Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10

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Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Mattæum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Matthäus - Kap. 10

Unterweisung der Apostel über das Predigtamt. (V. 15) Über die Verfolgungen. (V. 31) Folgen der Predigt.

1. Et convocatis duodecim discipulis suis, dedit illis potestatem spirituum immundorum, ut ejicerent eos, et curarent omnen languorem, et omnen infirmitatem.
2. Duodecim autem Apostolorum nomina sunt hæc. Primus: Simon, qui dicitur Petrus, et Andreas frater ejus,
3. Jacobus Zebedæi, et Joannes frater ejus, Philippus, et Bartholomæus, Thomas, et Matthæus, publicanus, Jacobus Alphæi, et Thaddæus,

4. Simon Cananæus, et Judas Iscariotes, qui et tradidit eum.

5. Hos duodecim misit Jesus: præcipiens eis, dicens: In viam gentium ne abieritis, et in civitatis Samaritanorum ne intraveritis:
6. Sed potius ite ad oves, quæ perierunt domus Israel.
7. Euntes autem prædicate, dicentes: Quia approquinquavit regnum cœlorum.
8. Infirmos curate, mortuos suscitate, leprosos mundate, dæmones ejicite: gratis accepistis, gratis date.

9. Nolite possidere aurum, neque argentum, neque pecuniam in zonis vestries:

10. Non peram in via, neque duas tunicas, neque calceamenta, neque virgam: dignus enim est operarius cibo suo.

11. In quamcumque autem civitatem, aut castellum intraveritis, interrogate quis in ea dignus sit: et ibi manete donec exeatis.
12. Intrantes autem in domum, salutate eam, dicentes: Pax huic domui.

13. Et si quidem fuerit domus illa digna, veniet pax vestra super eam: si autem non fuerit digna, pax vestra revertetur ad vos.
14. Et quicumque non receperit vos, neque audierit sermones vestros: exeuntes foras de domo vel civitate, excutite pulverem de pedibus vestris.
15. Amen dico vobis: Tolerabilius erit terræ Sodomorum, et Gomorrhæorum in die judicii, quam illi civitati.

16. Ecce ego mitto vos sicut oves in medio luporum. Estote ero prudentes sicut serpentes, et simplices sicut columbæ.
17. Cavete autem ab hominibus. Tradent enim vos in conciliis, et in synagogis suis flagellabunt vos:

18. Et ad præsides, et ad reges ducemini propter me in testimonium illis, et gentibus.
19. Cum autem tradent vos, nolite cogitare quomodo, aut quid loquamini: dabitur enim vobis in illa hora, quid loquamini.

20. Non enim vos estis qui loquimini, sed Spiritus Patris vestri, qui loquitur in vobis.
21. Tradet autem frater fratrem in mortem, et pater filium: et insurgent filii in parentes et morte eos afficient:

22. Et eritis odio omnibus propter nomen meum: qui autem perseveraverit usque in finem, hic salvus erit.

23. Cum autem persequentur vos in civitate ista, fugite in aliam. Amen dico vobis, non consummabitis civitatis Israel, donec veniat Filius hominis.

24. Non est discipulus super magistrum, nec servus super dominum sum:

25. Sufficit discipulo, ut sit sicut magister ejus: et servo, sicut dominus ejus. Si Patrem familias Beelzebub vocaverunt: quanto magis domesticos ejus?

26. Ne ergo timueritis eos: Nihil enim est opertum, quod non revelabitur: et occultum, quod non scietur.

27. Quod dico vobis in tenebris, dicite in lumine: et quod in aure auditis, prædicate super tecta.
28. Et nolite timere eos, qui occidunt corpus, animam autem non possunt occidere: sed potius timete eum, qui potest et animam, et corpus perdere in gehennam.
29. Nonne duo passeres asse veneunt: et unus ex illis non cadet super terram sine Patre vestro?
30. Vestri autem capilli capitis omnes numerati sunt.
31. Nolite ergo timere: multis passeribus meliores estis vos.
32. Omnis ergo, qui confitebitur me coram hominibus, confitebor et ego eum coram Patre meo, qui in cœlis est:

33. Qui autem negaverit me coram hominibus, negabo et ego eum coram Patre meo, qui in cœlis est.
34. Nolite arbitrari quia pacem venerim mittere in terram: non veni pacem mittere, sed gladium.

