Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt25: Unterschied zwischen den Versionen

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Kap. 25
Kap. 25
('''1''') Wenn Christus wiederkommt. - ('''2''') Es wird etwas Ähnliches geschehen wie im folgenden Gleichnis. - ('''3''') Zehn ist die Zahl der Allgemeinheit. Diese Zahl wurde von den Juden gewählt, um eine nicht genau zu bestimmende Menge anzudeuten. Alle Christen sind hier vorbedeutet. (Bed., Pasch., Aug., Greg.) – ('''4''') Bei den Juden pflegte das Hochzeitsmahl im Hause des Bräutigams gehalten zu werden, - hier nach der älteren Sitte, im Hause der Braut. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Rich14|Rich 14,10]]'']. Auch pflegten die Jungfrauen nicht dem Bräutigam entgegen zu gehen. Der Heiland deutet durch die Veränderung in der Darstellung an, dass er von einem Bräutigam anderer Art spricht, dem größere Ehrenbezeugungen zu erweisen sind. Christus kommt, um sich die Kirche zu verloben und diejenigen Seelen, welche ihm mit brennenden Lampen, d. i. mit der heiligmachenden Gnade und guten Werken, entgegenkommen, in die himmlische Hochzeit einzuführen. - ('''5''') Die Gläubigen werden in der Taufe und der Buße mit der heiligmachenden Gnade beschenkt, um mit ihrem Glanze geschmückt dem Heilande entgegen zu gehen und seine Ankunft zu erwarten. Tragen sie dieses Himmelslicht in sich, so werden sie zur Hochzeit des Lammes zugelassen; ist dasselbe in letzter Stunde in ihnen erloschen, so müssen sie vom Herrn hören: Ich kenne euch nicht. - ('''6''') Dieser Zusatz fehlt in vielen Handschriften und passt in der Tat nicht zum Bilde. Die Jungfrauen bildeten nämlich die Begleitung der Braut, konnten ihr also nicht entgegengehen. Sie bedeuten alle Gläubigen, also die Kirche, welche die Braut Christi ist. Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Kor11|2Kor 11,2]]''].  - ('''7''') Dass die Jungfrauen dem Bräutigam entgegen kommen, zeigt, dass alle mehr bereit sein müssen, als wenn die den Bräutigam im Hause erwarten dürften. - ('''8''') Je nachdem sie für die Zukunft Sorge tragen. - ('''9''') Außer dem Öl in der Lampe. - ('''10''') Sie erwägen, dass die Stunde der Ankunft des Bräutigams ungewiss ist. Das Öl nährt die Flamme; so muss der Mensch auch alles tun, was erforderlich ist, damit er die göttliche Gnade bewahre oder wiedergewinne, muss Tugenden üben und gute Werke tun. (Hil., Hier., Orig.) - ('''11''') Wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt24|Mt 24,48]]'']. - ('''12''') Der Schlaf erklärt, warum die törichten Jungfrauen nicht eher bemerken, dass es ihnen an Öl gebricht. Wenn der Schlaf für die Erzählung eine besondere Bedeutung hat, so soll er vielleicht andeuten, dass niemand allezeit an die Ankunft Christi denkt. - ('''13''') So dachten sich die Juden die Ankunft des Messias nach dem Bilde der letzten Nacht in Ägypten. Bedeutung: Zu einer Zeit, da man es nicht weiß, noch erwartet (Aug., Theoph.). - ('''14''') Von solchen, die den Hochzeitszug kommen sahen. - ('''15''') An jenem Tage kann niemand dem anderen helfen (Hier., Chrys.). - ('''16''') Nicht lassen sich mehr gute Werke tun, sondern über das verflossene Leben muss Rechenschaft abgelegt werden (Hier.). Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh09|Joh 9,4]]'']. - ('''17''') Die Hochzeit, von der [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb19|Offenb 19,7.9]]''] die Rede ist. - ('''18''') Die Zeit der Gnade ist vorüber. - ('''19''') Gott kennt nur die (und neigt sich nur denen mit Wohlgefallen zu), welche das Licht der heiligmachenden Gnade besitzen, und ihm dadurch ähnlich und Christi Freunde sind. - ('''20''') Die Zeit der Wiederkunft Christi zum allgemeinen Gerichte, aber auch diejenige seiner Ankunft zum besonderen. Ein ähnliches Gleichnis [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk19|Lk 19,12-26]]'']. - ('''21''') Christus bei seiner Himmelfahrt. - ('''22''') Die Apostel, Bischöfe und Priester, jeder Christ. Die Talente bezeichnen mithin alles, was jemand hat, Kräfte des Geistes, irdischen Besitz u. a. - ('''23''') Ein reicher Herr. Wie viel ein Talent ausmacht, siehe 18, Anm. 46. Ein jeder soll für seinen Herrn Gewinn suchen. - ('''24''') Dies gehört zur Ausschmückung des Gleichnisses, nicht zur Belehrung. Die verschiedene Zahl der Talente weist auf die Freiheit hin, welche Gott bei der Verteilung seiner Gaben und Gnaden sich wahrt. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt20|Mt 20,13.14]]'']. - ('''25''') Die Zeitdauer der Abwesenheit ist der Zeitraum, den uns Gott für dieses Leben zumisst. (Hil.) - ('''26''') Manche Handschriften und mehrere Väter ziehen dies Wort zum nächsten Verse. Der Sinn ist dann: Die Knechte machten sich mit Eifer an die Ausführung des ihnen zuteil gewordenen Auftrages. Zwei benutzen die Gaben ihres Herrn gut, und ihre Bemühungen fehlt der Erfolg nicht. Aber nur mit den erhaltenen Talenten erwerben sie neuen Gewinn, weil wir aus uns allein nichts vermögen zu Gottes Ehre und zu unserem und anderer Seelenheile. Der dritte Knecht ist das Bild derer, welche die Gnade Gottes umsonst empfangen [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Kor06|2Kor 6,1]]''], welche sie weder selbst benutzen, noch anderen von den Erhaltenen mitteilen (Hil.), oder nie Herz und Sinn über die Dinge dieser Welt hinaus auf Höheres richten (Greg., Theoph.). - ('''27''') Wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt24|Mt 24,48]]''] und [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt25|Mt 25,5]]'']. Sie haben viel empfangen und es ist ihnen viel Zeit gelassen worden, ihren Eifer und ihre Treue zu zeigen. Wer mehr empfangen, wird auch mehr zu verantworten haben (Greg.). - ('''28''') Der Knecht erwähnt nicht den Gewinn zuerst, sondern das, was er empfangen. Nicht seiner Arbeit schreibt er das Erreichte vor allem zu, sondern der Wohltat seines Herrn, den anvertrauten Talenten, ohne die er nichts erreicht hätte. Die Frucht muss zudem im Verhältnis zur Aussaat stehen. - ('''29''') Der Heiland geht von dem Gleichnisse zur Anwendung über. Deshalb nennt er fünf Talente weniges, denn alles Irdische ist nichts im Vergleich zu dem ewigen Lohne. