Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Klagel02

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Threni, id est lamentationes Jeremiæ prophetæ.. Caput II.

Threni, das ist Klagelieder des Propheten Jeremias. Kap.2


2. Zweites Klagelied. (Kap. 2) A. Das furchtbare Gottesgericht. (V. 10) B. Wehklagen über das Elend. (V. 17) C. Aufforderung zum Gebet. Flehen zu Gott.

ALEPH.
1. Quomodo obtexit caligine in furore suo Dominus filiam Sion: projecit de cœlo in terram inclytam Israel, et non est recordatus scabelli pedum suorum in die furoris sui.
BETH.
2. Præcipitavit Dominus, nec pepercit, omnia speciosa Jacob: destruxit in furore suo munitiones virginis Juda, et dejecit in terram: polluit regnum, et principes ejus.
GHIMEL.
3. Confregit in ira furoris sui omne cornu Israel: avertit retrorsum dexteram suam a facie inimici: et succendit in Jacob quasi ignem flammæ devorantis in gyro: br/> DALETH.
4. Tetendit arcum suum quasi inimicus, firmavit dexteram suam quasi hostis: et occidit omne, quod pulchrum erat visu in tabernaculo filiæ Sion, effudit quasi ignem indignationem suam.
HE.
5. Factus est Dominus velut inimicus: præcipitavit Israel, præcipitavit omnia mœnia ejus: dissipavit munitiones ejus, et rreplevit in filia Juda humiliatum et humiliatam.
VAU.
6. Et dissipavit quasi hortum tentorium suum, demolitus est tabernaculum suum: oblivioni tradidit Dominus in Sion festivitatem, et sabbatum: et in opprobrium, et in indignationem furoris sui regem, et sacerdotem.
ZAIN.
7. Repulit Dominus altare suum, maledixit sanctificationi suæ: tradidit in manu inimici muros turrium ejus: vocem dederunt in domo Domini, sicut in die solemni.
HETH.
8. Cogitavit Dominus dissipare murum filiæ Sion: tetendit funiculum suum, et non avertit manum suam a perditione: luxitque antemurale, et murus pariter dissipatus est.

TETH.
9. Defixæ sunt in terra portæ ejus: perdidit, et contrivit vectes ejus: regem ejus et principes ejus in gentibus: non est lex, et prophetæ ejus non invenerunt visionem a Domino.

JOD.
10. Sederunt in terra, conticuerunt senes filiæ Sion: consperserunt cinere capita sua, accincti sunt ciliciis, abjecerunt in terram capita sua virgines Jerusalem.
CAPH.
11. Defecerunt præ lcrimis oculi mei, conturbata sunt viscera mea: effusum est in terra jecur meum super contritione filiæ populi mei, cum deficeret parvulus, et lactens in plateis oppidi.
LAMED.
12. Matribus suis dixerunt: Ubi est triticum et vinum? Cum deficerent quasi vulnerati in plateis civitatis: cum exhalarent animas suas in sinu matrum suarum.
MEM.
13. Cui comparabo te? Vel cui assimilabo te filia Jerusalem? cui exæquabo te, et consolabor te virgo filia Sion? Magna est enim velut mare contritio tua: quis medebitur tui?

NUN.
14. Prophetæ tui viderunt tibi falsa, et stulta, nec aperiebant iniquitatem tuam, ut te ad pœnitentiam provocarent: viderunt autem tibi assumptiones falsas, et ejectiones.

SAMECH.
15. Plauserunt super te manibus omnes transeuntes per viam: sibilaverunt, et moveruntcaput sum super filiam Jerusalem: Hæccine est urbs, dicentes, perfecti decoris, gaudium universæ terræ?
PHE.
16. Aperuerunt super te os suum omnes inimici tui: sibilaverunt, et fremuerunt dentibus, et dixerunt: Devorabimus: en ista est dies, quam exspectabamus: invenimus, vidimus.

AIN.
17. Fecit Dominus quæ cogitavit, complevit sermonem suum, quem præceperat a diebus antiquis: destruxit, et non pepercit, et lætificavit super te inimicum, et exaltavit cornu hostium tuorum.

