Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jer30

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Prophetia Jeremiæ. Caput XXX.

Die Prophezeiung des Jeremias Kap. 30


IV. Vierter Teil. Strafe, Bekehrung, Zurückführung des Volkes. (Kap. 30 – 33) 1. Die Wiederherstellung. (Kap. 30 [Jer 31]) A. Strafe und Vergeltung. (V. 11) B. Wunde und Heilung. (V. 22) C. Sturm und Heiterkeit. [Jer 31,14]

1. Hoc verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino, dicens:
2. Hæc dicit Dominus Deus Israel, dicens: Scribe tibi omnia verba, quæ locutus sum ad te, in libro.
3. Ecce enim dies veniunt, dicit Dominus: et convertam conversionem populi mei Israel et Juda, ait Dominus: et convertam eos ad terram, quam dedi patribus eorum: et possidebunt eam.

4. Et hæc verba, quæ locutus est Dominus ad Israel et ad Judam:
5. Quoniam hæc dicit Dominus: Vocem terroris audivimus: formido, et non est pax.
6. Interrogate, et videte si generat masculus: quare ergo vidi omnis viri manum super lumbum suum, quasi parturientis, et conversæ sunt universæ facies in auruginem?
7. Væ, quia magna dies illa, nec est similis ejus: tempusque tribulationis est Jacob, et ex ipso salvabitur.


8. Et erit in die illa, ait Dominus exercituum: conteram jugum ejus de collo tuo, et vincula ejus dirumpam, et non dominabuntur ei amplius alieni:

9. Sed servient Domino Deo suo, et David regi suo, quem suscitabo.

10. Tu ergo ne timeas serve meus Jacob, ait Dominus, neque paveas Israel: quia ecce ego salvabo te de terra longinqua, et semen tuum de terra captivitatis eorum: et revertetur Jacob: et quiescet, et cunctis affluet bonis, et non erit quem formidet:


11. Quoniam tecum ego sum, ait Dominus, ut salvem te: faciam enim consummationem in cunctis gentibus, in quibus dispersi te: te autem non faciam in consummationem: sed castigabo te in judicio, ut non videaris tibi innoxius.
12. Quia hæc dicit Dominus: Insanabilis fractura tua, pessima plaga tua.
13. Non est qui judicet judicium tuum ad alligandum: curationum utilitas non est tibi.
14. Omnes amatores tui obliti sunt tui, teque non quærent: plaga enim inimici percussi te castigatione crudeli: propter multitudinem iniquitatis tuæ dura facta sunt peccata tua.

15. Quid clamas super contritione tua? Insanabilis est dolor tuus: propter multitudinem iniquitatis tuæ, et propter dura peccata tua feci hæc tibi.

16. Propterea omnes, qui comedunt te, devorabuntur: et universi hostes tui in captivitatem ducentur: et qui te vastant, vastabuntur, cunctosque prædatores tuos dabo in prædam.

17. Obducam enim cicatricem tibi, et a vulneribus tuis sanabo te, dicit Dominus. Quia ejectam vocaverunt te Sion: Hæc est, quæ non habebit requirentem.
18. Hæc dicit Dominus: Ecce ego convertam conversionem tabernaculorum Jacob, et tectis ejus miserebor, et ædificabitur civitas in excelso suo, et templum juxta ordinem suum fundabitur.

19. Et egredietur de eis laus, voxque ludentium: et multiplicabo eos, et non minuentur: et glorificabo eos, et non attenuabuntur.

20. Et erunt filii ejus sicut a principio, et cœtus ejus coram me permanebit: et visitabo adversum omnes qui tribulant eum.
21. Et erit dux ejus ex eo: et princeps de medio ejus producetur: et applicabo eum, et accedet ad me: quis enim iste est, qui applicet cor suum ut appropinquet mihi, ait Dominus?

22. Et eritis mihi in populum, et ego ero vobis in Deum.
23. Ecce turbo Domini, furor egrediens, procella ruens, in capite impiorum conquiescet.

24. Non avertet iram indignationis Dominus, donec faciat et compleat cogitationem cordis sui: in novissimo dierum intelligetis ea.