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:1Kor02|1Kor 2,9]]'']. - ('''30''') Die Freude, welche der Herr genießt, soll auch dir zuteil werden. Wenn wir uns über etwas freuen, was weniger ist als unser Herz, tritt die Freude in dieses ein (Thom.). - ('''31''') Wie er mit nicht geringerer Zuversicht kommt als der erste, so ist auch sein Lob und sein Lohn nicht geringer. Beide Knechte werden wegen der Treue gelobt, nicht wegen der Größe des anvertrauten Gutes. Anders [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk19|Lk 19,16]]''], wo die Ungleichheit des Verdienstes dargestellt wird. - ('''32''') Er hat ein böses Gewissen und beginnt deshalb mit Vorwürfen und Klagen über die Härte seines Herrn, anstatt reumütig seine Schuld zu bekennen und um Verzeihung zu bitten (Hier., Bed.). - ('''33''') Ich fürchtete, es könnte, wenn ich damit Handel triebe, durch einen Zufall verloren gehen und ich dafür von dir hart behandelt werden. - ('''34''') Mehr kannst du nicht verlangen, nämlich, dass ich dir das deinige noch vermehre. Gibt es nicht auch kleinherzige Christen, die aus Furcht, Gott werde über alles Gute, das sie tun, einst Rechenschaft fordern, das Gute unterlassen? - ('''35''') Du trägst kein Bedenken, deinen Herrn anzuklagen, um dich zu entschuldigen? - ('''36''') Das ist die Ursache, warum du nur ein Talent bringst. - ('''37''') Hier ist ein Fragezeichen zu setzen, denn der Herr will nicht sagen: Ich bin so hart, wie du mich geschildert, sondern will ihm zeigen, dass er sich durch seine Anklage selbst das Urteil spricht: Die Furcht, welche du vorgibst, ist nur ein Deckmantel für deine Trägheit. Du hattest ein sicheres und leichtes Mittel, das Geld fruchttragend anzulegen. - ('''38''') Die Unterlassung des Guten und die Nachlässigkeit im rechten Gebrauche der Gaben Gottes verdient diesen Tadel. - ('''39''') Erste Strafe: Dieselbe hat bei manchen Gaben Gottes, z. B. den Gnaden des Beistandes, statt. - ('''40''') So pflegen die Menschen zu handeln. In der Anwendung ist indes nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit, als ob Gott nämlich die einem Trägen entzogene Gnade einem Eifrigen gäbe. - ('''41''') Da im Gerichte niemand etwas empfängt, findet dieser Satz nicht auf das Gericht, sondern auf das Leben seine Anwendung. Wer mit Gottes Gnaden mitwirkt, erhält hier größere Gnaden und reicheren Trost, während der lässige Christ ohne Freude dahinlebt und die Gnade verliert. - ('''42''') Zweite Strafe: Bei dieser geht der Heiland vom Gleichnis zur Anwendung über. Siehe über dieselbe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt08|Mt 8,12]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt13|Mt 13,42]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt22|Mt 22,13]],  [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt24|Mt 24,51]]'']. Der faule Knecht wird verdammt, weil er nichts Gutes getan hat. Wohl ist es eine schwere Last zu predigen, zu belehren, zu strafen, zu erbauen, für jeden zu eifern, und wer möchte solche Anstrengungen nicht fliehen? Doch das Evangelium bedroht die Säumigen mit Strafe (Aug.). Aber auch von den Gläubigen wird, was sie von den Hirten vernahmen, mit Gewinn zurückgefordert (Greg.). Wenn der Knecht so hart gestraft wird, der das Geld seines Herrn immerhin bewahrt hat, was haben da diejenigen zu erwarten, welche es verschleudern? (Aug.) Der böse Knecht hat nur ein Talent empfangen und verbirgt es, als ob es der Mühe nicht wert wäre, daraus Gewinn zu ziehen, aber er ward schwer gestraft; ein unscheinbares (er verbarg es V. 26), also darf niemand deshalb untätig bleiben, weil die ihm verliehenen Gaben minder glänzend sind. Wer aber mehr empfangen und dennoch seinem Herrn keinen Gewinn darbringt, was erwartet diesen? - ('''43''') Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh05|Joh 5,27]]'']. - ('''44''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt16|Mt 16,27]]'']. Die Mahnung zur Wachsamkeit erhält durch die Beschreibung der Art seiner Wiederkunft neues Gewicht. Zudem war es notwendig, die Jünger, welche Zeugen so vieler Verfolgungen gewesen sind und nach zwei Tagen noch Schrecklicheres erleben sollen, durch den Hinweis auf seine Verherrlichung beim Weltgerichte im Glauben und in der Hoffnung zu bestärken (Hier.). - ('''45''') Als der seiner Majestät gebührende Hofstaat und um zu erklären, wie viel sie selbst in seinem Auftrage für das Heil der Menschen getan. - ('''46''') Wohl eine leuchtende Wolke. - ('''47''') Alle ohne Ausnahme (Chrys., Bed., Thom.). Wie Christus für alle Völker gestorben ist, so ist er auch als Richter über alle gesetzt. Der Heiland sagt: Völker, nicht Menschen, weil seine Majestät so erhabener erscheint. - ('''48''') Er wird sie leicht und irrtumslos voneinander scheiden und trennen. - ('''49''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez34|Ez 34,17]]'']. Die rechte Seite ist die Ehrenvolle. Die Guten sind sanfte, unschuldige und gehorsame Schafe, Christus ist ihr Hirt; die Bösen sind mit unfruchtbaren Böcken verglichen wegen ihres Mangels an guten Werken (Chrys., Theoph., Hil.) und wegen ihrer Begierlichkeit und anderer häßlicher Eigenschaften (Hier., Euth.). Den Ort, wo das Gericht stattfinden wird, offenbart Christus nicht. - ('''50''') Zuvor hat sich der Heiland Menschensohn und Hirt genannt, jetzt nennt er sich König, da das Gericht dem Könige zugehört und es des Königs Recht ist, in sein Reich aufzunehmen oder von demselben auszuschliessen. - ('''51''') Wegen der unendlichen Segensfülle, die ihnen vom Vater zuteil werden soll. - ('''52''') Als euer euch gebührendes Eigentum (Chrys.), dass euch von mir erworben [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Roem08|Roem 8,17]]''], von Ewigkeit her bestimmt und seit der Erschaffung bereitet ist. - ('''53''') Schlecht gekleidet, eines geziemenden Kleides bedürftig. - ('''54''') Der Heiland gibt, wie es in Beispielen geschieht, nur eine Klasse von guten Werken an. Er wählt die Werke der Liebe, weil seine wahren Jünger an dieser Tugend erkannt werden sollen (Chrys.). Da der Mensch ferner schon von Natur geneigt ist, anderen im Elende zu helfen, sind diese Worte von minderer Bedeutung für die Verheißung der Belohnung; was also wird für heroische Tugenden als Lohn zuteil werden? - ('''55''') Man braucht nicht anzunehmen, dass die Gerechten wirklich diese Fragen stellen werden, denn sie wissen, dass der Heiland alle Werke der Nächstenliebe als ihm erwiesen ansehen will. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Dan07|Dan 7,13]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10|Mt 10,40]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg09|Apg 9,4]]''] Pasch. Nach dem heil. Aug. und Thom. Lässt Gott alle, die vor seinem Gerichte stehen, in einem Augenblick alles erkennen, was sie selbst und andere angeht, so dass das ganze Gericht im Herzen und Gewissen stattfindet. Dieses Erleuchten von Seiten Gottes und das Erkennen von Seiten der Gerechten stellt der Heiland in der Form von Rede und Gegenrede lebhaft vor Augen. - ('''56''') Arme, bei den Menschen Verachtete (Chrys., Hil.). – ('''57''') So schon [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10|Mt 10,40]]'']. Alle Gläubigen sind Glieder Christi [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:1Kor16|1Kor 16,15]]''], seine Brüder und Schwestern [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt12|Mt 12,50]]''] Thom. - ('''58''') Die Strafe des Verlustes. Alles Gute wird ihnen genommen und mit dem Fluche der Verdammnis belastet gehen sie in die Strafe der Sinne ein. Beide Strafen werden verhängt, weil sie die Liebe gegen den Nächsten nicht geübt haben. Wie kann Christus die als die Seinen anerkennen, welche die diese unterscheidende Tugend nicht besaßen? Und wie konnten die Gott lieben, die den Bruder nicht geliebt haben? Welcher Gegensatz zu V. 34 in allen Teilen des Urteils!. - ('''59''') Kein von