Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01

Aus Vulgata
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Marcum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Markus - Kap. 1


Einleitung. (V. 13) I. 1,14 – 9,49. 1. Beginn der Predigt Jesu Christi. (1. V. 14 – 45) Der Heiland wird am Jordan getauft, in der Wüste vom Teufel versucht (V. 13) und beruft die ersten vier Jünger. (V. 20) Christus treibt einen unreinen Geist aus (V. 28) und heilt die Schwiegermutter des Petrus. (V. 34) Der Heiland verlässt Kapharnaum (V. 39) und heilt einen Aussätzigen.

1. INITIUM Evangelii Jesu Christi, Filii Dei.
2. Sicut scriptum est in Isaia propheta: Ecce ego mitto Angelum meum ante faciem tuam, qui præparabit viam tuam ante te.
3. Vox clamantis in deserto: Parate viam Domini, rectas facite semitas ejus.
4. Fuit Joannes in deserto baptizans, et prædicans baptismum pœnitentiæ in remissionem peccatorum.
5. Et egrediebatur ad eum omnis Judææ regio, et Jerosolymitæ universi, et baptizabantur ab illo in Jordanis flumine, confitentes peccata sua.
6. Et erat Joannes vestitus pilis cameli, et zona pellicea circa lumbos ejus, et locustas, et mel silvestre edebat. Et prædicabat dicens:
7. Venit fortior me post me: cujus non sum dignus procumbens solvere corrigiam calceamentorum ejus.
8. Ego baptizavi vos aqua, ille vero baptizabit vos Spiritu sancto.

9. Et factum est: in diebus illis venit Jesus a Nazareth Galilææ: et baptizatus est a Joanne in Jordane.
10. Et statim ascendens de aqua, vidit cœlos apertos, et Spiritum tamquam columbam descendentem, et manentem in ipso.
11. Et vox facta est de cœlis: Tu es filius meus dilectus, in te complacui.
12. Et statim Spiritus expulit eum in desertum.
13. Et erat in deserto quadraginta diebus, et quadraginta noctibus: et tentabatur a satana: eratque cum bestiis, et Angeli ministrabant illi.
14. Postquam autem traditus est Joannes, venit Jesus in Galilæam, prædicans Evangelium regni Dei.
15. Et dicens: Quoniam impletum est tempus, et appropinquavit regnum Dei: pœnitemini, et credite Evangelio.
16. Et præteriens secus Mare Galilææ, vidit Simonem, et Andream fratrem ejus, mittentes retia in mare, (erant enim piscatores)
17. Et dixit eis Jesus: Venite post me, et faciam vos fieri piscatores hominum.
18. Et protinus relictis retibus, secuti sunt eum.
19. Et progressus inde pusillum, vidit Jacobum Zebedæi, et Joannem fratrem ejus, et ipsos componentes retia in navi:

20. Et statim vocavit illos. Et relicto patre suo Zebedæo in navi cum mercenariis, secuti sunt eum.
21. Et ingrediuntur Capharnaum: et statim sabbatis ingressus in synagogam, docebat eos.
22. Et stupebant super doctrina ejus: erat enim docens eos, quasi potestatem habens, et non sicut Scribæ.
23. Et erat in synagoga eorum homo in spiritu immundo: et exclamavit,
24. Dicens: Quid nobis, et tibi Jesu Nazarene: venisti perdere nos? scio qui sis, Sanctus Dei.
25. Et comminatus est ei Jesus, dicens: Obmutesce, et exi de homine.

26. Et discerpens eum spiritus immundus, et exclamans voce magna exiit ab eo.
27. Et mirati sunt omnes, ita ut conquirerent inter se dicentes: Quidnam est hoc? quænam doctrina hæc nova? quia in potestate etiam spiritibus immundis imperat, et obediunt ei.
28. Et processit rumor ejus statim in omnen regionem Galilææ.
29. Et protinus egredientes de synagoga, venerunt in domum Simonis, et Andreæ cum Jacobo, et Joanne.
30. Decumbebat autem socrus Simonis febricitans: et statim dicunt ei de illa.
31. Et accedens elevavit eam, apprehensa manu ejus: et continuo dimisit eam febris, et ministrabat eis.