SADE.
18. Clamavit cor eorum ad Dominum super muros filiæ Sion: Deduc quasi torrentem lacrimas per diem, et noctem: non des requiem tibi neque taceat pupilla oculi tui.
COPH.
19. Consurge, lauda in nocte in principio vigiliarum: effunde sicut aquam cor tuum ante conspectum Domini: leva ad eummanus tuas pro anima parvulorum tuorum, qui defecerunt in fame in capite omnium compitorum.
RES.
20. Vide Domine, et considera quem vindemiaveris ita: ergone comedent mulieres fructum suum, parvulos ad mensuram palmæ? Si occiditur in sanctuario Domini sacerdos, et propheta?
SIN.
21. Jacuerunt in terra foris puer, et senex: virgines meæ, et juvenes mei ceciderunt in gladio: interfecisti in die furoris tui: percussisti, nec misertus es.

THAU.
22. Vocasti quasi ad diem solemnem, qui terrerent me de circuitu, et non fuit in die furoris Domini qui efflugeret, et elinqueretur: quos educavi, et enutrivi, inimicus meus consumpsit eos.



Aleph.
1. Wie hat der Herr in seinem Grimme1 die Tochter Sion mit Finsternis2 umhüllt! Vom Himmel warf er zur Erde nieder die Zier Israels3 und gedachte des Schemels seiner Füße nicht am Tage seines Zornes.4
Beth.
2. Ohne Schonung hat der Herr Verderben bereitet aller Anmut Jakobs;5 er brach in seinem Grimme die Festen der Jungfrau Juda und warf sie zu Boden, entweihte das Reih und dessen Fürsten.6
Ghimel.
3. Zerschlagen hat er in seinem grimmigen Zorne jedes Horn Israels,7 zurückgezogen seine Rechte vor dem Angesichte des Feindes und ein Feuer in Jakob entzündet, dessen Flamme ringsum frißt.
Daleth.
4. Er spannte seinen Bogen wie ein Feind und machte seine Rechte stark wie ein Gegner,8 tötete9 alles, was der Augen Weide war in dem Gezelte der Tochter Sion, goss gleich Feuer seinen Grimm aus.10
He.
5. Der Herr ist dem Feinde gleich geworden, hat Israel gestürzt, gestürzt alle seine Mauern, zerstört seine Burgen und die Tochter Juda, Mann und Weib, mit Erniedrigung erfüllt.11
Vau.
6. Und wie einen Garten hat er sein Gezelt12 wüste gemacht,13 seine Wohnung14 verheert, der Vergessenheit hat der Herr in Sion Fest und Sabbat anheimgegeben,15 der Schmach und seinem grimmigen Zorne hat er König und Priester preisgegeben.16
Zain.
7. Verworfen hat der Herr seinen Altar, verflucht17 sein Heiligtum, in Feindes Hand die Mauern seiner Türme18 überliefert; lautes Geschrei erscholl im Hause des Herrn, als wäre es ein Festtag.19
Heth.
8. Der Herr hat beschlossen, die Mauer der Tochter Sion zu zerstören;20 er spannte seine Meßschnur21 und zog seine Hand nicht ab vom Vertilgen,22 in Trauer ist das Vorwerk versetzt und die Mauer ist zumal eingestürzt.23
Teth.
9. In den Boden gesunken sind ihre Tore,24 verdorben und zerbrochen hat er ihre Riegel, ihr König und ihre Fürsten sind unter den Völkern, nicht ist das Gesetz mehr da und ihre Propheten erlangen kein Gesicht mehr von dem Herrn.25
Jod.
