Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jes02: Unterschied zwischen den Versionen

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Kap. 2 ('''1''') Hebräismus: Gegenstnd, Inhalt der Vision. Für die Vermittlung der Ideen mussten an dem Seher schon bekannte Dinge und Zustände angeknüpft werden, doch kann die Darstellung eines Gedankens von den Schranken der Zeit und des Raumes absehen. - ('''2''') Juda und Jerusalem sind hier in ihrer historischen und typischen Bedeutung gefasst. (Cyr. Alex.) - ('''3''') Hinweis auf Michäas 3-5. - ('''4''') Der Prophet unterscheidet zwei Zeitabschnitte, die Periode der Vorbereitung, des Harrens und Hoffens auf den Messias, und die Endzeit, die messianische Vollendung, die Fülle der Zeiten. Der messianischen Zeit folgt keine höhere Stufe der Entwicklung des Reiches Gottes, da die jenseitige Vollendung war die volle Entfaltung des hier Gegebenen ist. - ('''5''') Der Tempelberg wird so hoch erhoben sein, dass alle Bergkuppen dienend unter ihm sind und zum Schemel seiner Erhabenheit deinen. Daher ist er der überallhin sichtbare Mittelpunkt, zu dem die Völker aufschauen und wallfahren. Die Erhöhung ist eine ideelle, ein Bekanntwerden als Stätte geistiger Schätze, damit auch die Verehrung eine geistige. Der neue Bund soll aus dem alten entstehen, die Vollendung, Erhöhung und Ausdehnung des alten sein. Dieser neue Bund ist allen kenntlich und hat wie der alte ein Zentrum der Einigung. - ('''6''') Nämlich alle. (V. 2) - ('''7''') Ein realer Verband muss die Völker mit jener Familie in Kontakt setzen, in deren Mitte Gott das neue Gottesreich errichtet, also wie ehemals die Beschneidung oder die Beobachtung der sogenannten noachitischen Gebote dem Volke Jakobs eingliederte, so muss im neuen Bunde ein analoges Mittel sein. Die Taufe, der Gehorsam gegen die Kirche und deren Apostolizität sowie ihre Heiligkeit (dass er uns seine Wege lehre usw.) wird hier dargestellt. - ('''8''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh04|Joh 4,22]]'']. Nicht: in Sion wird sein, sondern von Sion wird ausgehen. (Hieron.) - ('''9''') Gott und sein Gesetz wird herrschen und Gottesfriede alle Völker vereinen. - ('''10''') Den Gott Jakobs suchen im Wetteifer die Heiden, wie viel mehr soll ihn jenes Geschlecht suchen, in dessen Mitte sich Gott eben offenbart als sein Gott! - ('''11''') Licht ist für den Orientalen Ausdruck für alles Herrliche und Beseligende. - ('''12''') Indem der Prophet den Blick seiner Gegenwart zuwendet, gewahrt er den grellsten Gegensatz zu dem im Bilde erschauten Berufe Israels. Freilich ist die Verstoßung noch nicht eingetreten, aber die drohenden Zeichen sind im Anzuge. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Koe15|2Koe 15,19.37]]''] - ('''13''') Mit Greueln wie ehedem beim Abfalle in der Wüste wie bei allen schweren Heimsuchungen Gottes, besonders zur Zeit der Richter. Wie ehedem: oder: von Osten her, von ostländischen Sitten. - ('''14''') Sinn nach dem Hebr.: Sie verbinden sich mit den Söhnen der Fremde. - ('''15''') Dieses heidnische Unwesen tritt besonders zu Tage in übermäßigem Luxus, in Kriegslust und stolzem Vertrauen auf kriegerische Bereitschaft und zuletzt in Götzendienst. - ('''16''') Alle. - ('''17''') Der Prophet schaut das hereinbrechende Gericht und sieht die feindlichen Heere, die gottgesendeten Rächer der