dieser Erde hergenommener Begriff vermag uns ein treueres Bild der Leiden, welche die Verdammten erdulden, zu geben als der Ausdruck Feuer. Es ist zwar ein anderes Feuer als das irdische, aber ein ebenso wahres wie dieses (H.H. Väter.). – ('''60''') Hier ist eine Abweichung von dem Gegensatze zu V. 34 zu bemerken. Ihr waret geschaffen, einst selig zu werden. Durch die Sünde habt ihr euch dem Teufel zugesellt und seid der ihm bestimmten Strafe verfallen (Orig., Pasch.). Deshalb gibt auch der Herr nicht hinzu, von wem sie verflucht sind: Nicht von Gott, sondern durch ihre eigenen Taten (Chrys.). – ('''61''') Alles fordert die Verdammnis: Die Leichtigkeit des guten Werkes, die Lage des Bedürftigen, das natürliche Mitleid, die Größe der verheißenen Belohnung und der angedrohten Strafe, die Würde dessen, der die Wohltat als ihm erwiesen ansehen wollte, Gott (Chrys.). – ('''62''') Die Gerechten wiederholen die Worte des Richters eines nach dem anderen, die Bösen fassen dieselben beschämt kurz zusammen. Christus lehrt uns, dass alle Werke und die Ursachen der Seligkeit und der Verdammnis offenbar werden. Sicherlich wird der Herr den Verdammten nicht gestatten, lange mit ihm zu rechten, zumal sie bereits im besonderen Gerichte die Ursache ihrer Verdammnis erfahren haben. Das Bild soll uns also mahnen, dass wir jetzt so leben, dass wir einst nicht das Urteil der Verdammnis hören. – ('''63''') In die ewige, selige Unsterblichkeit. Der Ausdruck: „ewig“ bedeutet endlose Dauer, denn bei [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk01|Lk 1,33]]''] heißt das Reich Jesu ein Reich ohne Ende, und nach [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh11|Joh 11,26]]''] werden die Gerechten niemals sterben. In derselben Bedeutung muss „ewig“ auch im ersten Versgliede genommen werden; einmal weil sich die Ausdrücke in beiden Versgliedern aufeinander beziehen; dann weil nach [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,12]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg20|Apg 20,10]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh03|Joh 3,36]]''] die Strafe der Gottlosen nicht minder endlos genannt ist. Wie könnten die Verdammten auch je sich bekehren, da ihnen die Gnade Gottes für immer entzogen ist, nachdem sie dieselbe in der Zeit des Lebens, in welcher sie ihnen allein gegeben worden ist, nicht zu ihrem Heile angewandt haben? So wenig die Finsternis je Licht werden kann, oder das Feuer aus einer Schlacke je Silber oder Gold hervorrufen kann, ebenso wenig vermag die Hölle je dem Himmel sich zu nähern. Alle heiligen Väter haben diese Endlosigkeit der Strafen gelehrt, und die unfehlbare Kirche hat den Irrtum, dass die Strafen der Teufel und Verdammten einmal ein Ende haben, verdammt. (II. Konzil von Konstantinopel Kan. 12) Hasse, o Mensch! Nicht diese Strafe, denn sie ist gerecht; hasse die Sünde. Wer nur die Strafe verabscheut, verfällt in Sünde und Strafe. Durch Unglauben entrückest du dir zwar das Andenken der Hölle, aber nicht die Hölle selbst; du verbindest dir die Augen, um den Abgrund nicht zu sehen, aber desto gewisser fällst du hinein. Die Hölle mit gläubigen Augen schon von ferne schauen, schreckt dich vom Wege weg, der zur Hölle führt. Außerhalb der Höllenpforte kann man noch umkehren, aber aus der Hölle ist keine Erlösung; die Türe ist ewig geschlossen und mit der Ewigkeit verriegelt. Wie ein zweiter Moses, Stifter und Gesetzgeber des Neuen Bundes, beschließt Christus seine öffentliche Lehrtätigkeit mit Verheißung und Drohung. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:5Mos30|5Mos 30,15.19]]''].   
('''1''') Wenn Christus wiederkommt. - ('''2''') Es wird etwas Ähnliches geschehen wie im folgenden Gleichnis. - ('''3''') Zehn ist die Zahl der Allgemeinheit. Diese Zahl wurde von den Juden gewählt, um eine nicht genau zu bestimmende Menge anzudeuten. Alle Christen sind hier vorbedeutet. (Bed., Pasch., Aug., Greg.) – ('''4''') Bei den Juden pflegte das Hochzeitsmahl im Hause des Bräutigams gehalten zu werden, - hier nach der älteren Sitte, im Hause der Braut. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Rich14|Rich 14,10]]'']. Auch pflegten die Jungfrauen nicht dem Bräutigam entgegen zu gehen. Der Heiland deutet durch die Veränderung in der Darstellung an, dass er von einem Bräutigam anderer Art spricht, dem größere Ehrenbezeugungen zu erweisen sind. Christus kommt, um sich die Kirche zu verloben und diejenigen Seelen, welche ihm mit brennenden Lampen, d. i. mit der heiligmachenden Gnade und guten Werken, entgegenkommen, in die himmlische Hochzeit einzuführen. - ('''5''') Die Gläubigen werden in der Taufe und der Buße mit der heiligmachenden Gnade beschenkt, um mit ihrem Glanze geschmückt dem Heilande entgegen zu gehen und seine Ankunft zu erwarten. Tragen sie dieses Himmelslicht in sich, so werden sie zur Hochzeit des Lammes zugelassen; ist dasselbe in letzter Stunde in ihnen erloschen, so müssen sie vom Herrn hören: Ich kenne euch nicht. - ('''6''') Dieser Zusatz fehlt in vielen Handschriften und passt in der Tat nicht zum Bilde. Die Jungfrauen bildeten nämlich die Begleitung der Braut, konnten ihr also nicht entgegengehen. Sie bedeuten alle Gläubigen, also die Kirche, welche die Braut Christi ist. Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Kor11|2Kor 11,2]]''].  - ('''7''') Dass die Jungfrauen dem Bräutigam entgegen kommen, zeigt, dass alle mehr bereit sein müssen, als wenn die den Bräutigam im Hause erwarten dürften. - ('''8''') Je nachdem sie für die Zukunft Sorge tragen. - ('''9''') Außer dem Öl in der Lampe. - ('''10''') Sie erwägen, dass die Stunde der Ankunft des Bräutigams ungewiss ist. Das Öl nährt die Flamme; so muss der Mensch auch alles tun, was erforderlich ist, damit er die göttliche Gnade bewahre oder wiedergewinne, muss Tugenden üben und gute Werke tun. (Hil., Hier., Orig.) - ('''11''') Wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt24|Mt 24,48]]'']. - ('''12''') Der Schlaf erklärt, warum die törichten Jungfrauen nicht eher bemerken, dass es ihnen an Öl gebricht. Wenn der Schlaf für die Erzählung eine besondere Bedeutung hat, so soll er vielleicht andeuten, dass niemand allezeit an die Ankunft Christi denkt. - ('''13''') So dachten sich die Juden die Ankunft des Messias nach dem Bilde der letzten Nacht in Ägypten. Bedeutung: Zu einer Zeit, da man es nicht weiß, noch erwartet (Aug., Theoph.). - ('''14''') Von solchen, die den Hochzeitszug kommen sahen. - ('''15''') An jenem Tage kann niemand dem anderen helfen (Hier., Chrys.). - ('''16''') Nicht lassen sich mehr gute Werke tun, sondern über das verflossene Leben muss Rechenschaft abgelegt werden (Hier.). Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh09|Joh 9,4]]'']. - ('''17''') Die Hochzeit, von der [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb19|Offenb 19,7.9]]''] die Rede ist. - ('''18''') Die Zeit der Gnade ist vorüber. - ('''19''') Gott kennt nur die (und neigt sich nur denen mit Wohlgefallen zu), welche das Licht der heiligmachenden Gnade besitzen, und ihm dadurch ähnlich und Christi Freunde sind. - ('''20''') Die Zeit der Wiederkunft Christi zum allgemeinen Gerichte, aber auch diejenige seiner Ankunft zum besonderen. Ein ähnliches Gleichnis [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk19|Lk 19,12-26]]'']. - ('''21''') Christus bei seiner Himmelfahrt. - ('''22''') Die Apostel, Bischöfe und Priester, jeder Christ. Die Talente bezeichnen mithin alles, was jemand hat, Kräfte des Geistes, irdischen Besitz u. a. - ('''23''') Ein reicher Herr. Wie viel ein Talent ausmacht, siehe 18, Anm. 46. Ein jeder soll für seinen Herrn Gewinn suchen. - ('''24''') Dies gehört zur Ausschmückung des Gleichnisses, nicht zur Belehrung. Die verschiedene Zahl der Talente weist auf die Freiheit hin, welche Gott bei der Verteilung seiner Gaben und Gnaden sich wahrt. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt20|Mt 20,13.14]]'']. - ('''25''') Die Zeitdauer der Abwesenheit ist der Zeitraum, den uns Gott für dieses Leben zumisst. (Hil.) - ('''26''') Manche Handschriften und mehrere Väter ziehen dies Wort zum nächsten Verse. Der Sinn ist dann: Die Knechte machten sich mit Eifer an die Ausführung des ihnen zuteil gewordenen Auftrages. Zwei benutzen die Gaben ihres Herrn gut, und ihre Bemühungen fehlt der Erfolg nicht. Aber nur mit den erhaltenen Talenten erwerben sie neuen Gewinn, weil wir aus uns allein nichts vermögen zu Gottes Ehre und zu unserem und anderer Seelenheile. Der dritte Knecht ist das Bild derer, welche die Gnade Gottes umsonst empfangen [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Kor06|2Kor 6,1]]''], welche sie weder selbst benutzen, noch anderen von den Erhaltenen mitteilen (Hil.), oder nie Herz und Sinn über die Dinge dieser Welt hinaus auf Höheres richten (Greg., Theoph.). - ('''27''') Wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt24|Mt 24,48]]''] und [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt25|Mt 25,5]]'']. Sie haben viel empfangen und es ist ihnen viel Zeit gelassen worden, ihren Eifer und ihre Treue zu zeigen. Wer mehr empfangen, wird auch mehr zu verantworten haben (Greg.). - ('''28''') Der Knecht erwähnt nicht den Gewinn zuerst, sondern das, was er empfangen. Nicht seiner Arbeit schreibt er das Erreichte vor allem zu, sondern der Wohltat seines Herrn, den anvertrauten Talenten, ohne die er nichts erreicht hätte. Die Frucht muss zudem im Verhältnis zur Aussaat stehen. - ('''29''') Der Heiland geht von dem Gleichnisse zur Anwendung über. Deshalb nennt er fünf Talente weniges, denn alles Irdische ist nichts im Vergleich zu dem ewigen Lohne. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:1Kor02|1Kor 2,9]]'']. - ('''30''') Die Freude, welche der Herr genießt, soll auch dir zuteil werden. Wenn wir uns über etwas freuen, was weniger ist als unser Herz, tritt die Freude in dieses ein (Thom.). - ('''31''') Wie er mit nicht geringerer Zuversicht kommt als der erste, so ist auch sein Lob und sein Lohn nicht geringer. Beide Knechte werden wegen der Treue gelobt, nicht wegen der Größe des anvertrauten Gutes. Anders [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk19|Lk 19,16]]''], wo die Ungleichheit des Verdienstes dargestellt wird. - ('''32''') Er hat ein böses Gewissen und beginnt deshalb mit Vorwürfen und Klagen über die Härte seines Herrn, anstatt reumütig seine Schuld zu bekennen und um Verzeihung zu bitten (Hier., Bed.). - ('''33''') Ich fürchtete, es könnte, wenn ich damit Handel triebe, durch einen Zufall verloren gehen und ich dafür von dir hart behandelt werden. - ('''34''') Mehr kannst du nicht verlangen, nämlich, dass ich dir das deinige noch vermehre. Gibt es nicht auch kleinherzige Christen, die aus Furcht, Gott werde über alles Gute, das sie tun, einst Rechenschaft fordern, das Gute unterlassen? - ('''35''') Du trägst kein Bedenken, deinen Herrn anzuklagen, um dich zu entschuldigen? - ('''36''') Das ist die Ursache, warum du nur ein Talent bringst. - ('''37''') Hier ist ein Fragezeichen zu setzen, denn der Herr will nicht sagen: Ich bin so hart, wie du mich geschildert, sondern will ihm zeigen, dass er sich durch seine Anklage selbst das Urteil spricht: Die Furcht, welche du vorgibst, ist nur ein Deckmantel für deine Trägheit. Du hattest ein sicheres und leichtes Mittel, das Geld fruchttragend anzulegen. - ('''38''') Die Unterlassung des Guten und die Nachlässigkeit im rechten Gebrauche der Gaben Gottes verdient diesen Tadel. - ('''39''') Erste Strafe: Dieselbe hat bei manchen Gaben Gottes, z. B. den Gnaden des Beistandes, statt. - ('''40''') So pflegen die Menschen zu handeln. In der Anwendung ist indes nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit, als ob Gott nämlich die einem Trägen entzogene Gnade einem Eifrigen gäbe. - ('''41''') Da im Gerichte niemand etwas empfängt, findet dieser Satz nicht auf das Gericht, sondern auf das Leben seine Anwendung. Wer mit Gottes Gnaden mitwirkt, erhält hier größere Gnaden und reicheren Trost, während der lässige Christ ohne Freude dahinlebt und die Gnade verliert. - ('''42''') Zweite Strafe: Bei dieser geht der Heiland vom Gleichnis zur Anwendung über. Siehe über dieselbe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt08|Mt 8,12]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt13|Mt 13,42]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt22|Mt 22,13]],  [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt24|Mt 24,51]]'']. Der faule Knecht wird verdammt, weil er nichts Gutes getan hat. Wohl ist es eine schwere Last zu predigen, zu belehren, zu strafen, zu erbauen, für jeden zu eifern, und wer möchte solche Anstrengungen nicht fliehen? Doch das Evangelium bedroht die Säumigen mit Strafe (Aug.). Aber auch von den Gläubigen wird, was sie von den Hirten vernahmen, mit Gewinn zurückgefordert (Greg.). Wenn der Knecht so hart gestraft wird, der das Geld seines Herrn immerhin bewahrt hat, was haben da diejenigen zu erwarten, welche es verschleudern? (Aug.) Der böse Knecht hat nur ein Talent empfangen und verbirgt es, als ob es der Mühe nicht wert wäre, daraus Gewinn zu ziehen, aber er ward schwer gestraft; ein unscheinbares (er verbarg es V. 26), also darf niemand deshalb untätig bleiben, weil die ihm verliehenen Gaben minder glänzend sind. Wer aber mehr empfangen und dennoch seinem Herrn keinen Gewinn darbringt, was erwartet diesen? - ('''43''') Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh05|Joh 5,27]]'']. - ('''44''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt16|Mt 16,27]]'']. Die Mahnung zur Wachsamkeit erhält durch die Beschreibung der Art seiner Wiederkunft neues Gewicht. Zudem war es notwendig, die Jünger, welche Zeugen so vieler Verfolgungen gewesen sind und nach zwei Tagen noch Schrecklicheres erleben sollen, durch den Hinweis auf seine Verherrlichung beim Weltgerichte im Glauben und in der Hoffnung zu bestärken (Hier.). - ('''45''') Als der seiner Majestät gebührende Hofstaat und um zu erklären, wie viel sie selbst in seinem Auftrage für das Heil der Menschen getan. - ('''46''') Wohl eine leuchtende