Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11

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Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Mattæum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Matthäus - Kap. 11

Zeugnis des heil. Johannes und Verstockung des Volkes. (11.) Sendung des heil. Johannes des Täufers an Jesus (V. 6) Zeugnis Christi von Johannes. (V. 15) Unbußfertigkeit des Volkes: Strafdrohungen. (V. 34) Wer ist zum messianischen Reiche berufen?

1. Et factum est, cum consummasset Jesus, præcipiens duodecim discipulis suis, transiit inde ut doceret, et prædicaret in civitatibus eorum.
2. Joannes autem cum audisset in vinculis opera Christi, mittens duos de discipulis suis.
3. Ait illi: Tu es, qui venturus es, an alium exspectamus?

4. Et respondens Jesus ait illis: Euntes renuntiate Joanni quæ audistis, et vidistis.
5. Cæci vident, claudi ambulant, leprosi mundantur, surdi audiunt, mortui resurgunt, pauperes evangelizantur:
6. Et beatus est, qui non fuerit scandalizatus in me.
7. Illis autem abeuntibus, cœpit Jesus dicere ad turbas de Joanne: Quid existis in desertum videre? arundinem vento agitatam?

8. Sed quid existis videre? hominem mollibus vestitum? Ecce qui mollibus vestiuntur, in domibus regum sunt.

9. Sed quid existis videre? prophetam? Etiam dico vobis, et plus quam prophetam.
10. Hic est enim, de quo scriptum est: Ecce ego mitto angelum meum ante faciem tuam, qui præparabit viam tuam ante te.
11. Amen dico vobis, non surrexit inter natos mulierum major Joanne Baptista: qui autem minor est in regno cœlorum, major est illo.
12. A diebus autem Joannis Baptistæ usque nunc, regnum cœlorum vim patitur, et violenti rapiunt illud.

13. Omnes enim prophetæ, et lex usque ad Joannem prophetaverunt:
14. Et si vultis recipere, ipse est Elias, qui venturus est.
15. Qui habet aures audiendi, audiat.
16. Cui autem similem æstimabo generationem istam? Similis est pueris sedentibus in foro: qui clamantes coæqualibus.

17. Dicunt: Cecinimus vobis, et non saltastis: lamentavimus, et non planxistis.

18. Venit enim Joannes neque manducans, neque bibens, et dicunt: Dæmonium habet.
19. Venit Filius hominis manducans, et bibens, et dicunt: Ecce homo vorax, et potator vini, publicanorum, et peccatorum amicus. Et justificata est sapientia a filiis suis.
20. Tunc cœpit exprobrare civitatibus, in quibus factæ sunt plurimæ virtutes ejus, quia non egissent pœnitentiam.
21. Væ tibi Corozain, væ tibi Bethsaida: quia si in Tyro, et Sidone factæ essent virtutes, quæ factæ sunt in vobis, olim in cilicio, et cinere pœnitentiam egissent.
22. Verumtamen dico vobis: Tyro, et Sidoni remissius erit in die judicii, quam vobis.
23. Et tu Capharnaum, numquid usque in cœlum exaltaberis? usque in infernum descendes: quia, si in Sodomis factæ fuissent virtutes, quæ factæ sunt in te, forte mansissent usque in hanc diem.
24. Verumtamen dico vobis, quia terræ Sodomorum remissius erit in die judicii, quam tibi.
25. In illo tempore respondens Jesus dixit: Confiteor tibi Pater, Domine cœli et terræ, quia abscondisti, hæc a sapientibus, et prudentibus, et revelasti ea parvulis.
26. Ita Pater: quoniam sic fuit placitum ante te.
27. Omnia mihi tradita sunt a Patre meo. Et nemo novit Filium, nisi Pater: neque Patrem quis novit, nisi Filius, et cui voluerit Filius revelare.


28. Venite ad me omnes, qui laboratis, et onerati estis, et ego reficiam vos.
29. Tollite jugum meum super vos, et discite a me, quia mitis sum, et humilis corde: et invenietis requiem animabus vestris.
30. Jugum enim meum suave est, et onus meum leve.