1. Dies das Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, also lautend:
2. So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreibe dir alle Worte, welche ich zu dir geredet habe, in ein Buch!1
3. Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da ich die Weggeführten meines Volkes Israel und Juda2 zurückführe, spricht der Herr, ja, sie zurückführe in das Land, welches ich ihren Vätern gegeben, und sie sollen es besitzen.
4. Und dies sind die Worte, welche der Herr zu Israel und zu Juda gesprochen,
5. so also spricht der Herr: Schreckensruf wird gehört, Furcht und nicht Friede!3

6. Fraget und sehet, ob ein Mann gebärt? Warum sehe ich jeden Mann seine Hände auf seinen Lenden halten, Gebärenden gleich, sind alle Angesichter in Blässe gewandelt?4
7. Wehe! Denn groß ist jener Tag und keiner ist ihm gleich; eine Zeit der Drangsal ist es für Jakob, doch wird er aus ihr errettet werden!5 [Joe 2,11; Amos 5,18; Zeph 1,15]
8. Und an jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen,6 werde ich sein Joch, das an deinem Halse ist, nehmen und zerbrechen und seine Bande zerreißen und nicht mehr sollen Fremde über ihn herrschen;
9. sondern sie werden dem Herrn, ihrem Gott, dienen und ihrem Könige David, den ich ihnen erwecken werde.7
10. Darum fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob! spricht der Herr, und zage nicht, Israel! denn siehe, ich will dich aus dem fernen Lande erretten und deine Nachkommenschaft aus dem Lande ihrer Gefangenschaft; Jakob soll zurückkehren und Ruhe haben und an allen Gütern Überfluss und er wird niemand fürchten dürfen. [Jes 43,1; Lk 1,70]
11. Denn ich bin mit dir, spricht der Herr, dich zu retten; mit allen Völkern, unter die ich dich zerstreut habe, will ich ein Ende machen, aber mit dir will ich kein Ende machen; sondern vielmehr will ich dich nach Recht züchtigen, auf dass du dich nicht für schuldlos haltest.8
12. Denn also spricht der Herr: Unheilbar ist dein Gebrechen,9 bösartig dein Schaden.
13. Niemand nimmt sich deiner an,10 dich zu verbinden, kein Heilmittel will dir helfen.
14. Alle deine Buhlen haben deiner vergessen und fragen nicht nach dir,11 weil ich dich mit feindlichen Schlägen geschlagen habe, mit grausamer Züchtigung ob der Menge deiner Verschuldungen; denn deine Sünden sind arg geworden.12 [Jer 23,19]
15. Was schreist du über deine Zerschmetterung? Unheilbar ist dein Schmerz!13 Ob der Menge deiner Verschuldungen und ob deiner argen Sünden habe ich dir solches getan.14
16. Darum15 werden alle, die dich verschlingen, verschlungen werden und alle deine Feinde in die Gefangenschaft geführt werden; und die dich plündern, geplündert werden und alle, die dich ausgeraubt haben, gebe ich dem Raube preis.
17. Denn ich will deine Wunde verbinden lassen und dich von deinen Schäden heilen,16 spricht der Herr; weil sie dich, Sion! die Verstoßene17 nennen. Sie ist es, nach der niemand fragt.
18. So spricht der Herr: Siehe, ich will die Weggeführten der Gezelte Jakobs zurückführen und mich seiner Wohnungen erbarmen, es soll die Stadt auf ihren Höhen wieder gebaut und der Tempel nach seiner Ordnung wieder gegründet werden.18
19. Und aus ihnen19 soll Lobpreis und der Schall der Spielenden ertönen,20 ich will sie sich mehren und nicht mindern lassen, ich will sie verherrlichen21 und nicht gering werden lassen.
20. Seine Söhne werden sein wie ehedem22 und seine Gemeinde soll vor mir bestehen23 und ich will alle strafen, die ihn bedrücken.24
21. Und sein Führer soll aus ihm selbst erstehen25 und sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen; ich will ihn an mich ziehen und er wird mir nahen, denn wer könnte sich erkühnen, mir zu nahen?26 spricht der Herr.27
22. Und ihr sollt mein Volk sein und ich werde euer Gott sein.28
23. Sehet, ein Sturmwind des Herrn,29 Grimm bricht los, ein Wetter fährt daher und stürzt auf das Haupt der Gottlosen nieder.
24. Nicht wird der Herr seinem grimmen Zorne wehren, bis er seines Herzens Gedanken ausgeführt und erfüllt; am Ende der Tage werdet ihr dessen inne werden.30