Gottlosigkeit, heranstürmen. (Cyr. Alex.) - ('''18''') Nur schimpfliche Flucht, das nackte Leben zu retten, erübrigt. - ('''19''') Die Furchtbarkeit des Gerichtes ist zugleich eine Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. - ('''20''') Dieser Gedanke wird im Folgenden weiter entfaltet und in seine Teile zerlegt. - ('''21''') Die Umgebung des Herrn sind die Engelheere, am äußeren Himmel die Heere der Gestirne. - ('''22''') Hebr.: über alles Emporragende und Hohe, und über alles Erhabene und es wird niedrig. - ('''23''') Alles Prunkvolle in Natur und menschlicher Tätigkeit ist dem Verderben geweiht, weil es dem Hochmute dient. Die Natur nimmt teil an dem Schicksale und der Züchtigung des Menschen. - ('''24''') Wohl Anspielung auf die Bauten von Ozias und Joatham. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Chr26|2Chr 26,9]]; [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Chr27|2Chr 27,3.4]]''] - ('''25''') Eigentlich Schiffe, die nach Tharsis, Tartessus, dem alten phönizischen Handelsplatz in Spanien, fahren, dann allgemein große Kauffahrtschiffe. - ('''26''') Hebr.: kräftiger: Und die Nichtigen – das ganze geht dahin. - ('''27''') Wozu der Prophet V. 10 mahnte, sieht er jetzt in der Vision tatsächlich schon eingetreten. - ('''28''') Den Tierdienst. (Ephr., Theodor) Die gewählten Tiere zeigen besonders klar die Verächtlichkeit des Tierdienstes. - ('''29''') Der letzte Teil ist dem Hebr. wie dem Zusammenhange gemäß unbedingt als Frage zu fassen: O lasset doch fahren den Menschen, in dessen Nase ein Hauch ist, denn wofür ist er geachtet? (Hebr.) Hängt das Leben an einem schwachen Hauche, wie leicht kann man es ersticken! So höret denn auf, euch den Menschen sklavisch zu unterwerfen! (Chald.)  
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Kap. 2 ('''1''') Hebräismus: Gegenstand, Inhalt der Vision. Für die Vermittlung der Ideen mussten an dem Seher schon bekannte Dinge und Zustände angeknüpft werden, doch kann die Darstellung eines Gedankens von den Schranken der Zeit und des Raumes absehen. - ('''2''') Juda und Jerusalem sind hier in ihrer historischen und typischen Bedeutung gefasst. (Cyr. Alex.) - ('''3''') Hinweis auf Michäas 3-5. - ('''4''') Der Prophet unterscheidet zwei Zeitabschnitte, die Periode der Vorbereitung, des Harrens und Hoffens auf den Messias, und die Endzeit, die messianische Vollendung, die Fülle der Zeiten. Der messianischen Zeit folgt keine höhere Stufe der Entwicklung des Reiches Gottes, da die jenseitige Vollendung war die volle Entfaltung des hier Gegebenen ist. - ('''5''') Der Tempelberg wird so hoch erhoben sein, dass alle Bergkuppen dienend unter ihm sind und zum Schemel seiner Erhabenheit deinen. Daher ist er der überallhin sichtbare Mittelpunkt, zu dem die Völker aufschauen und wallfahren. Die Erhöhung ist eine ideelle, ein Bekanntwerden als Stätte geistiger Schätze, damit auch die Verehrung eine geistige. Der neue Bund soll aus dem alten entstehen, die Vollendung, Erhöhung und Ausdehnung des alten sein. Dieser neue Bund ist allen kenntlich und hat wie der alte ein Zentrum der Einigung. - ('''6''') Nämlich alle. (V. 2) - ('''7''') Ein realer Verband muss die Völker mit jener Familie in Kontakt setzen, in deren Mitte Gott das neue Gottesreich errichtet, also wie ehemals die Beschneidung oder die Beobachtung der sogenannten noachitischen Gebote dem Volke Jakobs