35. Veni enim separara hominem adversus patrem suum, et filiam adversus socrum suam:
36. Et inimici hominis, domestici ejus.
37. Qui amat patrem, aut matrem plus quam me, non est me dignus: et qui amat filium, aut filiam super me, non est me dignus.
38. Et qui non accipit crucem suam, et sequitur me, non est me dignus.

39. Qui invenit animam suam, perdet illam: et qui perdiderit animam suam propter me, inveniet eam.

40. Qui recipit vos, me recipit: et qui me recipit, recipit eum, qui me misit.

41. Qui recipit prophetam in nomine prophetæ, mercedem prophetæ accipiet: et qui recipit justum in nomine justi, mercedem justi accipiet.


42. Et quicumque potum dederit uni ex minimis istis calicem aquæ frigidæ tantum in nomine discipuli: amen dico vobis, non perdet mercedem suam.

1. Und er rief seine zwölf Jünger1 zusammen, und gab ihnen Gewalt über unreine Geister, dass sie dieselben austreiben, und jegliche Krankheit und jegliches Gebrechen heilten. [Mk 3,13, Lk 6,13, Lk 9,1].
2. Der zwölf Apostel2 Namen aber sind diese. Der erste:3 Simon, welcher Petrus genannt wird, und4 Andreas5 sein Bruder;
3. Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder;6 Philippus und Bartholomäus;7 Thomas8 und Matthäus, der Zöllner; Jakobus,9 der Sohn des Alphäus,10 und Thaddäus;11
4. Simon, der Kanaanäer,12 und Judas Iskariot,13 derselbe, der ihn auch überantwortet hat.14
5. Diese Zwölf sandte Jesus aus, indem er ihnen gebot15 und sprach: Auf den Weg zu den Heiden gehet nicht, und tretet nicht ein in die Städte der Samariter;16
6. sondern gehet vielmehr zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.17 [Apg 13,46].
7. Indem ihr aber hingehet, prediget und sprechet:18 Das Himmelreich hat sich genaht.
8. Heilet die Kranken, erwecket die Toten, machet die Aussätzigen rein, treibet die Teufel aus;19 umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet.20
9. Besitzet weder Gold noch Silber, noch (anderes) Geld in euren Gürteln,21 [Lk 9,3, Lk 10,4].
10. auch keine Tasche22 auf dem Wege, noch zwei Kleider,23 nicht Schuhe,24 noch Stab;25 denn der Arbeiter ist seines Unterhaltes wert.26
11. In welche Stadt aber, oder in welchen Flecken ihr immer kommen werdet, da fraget, wer darin würdig sei,27 und bleibet da, bis ihr fort gehet.28
12. Indem ihr aber in ein Haus tretet, begrüßet es, und saget: Friede sei mit diesem Hause!29
13. Wenn nun das Haus dessen würdig ist,30 so wird euer Friede über dasselbe kommen; ist es aber dessen nicht würdig, so wird euer Friede auf euch zurückkehren.31
14. Und wer immer euch nicht aufnimmt, und eure Reden nicht anhört, da gehet hinaus aus dessen Hause oder aus der Stadt, und schüttelt den Staub von euern Füßen.32
15. Wahrlich, ich sage euch, erträglicher wird es dem Lande der Sodomiter und Gomorrhiter ergehen am Tage des Gerichtes, als jener Stadt!33
16. Sehet,34 ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen. Seid daher klug wie die Schlangen, und einfältig wie die Tauben!35 [Lk 10,3].
17. Nehmet euch aber in Acht vor den Menschen;36 denn sie werden euch an Gerichtshöfe überantworten, und in ihren Synagogen euch geißeln.37
18. Und vor Statthalter und vor Könige38 werdet ihr geführt werden um meinetwillen,39 ihnen und den Heiden zum Zeugnisse.40
19. Wenn sie euch aber überantworten, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollet; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollet.41 [Lk 12,11].
20. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet.42
21. Es wird aber ein Bruder den andern in den Tod liefern, und der Vater das Kind; und die Kinder werden sich auflehnen gegen die Eltern, und sie um´s Leben bringen.43
22. Und ihr werdet gehasst werden von allen44 um meines Namens willen;45 wer aber ausharret bis an´s Ende,46 der wird gerettet werden.
23. Wenn sie euch aber verfolgen werden in dieser Stadt,47 so fliehet in die andere;48 wahrlich, ich sage euch, ihr werdet nicht mit allen Städten Israels zu Ende gekommen sein, bis der Sohn des Menschen kommen wird!49
24. Ein Jünger ist nicht über dem Meister, noch ein Knecht über seinem Herrn.50 [Lk 6,40, Joh 13,16, [Joh 15,20].
25. Es ist genug für den Jünger, zu sein wie sein Meister, und für den Knecht, zu sein wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebub51 geheißen, um wie viel mehr seine Hausgenossen?
26. Darum52 fürchtet sie nicht; denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was nicht kund werden wird. [Mk 4,22, Lk 8,17, Lk 12,2].
27. Was ich euch im Finstern sage,53 das redet im Lichte; und was ihr in´s Ohr höret,54 das predigt auf den Dächern.55
28. Und fürchtet euch nicht vor denen, welche den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; sondern fürchtet vielmehr denjenigen, der Seele und Leib in´s Verderben der Hölle stürzen kann.56
29. Sind nicht zwei Sperlinge zu kaufen um einen Pfennig?57 und nicht ein einziger von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euern Vater.
30. An euch aber sind die Haare des Hauptes alle gezählt.58 [2Sam 14,11, Apg 27,34].
31. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge.
32. Ein jeder also,59 der mich60 vor den Menschen61 bekennen wird, den will auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist;62 [Mk 8,38, Lk 9,26, Lk 12,8, 2Tim 2,12].
33. wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch ich vor meinem Vater verleugnen, der im Himmel ist.63
34. Glaubet nicht, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.64 [Lk 12,51].
35. Denn ich bin gekommen, zu entzweien den Menschen wider seinen Vater, die Tochter wider die Mutter, und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter;
36. und des Menschen Hausgenossen65 werden seine Feinde sein. [Mic 7,6].
37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer den Sohn oder die Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.66 [Lk 14,26].
38. Und wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, und mir nachfolget, ist meiner nicht wert.67 [Mt 16,24, Mk 8,34, Lk 9,23, Lk 14,27].
39. Wer sein Leben gewonnen hat,68 wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es gewinnen.69 [Lk 9,24, Lk 17,33, Joh 12,25].
40. Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt denjenigen auf, welcher mich gesandt hat. 70 [Lk 10,16, Joh 13,20].
41. Wer einen Propheten71 aufnimmt auf den Namen eines Propheten hin, wird Prophetenlohn empfangen; und wer einen Gerechten72 aufnimmt auf den Namen eines Gerechten hin, wird eines Gerechten Lohn empfangen.
42. Und wer einen von diesen Geringsten73 nur74 einen Becher kalten Wassers zu trinken reicht auf den Jüngernamen hin, wahrlich, ich sage euch, er wird seines Lohnes nicht verlustig gehen! [Mk 9,40].