Wolke. - ('''47''') Alle ohne Ausnahme (Chrys., Bed., Thom.). Wie Christus für alle Völker gestorben ist, so ist er auch als Richter über alle gesetzt. Der Heiland sagt: Völker, nicht Menschen, weil seine Majestät so erhabener erscheint. - ('''48''') Er wird sie leicht und irrtumslos voneinander scheiden und trennen. - ('''49''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez34|Ez 34,17]]'']. Die rechte Seite ist die Ehrenvolle. Die Guten sind sanfte, unschuldige und gehorsame Schafe, Christus ist ihr Hirt; die Bösen sind mit unfruchtbaren Böcken verglichen wegen ihres Mangels an guten Werken (Chrys., Theoph., Hil.) und wegen ihrer Begierlichkeit und anderer häßlicher Eigenschaften (Hier., Euth.). Den Ort, wo das Gericht stattfinden wird, offenbart Christus nicht. - ('''50''') Zuvor hat sich der Heiland Menschensohn und Hirt genannt, jetzt nennt er sich König, da das Gericht dem Könige zugehört und es des Königs Recht ist, in sein Reich aufzunehmen oder von demselben auszuschliessen. - ('''51''') Wegen der unendlichen Segensfülle, die ihnen vom Vater zuteil werden soll. - ('''52''') Als euer euch gebührendes Eigentum (Chrys.), dass euch von mir erworben [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Roem08|Roem 8,17]]''], von Ewigkeit her bestimmt und seit der Erschaffung bereitet ist. - ('''53''') Schlecht gekleidet, eines geziemenden Kleides bedürftig. - ('''54''') Der Heiland gibt, wie es in Beispielen geschieht, nur eine Klasse von guten Werken an. Er wählt die Werke der Liebe, weil seine wahren Jünger an dieser Tugend erkannt werden sollen (Chrys.). Da der Mensch ferner schon von Natur geneigt ist, anderen im Elende zu helfen, sind diese Worte von minderer Bedeutung für die Verheißung der Belohnung; was also wird für heroische Tugenden als Lohn zuteil werden? - ('''55''') Man braucht nicht anzunehmen, dass die Gerechten wirklich diese Fragen stellen werden, denn sie wissen, dass der Heiland alle Werke der Nächstenliebe als ihm erwiesen ansehen will. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Dan07|Dan 7,13]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10|Mt 10,40]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg09|Apg 9,4]]''] Pasch. Nach dem heil. Aug. und Thom. Lässt Gott alle, die vor seinem Gerichte stehen, in einem Augenblick alles erkennen, was sie selbst und andere angeht, so dass das ganze Gericht im Herzen und Gewissen stattfindet. Dieses Erleuchten von Seiten Gottes und das Erkennen von Seiten der Gerechten stellt der Heiland in der Form von Rede und Gegenrede lebhaft vor Augen. - ('''56''') Arme, bei den Menschen Verachtete (Chrys., Hil.). – ('''57''') So schon [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10|Mt 10,40]]'']. Alle Gläubigen sind Glieder Christi [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:1Kor16|1Kor 16,15]]''], seine Brüder und Schwestern [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt12|Mt 12,50]]''] Thom. - ('''58''') Die Strafe des Verlustes. Alles Gute wird ihnen genommen und mit dem Fluche der Verdammnis belastet gehen sie in die Strafe der Sinne ein. Beide Strafen werden verhängt, weil sie die Liebe gegen den Nächsten nicht geübt haben. Wie kann Christus die als die Seinen anerkennen, welche die diese unterscheidende Tugend nicht besaßen? Und wie konnten die Gott lieben, die den Bruder nicht geliebt haben? Welcher Gegensatz zu V. 34 in allen Teilen des Urteils! - ('''59''') Kein von dieser Erde hergenommener Begriff vermag uns ein treueres Bild der Leiden, welche die Verdammten erdulden, zu geben als der Ausdruck Feuer. Es ist zwar ein anderes Feuer als das irdische, aber ein ebenso wahres wie dieses (H.H. Väter.). – ('''60''') Hier ist eine Abweichung von dem Gegensatze zu V. 34 zu bemerken. Ihr waret geschaffen, einst selig zu werden. Durch die Sünde habt ihr euch dem Teufel zugesellt und seid der ihm bestimmten Strafe verfallen (Orig., Pasch.). Deshalb gibt auch der Herr nicht hinzu, von wem sie verflucht sind: Nicht von Gott, sondern durch ihre eigenen Taten (Chrys.). – ('''61''') Alles fordert die Verdammnis: Die Leichtigkeit des guten Werkes, die Lage des Bedürftigen, das natürliche Mitleid, die Größe der verheißenen Belohnung und der angedrohten Strafe, die Würde dessen, der die Wohltat als ihm erwiesen ansehen wollte, Gott (Chrys.). – ('''62''') Die Gerechten wiederholen die Worte des Richters eines nach dem anderen, die Bösen fassen dieselben beschämt kurz zusammen. Christus lehrt uns, dass alle Werke und die Ursachen der Seligkeit und der Verdammnis offenbar werden. Sicherlich wird der Herr den Verdammten nicht gestatten, lange mit ihm zu rechten, zumal sie bereits im besonderen Gerichte die Ursache ihrer Verdammnis erfahren haben. Das Bild soll uns also mahnen, dass wir jetzt so leben, dass wir einst nicht das Urteil der Verdammnis hören. – ('''63''') In die ewige, selige Unsterblichkeit. Der Ausdruck: „ewig“ bedeutet endlose Dauer, denn bei [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk01|Lk 1,33]]''] heißt das Reich Jesu ein Reich ohne Ende, und nach [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh11|Joh 11,26]]''] werden die Gerechten niemals sterben. In derselben Bedeutung muss „ewig“ auch im ersten Versgliede genommen werden; einmal weil sich die Ausdrücke in beiden Versgliedern aufeinander beziehen; dann weil nach [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,12]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg20|Apg 20,10]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh03|Joh 3,36]]''] die Strafe der Gottlosen nicht minder endlos genannt ist. Wie könnten die Verdammten auch je sich bekehren, da ihnen die Gnade Gottes für immer entzogen ist, nachdem sie dieselbe in der Zeit des Lebens, in welcher sie ihnen allein gegeben worden ist, nicht zu ihrem Heile angewandt haben? So wenig die Finsternis je Licht werden kann, oder das Feuer aus einer Schlacke je Silber oder Gold hervorrufen kann, ebenso wenig vermag die Hölle je dem Himmel sich zu nähern. Alle heiligen Väter haben diese Endlosigkeit der Strafen gelehrt, und die unfehlbare Kirche hat den Irrtum, dass die Strafen der Teufel und Verdammten einmal ein Ende haben, verdammt. (II. Konzil von Konstantinopel Kan. 12) Hasse, o Mensch! Nicht diese Strafe, denn sie ist gerecht; hasse die Sünde. Wer nur die Strafe verabscheut, verfällt in Sünde und Strafe. Durch Unglauben entrückest du dir zwar das Andenken der Hölle, aber nicht die Hölle selbst; du verbindest dir die Augen, um den Abgrund nicht zu sehen, aber desto gewisser fällst du hinein. Die Hölle mit gläubigen Augen schon von ferne schauen, schreckt dich vom Wege weg, der zur Hölle führt. Außerhalb der Höllenpforte kann man noch umkehren, aber aus der Hölle ist keine Erlösung; die Türe ist ewig geschlossen und mit der Ewigkeit verriegelt. Wie ein zweiter Moses, Stifter und Gesetzgeber des Neuen Bundes, beschließt Christus seine öffentliche Lehrtätigkeit mit Verheißung und Drohung. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:5Mos30|5Mos 30,15.19]]''].   