eingliederte, so muss im neuen Bunde ein analoges Mittel sein. Die Taufe, der Gehorsam gegen die Kirche und deren Apostolizität sowie ihre Heiligkeit (dass er uns seine Wege lehre usw.) wird hier dargestellt. - ('''8''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh04|Joh 4,22]]'']. Nicht: in Sion wird sein, sondern von Sion wird ausgehen. (Hieron.) - ('''9''') Gott und sein Gesetz wird herrschen und Gottesfriede alle Völker vereinen. - ('''10''') Den Gott Jakobs suchen im Wetteifer die Heiden, wie viel mehr soll ihn jenes Geschlecht suchen, in dessen Mitte sich Gott eben offenbart als sein Gott! - ('''11''') Licht ist für den Orientalen Ausdruck für alles Herrliche und Beseligende. - ('''12''') Indem der Prophet den Blick seiner Gegenwart zuwendet, gewahrt er den grellsten Gegensatz zu dem im Bilde erschauten Berufe Israels. Freilich ist die Verstoßung noch nicht eingetreten, aber die drohenden Zeichen sind im Anzuge. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Koe15|2Koe 15,19.37]]''] - ('''13''') Mit Greueln wie ehedem beim Abfalle in der Wüste wie bei allen schweren Heimsuchungen Gottes, besonders zur Zeit der Richter. Wie ehedem: oder: von Osten her, von ostländischen Sitten. - ('''14''') Sinn nach dem Hebr.: Sie verbinden sich mit den Söhnen der Fremde. - ('''15''') Dieses heidnische Unwesen tritt besonders zu Tage in übermäßigem Luxus, in Kriegslust und stolzem Vertrauen auf kriegerische Bereitschaft und zuletzt in Götzendienst. - ('''16''') Alle. - ('''17''') Der Prophet schaut das hereinbrechende Gericht und sieht die feindlichen Heere, die gottgesendeten Rächer der Gottlosigkeit, heranstürmen. (Cyr. Alex.) - ('''18''') Nur schimpfliche Flucht, das nackte Leben zu retten, erübrigt. - ('''19''') Die Furchtbarkeit des Gerichtes ist zugleich eine Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. - ('''20''') Dieser Gedanke wird im Folgenden weiter entfaltet und in seine Teile zerlegt. - ('''21''') Die Umgebung des Herrn sind die Engelheere, am äußeren Himmel die Heere der Gestirne. - ('''22''') Hebr.: über alles Emporragende und Hohe, und über alles Erhabene und es wird niedrig. - ('''23''') Alles Prunkvolle in Natur und menschlicher Tätigkeit ist dem Verderben geweiht, weil es dem Hochmute dient. Die Natur nimmt teil an dem Schicksale und der Züchtigung des Menschen. - ('''24''') Wohl Anspielung auf die Bauten von Ozias und Joatham. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Chr26|2Chr 26,9]]; [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Chr27|2Chr 27,3.4]]''] - ('''25''') Eigentlich Schiffe, die nach Tharsis, Tartessus, dem alten phönizischen Handelsplatz in Spanien, fahren, dann allgemein große Kauffahrtschiffe. - ('''26''') Hebr.: kräftiger: Und die Nichtigen – das ganze geht dahin. - ('''27''') Wozu der Prophet V. 10 mahnte, sieht er jetzt in der Vision tatsächlich schon eingetreten. - ('''28''') Den Tierdienst. (Ephr., Theodor) Die gewählten Tiere zeigen besonders klar die Verächtlichkeit des Tierdienstes. - ('''29''') Der letzte Teil ist dem Hebr. wie dem Zusammenhange gemäß unbedingt als Frage zu fassen: O lasset doch fahren den Menschen, in dessen Nase ein Hauch ist, denn wofür ist er geachtet? (Hebr.) Hängt das Leben an einem schwachen Hauche, wie leicht kann man es ersticken! So höret denn auf, euch den Menschen sklavisch zu unterwerfen! (Chald.)  
  