Fußnote

Kap. 10 (1) Die Apostel. Wie das Volk Israel von zwölf Vätern seinen Ursprung herleitete, so sollten zwölf geistliche Väter das Volk des Neuen Bundes stiften. Vergl. [1Kor 4,15] u. a. Gesandte pflegen Mittel zu erhalten, welche ihnen Autorität sichern. So gibt Christus den Aposteln, was nur Gott verleihen kann. Über die Weise, wie der Herr diese Macht mitteilte, wird nichts gesagt. Christus betet nicht zuvor zum Vater, so erscheint seine höchste Gewalt aller Augen. - (2) Apsostel d. i. Sendboten. - (3) Bei allen Evangelisten steht der heil. Petrus in der Aufzählung voran mit dem besonderen Zusatze: der erste. Dies kann keinen anderen Sinn haben, als dass Petrus einen Vorrang oder Primat über die anderen Apostel hatte, dass er ihr Haupt war. Das Wort „der erste“ kann nicht eine bloße Aufzählung sein, sonst müsste es bei den folgenden Aposteln heißen: der zweite usw. Ebenso wenig bezeichnet es die Zeit der Berufung zum Apostelamte, denn Andreas wurde vor Petrus berufen. Der heil. Petrus zeigt sich auch überall wie schon zu Lebzeiten Jesu, so noch mehr nach seiner Himmelfahrt als Haupt der Apostel. – (4) Je zwei werden verbunden, vielleicht wie sie Jesus paarweise aussandte. - (5) Der Name Andreas ist griechisch. In Bethsaida war diese Sprache ziemlich gebräuchlich. - (6) Die Familie war ziemlich wohlhabend, da Zebedäus Gehilfen hat [Mk 1,20] und Johannes mit dem Hohenpriester bekannt ist [Joh 8,15]. - (7) Wohl Nathanael [Joh 1,45 und Joh 21,2]. - (8) D. h. Zwilling [Joh 11,16]. - (9) Jakobus der jüngere, der „Bruder“ des Herrn. - (10) Derselbe, der auch Kleophas heißt - (11) Auch Lebbäus, Tapferherz, genannt. - (12) Der Eiferer (für das Gesetz). - (13) Judas aus Karioth im Stamme Juda. Die anderen scheinen alle aus Galiläa zu stammen. [Apg 2,7] Der Evangelist erzählt, wie die Sache liegt, ohne Feindschaft oder Haß auszudrücken (Ehrns.). Als Judas berufen ward, war er gut (Cyrill.). Warum erwählte ihn aber der Herr, da er seinen Verrat voraussah? Man könnte ebenso fragen: Warum schuf Gott die Engel, welche dann von ihm abfielen, Adam, dessen Sünde er vorhersah, jene Menschen, die einst der Verdammnis anheimfallen? Es sei uns genug, zu wissen, dass Gott keinen Engel oder Menschen geschaffen, damit er Böses tue. Der böse Wille des Geschöpfes führt zur Sünde, Gott aber benutzt das Böse zum Guten, wie den Verrat des Judas und den Haß der Juden. - (14) Welch Vorbild bietet Christus im Verkehr mit Judas! - (15) Acht Vorschriften. Es ist dies nur eine vorbereitende Sendung. - (16) Die Samaritaner waren die Bewohner eines Gebietes zwischen Judäa und Galiläa, Nachkommen jener wenigen Israeliten, welche der assyrische König Salmanasar nach der Wegführung des Volkes Israel im Lande zurückgelassen und die sich mit heidnischen Völkern vermischt hatten. Sie waren von den Juden verabscheut, so wie auch sie hinwiederum die Juden haßten, vergl. [2Koe 17] - (17) Wie Christus selbst. Israel waren die Verheißungen gegeben, dieses musste also zuerst zum Eintritt in das Reich eingeladen werden [Apg 13,46, Roem 1,16].Gegen die Juden war diese Einladung Pflicht der Gerechtigkeit [Roem 15,8], gegen die Heiden Barmherzigkeit [Roem 11,17]. (Thom.) So werden die Juden unentschuldbar (Hier.). Auch nach der Auferstehung Christi beginnen die Apostel, zu allen Völkern gesendet, mit den Juden. [Apg 1,8]. Auch hier wird die spätere Sendung zu den Heiden angedeutet (vielmehr). - (18) Wie Hirten, so sind die Apostel Mitarbeiter des Messias. Sie bringen dieselbe Botschaft, welche der heil. Johannes und der Heiland verkündet [Mt 3,2, Mt 4,17]. - (19) Dritte Vorschrift. Die Herzen der Menschen sollen durch Wohltaten gewonnen und die Lehre durch das göttliche Siegel der Wunder bekräftigt werden. (Hier.) Wer durch sein