1. Und es begab sich,1 als Jesus die Weisungen an seine zwölf Jünger vollendet hatte, ging er von da2 weg, um in ihren Städten zu lehren3 und zu predigen.4
2. Als aber Johannes im Gefängnisse5 die Werke Christi6 vernahm, sandte er zwei aus seinen Jüngern [Lk 7,18].
3. und ließ ihm sagen: Bist du der, der da kommen soll,7 oder haben wir einen anderen zu erwarten?
4. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Gehet hin, und verkündet dem Johannes, was ihr gehört und gesehen habt:
5. Blinde sind sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird die frohe Botschaft verkündet;8 [Jes 35,5, Jes 61,1].
6. und selig ist, wer sich an mir nicht ärgert!9
7. Während aber diese hinweggingen, fing Jesus an, zu dem Volke von Johannes zu reden: Was10 seid ihr in die Wüste hinausgegangen11 zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde hin und her bewegt wird?12 [Lk 7,24].
8. Oder,13 was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichlichen Kleidern angetan? Siehe, die da weichliche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige.
9. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten?14 Ja, ich sage euch, einen, der mehr ist als ein Prophet.15
10. Denn dieser ist´s, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir her bereiten soll. [Mk 1,2, Lk 7,27].
11. Wahrlich, ich sage euch, unter den von Weibern geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes, der Täufer; der Geringste aber im Himmelreich ist größer als er!16
12. Aber17 von den Tagen Johannes, des Täufers, an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt brauchen, reißen es an sich.18
13. Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes19 haben geweissaget;
14. und wenn ihr es annehmen wollet,20 er selber ist Elias, der da kommen soll. [Mal 4,5].
15. Wer Ohren hat zu hören, der höre!21
16. Wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen?22 Es ist Kindern gleich, die auf dem Markte sitzen, und ihren Gespielen zurufen,
17. und sagen: Wir haben euch geflötet,23 und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geklagt.24
18. Denn Johannes kam, er aß und trank nicht,25 und sie sagen: Er hat den Teufel!26
19. Der Menschensohn kam, er isst und trinkt,27 und sie sagen: Sehet,28 er ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und die Weisheit ward von ihren Kindern gerechtfertigt.29
20. Alsdann30 fing er an,31 die Städte zu strafen, in welchen sehr viele Wunder geschehen waren, darum dass sie nicht Buße getan hatten.32
21. Wehe33 dir Korozain! wehe dir, Bethsaida!34 denn wenn in Thyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, welche in euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche35 Buße getan.36 [Lk 10,13].
22. Allein ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes, als euch.37
23. Und du, Kapharnaum! wirst du etwa bis in den Himmel erhöht werden?38 Bis in die Hölle wirst du hinabsteigen; denn wenn in Sodoma39 die Wunder geschehen wären, welche in dir geschehen sind, es stünde wohl40 bis auf diesen Tag.
24. Jedoch ich sage euch, dem Lande der Sodomiter wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes als dir.
25. Zu jener Zeit41 nahm Jesus das Wort,42 und sprach: Ich preise dich,43
Vater, Herr des Himmels und der Erde! Dass du dieses vor Weisen44 und Klugen45 verborgen, Einfältigen46 aber offenbaret hast.47
26. Ja,48 Vater! weil es also wohlgefällig gewesen ist vor dir.
27. Alles ist mir von meinem Vater übergeben;49 und niemand kennt50 den Sohn außer der Vater; und auch den Vater kennet niemand außer der Sohn, und wem es der Sohn offenbaren will. [Joh 6,46, Joh 7,28, Joh 8,19, Joh 10,15].
28. Kommet zu mir alle, die ihr mühselig und beladen51 seid, und ich werde euch erquicken!52
29. Nehmet mein Joch auf euch,53 und lernet von mir;54 denn ich bin sanftmütig und demütigen Herzens; so werdet ihr Ruhe finden55 für eure Seelen.56 [Jer 6,16].
30. Denn mein Joch ist süß, und meine Bürde leicht.57