32. Vespere autem facto cum occidisset sol, afferebant ad eum omnes male habentes, et dæmonia habentes:
33. Et erat omnis civitas congregata ad januam.
34. Et curavit multos, qui vexabantur variis languoribus, et dæmonia multa ejiciebat, et non sinebat ea loqui, quoniam sciebant eum.
35. Et diluculo valde surgens, egressus abiit in desertum locum, ibique orabat.
36. Et prosecutus est eum Simon, et qui cum illo erant.
37. Et cum invenissent eum, dixerunt ei: Quia omnes quærunt te.
38. Et ait illis: Eamus in proximos vicos, et civitates, ut et ibi prædicem: ad hoc enim veni.
39. Et erat prædicans in synagogis eorum, et in omni Galilæa, et dæmonia ejiciens.
40. Et venit ad eum leprosus deprecans eum: et genu flexo dixit ci: Si vis, potes me mundare.

41. Jesus autem misertus ejus, extendit manum suam: et tangens eum, ait illi: Volo: Mundare.
42. Et cum dixisset statim discessit ab eo lepra, et mundatus est.
43. Et comminatus est ei, statimque ejecit illum:
44. Et dicit ei: Vide nemini dixeris: sed vade, ostende te principi sacerdotum, et offer pro emundatione tua, quæ præcepit Moyses in testimonium illis.

45. At ille egressus cœpit prædicare, et diffamare sermonem, ita ut jam non posset manifeste introire in civitatem, sed foris in desertis locis esset, et conveniebant ab eum undique.

1. Der Anfang des Evangeliums1 Jesu Christi,2 des Sohnes Gottes.3
2. Wie geschrieben steht4 bei dem Propheten Isaias:5 Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, welcher deinen Weg vor dir bereiten wird.
3. Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade!6 [Mal 3,1, Jes 40,3]
4. Es war Johannes, der in der Wüste taufte7 und Bußtaufe predigte8 zur Vergebung der Sünden [Lk 3,3].
5. Und es ging das ganze Land Judäa und alle Einwohner Jerusalems9 zu ihm hinaus und wurden von ihm im Fluße Jordan getauft, indem sie ihre Sünden10 bekannten [Mt 3,5.6].
6. Johannes aber hatte eine Kleidung von Kamelhaaren, und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und Waldhonig.11 Und er predigte und sprach:12 [Mt 3,4, 3Mos 11,22]
7. Es kommt nach mir, der stärker ist als ich; dem ich nicht würdig bin, mich niederbeugend die Riemen seiner Schuhe zu lösen.13 [Mt 3,11, Lk 3,16, Joh 1,27]
8. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem heiligen Geiste taufen.14 [Apg 1,5, Apg 2,4, Apg 11,16, Apg 19,4]
9. Und es begab sich: In jenen Tagen kam Jesus von Nazareth aus Galiläa, und ward von Johannes im Jordan getauft. [Mt 3,13].
10. Und sofort aus dem Wasser heraufsteigend, sah er den Himmel offen, und den heiligen Geist wie eine Taube15 herabkommen und auf sich bleiben. [Mt 3,16, Lk 3,22, Joh 1,32]
11. Und eine Stimme erscholl vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen!16 [Mt 3,17].
12. Und alsbald trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste.17
13. Und er war in der Wüste vierzig Tage und vierzig Nächte. Und er ward von dem Satan versucht18 und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.19
14. Nachdem aber Johannes überliefert war,20 kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium vom Reiche Gottes, [Mt 4,12, Lk 4,14, Joh 4,43].
15. und sprach: Erfüllet ist die Zeit,21 und das Reich Gottes22 hat sich genahet; tuet Buße und dem Evangelium!
16. Als er nun längs des galiläischen Meeres hinwandelte, sah er Simon und Andreas, dessen Bruder,23 welche eben ihre Netze in das Meer auswarfen (denn sie waren Fischer). [Mt 4,18, Lk 5,2].
17. Da sprach Jesus zu ihnen: Folget mir nach, und ich werde machen, dass ihr Menschenfischer werdet.24 [Mt 4,19].