bloßes Wort solche Gewalt geben kann, zeigt sich bereits als Herr des Lebens und Sieger über Tod und Teufel. - (20) Alles Geistliche wird verächtlich, wenn Lohn dafür zu zahlen ist. Ihr habt es umsonst empfangen, seid also nicht Herren darüber. - (21) Im Gürtel wurde Geld getragen. - (22) Die Tasche diente zur Aufbewahrung von Speisen für eine längere Reise. - (23) Innere Kleider. - (24) Nur Sandalen also. Schuhe dienten für eine längere Reise. - (25) Beim heiligen Markus wird ein Stab erlaubt. Der Sinn ist derselbe, diesen gaben beide Evangelisten. - (26) Gott wird Sorge tragen, dass es ihm nicht am Nötigsten fehle. Diese Gebote galten in ihrer Wesenheit für alle Missionen, in Einzelheiten nur für diese, da sie jetzt zu bekannten und durch die Predigt und die Wunder vorbereiteten Menschen gehen. Vergl. [1Kor 9,5, Apg 20,33]. - (27) Die Predigt darf nicht verächtlich erscheinen, deshalb muss ein geachteter Gastfreund erwählt werden (Hier. Ehrns.) - (28) Die Apostel sollen nicht leichtfertig und unbeständig erscheinen. - (29) Der Friede des Messias. - (30) Das Haus ist würdig, wenn es fromme Bewohner hat. Sind die Bewohner hartnäckig, so erlangen sie das Gut nicht, das er ihnen wünscht. - (31) Wie [Jes 45,23, Jes 55,11].Nicht der Erfolg, sondern die Art der Arbeit bestimmt den Lohn [1Kor 3,8]. - (32) Achte Vorschrift. Bei [Mk 6,11]wird hinzugefügt: Zum Zeugnis für sie. Ebenso [Lk 9,5]. Dies taten die Apostel: [Apg 13,51 und Apg 18,6]. - (33) Zur Sünde wird Erkenntnis und Freiheit des Willens erfordert. Je größer beide sind, desto schwerer ist das Verbrechen. Mit welcher Autorität spricht Christus! Er gibt den Aposteln die höchste Gewalt, versichert sie, es werde ihnen an nichts fehlen, verheißt ihren Gebeten Segen, bedroht mit den schwersten Strafen diejenigen, welche sie zurückweisen! - (34) Zwei Dinge können den Verkündern des Evangeliums besonders schaden: Habsucht und Furcht vor dem Tode und ähnlichen Übeln. Gegen die erstere hat Christus die Apostel bereits gewaffnet. Schauet auf meine Macht, so wird euch die Größe der Gefahr nicht schrecken. - (35) Seid einfältig ohne List und Rachsucht (Basil. Ehrns.), aber auch klug die Gefahren zu meiden, keine Gelegenheit zu übler Nachrede zu geben, die Lehre in passender Weise vorzulegen (Basil.). - (36) Besondere Dinge: Nehmet euch in Acht vor den Menschen, die Feinde der Wahrheit und des Reiches Gottes sind. - (37) Dass in Synagogen gegeißelt wurde, erhellt aus [Apg 22,19, Apg 26,11]. Es gab zwei Arten von Geißelung: Nur die Geißelung bis zu 39 Streichen, [2Kor 11,24] nicht die Geißelung bis zum Tode konnte von den jüdischen Gerichten verhängt werden. - (38) Wie Paulus von Agrippa, [Apg 25,23], Petrus und Paulus vor Nero, Johannes vor Domitian. - (39) Trost. So [Apg 4,7, Apg 5,18.40]. - (40) Zum Zeugnisse eurer Beharrlichkeit und eurer Rechtfertigung auch vor Gott, wenn sie euch zurückweisen. - (41) Wie erhaben wird das Zeugnis sein! Beunruhigt euch nicht wegen der Worte und der Weise. Gottes Sache ist es, um die es sich handelt. - (42) Der Heiland spricht wie von einer gegenwärtigen Sache, so gibt er eine auf immer gültige Verheißung. Ihr seid nur die Werkzeuge (Thom.). Eures Vaters: Welcher Trost! - (43) Damit sie sich nicht verwundern. Jedes Band wird gelöst, aber Christi Kraft triumphiert auch über diese Prüfung. - (44) Von allen Verächtern der Wahrheit. - (45) Trost und Verheißung der Hilfe. - (46) Der Verfolgungen, wohl auch des Lebens. - (47) Wohl soll der Hirt sein Leben lassen für seine Schafe [Joh 10,11], aber die Apostel haben den ganzen Erdkreis zu weiden. Zudem entstand eine Verfolgung in der Regel erst, nachdem in einer Stadt eine christliche Gemeinde begründet und Vorsteher eingesetzt waren. Die Flucht ist also kein Verrat an der