Fußnote

Kap. 11 (1) Der heil. Johannes gibt dem Herrn vor dem Volke Zeugnis, doch vergebens. Christus weist strafend auf die mannigfachen Weisen hin, wie Gott das Volk gerufen, doch auch dies umsonst. Nach [Lk 9] wurden die Apostel erst nach der Gesandtschaft des heil. Johannes ausgesendet. - (2) Von einem Orte Galiläas [Mt 9,35]. - (3) Während die Apostel ausgesendet sind, lehrt auch Christus öffentlich oder privatim. – (4) Wie ein Gesandter, der Vollmacht hat. - (5) In einem Castelle im Süden Peräas, nicht weit von Kiriathaim. Seine Jünger hatten unschwer Zugang zu ihm. - (6) Die Wunder [Joh 5,36; Lk 7,38] des Messias. So hält der Evangelist die Meinung fern, der heil. Johannes wisse nicht, wer der sei, auf den er doch selbst als das Lamm Gottes gewiesen den er den Bräutigam genannt. [Mt 9,15] (Hier., Aug., Chrys.) Wenn Johannes aber nicht zweifelt, wozu die Frage? Wie der Heiland fragt, wo sie Lazarus hingelegt (Hil.), so fragt Johannes seiner Jünger halber [Mt 9,14] und um gleichsam durch Testament dem Volke die Mahnung zu lassen, den Messias anzuerkennen und ihm zu folgen. Da nämlich seine Jünger ihm von den Wundern Jesu berichteten, mussten sie auch von dem Verhalten des Volkes etwas sagen. Johannes sieht die Gefahr, in der er schwebt, und will es retten durch eine öffentliche Erklärung Christi, dass er der Messias sei. (Orig.) - (7) Nach [1Mos 49,10, Ez 21,27] und wegen der allgemeinen Erwartung. - (8) Wie sonst, so weist Christus hier auf die Werke hin, welche von ihm Zeugnis geben, da [Jes 35,1, Jes 61,1] dieselben vorhergesagt. Christus heilt die Folgen der Sünde, um sich als Erlöser von derselben zu offenbaren. - (9) Weil ich in Demut, Armut und Leiden erscheine. Vergl. [Jes 53,1.4]. - (10) Johannes Absicht wird durch die Strafrede Christi an das Volk offenbar. - (11) Habt ihr euch die Mühe gemacht. - (12) Zur Zeit jener großen Bewegung, als Johannes am Jordan auftrat. [Mt 3,5] Am Ufer des Jordans wuchs viel Schilf. Andere erklären: Ihr habt gesehen, dass Johannes kein solches Rohr ist, d. i. er sandte seine Jünger nicht, weil er zweifelte. - (13) Wenn nicht dazu, wozu also? Der Heiland stellt Fragen, damit sie in sich gehen und sich die Antwort geben - (14) Wenn also einen Propheten, wie seid ihr zu entschuldigen, dass ihr ihm nicht gefolgt? - (15) [Lk 7,28]. An Würde über den Propheten. Dies zeigt sich auch in Allem, was das Evangelium von ihm erzählt. - (16) Im Reiche, das Johannes angekündigt und Christus verkündet, also im messianischen Reiche. Die Würde und der Stand des alten und des neuen Reiches werden verglichen. Vergl. [Gal 4,1-7, Gal 4,22-31]. Johannes starb, ehe Christus seine Kirche begründete. - (17) Im Gegensatz zu den Vorhergehenden. - (18) Die Ausleger erklären diesen Text verschieden. Die einen fassen das Wort Gewalt leiden in dem Sinne von: bekämpft werden. Dass das Himmelreich in der Tat seit dem Auftreten des heil. Johannes Anfeindungen ausgesetzt war, geht aus [Mt 3,7-10] und aus V. 18 dieses Kap. Hervor. Zudem sprach Christus zuvor von dem Reiche Gottes auf Erden, nicht im Himmel. Andere erklären die Worte in gutem Sinne: Das Reich Gottes wird