10. Es sitzen am Boden schweigend die Ältesten der Tochter Sion, sie haben Asche auf ihre Häupter gestreut, sich mit Trauergewändern umgürtet, zur Erde senken ihr Haupt die Jungfrauen Jerusalems.26
Kaph.
11. Dahin schwinden meine Augen vor Tränen, mein Inneres ist erschüttert, meine Leber27 ergießt sich auf die Erde über die Vernichtung der Tochter meines Volkes, da Kind und Säugling verschmachtet in den Straßen der Stadt.28
Lamed.
12. Zu ihren Müttern sprachen sie: Wo ist Brot und Wein? Da sie verschmachteten, tödlich Verwundeten gleich, in den Straßen der Stadt, ihr Leben aushauchend in ihrer Mütter Schoß.
Mem.
13. Womit soll ich dich vergleichen?29 Oder was soll ich dir ähnlich finden, Tochter Jerusalem? Was soll ich dir gleichstellen, dass ich dich tröste, Jungfrau, Tochter Sion? Denn groß wie das Meer ist dein Elend, wer kann dich heilen?30
Nun.
14. Deine31 Propheten erschauten dir Trug und Torheit32 und deckten deine Verschuldung nicht auf, um dich zur Buße zu bewegen,33 sondern erschauten dir Sprüche34 des Truges und der Verstoßung.
Samech.
15. Es schlagen über dir die Hände zusammen alle, die des Weges vorüberziehen, sie zischen und schütteln ihr Haupt über die Tochter Jerusalem:35 Ist das die Stadt, sprechen sie, der Schönheit Vollkommenheit, die Wonne der ganzen Erde?
Phe.
16. Es reißen über dich ihren Mund auf36 alle deine Feinde, sie zischen und knirschen mit den Zähnen37 und sprechen: Lasset uns verschlingen!38 sehet, dies ist der Tag, auf den wir gewartet, wir haben ihn erlebt, wir haben ihn geschaut.
Ain.
17. So hat der Herr ausgeführt, was er beschlossen, er hat sein Wort erfüllt, das er von den Tagen der Vorzeit her entboten;39 er hat zerstört ohne Schonung, hat den Feind über dich frohlocken lassen und das Horn deiner Bedränger erhöht. [3Mos 26,14; 5Mos 28,15]
Sade.
18. Ihr Herz ruft zum Herrn ob der Mauern der Tochter Sion:40 Lass einem Strome gleich Tränen fließen Tag und Nacht, gönne dir nicht Ruhe und dein Augapfel raste nicht! [Jer 14,17; Klagel 1,16]
Koph.
19. Auf, rufe laut durch die Nacht41 beim Anfange der Nachtwachen, schütte wie Wasser dein Herz vor dem Antlitze des Herrn aus,42 hebe zu ihm deine Hände empor43 für44 das Leben deiner Kindlein, die vor Hunger verschmachten an den Ecken der Straßen!
Resch.
20. Siehe, o Herr! und schaue,45 an wem du also Weinlese gehalten!46 Sollen denn die Weiber ihre Leibesfrucht essen, Kindlein eine Spanne lang?47 Soll im Heiligtume des Herrn gemordet werden Priester und Prophet?48
Sin.
21. Es liegen zu Boden in den Straßen Knabe und Greis, meine Jungfrauen und meine Jünglinge sind durch das Schwert gefallen, du hast gewürgt am Tage deines Grimmes, hast erschlagen ohne Erbarmen!49
Thau.
22. Du beriefst, wie zu einem Festtage, die, welche mich schrecken sollten ringsum und niemand war am Tage des Grimmes des Herrn, der entrann und übrigblieb; die ich gepflegt und großgezogen, mein Feind hat sie vernichtet.50


