Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Sam11

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Liber secundus Samuelis. Quem nos Primum Regum dicimus. Caput XI.

Das zweite Buch Samuels oder der Könige Kap. 11


3. David fällt und setzt sein Haus der größten Gefahr aus. (11,1 – 18,33) A. David begeht schwere Sünden und tut für dieselben Buße. (11,1 – 12,31) a. David begeht Ehebruch mit Bethsabee (V. 5), führt den Tod ihres Mannes herbei (V. 25) und nimmt Bethsabee zur Frau.

1. Factum est autem, vertente anno, eo tempore quo solent reges ad bella procedere, misit David Joab, et servos suos cum eo, et universum Israel, et vastaverunt filios Ammon, et obsederunt Rabba: David autem remansit in Jerusalem.

2. Dum hæc agerentur, accidit ut surgeret David de strato suo post meridiem, et deambularet in solario domus regiæ: viditque mulierem se lavantem, ex adverso super solarium suum: erat autem mulier pulchra valde.
3. Misit ergo rex, et requisivit quæ esset mulier. Nuntiatumque est ei quod ipsa esset Bethsabee filia Eliam, uxor Uriæ Hethæi.

4. Missis itaque David nuntiis, tulit eam. Quæ cum ingressa esset ad illum, dormivit cum ea: statimque sanctificata est ab immunditia sua:
5. Et reversa est in domum suam concepto fœtu. Mittensque nuntiavit David, et ait: Concepi.
6. Misit autem David ad Joab, dicens: Mitte ad me Uriam Hethæum. Misitque Joab Uriam ad David.
7. Et venit Urias ad David. Quæsivitque David quam recte ageret Joab, et populus, et quomodo administraretur bellum.
8. Et dixit David ad Uriam: Vade in domum tuam, et lava pedes tuos. Et egressus est Urias de domo regis, secutusque est eum cibus regius.
9. Dormivit autem Urias ante portam domus regiæ cum aliis servis domini sui, et non descendit ad domum suam.

10. Nuntiatumque est David a dicentibus: Non ivit Urias in domum suam. Et ait David ad Uriam: Numquid non de via venisti? quare non descendisti in domum tuam?
11. Et ait Urias ad David: Arca Dei et Israel et Juda habitant in papilionibus, et dominus meus Joab, et servi domini mei super faciem terræ manent: et ego ingrediar domum meam, ut comedam et bibam, et dormiam cum uxore mea? per salutem tuam, et per salutem animæ tuæ non faciam rem hanc.
12. Ait ergo David ad Uriam: Mane hic etiam hodie, et cras dimittam te. Mansit Urias in Jerusalem in die illa et altera:
13. Et vocavit eum David ut comederet coram se et biberet, et inebriavit eum: qui egressus vespere, dormivit in strato suo cum servis domini sui, et in domum suam non descendit.

14. Factum est ergo mane, et scripsit David epistolam ad Joab: misitque per manum Uriæ,
15. Scribens in epistola: Ponite Uriam ex adverso belli, ubi fortissimum est prœlium: et derelinquite eum, ut percussus intereat.
16. Igitur cum Joab obsideret urbem, posuit Uriam in loco ubi sciebat viros esse fortissimos.
17. Egressique viri de civitate, bellabant adversum Joab, et ceciderunt de populo servorum David, et mortuus est etiam Urias Hethæus.
18. Misit itaque Joab, et nuntiavit David omnia verba prœlii:
19. Præcepitque nuntio, dicens: Cum compleveris universos sermones belli ad regem,
20. Si eum videris indignari, et dixerit: Quare accessistis ad murum, ut prœliaremini? an ignorabatis quod multa desuper ex muro tela mittantur?

21. Quis percussit Abimelech filium Jerobaal? nonne mulier misit super eum fragmen molæ de muro, et interfecit eum in Thebes? quare juxta murum accessistis? dices? Etiam servus tuus Urias Hethæus occubuit.


22. Abiit ergo nuntius, et venit, et narravit David omnia quæ ei præceperat Joab.
23. Et dixit nuntius ad David: Prævaluerunt adversum nos viri, et egressi sunt ad nos in agrum: nos autem facto impetu persecuti eos sumus usque ad portam civitatis.
24. Et direxerunt jacula sagittarii ad servos tuos ex muro desuper: mortuique sunt de servis regis, quin etiam servus tuus Urias Hethæus mortuus est.