Fußnote

Kap. 30 (1) Was überaus wichtig oder durch mehrere Geschlechter im Gedächtnisse zu bewahren ist, wird aufgehoben. Das Folgende soll den Weggeführten ein Trost, späteren Geschlechtern eine Erinnerung sein. - (2) Kein Teil des Volkes ist ausgeschlossen. - (3) Beschreibung der früheren Bedingung. - (4) Ein Bild soll das ganze Elend vor Augen stellen, in welches das Volk sich gestürzt hat. Die Schmerzen einer Gebärenden sind die heftigsten. Dass Männer, deren Beruf es ist, gegen die Feinde zu kämpfen, voll Schmerz und Furcht sind, zeigt die Größe des Unglücks. - (5) Jenes Unglück ist ein Tag des Gerichtes, an dem die Bösen gestraft, alles strenger Prüfung unterworfen wird, die Guten von den Bösen geschieden, die Gottlosen verworfen werden. Es ist die von den Babyloniern zu verhängende Bedrückung. (Ephr., Theod., Thom.) - (6) Das letzte Glied von V. 7 wird weiter ausgeführt. Zuerst wir das Volk frei. Die Wiederherstellung wird eine solche sein, dass das Gottesreich nicht mehr eine Beute von Fremden wird, sondern das neue Volk wird seinem Gott und dem Messias dienen, weshalb es keiner Knechtschaft weiter unterworfen werden kann. - (7) Der David, den der Herr ihnen erwecken wird, ist jener Sohn Davids, der Davids Thron in vollem Sinne zu einem ewigen machen wird [2Sam 7,14], ist jener Spross, der [Jer 23,5] beschrieben ist, ist der Messias [Hos 3,5], der aus der Wurzel Jesse hervorgehend auf Davids Thron sitzen wird. [Jes 11,1; Jes 9,7] Wohl sind Wiederherstellung und Messianisches Reich länger voneinander getrennt, aber jene ist der Anfang und die Vorbereitung von diesem und wird gewährt, weil die Verheißungen im Messias erfüllt werden sollen. So schaut der Prophet den Zusammenhang der Dinge, wie Gottes Vorsehung dieselbe miteinander verbindet, und geht vom Vorbilde zu dem Vorbedeuteten selbst über. - (8) Der Prophet zeigt, wie das Volk sich in der Zeit der Heimsuchung die Belehrung über die Messianische Erneuerung nützlich und heilbringend machen kann: sie sollen Gottes Heilsabsichten zu verstehen suchen, der sein Volk durch die Prüfung reinigt, es nicht ganz ungestraft lassend (Hebr.: Das letzte Glied), sondern durch die Heimsuchung einem glückseligen Lose entgegenführend. Die Worte der Tröstung sind aus [Jes 43,1] und [Jes 44,2], sowie aus den oben gegebenen Weissagungen genommen. - (9) Hebr.: Verzweifelt steht es mit deinem Bruche. Aus eigenen Kräften kannst du keine Erneuerung finden und den Bund wiederherstellen, den du gebrochen, so wenig der Sünder sich aus dem Abgrunde der Sünde selbst zu erheben vermag. Die Worte erinnern an das Sinnbild [Jer 19,11]. - (10) Dir Recht zu verschaffen. - (11) Wer soll dem armen Volke Hilfe bringen? Die benachbarten Völker, mit denen es ein Bündnis geschlossen, kümmern sich um dasselbe nicht, und täten sie es, was vermöchten sie gegen Gott, wenn dieser straft? Er allein kann heilen, und er alleine ist beleidigt. (Hier.) - (12) Menge und Schwere der Sünden werden erwähnt. – Darum habe ich dich geschlagen. - (13) Als Frage zu lesen. - (14) Anders kannst du von deinen Sünden nicht geheilt werden. - (15) Wenn das Volk Gottes Strafe erdulde, kommt die Erlösung, denn nicht das Volk soll untergehen, sondern vielmehr seine Verfolger. Darum: damit du erkennest, dass ich dies tue, dich zu reinigen, und deine Feinde vernichte, die anderes im Sinne haben. - (16) Das äußerste Elend seines Volkes rührt Gott zum Erbarmen und der Spott, mit dem die Heiden sein Volk überhäufen, wecken seinen Eifer