Fußnote

Kap. 2 (1) Die Umstände kennzeichnen das furchtbare Strafgericht Gottes: die dichte Finsternis, das Niederwerfen vom Himmel zur Erde, der Untergang der Bundeslade. - (2) Die Finsternis ist das Bild des Unglückes. Einst bedeckte Gottes Herrlichkeit die Bundeslade in leuchtender Wolke, jetzt hat er die Stadt in Finsternis gehüllt und sie in seinem Zorne mit Sturm heimgesucht. - (3) Die Stadt Jerusalem ist vom strahlenden Gipfel ihrer alle Städte des Reiches übertreffenden Schönheit herabgestürzt in das äußerste Elend und die schlimmste Verachtung. Die Redeweise erinnert an [Jes 14,12]. - (4) Ohne Rücksicht darauf, dass er zwischen den Cherubim der Bundeslade gegenwärtig war, hat Gott Stadt und Tempel der Verwüstung des Feindes preisgegeben. – Der Schemel der Füße Gottes ist die Bundeslade, im weiteren Sinne das Heiligtum. - (5) Hebr.: allen Auen Jakobs. Alle Wohnstätten sind der Drohung Jeremias [Jer 5,17] gemäß verwüstet. - (6) Da der Thron Judas der Thron des Reiches Jahves war, war das Reich Gottes in besonderer Weise geweiht und seine Könige gleichsam mit heiliger Würde ausgezeichnet, die Gesalbten des Herrn. Indem Gott sie den Heiden preisgab, beraubte er sie der theokratischen Würde. [Jes 43,28] Wie in V. 1 wird die Größe des Zorngerichtes daran gezeigt, dass Gott nicht einmal verschont hat, was ihm geweiht war. - (7) Alle Kraft hat der Herr vernichtet, seine Rechte, welche bis dahin das wankende Volk hielt und beschirmte, zurückgezogen, ja er selbst ist ein zornentbrannter Feind geworden, um mit seiner sichern Hand die tötenden Pfeile abzuschießen oder das mordende Schwert zu schwingen. V. 4 vergl. [Jer 21,5]. - (8) Hebr.: er stand da mit seiner Rechten wie ein Gegner. - (9) Hebr. allgemeiner: vernichtete. - (10) Das Ausgießen ist Bild der Menge, das Feuer der Härte der Strafgerichte. - (11) Hebr.: Vernichtete Israel, vernichtete alle seine Paläste, und häufte in der Tochter Juda Jammer über Jammer. - (12) Doch noch beklagenswerter ist, dass nicht einmal das Heiligtum verschont ist, auf das sie ihre Zuversicht setzten. [Jer 7,4] - (13) Hebr.: Grausam behandelte er wie einen Garten seine Hütte – d.i. wie ein unnützer und unfruchtbarer Garten zerstört wird. - (14) Während das Hebräische im ersten Gliede den Tempel als Wohnung Gottes bezeichnet, wird derselbe im zweiten Ort der Versammlung genannt. Dort teilte Gott seine Güter mit, verkehrte das Volk mit ihm. - (15) Nachdem der Tempel zerstört ist, hat der vertraute Verkehr mit Gott aufgehört. - (16) Hebr.: Er verwarf in seinem grimmigen Zorne König und Priester. – Wie David Schätze für den Bau des Tempels gesammelt und Salomon den Tempel gebaut, so lag wohl auch späteren Königen die Sorge ob, den Tempel zu erhalten und zu erneuern. - (17) Hebr.: Verschmäht. - (18) Hebr.: seiner Paläste, der mit dem Tempel verbundenen Gebäude. - (19) Durch das Jubelgeschrei der feindlichen Streiter im eigentlichen Heiligtume, dem Heiligen und Allerheiligsten, wird es offenbar, dass Gott den Tempel verworfen hat, wie einst das Heiligtum zu Silo. - (20) Zugleich mit dem Heiligtum ist auch die heilige Stadt zerstört und verbrannt. [2Koe 25,9; Jer 52,13] - (21) Damit die Zerstörung auf das vollkommenste vollbracht werde, hat er die Meßschnur der Verwüstung ausgespannt. - (22) Die einst den Niniviten erwiesene Gunst, dass er die Stadt nicht zerstörte, erwies er Sion nicht. - (23) Hebr.: Er versetzte in Trauer Wall und Mauer, miteinander liegen sie kläglich da. - (24) D.i.: unter dem Schutt. An den Toren wurden Gericht und Versammlungen gehalten. Die Stärke der Tore bedingt die Sicherheit der Stadt; darum wird ihnen eine besondere Trauer zugeschrieben. - (25) Wie Gott die äußeren Mauern des Reiches zerstört hat, so hat er auch den König und die Fürsten zu fremden Völkern vertrieben. Aufgehoben ist die Königswürde, die bürgerliche und priesterliche Ordnung aufgelöst, das ganze Reich der Vernichtung anheimgegeben. Zum Zeichen dessen und zum Zeugnis des Zornes Gottes empfangen auch die Propheten kein Gesicht mehr von Gott, mit dem sie das elende Volk der Weggeführten trösten könnten. Da diese zuvor den Mahnungen der Propheten nicht haben gehorchen wollen, werden ihnen jetzt die Weissagungen derselben