18. Und alsogleich verließen sie ihre Netze, und folgten ihm.25
19. Als er nun von dort ein wenig weiter gegangen war, sah er den Jakobus,26 den Sohn des Zebedäus, und Johannes,27 seinen Bruder, die eben auch im Schiffe ihre Netze zurichteten. [Mt 4,21].
20. Und alsogleich rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit den Taglöhnern im Schiffe, und folgten ihm.
21. Sie begaben sich nun nach Kapharnaum;28 und sogleich am Sabbate ging er in die Synagoge, und lehrte sie. [Lk 4,31-37, Mt 4,13].
22. Und sie erstaunten über seine Lehre: den er lehrte sie wie einer, der Macht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.29 [Mt 7,28, Lk 4,32].
23. Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch, der einen unreinen30 Geist hatte. Dieser schrie,31
24. und sprach: Was haben wir32 mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben?33 Ich weiß, wer du bist: der Heilige34 Gottes!
25. Jesus aber bedrohte ihn, und sprach: Verstumme, und fahr aus von dem Menschen!35
26. Und indem der unreine Geist ihn hin und her riß,36 und mit lauter Stimme schrie, fuhr er aus von ihm.
27. Da verwunderten sich alle, so dass sie sich untereinander fragten, und sprachen: Was ist das? Was ist dies für eine neue Lehre? Denn mit Macht gebietet er selbst den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm.
28. Und der Ruf von ihm verbreitete sich alsbald über die ganze Gegend von Galiläa.
29. Und sogleich verließen sie die Synagoge,37 und kamen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. [Mt 8,14, Lk 4,38].
30. Die Schwiegermutter des Simon aber lag fieberkrank darnieder;38 und sogleich redeten sie39 ihm von ihr.
31. Da trat er hinzu, nahm sie bei der Hand, und richtete sie auf; und sogleich verließ sie das Fieber, und sie diente ihnen.40 [Mt 8,15].
32. Als es nun Abend geworden, und die Sonne untergegangen war,41 brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen; [Mt 8,16].
33. und die ganze Stadt war vor der Türe versammelt.
34. Und er machte viele gesund, die von allerlei Krankheiten geplagt waren, und trieb viele böse Geister aus, und ließ sie nicht reden, weil sie ihn kannten.42
35. Bei früher Morgendämmerung aber stand er auf, ging hinaus,43 und begab sich an einen einsamen Ort, und betete allda.44
36. Simon nun folgte ihm nach samt denen, die bei ihm waren.45
37. Und da sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich!
38. Er aber sprach zu ihnen: Lasset uns in die nächstgelegenen Flecken und Städte gehen, damit ich auch dort predige;46 den dazu bin ich gekommen.47
39. Und er predigte in ihren Synagogen,48 und in ganz Galiläa, und trieb die bösen Geister aus.49
40. Und es kam ein Aussätziger50 zu ihm; der bat ihn, fiel auf seine Knie, und sprach zu ihm: Wenn du willst,51 so kannst du mich reinigen. [Mt 8,2-4, Lk 5,12].
41. Jesus aber erbarmte sich seiner, streckte seine Hand aus, rührte ihn an52 und sprach zu ihm: Ich will, sei rein!
42. Und als er dies gesprochen hatte, wich der Aussatz alsogleich von ihm, und er ward rein.
43. Und er bedrohte ihn und trieb ihn alsbald von dannen,53
44. und sprach zu ihm: Siehe zu, dass du es niemanden sagest;54 sondern gehe hin, zeige dich dem Hohenpriester,55 und opfere für deine Reinigung, was Moses befohlen hat, zum Zeugnisse für sie. [Mt 8,4, 3Mos 14,2].
45. Er aber ging fort und fing an, die Sache56 zu verkündigen und auszubreiten, so dass Jesus nun nicht mehr öffentlich in die Stadt gehen konnte, sondern draußen an einsamen Orten blieb; aber sie kamen von allen Seiten zu ihm.