25. Et dixit David ad nuntium: Hæc dices Joab: Non te frangat ista res: varius enim eventus est belli, nunc hunc, et nunc illum consumit gladius: conforta bellatores tuos adversus urbem ut destruas eam, et exhortare eos.

26. Audivit autem uxor Uriæ, quod mortuus esset Urias vir suus, et planxit eum.
27. Transacto autem luctu misit David, et introduxit eam in domum suam, et facta est ei uxor, peperitque ei filium: et displicuit verbum hoc, quod fecerat David, coram Domino.


1. Es begab sich aber, als ein Jahr verflossen war,1 zur Zeit, da die Könige gewöhnlich in den Krieg ziehen, sandte David den Joab und seine Leute2 mit ihm und ganz Israel und sie verheerten das Land der Söhne Ammons und belagerten Rabba, David aber blieb in Jerusalem. [1Chr 20,1]
2. Während nun dies geschah, begab es sich, dass David sich am Nachmittage von seinem Lager erhob, um sich auf dem Söller des Königshauses zu ergehen; da sah er sich eine Frau gegenüber auf ihrem Söller baden,3 die Frau aber war sehr schön.
3. Da sandte der König hin und ließ fragen, wer die Frau wäre. Und es ward ihm berichtet, dass es Bethsabee, die Tochter Eliams, das Weib des Hethiters4 Urias sei.
4. Nun sandte David Boten hin und ließ sie holen.5 Sie aber ging zu ihm und er schlief bei ihr und alsbald reinigte sie sich von ihrer Verunreinigung.
5. Und da sie in ihr Haus zurückkehrte, hatte sie empfangen. Und sie sandte hin und ließ David sagen und sprach: Ich habe empfangen.6
6. Da sandte David zu Joab und sprach: Sende den Hethiter Urias zu mir. Und Joab sandte Urias zu David.
7. Als nun Urias zu David kam, fragte David, ob es um Joab und das Volk wohl stehe und wie der Krieg geführt werde.

8. Dann sprach David zu Urias: Gehe in dein Haus und wasche deine Füße!7 Und als Urias aus dem Königshause herausging, folgte ihm Speise vom Könige nach.
9. Urias aber legte sich vor dem Eingange des Königshauses bei den anderen Dienern seines Herrn nieder und ging nicht in sein Haus hinab.8
10. Als man es nun David berichtete und sagte: Urias ist nicht in sein Haus gegangen, sprach David zu Urias: Bist du nicht von der Reise gekommen? Warum bist du nicht in dein Haus hinabgegangen?
11. Urias sprach zu David: Die Lade Gottes und Israel und Juda wohnen unter Zelten9 und mein Herr Joab und die Diener meines Herrn lagern auf dem Erdboden und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meinem Weibe zu schlafen? Bei deinem Heile und bei dem Heile deiner Seele, das tue ich nicht!
12. Da sprach David zu Urias: Bleibe heute noch hier und morgen werde ich dich ziehen lassen! So blieb Urias an diesem Tage und an dem andern in Jerusalem.
13. Und David lud ihn ein, vor ihm zu essen und zu trinken, und machte ihn trunken.10 Am Abend aber ging er hinaus und schlief auf seinem Lager bei den Dienern seines Herrn und ging nicht in sein Haus hinab.
14. Als es nun Morgen ward, schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Urias ab.
15. In dem Briefe schrieb er: Stellet Urias vornehin, wo der Kampf am heftigsten wütet, und dann lasset ihn im Stich, dass er erschlagen werde und umkomme.11
16. Als nun Joab die Stadt belagerte, stellte er Urias an einen Ort, wo, wie er wusste, besonders tapfere Männer waren.
17. Da nun die Männer aus der Stadt ausfielen und Joab angegriffen, fielen einige von den Leuten Davids und auch der Hethiter Urias kam um.
18. Da sandte Joab hin und berichtete dem David den ganzen Verlauf des Kampfes
19. und befahl dem Boten und sprach: Wenn du dem Könige den ganzen Verlauf des Kampfes berichtet hast
20. und ihn zornig werden siehst und er sagt: Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt, um zu kämpfen? Wusstet ihr nicht, dass von der Mauer viele Pfeile herabgeschossen werden?
21. Wer hat Abimelech, den Sohn Jerobaals, erschlagen?12 Hat nicht ein Weib in Thebes von der Mauer das Stück eines Mühlsteines auf ihn geworfen und ihn so getötet? Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt? So sprich: Auch dein Diener, der Hethiter Urias, ist gefallen. [Rich 9,53]
22. So ging der Bote denn ab und kam und erzählte David alles, was ihm Joab geboten hatte.
23. Und der Bote sprach zu David: Die Männer erlangten die Oberhand über uns und fielen gegen uns in das freie Feld aus; wir aber warfen uns ihnen entgegen und verfolgten sie bis zum Tore der Stadt.
24. Da richteten die Bogenschützen die Pfeile auf deine Diener von der Mauer herab und es blieben etliche von den Dienern des Königs tot, selbst auch dein Diener, der Hethiter Urias, ist umgekommen.
25. Da sprach David zu dem Boten: Sage dies zu Joab: Lass darum deinen Mut nicht sinken, denn wechselnd ist des Krieges Los und das Schwert frisst bald diesen, bald jenen; lasse deine Krieger gegen die Stadt den Kampf fortführen, dass du sie zerstörest, und muntere sie auf!
26. Als aber das Weib des Urias hörte, dass Urias, ihr Mann, gefallen sei,13 trauerte sie um ihn.14
27. Nachdem aber die Trauerzeit vorüber war, sandte David hin und ließ sie in sein Haus führen und sie ward sein Weib und gebar ihm einen Sohn. Aber diese Tat, welche David begangen hatte, missfiel dem Herrn.15

