Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk11

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Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Marcum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Markus - Kap. 11

Jesus hält seinen feierlichen Einzug in Jerusalem. (V. 11) Christus verflucht den unfruchtbaren Feigenbaum und sagt die Zerstörung des Tempels vorher. (V. 26) Die Pharisäer fragen den Herrn nach seiner Vollmacht.

1. Et cum appropinquarent Jerosolymæ, et Bethaniæ ad montem Olivarum, mittit duos ex discipulis suis,
2. Et ait illis: Ite in castellum, quod contra vos est, et statim introeuntes illuc, invenietis pullum ligatum, super quem nemo adhuc hominum sedit: solvite illum, et adducite.
3. Et si quis vobis dixerit: Quid facitis? dicite, quia Domino necessarius est: et continuo illum dimittet huc.
4. Et abeuntes invenerunt pullum ligatum ante januam foris in bivio: et solvunt eum.
5. Et quidam de illic stantibus dicebant illis: Quid facitis solventes pullum?
6. Qui dixerunt eis sicut præceperat illis Jesus, et dimiserunt eis.
7. Et duxerunt pullum ad Jesum: et imponunt illi vestimenta sua, et sedit super eum.
8. Multi autem vestimenta sua straverunt in via: alii autem frondes cædebant de arboribus, et sternebant in via.
9. Et qui præibant, et qui sequebantur, clamabant, dicentes: Hosanna:
10. Benedictus, qui venit in nomine Domini: benedictum quod venit regnum patris nostri David: Hosanna in excelsis.
11. Et introivit Jerosolymam in templum: et circumspectis omnibus, cum jam vespera esset hora, exiit in Bethaniam cum duodecim.
12. Et alia die cum exirent a Bethania, esuriit.
13. Cumque vidisset a longe ficum habentem folia, venit si quid forte inveniret in ea: et cum venisset ad eam, nihil invenit præter folia: non enim erat tempus ficorum.
14. Et respondens dixit ei: Jam non amplius in æternum ex te fructum quisquam manducet. Et audiebant discipuli ejus.
15. Et veniunt Jerosolymam. Et cum introisset in templum, cœpit ejicere vendentes, et ementes in templo: et mensas nummulariorum, et cathedras vendentium columbas evertit.
16. Et non sinebat ut quisquam transferret vas per templum:
17. Et docebat, dicens eis: Nonne scriptum est: Quia domus mea, domus orationis vocabitur omnibus gentibus? Vos autem fecistis eam speluncam latronum.
18. Quo audito principes sacerdotum, et Scribæ quærebant quomodo eum perderent: timebant enim eum, quoniam universa turba admirabatur super doctrina ejus.
19. Et cum vespera facta esset, egrediebatur de civitate.
20. Et cum mane transirent, viderunt ficum aridam factam a radicibus.
21. Et recordatus Petrus, dixit ei: Rabbi, ecce ficus, cui maledixisti, aruit.
22. Et respondens Jesus ait illis: Habete fidem Dei.
23. Amen dico vobis, quia quicumque dixerit huic monti: Tollere, et mittere in mare, et non hæsitaverit in corde suo, sed crediderit, quia quodcumque dixerit, fiat, fiet ei.
24. Propterea dico vobis, omnia quæcumque orantes petitis, credite quia accipietis, et evenient vobis.
25. Et cum stabitis ad orandum, dimittite si quid habetis adversus aliquem: ut et Pater vester qui in cœlis est, dimittat vobis peccata vestra.
26. Quod si vos non dimiseritis: nec Pater vester, qui in cœlis est, dimittet vobis peccata vestra.
27. Et veniunt rursus Jerosolymam. Et cum ambularet in templo, accedunt ad eum summi sacerdotes, et Scribæ, et seniores:
28. Et dicunt ei: In qua potestate hæc facis? et quis dedit tibi hanc potestatem ut ista facias?
29. Jesus autem respondens, ait illis: Interrogabo vos et ego unum verbum, et respondete mihi: et dicam vobis in qua potestate hæc faciam.
30. Baptismus Joannis, de cœlo erat, an ex hominibus? Respondete mihi.
31. At illi cogitabant secum, dicentes: Si dixerimus, de cœlo, dicet, Quare ergo non credidistis ei?
32. Si dixerimus, Ex hominibus, timemus populum: omnes enim habebant Joannem quia vere propheta esset.
33. Et respondentes dicunt Jesu: Nescimus. Et respondens Jesus ait illis: Neque ego dico vobis in qua potestate hæc faciam.