 
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Aktuelle Version vom 11. Oktober 2019, 15:02 Uhr

Prophetia Isaiiæ. Caput II.

Prophezeiung des Isaias Kap. 2


1. Erste Reihe von Weissagungen. (Kap. 2-5) A. Der Berg des Herrn. (V. 4) B. Das Haus Israel ist fern vom Gottesbunde. (V. 9) C. Der über alles erhabene Tag des Herrn.

1. Verbum, quod vidit Isaias, filius Amos, super Juda et Jerusalem.

2. Et erit in novissimis diebus præparatus mons domus Domini in vertice montium, et elevabitur super colles, et fluent ad eum omnes gentes.

3. Et ibunt populi multi, et dicent: Venite et ascendamus ad montem Domini, et ad domum Dei Jacob, et docebit nos vias suas, et ambulabimus in semitis ejus: quia de Sion exibit lex, et verbum Domini de Jerusalem.

4. Et judicabit gentes, et arguet populos multos: et conflabunt gladios suos in vomeres, et lanceas suas in falces: non levabit gens contra gentem gladium, nec exercebuntur ultra ad prœlium.


5. Domus Jacob venite, et ambulemus in lumine Domini.
6. Projecisti enim populum tuum, domum Jacob: quia repleti sunt ut olim, et angures habuerunt et Philisthiim, et pueris alienis adhæserunt.

7. Repleta est terra argento et auro: et non est finis thesaurorum ejus:
8. Et repleta est terra ejus equis: et innumerabiles quadrigæ ejus. Et repleta est terra ejus idolis: opus manuum suarum adoraverunt, quod fecerunt digiti eorum.
9. Et incuravit se homo, et humiliatus est vir: ne ergo dimittas eis.

10. Ingredere in petram, et abscondere in fossa humo a facie timoris Domini, et a gloria maestatis ejus.

11. Oculi sublimes hominis humiliati sunt, et incuravabitur altitudo virorum: exaltabitur autem Dominus solus in die illa.
12. Quia dies Domini exercituum super omnem superbum, et excelsum, et super omnem arrogantem: et humiliabitur.

13. Et super omnes cedros Libani sublimes, et eractes, et super omnes quercus Basan.
14. Et super omnes montes excelsos, et super omnes colles elevatos.
15. Et super omnem turrim excelsam, et super omnem murum munitum.
16. Et super omnes naves Tharsis, et super omne, quod visu pulchum est.
17. Et incurvabitur sublimitas hominum, et humiliabitur altitudo virorum, et elevabitur Dominus solus in die illa:

18. Et idola penitus conterentur:

19. Et introibunt in speluncas petrarum, et in voragines terræ a facie formidinis Domini, et a gloria majestatis ejus, cum surrexerit percutere terram.
20. In die illa projiciet homo idola argenti sui, et simulacra auri sui, quæ fecerat sibi ut adoraret, talpas et vespertiliones.
21. Et ingredietur scissuras petrarum, et in cavernas saxorum a facie formidinis Domini, et a gloria majestatis ejus, cum surrexerit percutere terram.
22. Quiescite ergo ab homine, cujus spiritus in naribus ejus, est, quia excelsus reputatus est ipse.