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Version vom 7. September 2019, 12:26 Uhr

Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Mattæum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Matthäus - Kap. 25

Gleichnis von den zehn Jungfrauen. (V. 13) Gleichnis von den Talenten. (V. 30) Das letzte Gericht.

1. Tunc simile erit regnum cœlorum decem virginibus: quæ accipientes lampades suas exierunt obviam sponso, et sponsæ.
2. Quinque autem ex eis erant fatuæ, et quinque prudentes:
3. Sed quinque fatuæ, acceptis lampadius. Non sumpserunt oleum secum:
4. Prudentes vero acceperunt oleum in vasis suis cum lampadibus.
5. Moram autem faciente sponso, dormitaverunt omnes et dormierunt.
6. Media autem nocte clamor factus est: Ecce sponsus venit, exite obviam ei.
7. Tunc surrexerunt omnes virgines illæ, et ornaverunt lampades suas.
8. Fatuæ autem sapientibus dixerunt: Date nobis de oleo vestro: quia lampades nostræ exstinguuntur.
9. Responderunt prudentes, dicentes: Ne forte non sufficiat nobis, et vobis, ite potius ad vendentes, et emite vobis.
10. Dum autem irent emere, venit sponsus: et quæ paratæ erant, intraverunt cum eo ad nuptias, et clausa est janua.
11. Novisseme vero veniunt et reliquæ virgines, dicentes: Domine, Domine, aperi nobis.
12. At ille respondens, ait: Amen dico vobis, nescio vos.
13. Vigilate itaque, quia nescitis diem, neque horam.
14. Sicut enim homo peregre proficiscens, vocavit servos suos, et tradidit illis bona sua.
15. Et uni dedit quinque talenta, alii autem duo, alii vero unum, unicuique secundum propriam virtutem, et profectus est statim.
16. Abiit autem qui quinque talenta acceperat, et operates est in eis, et lucratus est alia quinque.
17. Similiter et qui duo acceperat, lucratus est alia duo.
18. Qui autem unum acceperat, abiens fodit in terram, et abscondit pecuniam domini sui.
19. Post multum vero temporis venit dominus servorum illorum, et posuit rationem cum eis.
20. Et accedens qui quinque talenta acceperat, obtulit alia quinque talenta, dicens: Domine, quinque talenta tradidisti mihi, ecce alia quinque superlucratus sum.
21. Ait illi dominus ejus: Euge serve bone, et fidelis, quia super pauca fuisti fidelis, super multa te constituam, intra in gaudium domini tui.

22. Accessit autem et qui duo talenta acceperat, et ait: Domine, duo talenta tradidisti mihi, ecce alia duo lucratus sum.
23. Ait illi dominus ejus: Euge serve bone, et fidelis, quia super pauca fuisti fidelis, super multa te constituam, intra in gaudium domini tui.
24. Accedens autem et qui unum talentum acceperat, ait: Domine, scio quia homo durus es, metis ubi non seminasti, et congregas ubi non sparsisti:

25. Et timens abii, et abscondi talentum tuum in terra, ecce habes quod tuum est,
26. Respondens autem dominus ejus, dixit ei: Serve male, et piger, sciebas quia meto ubi non semino, et congrego ubi non sparsi:
27. Oportuit ergo te committere pecuniam meam nummulariis, et veniens ego recepissem utique quod meum est cum usura.
28. Tollite itaque ab eo talentum, et date ei, qui habet decem talenta.
29. Omni enim habenti dabitur, et abundabit: ei autem, qui non habet, et quod videtur habere, auferetur ab eo.