denen zuteil, welche es mit Eifer suchen (Chrys., Cyrill., Aller., Ambr., Hier.). Die es an sich reißen, sind die Sünder, Zöllner und Heiden, welche es den Juden gleichsam wegnehmen und sich aneignen. (Hil., Ambr., Greg.) - (19) Mit Johannes hört die Verkündigung auf. - (20) Christus bequemt sich der Fassungskraft der Juden so an, dass sie erkennen müssen, wie er sich als Messias kundgibt. Siehe [Mt 17,10 und Mk 9,10]. Die Meinung der Juden entstammt [Mal 4,5]. Der Zusatz „Wenn ihr wollt“ zeigt, dass Johannes nicht im eigentlichen, sondern im uneigentlichen Sinne Elias ist. Elias soll vor der zweiten Ankunft Christi kommen; Johannes kam vor der ersten, die gleichfalls ein Gericht war, weshalb er den Messias auch als Richter verkündet [Mt 3,12]. Elias bekehrt die Abgefallenen, ebenso Johannes [Lk 1,17]. - (21) Bezieht sich auf V. 14 und von da rückwärts bis V. 7. - (22) Sie bedürfen der Mahnung. Der Herr nimmt den V. 7 begonnenen Tadel auf, indem er die Unverbesserlichkeit der Juden zeigt. - (23) Wie bei einer Hochzeit. - (24) Was auch die einen tun, die anderen haben immer etwas zu tadeln. - (25) Aß kein Brot und trank keinen Wein. [Lk 7,33]. - (26) Diesen Vorwurf lesen wir nur hier. - (27) Führt das gewöhnliche Leben anderer. - (28) Was kann von ihm Gutes kommen? Vergl. [Joh 9,16.24] Der heil. Johannes tat keine Wunder, deshalb musste eine aller Augen sichtbare Heiligkeit seinen Worten Glauben verschaffen, Christus bezeugt seine Sendung durch Wunder aller Art. (Thom.) Der Täufer predigte Buße und musste also selbst das Vorbild derselben geben, Christus lädt zum Eintritt in das Reich Gottes ein und gewährt Friede und Freude, einen Vorgeschmack der künftigen Glückseligkeit. (Cyr., Al.) Johannes endlich war nur berufen Zeugnis zu geben von dem Lichte, Christus will alle an sich ziehen und allen ein Vorbild sein. - (29) Die von Gott belehrt waren, alle Gläubigen, erkannten in beiden Gottes weise Absicht. Wer diese sind, erklärt V. 25-27. - (30) Dieser Ausdruck kehrt bei Matthäus etwa 90 Mal wieder und bezeichnet nicht notwendig die Zeitfolge (Aug.). - (31) Er tat es also öfter. Zugleich will der Evangelist mit größerem Nachdruck erzählen. - (32) Vergl. [Mt 4,17]. - (33) Jesus, der gekommen war, selig zu machen, ruft Wehe. Mit welchem Rechte, zeigen die für das auserwählte Volk so beschämenden Vergleiche. Die anderen Völker gelten ihm als Sünder und Blinde, sich selbst hält es für den Lehrer derselben. - (34) Beide Städte liegen nicht weit von Kapharnaum. Aus Bethsaida stammten Petrus, Andreas und Philippus [Joh 1,44]. - (35) In Bußkleidern auf dem Boden sitzend und das Haupt mit Asche bestreut. - (36) Buße tun ist nach dem griech. Worte im Herzen tun, was die geschilderten Taten besagen: sich von der Sünde abwenden und sich selbst strafen. Christus wusste sicher und unfehlbar, was geschehen wäre, wenn die Bedingung ihre Verwirklichung gefunden hätte. Warum aber hat der Herr dann nicht in Thyrus und Sidon gepredigt und Wunder getan? Weil er dazu nicht verpflichtet war, da Wunder außerordentliche Gnaden sind, jene Städte aber ausreichende Gnaden hatten, um dem Verderben zu entgehen. - (37) Wo