1. Das Wort,1 welches Isaias schaute, der Sohn des Amos, über Juda und Jerusalem.2
2. Und3 in den letzten Tagen4 wird der Berg des Hauses des Herrn festgegründet sein auf dem Gipfel der Berge und erhöht sein über die Hügel und alle Völker werden zu ihm strömen.5
3. Und viele Völker6 werden hinwallen und sprechen: Kommet, lasset uns hinaufziehen zum Berge des Herrn und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns seine Wege lehre und dass wir auf seinen Pfaden wandeln;7 denn von Sion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.8
4. Dann wird er die Völker richten und zwischen vielen Nationen entscheiden9 und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Sicheln, nicht mehr wird Volk gegen Volk das Schwert ziehen noch werden sie ferner sich zum Kampf üben.
5. Haus Jakob,10 kommet und lasset uns wandeln im Lichte des Herrn!11
6. Denn du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen,12 weil sie angefüllt sind wie ehedem13 und Wahrsager haben wie die Philister und den Söhnen der Fremde anhängen.14
7. Angefüllt ist das Land mit Silber und Gold und seiner Schätze ist kein Ende,
8. angefüllt ist ihr Land mit Rossen und zahllos sind ihre Kriegswagen. Angefüllt ist ihr Land mit Götzen; das Werk ihrer Hände beten sie an, welches ihre Finger gefertigt haben.15
9. So beugt sich der Mensch, es demütigt sich der Mann;16 darum lass es ihnen nicht ungestraft hingehen!
10. Verbirg dich in Felsenhöhlen17 und verstecke dich in Erdhöhlen18 vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät!19
11. Des Menschen stolze Augen werden gedemütigt und gebeugt wird werden der Männer Hochmut, der Herr allein wird erhaben sein an jenem Tage.20
12. Denn ein Tag des Herrn der Heerscharen21 bricht über jeden Stolzen und Hochmütigen22 herein und über jeden Anmaßenden und er wird gedemütigt werden,
13. und über alle hohen und stolzragenden Zedern des Libanon und über alle Eichen Basans,
14. über alle hohen Berge und über alle hochragenden Hügel,23
15. über jeden aufragenden Turm und über jede feste Mauer,24
16. über alle Tharsisschiffe25 und über alles, was herrlich ist anzusehen.
17. Und es wird der Menschenstolz, der Hochmut der Männer gedemütigt und gebeugt und der Herr allein wird an jenem Tage erhaben sein
18. und die Götzen werden gänzlich vertilgt werden.26
19. Da werden sie in Felshöhlen fliehen und in Erdklüfte,27 vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen. [Hos 10,8; Lk 23,30]
20. An jenem Tage werden die Menschen ihre silbernen Götzen und goldenen Bilder, die sie sich gemacht, um sie anzubeten, die Maulwürfe und die Fledermäuse,28 von sich werfen
21. und werden sich verbergen in die Steinklüfte und Felsenhöhlen vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen.
22. Darum lasset ab von dem Menschen, dessen Lebenshauch in seiner Nase ist,29 denn er ist erhaben geachtet.