30. Et inutilem servum ejicite in tenebras exteriores: illic erit fletus, et stridor dentium.
31. Cum autem venerit Filius hominis in majestate sua, et omnes Angeli cum eo, tunc sedebit super sedem majestatis suæ:
32. Et congregabuntur ante eum omnes gentes, et separabit eos ab invicem, sicut pastor segregat oves ab hœdis:

33. Et statuet oves quidem a dextris suis, hœdos autem a sinistris.
34. Tunc dicet rex his, qui a dextris ejus erunt: Venite benedicti Patris mei, possidete paratum vobis regnum a constitutione mundi.

35. Esurivi enim, et debistis mihi manducare: sitivi, et dedistis mihi bibere: hospes eram, et collegistis me:

36. Nudus, et cooperuistis me: infirmus, et visitastis me: in carcere eram, et venistis ad me.

37. Tunc respondebunt ei justi, dicentes: Domine, quando te vidimus esurientem, et pavimus te: sitientem, et dedimus tibi potum?
38. Quando autem te vidimus hospitem, et collegimus te: aut nudum, et cooperuimus te?
39. Aut quando te vidimus infirmum: aut in carcere, et venismus ad te?

40. Et respondens rex, dicet illis: Amen dico vobis, quamdiu fecistis uni ex his fratribus meis minimis, mihi fecistis.
41. Tunc dicet et his, qui a sinistris erunt: Discedite a me maledicti in ignem æternum, qui paratus est diabolo, et angelis ejus.

42. Esurivi enim, et non dedistis mihi manducare: sitivi, et non dedistis mihi potum:
43. Hospes eram, et non collegistis me: nudus, et non cooperuistis me: infirmus, et in carcere, et non visitastis me.
44. Tunc respondebunt ei et ipsi, dicentes: Domine, quando te vidimus esurientem, aut sitientem, aut hospitem, aut nudum, aut infirmum, aut in carcere, et non ministravimus tibi?
45. Tunc respondebit illis, dicens: Amen dico vobis: Quamdiu non fecistis uni de minoribus his, nec mihi fecistis.
46. Et ibunt hi in supplicium æternum: justi autem in vitam æternam.

1. Dann1 wird das Himmelreich gleich sein2 zehn3 Jungfrauen, welche ihre Lampen nahmen und ausgingen,4 dem Bräutigam5 und der Braut6 entgegen.7
2. Fünf aber von ihnen waren töricht, und fünf klug.8
3. Aber die fünf törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber nahmen kein Öl mit sich.9
4. Die Klugen dagegen nahmen samt den Lampen auch Öl mit in ihren Gefäßen.10
5. Da aber der Bräutigam verzog,11 wurden alle schläfrig und schlummerten ein.12
6. Um Mitternacht13 aber erhob sich ein Geschrei:14 Sehet, der Bräutigam kommt, gehet heraus ihm entgegen!
7. Da standen alle jene Jungfrauen auf und richteten ihre Lampen zu.
8. Die törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebet uns von eurem Öle; denn unsere Lampen erlöschen.
9. Die Klugen antworteten und sprachen: Es möchte nicht zureichen für uns und euch;15 gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch.
10. Während sie nun hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren,16 gingen mit ihm ein zur Hochzeit,17 und die Türe ward verschlossen.18
11. Zuletzt aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr! Tue uns auf.
12. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht!19
13. Wachet also, weil ihr weder den Tag wisset, noch die Stunde!20 [Mk 13,33].
14. Denn wie ein Mann, im Begriffe fortzureisen,21 seine Knechte22 rief, und ihnen seine Güter übergab. [Lk 19,12].
15. Dem einen gab er fünf Talente, dem andern aber zwei, dem dritten aber eines,23 einem jeden nach seiner Befähigung,24 und reiste25 alsobald26 fort.
16. Der aber, welcher die fünf Talente empfangen hatte, ging hin, und wirtschaftete mit denselben, und gewann andere fünf.
17. Desgleichen gewann auch der, welcher die zwei empfangen hatte, andere zwei.
18. Derjenige aber, welcher das eine empfangen hatte, ging hin, und grub es in die Erde, und verbarg das Geld seines Herrn.
19. Nach langer Zeit aber27 kam der Herr jener Knechte, und hielt Abrechnung mit ihnen.
20. Und es trat derjenige hinzu, welcher die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente, und sagte: Herr! Fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, ich habe noch fünf andere dazu gewonnen.28
21. Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! Weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen;29 gehe ein in die Freude deines Herrn!30
22. Es trat auch derjenige hinzu, welcher zwei Talente empfangen hatte, und sagte: Herr! Zwei Talente hast du mir übergeben, siehe, ich habe andere zwei gewonnen.31
23. Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! Weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn!
24. Es trat auch derjenige hinzu, welcher das eine Talent empfangen hatte, und sagte: Herr! Ich weiß, dass du ein harter Mann bist,32 du erntest, wo du nicht gesäet, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
25. und in Furcht ging ich hinweg, und verbarg dein Talent in der Erde.33 Siehe, da hast du, was dein ist!34
26. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du schlechter35 und fauler36 Knecht! Du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesäet, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe;37
27. du hättest mithin mein Geld den Wechslern übergeben sollen, und bei meiner Ankunft würde ich dann doch das Wenige mit Zins wieder erhalten haben.38
28. Nehmet ihm also das Talent39 und gebt es dem, welcher die zehn Talente hat!40
29. Denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird in Überfluß haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er zu haben scheint, genommen werden.41 [Mt 13,12, Mk 4,25]
30. Und den unnützen Knecht werfet in die Finsternis draußen hinaus, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.42
31. Wenn aber der Menschensohn43 in seiner Herrlichkeit kommen wird,44 und alle Engel45 mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen;46
32. und es werden alle Völker47 vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden,48 wie der Hirt die Schafe scheidet von den Böcken.
33. Die Schafe wird er zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen.49
34. Alsdann wird der König50 zu denen, welche zu seiner Rechten sein werden, sprechen: Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters!51 Nehmet das Reich in Besitz, welches euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.52
35. Denn ich war hungrig, und ihr habt mich gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; [Jes 58,7]
36. ich war nackt,53 und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Kerker, und ihr seid zu mir gekommen.54 [JSir 7,39]
37. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr! Wann haben wir dich hungrig gesehen, und dich gespeist? Oder durstig, und dich getränkt?
38. Wann haben wir dich fremd gesehen, und dich beherbergt? Oder nackt, und dich bekleidet?
39. Oder wann haben wir dich krank gesehen, oder im Kerker, und sind zu dir gekommen?55
40. Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, so weit ihr es einem dieser meiner geringsten56 Brüder57 getan habt, habt ihr es mir getan!
41. Dann wird er auch zu denen auf der Linken sprechen: Weichet von mir, ihr Verfluchten!58 in das ewige Feuer,59 welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.60 [Mt 7,23, Lk 13,27, Ps 6,9]
42. Denn ich war hungrig, und ihr habt mich nicht gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt;
43. ich war fremd, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich war krank und im Kerker,61 und ihr habt mich nicht besucht.
44. Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr! Wann haben wir dich hungrig oder durstig, oder fremd, oder nackt, oder krank, oder im Kerker gesehen, und haben dir nicht gedient?62
45. Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, sofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan!
46. Und diese werden in ewige Pein gehen, die Gerechten aber in ewiges63 Leben. [Dan 12,2, Joh 5,29]