1. Und als sie sich Jerusalem und Bethanien am Ölberge näherten,1 sandte er zwei von seinen Jüngern ab,2 [Mt 21,1, Lk 19,29]
2. und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der da vor euch liegt,3 und sogleich, wenn ihr in demselben hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen ist; bindet es los, und bringt es.
3. Und wenn euch jemand fragt: Was tut ihr? so saget: Der Herr bedarf seiner. Und sogleich wird er es hierher lassen.4
4. Da gingen sie hin, und fanden das Füllen, angebunden an der Türe, draußen ab der Wegscheide;5 und sie banden es los.
5. Und einige von denen, die dastanden, sagten zu ihnen: Was tut ihr, dass ihr das Füllen losbindet?
6. Sie aber sprachen, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und diese überließen es ihnen.
7. Da führten sie das Füllen zu Jesus, und sie legten ihre Oberkleider darüber, und er setzte sich auf dasselbe. [Joh 12,14]
8. Viele aber breiteten ihre Oberkleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg.6
9. Und die vorangingen, und die nachfolgten, schrien und sprachen: Hosanna! [Mt 21,9]
10. Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn; hochgelobt sei das Reich unseres Vaters David,7 das da kommt! Hosanna in der Höhe! [Ps 117,26, Mt 21,9, Lk 19,38]
11. Und er zog ein in Jerusalem, und ging in den Tempel.8 Und nachdem er alles ringsherum angesehen hatte,9 ging er, als bereits der Abend gekommen war, hinaus nach Bethanien10 mit den Zwölfen. [Mt 21,9]
12. Des anderen Tages aber, da sie von Bethanien fortgingen, hungerte ihn.
13. Und da er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hinzu, ob er wohl11 etwas an ihm fände; als er aber zu ihm hinkam, fand er nichts als Blätter; es war nämlich nicht die Feigenzeit. [Mt 21,19]
14. Und er hob an, und sprach zu ihm: Niemals mehr esse in Ewigkeit jemand eine Frucht von dir!12 Und seine Jünger hörten es.
15. Und sie kamen nach Jerusalem. Und da er in den Tempel13 gegangen war, fing er an, die Verkäufer und Käufer im Tempel auszutreiben; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenhändler warf er um.
16. Und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gefäß durch den Tempel hindurch trug.14
17. Und er lehrte, und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes heißen15 für alle Völker? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.16 [Mt 21,13]
18. Als die Hohenpriester und Schriftgelehrten dies hörten, suchten sie, wie sie ihn verderben könnten;17 denn sie fürchteten ihn, weil das ganze Volk von Bewunderung ergriffen war über seine Lehre.
19. Da es nun Abend geworden war, ging er zur Stadt hinaus.18
20. Und als sie des Morgens am Feigenbaume vorübergingen, sahen sie, dass er von der Wurzel an verdorrt war.19
21. Da erinnerte sich Petrus, und sprach zu ihm: Meister! Siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorret.
22. Und Jesus antwortet, und sprach zu ihnen: Habet Glauben an Gott!
23. Wahrlich, ich sage euch, wer immer zu diesem Berge spricht: Hebe dich, und stürze dich in´s Meer! Und er zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, dass alles, was er sagt, geschehen werde; es wird ihm geschehen.20 [Mt 21,21]
24. Darum sage ich euch: Alles was ihr immer im Gebete erbittet, glaubet, dass ihr es erhalten werdet, so wird es euch werden. [Mt 7,7, Mt 21,22, Lk 11,9]
25. Und wenn ihr stehet,21 um zu beten, so vergebet, wenn ihr etwas gegen jemand habet, damit auch euer Vater, der im Himmel ist, euch eure Sünden vergebe. [Mt 6,14, Mt 18,35]
26. Wenn aber ihr nicht vergebet, so wird auch euer Vater, der im Himmel ist, euch eure Sünden nicht vergeben.
27. Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte,22 traten die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Ältesten zu ihm, [Mt 21,23]
28. und sprachen zu ihm: Kraft welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun?23 [Lk 20,1]
29. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen;24 antwortet mir darauf, so will ich euch sagen, kraft welcher Vollmacht ich dies tue.
30. Die Taufe des Johannes – war sie vom Himmel, oder von Menschen? Antwortet mir!
31. Sie aber dachten bei sich,25 und sprachen: Sagen wir: Vom Himmel, so wird er sagen: Warum also habt ihr ihm nicht geglaubt?
32. Sagen wir: Von Menschen,26 so fürchten wir das Volk. Denn alle hielten den Johannes für einen wahren Propheten.
33. Daher antworteten sie Jesus, und sprachen: Wir wissen es nicht. Und Jesus erwiderte, und sprach zu ihnen: So sage auch ich nicht, kraft welcher Vollmacht ich dieses tue.