Fußnote

Kap. 2 (1) Hebräismus: Gegenstand, Inhalt der Vision. Für die Vermittlung der Ideen mussten an dem Seher schon bekannte Dinge und Zustände angeknüpft werden, doch kann die Darstellung eines Gedankens von den Schranken der Zeit und des Raumes absehen. - (2) Juda und Jerusalem sind hier in ihrer historischen und typischen Bedeutung gefasst. (Cyr. Alex.) - (3) Hinweis auf Michäas 3-5. - (4) Der Prophet unterscheidet zwei Zeitabschnitte, die Periode der Vorbereitung, des Harrens und Hoffens auf den Messias, und die Endzeit, die messianische Vollendung, die Fülle der Zeiten. Der messianischen Zeit folgt keine höhere Stufe der Entwicklung des Reiches Gottes, da die jenseitige Vollendung war die volle Entfaltung des hier Gegebenen ist. - (5) Der Tempelberg wird so hoch erhoben sein, dass alle Bergkuppen dienend unter ihm sind und zum Schemel seiner Erhabenheit deinen. Daher ist er der überallhin sichtbare Mittelpunkt, zu dem die Völker aufschauen und wallfahren. Die Erhöhung ist eine ideelle, ein Bekanntwerden als Stätte geistiger Schätze, damit auch die Verehrung eine geistige. Der neue Bund soll aus dem alten entstehen, die Vollendung, Erhöhung und Ausdehnung des alten sein. Dieser neue Bund ist allen kenntlich und hat wie der alte ein Zentrum der Einigung. - (6) Nämlich alle. (V. 2) - (7) Ein realer Verband muss die Völker mit jener Familie in Kontakt setzen, in deren Mitte Gott das neue Gottesreich errichtet, also wie ehemals die Beschneidung oder die Beobachtung der sogenannten noachitischen Gebote dem Volke Jakobs eingliederte, so muss im neuen Bunde ein analoges Mittel sein. Die Taufe, der Gehorsam gegen die Kirche und deren Apostolizität sowie ihre Heiligkeit (dass er uns seine Wege lehre usw.) wird hier dargestellt. - (8) Vergl. [Joh 4,22]. Nicht: in Sion wird sein, sondern von Sion wird ausgehen. (Hieron.) - (9) Gott und sein Gesetz wird herrschen und Gottesfriede alle Völker vereinen. - (10) Den Gott Jakobs suchen im Wetteifer die Heiden, wie viel mehr soll ihn jenes Geschlecht suchen, in dessen Mitte sich Gott eben offenbart als sein Gott! - (11) Licht ist für den Orientalen Ausdruck für alles Herrliche und Beseligende. - (12) Indem der Prophet den Blick seiner Gegenwart zuwendet, gewahrt er den grellsten Gegensatz zu dem im Bilde erschauten Berufe Israels. Freilich ist die Verstoßung noch nicht eingetreten, aber die drohenden Zeichen sind im Anzuge. [2Koe 15,19.37] - (13) Mit Greueln wie ehedem beim Abfalle in der Wüste wie bei allen schweren Heimsuchungen Gottes, besonders zur Zeit der Richter. Wie ehedem: oder: von Osten her, von ostländischen Sitten. - (14) Sinn nach dem Hebr.: Sie verbinden sich mit den Söhnen der Fremde. - (15) Dieses heidnische Unwesen tritt besonders zu Tage in übermäßigem Luxus, in Kriegslust und stolzem Vertrauen auf kriegerische Bereitschaft und zuletzt in Götzendienst. - (16) Alle. - (17) Der Prophet schaut das hereinbrechende Gericht und sieht die feindlichen Heere, die gottgesendeten Rächer der Gottlosigkeit, heranstürmen. (Cyr. Alex.) - (18) Nur schimpfliche Flucht, das nackte Leben zu retten, erübrigt. - (19) Die Furchtbarkeit des Gerichtes ist zugleich eine Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. - (20) Dieser Gedanke wird im Folgenden weiter entfaltet und in seine Teile zerlegt. - (21) Die Umgebung des Herrn sind die Engelheere, am äußeren Himmel die Heere der Gestirne. - (22) Hebr.: über alles Emporragende und Hohe, und über alles Erhabene und es wird niedrig. - (23) Alles Prunkvolle in Natur und menschlicher Tätigkeit ist dem Verderben geweiht, weil es dem Hochmute dient. Die Natur nimmt teil an dem Schicksale und der Züchtigung des Menschen. - (24) Wohl Anspielung auf die Bauten von Ozias und Joatham. [2Chr 26,9; 2Chr 27,3.4] - (25) Eigentlich Schiffe, die nach Tharsis, Tartessus, dem alten phönizischen Handelsplatz in Spanien, fahren, dann allgemein große Kauffahrtschiffe. - (26) Hebr.: kräftiger: Und die Nichtigen – das ganze geht dahin. - (27) Wozu der Prophet V. 10 mahnte, sieht er jetzt in der Vision tatsächlich schon eingetreten. - (28) Den Tierdienst. (Ephr., Theodor) Die gewählten Tiere zeigen besonders klar die Verächtlichkeit des Tierdienstes. - (29) Der letzte Teil ist dem Hebr. wie dem Zusammenhange gemäß unbedingt als Frage zu fassen: O lasset doch fahren den Menschen, in dessen Nase ein Hauch ist, denn wofür ist er geachtet? (Hebr.) Hängt das Leben an einem schwachen Hauche, wie leicht kann man es ersticken! So höret denn auf, euch den Menschen sklavisch zu unterwerfen! (Chald.)

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