größere Erkenntnis, da ist auch die Verstockung sträflicher. Vergl. [Jer 3,11, Ez 16,48.51]. - (38) Du wirst dich doch nicht etwa (vielleicht durch Teilnahme an der Herrlichkeit des Messias) bis zum Himmel erheben? Nein, sondern… Man weiß nicht mehr, wo die Stadt gestanden, die Einwohner aber sind in der Verdammnis. - (39) Durch die Beifügung von Sodoma wird die Anklage schwerer. - (40) Der heil. Hieronymus übersetzt so eine griechische Partikel, die aber im Griechischen keinen Zweifel andeutet und die er sonst, z. B. V. 21, oft mit Recht weglässt. - (41) Als Christus und die Apostel predigten. - (42) Dies Wort wird gebraucht, wenn etwas im Anschluß an Worte oder Taten gesagt wird, was jenen entspricht und ihnen gleichsam seinen Ursprung verdankt. - (43) So übersetzten Chrys., Bed., Thom. und erklärt es Hieron. - (44) Den Weisen nach dem Fleische, die Paulus beschreibt [Roem 2,17]. - (45) Die sich selbst dafür halten und deshalb Christi Lehre verschmähen, wie ihre Väter die Mahnungen der Propheten. - (46) Den Aposteln und Gläubigen. - (47) Christi messianische Würde (V. 27). Diese Worte des Herrn gelten übrigens für alle Zeiten. Vor den Weisen und Klugen hat Gott nicht im eigentlichen Sinne die Hoheit Christi verborgen, denn Jesus tat Wunder wie kein Mensch. Aber da sie den Gnaden, die ihnen Gott gewährte, widerstanden, gab ihnen der Herr keine größeren, welche ihre Bosheit überwanden, sondern überließ sie ihrer Verblendung. - (48) Ich preise dich. - (49) Der menschlichen Natur nach. - (50) Nach dem Griech.: Vollkommen, gleichsam der Natur nach (Chrys., Hil., Hier.). - (51) Womit beladen, wird mannigfaltig erklärt: mit Sünden (Chrys., Hier., Aug.), mit der Last der pharisäischen Satzungen (Theophyl.), mit den Leiden und Versuchungen des Lebens. Den Gegensatz zu diesen bilden die Weisen und Klugen V. 25. - (52) Wozu soll die Erquickung dienen? - (53) Das Joch wird beschrieben im zweiten Teile: - (54) Und lernet. Seine Lehre also sollen sie annehmen und üben (Euth., Hil., Bed., Thom.). Traget kein Bedenken, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, ich verachte Niemanden und komme gern jedem zu Hilfe (Hil.). Wer möchte sich einen Augenblick besinnen, sich einem Lehrer anzuschließen, der bei seiner Allmacht und höchsten Weisheit so lieb und hilfsbereit ist? Einige erklären: Lernet von mir, dass ich sanftmütig bin usw. Aber Christus erklärt hier nicht, welches seine Lehre ist, sondern welcher Lehrer er ist. - (55) Zweiter Grund, weshalb wir uns ihm anschließen sollen: Jeder will glücklich sein; nur bei ihm ist wahres Glück zu finden. - (56) Hebraismus: für euch. - (57) Dritter Grund: Es ist das Joch eines wohlwollenden Lehrers. Vergl. [Apg 15,10]. Leicht wird Verzeihung erlangt und Gnade wird gespendet, die alles süß macht. Dem steht also [Mt 7,13.14] und [Mt 10,38] nicht entgegen. Die vorstehende Erzählung findet sich nur bei Matthäus. Dieser Umstand, wie das zwei Mal gebrauchte Wort „Joch“ lassen die Worte besonders vom alten durch die Pharisäer noch schwerer gemachten Bunde und dem neuen des Heilandes verstehen.



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