Sache Christi, sondern eine Gelegenheit zur Ausbreitung des Reiches. Wer nur einen Teil der Herde Christi weidet, muss bei diesem bleiben, wenn es notwendig ist, um den Verfolgenden nicht Ursache zu deren Verdammnis zu werden. (Greg. Naz.) - (48) In denen Juden wohnen. - (49) Zum Gerichte. Vergl. [Roem 11,25] - (50) Verstärkung durch dreifachen Vergleich. - (51) Herr der Fliegen. Diesen Namen führt der Götze von Assaron [2Koe 1,2]. Vielleicht haben die Juden ihn so genannt, vielleicht ist auch zu verstehen: Sie haben ihn den Beelzebub, d. i. die Gemeinschaft mit demselben vorgeworfen. Zu letzterer Auslegung passt [Mt 9,34 und Mt 12,24, Mk 3,22, Lk 11,15]. - (52) Da ihr mit mir so vereint seid im Leiden, werdet ihr es auch in der Herrlichkeit sein. Wie Christus einst von vielen geringgeschätzt und nun doch von allen Guten verehrt wird, so wird auch der Feinde Bosheit und die Tugend der Jünger offenbar werden. - (53) In einem entlegenen Winkel Palästinas. - (54) Was ihr im Privatgespräch höret. - (55) Die Dächer waren flach und niedrig und eigneten sich zu Ansprachen an eine Menge. - (56) Die Furcht vor Gott besiege die Menschenfurcht. Der gleiche Gedanke muss jeden frommen Christen erfüllen. Zugleich steht ihnen Gottes väterliche Vorsehung zur Seite; so muss alle Furcht weichen. - (57) Ein Assarion, der zehnte Teil eines As, eine kleine Kupfermünze. - (58) Ein Sprichwort, dessen Sinn: Ihr werdet auch nicht den geringsten Schaden leiden. Vergl. [1Sam 14,45, 2Sam 14,11, Apg 27,34] - (59) Folgerungen, die sich an alle Gläubigen richten, um alle anzueifern. - (60) Griech.: in mir, gleichsam eines geworden mit Christus. - (61) Also nicht allein im Herzen [Roem 10,10]. - (62) Christus will für ihn gutes Zeugnis vor seinem Vater geben, damit er Lohn erhalte. - (63) Der Herr wird bestreiten, dass sie zu ihm gehören und so werden sie von seiner Erbschaft ausgeschlossen das [Mt 8,12] beschriebene Los haben. - (64) Wie V. 21. Die Apostel sollen keinen Anstoß daran nehmen, wenn der böse Wille der Menschen Zwiespalt erregt. - (65) Der eine nimmt den Glauben an, der andere verfolgt. - (66) Als Jünger und Erben. - (67) Das Kreuz war die härteste und schimpflichste (von den Römern eingeführte) Art der Hinrichtung, bezeichnet also jede Art von Pein und Schmach. Die zum Kreuzestode Verurteilten mussten das Kreuz selbst zur Richtstätte tragen. Christus deutet durch die Worte: mir folgt, bereits dunkel seinen Tod an. - (68) Durch Lossagung von Christus. Das Wort leben wird zu einem sinnvollen Wortspiel gebraucht: Zeitliches – ewiges Leben. (Das Ganze erläutert V. 14 des 7. Kap.) - (69) Welche hohe Würde der Apostel, welch Antrieb für die Gläubigen! Christus sorgt für seine Jünger, die seine Person vertreten. So eröffnet er ihnen alle Häuser des Erdreiches. - (70) Daran nehmen alle teil, welche die Genossen und Helfer der Apostel werden. - (71) Wer einen Propheten aufnimmt, weil er Prophet, von Gott gesandt ist usw. (Ehrns. Hier. Vergl. [1Sam 30,24] - (72) Es wurden im Reiche des Messias verschiedene Stufen von Würden und Verdiensten sein. Apostel und Propheten haben eine besondere Sendung von Gott, der Gerechte ist eine Privatperson. - (73) Die Apostel und Jünger sind klein vor der Welt [1Kor 1,27]. Auch ein Trunk Wasser kann in jenen Gegenden etwas Wertvolles sein, die eigene Armut aber kann kein Hindernis sein, einen solchen Dienst zu erweisen. Verachten wir auch Geringes nicht, wenn wir es für den Heiland tun können, denn auch hierfür wird uns Lohn verheißen. - (74) Wenn auch nur einen Becher kalten Wassers. Indes ist eine gute Meinung notwendig: Auf den Namen eines Jüngers hin. Vergl. [Roem 2,7] - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |

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