Fußnote

Kap. 11 (1) Über die Zeit, siehe [Mt 21,1]. – (2) Von Bethphage aus [Mt 21,1] - (3) Wohin, steht nicht fest. - (4) Der Heiland löst die Schwierigkeit, welche sich die Jünger wohl stellten. Wie viel Wunder vereinigen sich hier! (Vikt., Theoph.) - (5) In der das Haus umgebenden Straße. - (6) Bei öffentlichen feierlichen Prozessionen pflegte man grüne Zweige zu tragen. Vergl. [1Mak 13,51, 2Mak 10,7]. - (7) Gott segne das Reich des Messias. - (8) Christus zeigt, welcher Art das messianische Reich ist. - (9) Als Herr (Euth.). - (10) Dort hatte man ihm dauernde Gastfreundschaft gewährt. – (11) Griech.: also, nämlich weil der Baum schon Blätter trug; es ist der Monat April, während die Bäume gewöhnlich im Juni und August trugen. – (12) Die Worte sind bedeutungsvoll für den Baum und für das, was er vorstellt, die Synagoge, das Volk Israel. Vergl. [Mt 21,Anm.38] – (13) In die äußere Vorhalle, wie das Folgende zeigt. - (14) Als ob der Tempel ein Durchgang sei. - (15) Wird sein und soll sein [Jes 56,7]. - (16) Weil die Kaufleute oft ungerechten Gewinn suchten (Vikt., Theoph.) und dies am heiligen Orte, ohne dass die Priester es hinderten. Ähnlich [Jer 7,11]. Dem heil. Hieronymus scheint dies das größte aller Wunder, dass niemand dem Heilande zu widerstehen wagt. - (17) Siehe [Mt 21,46]. Gleichzeitig zeigt sich wie ohnmächtig sie sind. - (18) Die Reinigung des Tempels fand also nicht am Tage des Einzuges statt. - (19) Christus sagt ihnen noch nichts von der Bedeutung des Wunders, da sie nicht darnach fragen. - (20) Sprichwort, so schon [Sach 4,7]. Dieser Glaube, der alles Schwanken ausschließt, ist ein besonderes Geschenk Gottes, dessen Gewährung zugleich Unterpfand der Erhörung ist. - (21) Die Juden standen meistens beim Beten, indes warfen sie sich auch zur Erde, wie Christus [Mt 26,39]. Christus wählt unter den verschiedenen Bedingungen des Gebetes eine aus, wie er von den Bitten des Vaterunser die fünfte ausführlich erklärt [Mt 6,14.15]. - (22) Lehrend. [Mt 21,23, Lk 20,1] - (23) Sie zielen besonders auf den Einzug und die Tempelreinigung. Die Antwort soll ihnen eine Waffe zu neuem Angriffe geben. - (24) Die Frage Jesu enthält die Antwort auf ihre Frage. - (25) Sich zurückziehend. - (26) Griech.: Aber sagen wir: Aus den Menschen? So fürchteten sie das Volk. Sie fragen nicht: Was ist wahr? Sondern widerstehen der erkannten Wahrheit, sobald diese dem Heilande günstig ist. Ebenso verächtlich macht sie ihre Furcht vor dem Volke. Urteilt dieses falsch, so ist es ihre strengste Pflicht, es zu belehren. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |

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