Fußnote

Kap. 11 (1) Am Anfange des nächsten Jahres [1Chr 20,1], beim Beginne des zweiten Krieges gegen Ammon. - (2) Sie heißen auch Haus des Königs [2Sam 15,14.16] und werden [2Sam 15,18] von den Cerethern, Pheletern und Gethitern unterschieden. Es scheinen Hofleute zu sein, und nach dieser Stelle eher Krieger als Ratsherren. - (3) Es waren wohl keine anderen Häuser in der Nähe, von denen man in den Hof oder den Garten (nicht Söller, wie die Vulg. hat) hätte herabsehen können, auch war die Zeit, zu welcher David sich auf dem Söller erging, eine ungewöhnliche. Urias war jedenfalls ein angesehener Mann, da er mit dem Könige speiste (V. 13) und zu den Helden Davids gehörte. [2Sam 23,39] - (4) Hethiter waren noch zur Zeit Salomons, wenn auch nicht zahlreich, in Palästina. [1Koe 10,29] - (5) Da Frauen nicht an den Hof kamen und sie David nicht bekannt war. Die Versuchung wächst, da er hört, dass es die Frau eines Abwesenden ist. Bethsabee konnte eine Einladung zum König nicht ablehnen. - (6) Sorge für deinen Ruf und für mein Leben. [3Mos 20,10] David will herbeiführen, dass Urias scheinbar Vater werde. - (7) Er soll sich von seinen Anstrengungen erholen. - (8) Ob er etwas argwöhnte, ist schwer zu sagen. - (9) Die Bundeslade war also, wie [1Sam 4,5], in´s Lager gebracht. - (10) Ließ ihn gut trinken. - (11) Da der erste Plan, sein Verbrechen zu verheimlichen, misslang, schickt David das Todesurteil gegen einen so unschuldigen und ihm treuen Mann durch diesen selbst. Joab hätte nicht gehorchen dürfen, doch er hoffte so umso mehr auf Straflosigkeit für seine Verbrechen, wenn der König eines ähnlichen schuldig ward. - (12) Siehe [Rich 9,50]. - (13) Zuerst mit Davids Befehl gegen Urias unbekannt, ahnt sie denselben jetzt. - (14) Jetzt war kein Gatte, keine Schande, keine Strafe zu fürchten, doch Gott? - (15) Wie im inneren Leben Davids mit dieser Sünde ein Wendepunkt eintrat, so auch in seiner Familie und seiner Regierung. Vergl. [2Sam 12,10.11]. Doch als Büßer ist David nicht weniger groß denn im Glanze seiner Herrschaft. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |

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