nur sollt ihr wissen und bedenken, dass, wenn ihr mich tötet, ihr unschuldig Blut auf euch und auf diese Stadt und ihre Bewohner bringet; denn der Herr hat mich in Wahrheit zu euch gesandt, alle diese Worte vor euern Ohren zu verkünden.16

16. Da sprachen die Fürsten und alles Volk zu den Priestern und zu den Propheten: Dieser Mann ist nicht des Todes schuldig, denn im Namen des Herrn, unseres Gottes, hat er zu uns geredet.
17. Alsdann traten einige Männer von den Ältesten17 des Landes auf und sprachen zu allem versammelten Volk und sagten:
18. Michäas von Morasthi trat als Prophet in den Tagen des Ezechias,18 des Königs von Juda, auf, und redete zu allem Volke Juda also: So spricht der Herr der Heerscharen: Sion wird wie ein Feld gepflügt und Jerusalem zum Trümmerhaufen werden und der Tempelberg eine bewaldete Höhe. [Mic 3,12]
19. Hat ihn etwa Ezechias, der König von Juda, und ganz Juda zum Tode verurteilt? Haben sie19 nicht vielmehr den Herrn gefürchtet und zu seinem Angesichte gefleht? Und hat nicht den Herrn des Übels gereut, dass er ihnen angedroht hatte? So bringen wir also20 großes Unheil über unsere Seelen.
20. Nun übte damals auch ein Mann, Urias, der Sohn Semeis von Kariathiarim,21 das Prophetenamt im Namen des Herrn und weissagte wider diese Stadt und wider dieses Land, ganz in Übereinstimmung mit dem, was Jeremias gesprochen.
21. Als aber der König Joakim und alle seine Machthaber und Fürsten diese seine Worte hörten, suchte der König ihn zu töten. Das erfuhr Urias und fürchtete sich und entfloh und kam nach Ägypten.22
22. Doch der König Joakim sandte Leute nach Ägypten, Elnathan,23 den Sohn Achobors,24 und andere mit ihm nach Ägypten.
23. Diese führten Urias aus Ägypten fort und brachten ihn zum Könige Joakim, der ihn mit dem Schwerte erschlug und seinen Leichnam auf die Grabstätten des gemeinen Volkes werfen ließ.25
24. Jedoch26 Ahikams, des Sohnes Saphans Hand27 war mit Jeremias, dass er nicht in die Hände des Volkes überliefert ward, um ihn zu töten.28


Fußnote

Kap. 26 (1) Die Zeitumstände mussten selbst zu den Herzen der Bewohner von Juda sprechen. Nechao, der König von Ägypten, hatte den König Joachaz, der vor dem Herrn Böses getan, in Ketten nah Ägypten weggeführt und dem Volke eine Brandschätzung auferlegt. [2Koe 23,32ff] Sollte nicht Juda nun alles tun, weitere Strafe von sich abzuwenden? - (2) Also an einem der großen Jahresfeste. Die vorstehende Stelle zeigt, dass man den äußeren Kult nicht vernachlässigte. Der Vorhof ist der äußere Vorhof des Volkes, wie [Jer 19,14]. Dort soll Jeremias als Gesandter des Herrn zu dem Volke reden. - (3) Aus Furcht vor Verfolgungen. - (4) Auch jetzt noch ist Gott bereit zu vergeben. Vielleicht deutet nicht eine Ungewissheit der göttlichen Erkenntnis, sondern die Freiheit des menschlichen Willens an, dem Gottes Voraussehen keine Notwendigkeit auferlegt. - (5) Tempel und Stadt zerstören. - (6) Jeremias hat, wie diese Worte andeuten, also mehr gesagt als V. 4-6 enthalten. - (7) Sie, die das Gesetz lehren und als die ersten beobachten und heilig vor dem Herrn sein sollten, stehen an der Spitze der Feinde des Propheten. - (8) Die falschen Propheten. - (9) Hebr.: Du musst sterben. Weshalb hast du im Namen Jahves geweissagt? - (10) Sie achten nicht darauf, dass der Untergang ihnen nur unter der Voraussetzung angedroht ist, dass sie in ihren Sünden beharren. Die wahnsinnige Vorstellung von der Erhabenheit ihres Volkes sieht bereits in einer bedingten Androhung der Strafe einen Frevel. - (11) Nach [Jer 36,10] war dies am inneren Vorhofe. Joatham hatte es geschaffen. [2Koe 15,35] - (12) Gott hat verheißen, in diesem Hause auf ewig zu wohnen. [1Koe 9,3] Dem widerspricht Jeremias, also ist er als falscher Prophet mit dem Tode zu bestrafen, nach [5Mos 18,20]. Entweder lassen sie die Bedingung absichtlich aus oder ihr Hochmut ist so groß, dass sie jede Andeutung einer Möglichkeit, dass der Ruhm Judas hinsinkt, mit dem Tode bestrafen wollen. - (13) Zu den Fürsten als Richtern, zu dem Volke, das verführt ist. Die Ankläger würdigt Jeremias keines Wortes und fügt bei, was jene ausgelassen: Bei euch steht es, ob jener Ausspruch in Erfüllung gehen soll oder nicht. - (14) Mit großer Klugheit weist er darauf hin, dass der Herr ihn gesendet und seinen Entschluss ändern werde, wenn sie Buße tun. Durchaus also hat ihn kein Hass oder Verachtung angetrieben, sondern die Sorge um ihr Heil erfüllt ihn. - (15) Seine Bescheidenheit muss die Fürsten für ihn gewinnen, der Hinweis auf die Gerechtigkeit sie warnen. - (16) Nicht ich, ihr selbst bringt euch den Untergang. Liebt ihr Stadt und Tempel wahrhaft, so vermehrt eure Sünden nicht und macht euch nicht meines Blutes schuldig. Jeremias Standhaftigkeit und bewährte Unschuld führt in der längeren Beratung seine Befreiung herbei. - (17) Unter ihnen nahm Ahikam eine besondere Stellung ein, wie V. 24 zeigt. - (18) Auch zur Zeit des Ezechias, doch damals nicht zum ersten Male. - (19) Im Hebräischen steht die Einzahl. Hat er nicht den Herrn gefürchtet? Usw. Die Worte scheinen sich auf [Jes 37,14ff] zu beziehen. Was die Ältesten sagen, ist auch sicher geschehen. - (20) Hebr.: so sollten wir also. - (21) Der Prophet fügt dieses Beispiel ein, um noch nachdrücklicher zu zeigen, wie schweren Gefahren er selbst unter Joakim ausgesetzt war. Kariathiarim lag an der Grenze von Juda und Benjamin. - (22) Nicht aus Misstrauen gegen Gott, sondern aus Klugheit. Vergl. [Mt 10,23]. - (23) Joakims Rachsucht ist so groß, dass er den Propheten, dessen Strafreden er nicht mehr zu fürchten hat, selbst in fremden Lande noch zu töten sucht. Siehe [Jer 36,12.25]. - (24) Der gleiche Name kommt [2Koe 22,12.14] vor, ob auch dieselbe Person? - (25) So beschimpft er noch den Toten. - (26) Da Joakim so rachsüchtig war, musste es als eine besondere Tat Gottes erscheinen, wenn Jeremias ihm entging. - (27) Schutz, Einfluss. Ahikam wird [2Koe 22,12] erwähnt. - (28) Ahikam beruhigte wohl einen Aufstand des Volkes.

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