für sein Erbe. [2Mos 19,5] - (17) Sie vergleichen das Volk mit einem aus dem Hause verstoßenen Weibe, Gott habe das Volk verlassen und halte seine Verheißungen nicht. So verletzen sie Gottes Ehre. - (18) Die einzelnen Familien. So wie zuvor die Zerstörung, so wird hier die Wiederherstellung der Häuser, der Stadt, welche wiederum auf ihrer Höhe erbaut werden soll (die Städte sollen an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden), und die Paläste (Vulg. Tempel), in ihrer alten Pracht wiederhergestellt werden. - (19) Die wiederhergestellt sind. - (20) Das Glück der Einwohner offenbart sich in Lobpreisung und Danksagung, in Musik und Gesang, im Gegensatz zu den Drohungen [Jer 7,34; Jer 18,22] u.a. - (21) Gegensatz [Jer 4,25; Jer 5,10ff; Jer 7,32] Da sie Gott loben, lieben sie Gott und dienen ihm; Gott verherrlicht sie, indem er ihnen die Fülle seines Segens verleiht. - (22) Von Gott geliebt, blühen wie zur Zeit Davids und Salomons. Vergl. [Mic 4,4] und [Mic 7,14]. - (23) Nie verworfen werden, da sie stets heilig sein wird. - (24) Sie wird angefochten werden, doch wird Gott ihr Verteidiger und Rächer sein. Die Heiligkeit und Beständigkeit der Kirche wird angedeutet, das Wort: „Die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen“ in alttestamentlicher Weise ausgesprochen. - (25) Hebr.: und sein Würdenträger soll aus ihm stammen. – Wer dieser Herrscher ist, kann nach [Jer 23,5] und [Jer 30,5] kaum zweifelhaft sein. Dieser Herrscher wird zugleich als von Gott geweihter und erwählter Priester beschrieben, denn hinzutreten lassen (Vulg.: an mich ziehen) bedeutet die göttliche Auserwählung zum Priestertum [4Mos 16,5] wie auch [Ps 109,4] und [Sach 6,13] dem Messias das Priesteramt zugeschrieben wird. - (26) Hebr.: denn wer ist´s, der da sein Herz verpfänden wollte, mir zu nahen? Wer kann es wagen oder sich selbst die Kraft zuschreiben, mir als Priester und Mittler zu nahen? Da dies niemand kann, hat Gott selbst seinem Volke einen solchen König und Priester gegeben. - (27) Da einst auf dem Sinai die gleiche Verheißung gegeben ward, vergl. [Jer 7,23], wird hier von neuem und auf vorzüglichere Weise dargestellt, dass durch jenen König und Priester der Alte Bund und die Verheißung zur Vollkommenheit gebracht oder vielmehr wegen der Erhabenheit der Sache ein neuen und viel herrlicherer Bund geschlossen wird. Dieser Bund mit Gott bringt dem Volke alles Gute und zwar durch jenen König und Priester. Da V. 14, V. 15 der Sünde Erwähnung geschehen, wird passend bei der Darstellung der Erneuerung jener Priester als der bezeichnet, der allein Gott nahen und Versöhner und Mittler sein kann. Zu beachten ist auch, wie der Prophet [Jer 23,5; Jer 30,9.21] nachdem er den Untergang vorausgesagt, auf den Messias hinweisend zeigt, wie die Verheißung, dass der Thron Davids ewig bestehen soll, in Kraft bleibt, auch wenn das Davidische Königtum wegen der Sünde der Könige und des Volkes dahinsinkt. Es stürzt der zeitliche Thron, doch (der Verheißung [2Sam 7,14.15] entsprechend, vergl. [Ps 88,4.30-38]) wird nun der ewige Thron gewiesen. - (28) Gott will dem Volke alle seine Güter mitteilen, denn das ist das Ziel des Waltens der Vorsehung, dass die Mitteilung der übernatürlichen Güter zu Gottes Ehre gereiche. - (29) Das gottlose Reich Juda soll durch einen Sturmwind vernichtet werden. Indes auch hierbei hat Gott Gedanken des Heils. (V. 24) - (30) Die ihr bisher nicht einsichtig sein wolltet.


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