Fußnote

Kap. 1 (1) Der Dolmetscher des heil. Petrus hält die Ordnung inne, welche der Apostelfürst selbst [Apg 10,37] andeutet. - (2) Der von Gott für das Heil aller verheißene Messias. - (3) Der göttlichen Natur nach, da das Evangelium aus den Wundern die Gottheit Christi erweisen will, während der Name Jesus auf die menschliche Natur hinweist. - (4) So ist es eingetreten (Ir., Orig., Epiph., Euth.). - (5) Das Zeugnis des Malachias wird hier dem Isaias zugeschrieben, weil der erstere auf Isaias verwies und das, was er selbst außerdem hat, mehr eine Einleitung zur Hauptprophezeiung ist. - (6) Der heil. Johannes wendete diese Stelle selbst auf sich an [Mt 3,3]. - (7) Dies und die Predigt der Buße war sein Beruf. Vergl. Matth. a. a. Q. - (8) Mit Macht und Würde, als Gesandter des ewigen Königs. - (9) Landleute und vornehme Städter. Die Ausdrücke ganz und alle sind nicht zu streng zu nehmen. Sinn: der größere Teil. - (10) Siehe [Mt 3,Anm.12]. – (11) Der zur Buße auffordert, bietet selbst das Bild eines Büßers. – (12) Er gibt eine Prophezeiung, deren Richtigkeit die Zeitgenossen selbst bald werden feststellen können, sich so als wahren Propheten erweisend nach [5Mos 18,22]. – (13) Welche Demut! Die Sandalen zu lösen war Sache der niedrigsten Diener. - (14) Die von [Jes 44,3. Ez 36,26.27, Joe 2,28] gemachten Verheißungen für die Zeit des Messias. Die Worte gelten nicht allein von der Taufe, sondern von allen Mitteilungen der Gnade. Vergl. [Apg 1,5]. Mit dem Worte: Ich habe getauft, deutet er an, dass seine Tauftätigkeit bald ein Ende haben wird. - (15) Der heil. Geist bringt der Welt Frieden und Gnade, wie einst sinnbildlich die Taube nach der Sündflut. So wird [Jes 11,11] und [Jes 61,1] erfüllt. - (16) In der Taufe des Herrn wird das Geheimnis der heil. Dreifaltigkeit offenbart und es werden uns die Güter gezeigt, die uns in der Taufe und bei der Rechtfertigung zuteil werden. Es steht der Himmel offen (Beda), der heil. Geist steigt auf uns herab (Theoph., Bed.) und die Versicherung wird uns gegeben, dass wir Gottes Kinder sind [Roem 8,15.16] und dass Gott an uns sein Wohlgefallen hat, da wir Christus angezogen haben [Gal 3,27]. - (17) Christi heilige Menschheit folgt jeder Weisung Gottes. - (18) Christus war gekommen, der Schlange den Kopf zu zertreten, deshalb besiegt er den Versucher sogleich im Beginne seiner Laufbahn. Vergl. [Mt 4,Anm.15]. - (19) Wann die Engel erschienen, siehe [Mt 4,11]. - (20) Siehe [Mt 4,12]. Vergl. [Joh 4,1]. Die Galiläer hatten die Wunder Jesu am Feste gesehen [Joh 4,45] und so konnte der Heiland unter ihnen mit minderer Gefahr sein Amt ausüben. Zudem stand Galiläa unter Herodes, einem Feinde des Pilatus, so dass die Juden eine Auslieferung des Heilandes an den Landpfleger nicht hätten erreichen können - (21) Welche Gott bestimmt hat. Ob Christus auf [Dan 9,24] hinweist? - (22) Das die Propheten vorherverkündet: [Dan 2,44, Dan 7,13.14]. Die zwei Teile dieses Satzes zeigen, was Gott dem Volke bietet, es folgt, was Gott fordert: Abkehr von den Geschöpfen und Hingabe an Gott, deren Grundlage der Glaube ist, welcher aus der Predigt des Evangeliums hervorgeht. - (23) Die ersten Jünger sendet Johannes der Täufer dem Heilande zu. [Joh 1,35]. - (24) Die ersten Umrisse des Gleichnisses [Mt 13,47-50]. Christus wählt unwissende Fischer, aber verheißt sie mit allem auszurüsten, was sie für ihren neuen Beruf brauchen. - (25) Sie sollen nicht sofort auf immer alles verlassen, sondern zunächst durch einige Zeit Zeugen der Wunder Christi sein: [Joh 2,2ff.17.23, Joh 3,22, Joh 4,39]. - (26) Den älteren [Apg 12,2]. - (27) Den Evangelisten. - (28) Von Nazareth [Lk 4,30.31]. Vergl. [Mt 4,Anm.18]. - (29) Siehe [Mt 7,Anm.32.33]. - (30) Wer eine vom Gesetze bezeichnete Makel hatte, durfte dem Heiligtume nicht nahen; so ist der böse Geist unrein, weil er von dem Himmel ausgeschlossen ist. - (31) Er ließ den Besessenen rufen; die Gegenwart des Herrn peinigte den bösen Geist. - (32) Jesus ist der Feind der gesamten Hölle. Der lateinische (griechische) Ausdruck besagt im Allgemeinen, dass die Gemeinschaft mit jemanden verneint