entzogen. Dass diese Entziehung freilich nicht allzulange dauert, ist aus [Jer 42,4] zu schließen, abgesehen davon, dass Ezechiel und Daniel gleichfalls in Babylon waren; doch gerade in der trostlosen Zeit der Zerstörung gewährte Gott dem Volke keine Weisung durch die Propheten. - (26) Zwei Stände werden besonders hervorgehoben, deren Betrübnis vor anderen zum Mitleide stimmt, der durch ihr Alter ehrwürdigen Greise und der Blüte der Jugend. Einst wurden die Töchter Sions vergeblich getadelt, dass sie stolz einherschritten und mit eitlem Prunke prahlten, jetzt geht an ihnen in Erfüllung, was Gott ihnen gedroht. [Jes 3,16-4,1] - (27) Die Leber galt als Sitz der Lebenskraft. Schon verliert er sein Leben vor Trauer. - (28) Wen sollte das Leiden der unschuldigen Kinder nicht rühren? Das Bild ist der letzten Zeit der Belagerung entnommen. [2Koe 25,3; Jer 52,6] - (29) Hebr.: Was für ein Zeugnis soll ich von dir geben? Nämlich, dass es deinem Elende entspricht. - (30) Die Heftigkeit seiner Trostlosigkeit begründen zwei Umstände, will sie nicht zu fassen ist und weil sie kein Heilmittel zulässt. Das erstere ist der Fall, da kein anderer Schmerz diesem an Schärfe und an Stärke verglichen werden kann, so wenig wie irgend ein Wasser mit dem Meere, ja, wie alle Flüsse sich in das Meer ergießen, so hat Juda alle Übel zugleich erdulden müssen. - (31) Die Propheten, welche das Volk, obwohl sie nicht von Gott gesandt waren, durch sein Lob, seinen Beifall und Belohnungen dazu brachte, zu weissagen. - (32) Hebr.: Ungesalzenes, Verderbliches, das nicht mit dem Salze der Wahrheit gewürzt war, sondern das vielmehr Überdruss weckt. Warum? sie rügten die Sünden des Volkes nicht. Vergl. [Jer 23,14.17.18] Wären sie wahre Propheten gewesen, so hätten sie das Volk von seiner Bosheit abzuwenden gesucht, [Jer 23,22] hebr., und es vor der Gefangenschaft bewahrt. - (33) Um deine Gefangenschaft zu wenden. - (34) Hebr.: Lasten: Sprüche voll Trug, indem sie den Feinden, welche wagen würden die Stadt anzugreifen, Unglück voraussagten, Weissagungen, welche zuletzt nur das herbeiführten, dass das Volk in die Verbannung geschleppt wurde. Sprüche des Truges: [Jer 27,10-15] und [Jer 28,2.11]. Der Verstoßung: [Jer 37,18]. - (35) Zum Ausdrucke des Spottes und Hohnes. Wie die Völker zuvor Jerusalem um sein ihm von Gott verliehenes Glück beneideten, so jubeln sie nun über dessen Untergang. - (36) Dich verhöhnend und verwünschend. - (37) Wütend und höhnend. - (38) Hebr.: Wir haben verschlungen. Sie rühmen sich, dass sie bei der Zerstörung der Stadt mitgeholfen. Vergl. [2Koe 24,2] - (39) [3Mos 26,29ff; 5Mos 28,36ff; 5Mos 32,24ff]. Ebenso kündeten die Propheten Osee, Amos, Isaias und Michäas die Wegführung voraus. Doch da es der Herr ist, der Untergang und Züchtigung gesendet, ist auch Hoffnung auf Vergebung da, wie die Weissagungen verheißen. - (40) Der Schmerz, als dessen Urheber sie den Herrn kennen, mahnt sie beständig, dem Herrn ihr Leid zu klagen. Hebr.: Mauer der Tochter Sion, lass dem Bache gleich rinnen Tränen Tag und Nacht! - (41) In der sonst die Menschen zu ruhen pflegen. - (42) Voll und ganz, nichts darin bewahrend. - (43) Rufe ihn innigst um Hilfe an. - (44) So dass Gott mit Rücksicht auf die grausamen Schmerzen, welche die Herzen der Eltern bereits zerreißen, sich erbarmt. - (45) Der Aufforderung V. 19 entsprechend, schüttet Sion sein Herz vor dem Herrn aus. - (46) Vergl. [Klagel 1,22]. Hebr.: Wem hast du so übel getan? Nicht Fremden, sondern deinem auserwählten Volke, deinem Erbe, das du mit so herrlichen Verheißungen begnadigt. - (47) Hebr.: Kindlein ihrer Pflege. - (48) Was in der Tat geschehen, wird so erwähnt, dass sie schmerzerfüllt Gott fragen, ob er nicht das Maß der Strenge überschritten, da er sie von solchem Unglücke heimsuchen ließ. Dass sie ihre Leibesfrucht essen werden, war ihnen von Moses bereits als höchste Strafe vorausgesagt [5Mos 28,53ff]; dass dies bei der Belagerung Jerusalems durch die Chaldäer eingetreten, zeigte [Klagel 4,10; Baru 2,3]. - (49) Ohne Schonung für Alter und Geschlecht sind die Einwohner dem Blutbade anheimgefallen. - (50) Dieser Anblick wird Gott, so hofft Sion, zum Mitleid bewegen.

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