wird. Indes enthalten die Worte nicht stets einen Vorwurf, sondern können auch eine Bitte in sich schließen. Der Sinn muss also aus dem Zusammenhange erschlossen werden. Vergl. [Joh 2,4]. - (33) In die Hölle zu verstoßen. - (34) Der von Gott in besonderer Weise und zu besonderem Werke Auserwählte. Der böse Geist gibt den Gegensatz zu erkennen, der zwischen ihm und dem Herrn besteht, da er selbst von Gott fern, ja verdammt, nur Schlechtes sinnt und tut. - (35) Weil er geschrien, wird ihm Schweigen auferlegt; weil er gequält, wird er ausgetrieben. Christus will von dem Vater der Lüge kein Zeugnis, und nimmt den Pharisäern jeden Vorwand zur Verleumdung. Vielleicht will er auch seine Gottheit zur Zeit noch nicht offenbar werden lassen. - (36) Christus gestattet dies, damit es offenbar werde, dass der böse Geist den Menschen besessen und aus ihm geredet wird. Zugleich zeigt sich die Macht des Herrn, da der böse Geist durch sein Geschrei zeigt, wie ungern er ausfährt. - (37) Nach Wundertaten entzieht sich Jesus der Huldigung des Volkes. Das Haus gehört Simon und Andreas. Es war für sie eine große Gunst, dass der Wundertäter, den jeder gerne bei sich gesehen hätte, in ihr Haus einkehrte. - (38) Wohl schon lange. - (39) Es sind wohl die Jünger. Den Besessenen heilte der Herr, ohne gebeten zu sein, hier wartet er auf die Bitte. So sehr der Heiland auch das Heil aller wünscht, schließt er uns dennoch nicht als Helfer aus. - (40) Sie ist sofort ganz gesund. Wie dankbar zeigt sie sich für diese Wohltat! - (41) Am Sabbate selbst durfte man nach Vorschrift der Rabbiner keine Kranken tragen. Siehe [Joh 5,10, Lk 13,14]. - (42) D. i. als Messias. Vielleicht wollten die bösen Geister, welche wussten, was für einen Messias das Volk wünschte, dessen törichte Erwartungen bestärken und so verhindern, dass es Christi Mahnungen zu Herzen nahm. - (43) Die Einwohner waren durch Christi Predigt und Wunder genügend auf das Reich Gottes vorbereitet, in das einzutreten sie jetzt aufgefordert wurden und das ihnen nach der Himmelfahrt Christi durch die Apostel verkündet ward. – Die Zeit, welche der Heiland zum Fortgehen wählte, entzog ihn allem Lobe (Theoph., Euth.) und verhinderte zu bemerken, wohin er sich begab. - (44) Er empfahl dem Vater seine bevorstehende Tätigkeit in Galiläa. Der Heiland erlangte durch das Gebet vieles für uns, was die göttliche Weisheit nur durch das Gebet Christi verleihen wollte, gleich wie sie es angeordnet, dass der Heiland durch sein Leiden und Kreuz unsere Erlösung vollbringen sollte. - (45) Die höhere Stellung des heil. Petrus wird hier bereits angedeutet. Die bei ihm sind, sind die V. 29 genannten Jünger. - (46) Die Predigt ist die Hauptaufgabe, zu welcher die Wunder als göttliche Siegel hinzutraten, die Sendung und Lehre zu bestätigen, das Erbarmen des Herrn zu zeigen und die Menschen zur Annahme seiner Lehre zu bestimmen. - (47) Als Gott, wie [Lk 4,33]. gesandt: als Mensch. - (48) So zeigt er, dass der Alte und der Neue Bund denselben Urheber haben. - (49) Wen sein Wort nicht an ihn zieht, soll die Größe der Wunder belehren. - (50) Diese Krankheit bereitete viele Schmerzen und trennte den Kranken vom Umgange mit anderen. Sie galt als eine besondere Heimsuchung Gottes. - (51) Er erkennt die Macht des Herrn im Glauben an und bekennt in Demut seine Unwürdigkeit. - (52) Wer einen Aussätzigen berührte, wurde unrein. Christus zeigt, dass er Herr des Gesetzes ist und heilt durch die Berührung seiner heil. Menschheit. - (53) Befahl ihm mit strengen Worten fortzugehen. - (54) Der Heiland will nicht, dass die Kunde von der Heilung den irdischen Erwartungen der Juden zur Bestärkung diene. - (55) Die Erklärung des Priesters gab ihn der Gemeinschaft der Menschen zurück [3Mos 14,2]. folg. Vergl. [Mt 8,Anm.7]. - (56) Die Heilung. Es konnte nicht verborgen bleiben, dass er geheilt war, und vielleicht fasste er das Verbot Christi auch so auf, dass er schweigen sollte, bis er sich den Priestern gezeigt. - Weitere Kapitel: 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |

Diese Kategorie enthält zurzeit keine Seiten oder Medien.