Fußnote

Kap. 25 (1) Wenn Christus wiederkommt. - (2) Es wird etwas Ähnliches geschehen wie im folgenden Gleichnis. - (3) Zehn ist die Zahl der Allgemeinheit. Diese Zahl wurde von den Juden gewählt, um eine nicht genau zu bestimmende Menge anzudeuten. Alle Christen sind hier vorbedeutet. (Bed., Pasch., Aug., Greg.) – (4) Bei den Juden pflegte das Hochzeitsmahl im Hause des Bräutigams gehalten zu werden, - hier nach der älteren Sitte, im Hause der Braut. Vergl. [Rich 14,10]. Auch pflegten die Jungfrauen nicht dem Bräutigam entgegen zu gehen. Der Heiland deutet durch die Veränderung in der Darstellung an, dass er von einem Bräutigam anderer Art spricht, dem größere Ehrenbezeugungen zu erweisen sind. Christus kommt, um sich die Kirche zu verloben und diejenigen Seelen, welche ihm mit brennenden Lampen, d. i. mit der heiligmachenden Gnade und guten Werken, entgegenkommen, in die himmlische Hochzeit einzuführen. - (5) Die Gläubigen werden in der Taufe und der Buße mit der heiligmachenden Gnade beschenkt, um mit ihrem Glanze geschmückt dem Heilande entgegen zu gehen und seine Ankunft zu erwarten. Tragen sie dieses Himmelslicht in sich, so werden sie zur Hochzeit des Lammes zugelassen; ist dasselbe in letzter Stunde in ihnen erloschen, so müssen sie vom Herrn hören: Ich kenne euch nicht. - (6) Dieser Zusatz fehlt in vielen Handschriften und passt in der Tat nicht zum Bilde. Die Jungfrauen bildeten nämlich die Begleitung der Braut, konnten ihr also nicht entgegengehen. Sie bedeuten alle Gläubigen, also die Kirche, welche die Braut Christi ist. Siehe [2Kor 11,2]. - (7) Dass die Jungfrauen dem Bräutigam entgegen kommen, zeigt, dass alle mehr bereit sein müssen, als wenn die den Bräutigam im Hause erwarten dürften. - (8) Je nachdem sie für die Zukunft Sorge tragen. - (9) Außer dem Öl in der Lampe. - (10) Sie erwägen, dass die Stunde der Ankunft des Bräutigams ungewiss ist. Das Öl nährt die Flamme; so muss der Mensch auch alles tun, was erforderlich ist, damit er die göttliche Gnade bewahre oder wiedergewinne, muss Tugenden üben und gute Werke tun. (Hil., Hier., Orig.) - (11) Wie [Mt 24,48]. - (12) Der Schlaf erklärt, warum die törichten Jungfrauen nicht eher bemerken, dass es ihnen an Öl gebricht. Wenn der Schlaf für die Erzählung eine besondere Bedeutung hat, so soll er vielleicht andeuten, dass niemand allezeit an die Ankunft Christi denkt. - (13) So dachten sich die Juden die Ankunft des Messias nach dem Bilde der letzten Nacht in Ägypten. Bedeutung: Zu einer Zeit, da man es nicht weiß, noch erwartet (Aug., Theoph.). - (14) Von solchen, die den Hochzeitszug kommen sahen. - (15) An jenem Tage kann niemand dem anderen helfen (Hier., Chrys.). - (16) Nicht lassen sich mehr gute Werke tun, sondern über das verflossene Leben muss Rechenschaft abgelegt werden (Hier.). Vergl. [Joh 9,4]. - (17) Die Hochzeit, von der [Offenb 19,7.9] die Rede ist. - (18) Die Zeit der Gnade ist vorüber. - (19) Gott kennt nur die (und neigt sich nur denen mit Wohlgefallen zu), welche das Licht der heiligmachenden Gnade besitzen, und ihm dadurch ähnlich und Christi Freunde sind. - (20) Die Zeit der Wiederkunft Christi zum allgemeinen Gerichte, aber auch diejenige seiner Ankunft zum besonderen. Ein ähnliches Gleichnis [Lk 19,12-26]. - (21) Christus bei seiner Himmelfahrt. - (22) Die Apostel, Bischöfe und Priester, jeder Christ. Die Talente bezeichnen mithin alles, was jemand hat, Kräfte des Geistes, irdischen Besitz u. a. - (23) Ein reicher Herr. Wie viel ein Talent ausmacht, siehe 18, Anm. 46. Ein jeder soll für seinen Herrn Gewinn suchen. - (24) Dies gehört zur Ausschmückung des Gleichnisses, nicht zur Belehrung. Die verschiedene Zahl der Talente weist auf die Freiheit hin, welche Gott bei der Verteilung seiner Gaben und Gnaden sich wahrt. Vergl. [Mt 20,13.14]. - (25) Die Zeitdauer der Abwesenheit ist der Zeitraum, den uns Gott für dieses Leben zumisst. (Hil.) - (26) Manche Handschriften und mehrere Väter ziehen dies Wort zum nächsten Verse. Der Sinn ist dann: Die Knechte machten sich mit Eifer an die Ausführung des ihnen zuteil gewordenen Auftrages. Zwei benutzen die Gaben ihres Herrn gut, und ihre Bemühungen fehlt der Erfolg nicht. Aber nur mit den erhaltenen Talenten erwerben sie neuen Gewinn, weil wir aus uns allein nichts vermögen zu Gottes Ehre und zu unserem und anderer Seelenheile. Der dritte Knecht ist das Bild derer, welche die Gnade Gottes umsonst empfangen [2Kor 6,1], welche sie weder selbst benutzen, noch anderen von den Erhaltenen mitteilen (Hil.), oder nie Herz und Sinn über die Dinge dieser Welt hinaus auf Höheres richten (Greg., Theoph.). - (27) Wie [Mt 24,48] und [Mt 25,5]. Sie haben viel empfangen und es ist ihnen viel Zeit gelassen worden, ihren Eifer und ihre Treue zu zeigen. Wer mehr empfangen, wird auch mehr zu verantworten haben (Greg.). - (28) Der Knecht erwähnt nicht den Gewinn zuerst, sondern das, was er empfangen. Nicht seiner Arbeit schreibt er das Erreichte vor allem zu, sondern der Wohltat seines Herrn, den anvertrauten Talenten, ohne die er nichts erreicht hätte. Die Frucht muss zudem im Verhältnis zur Aussaat stehen. - (29) Der Heiland geht von dem Gleichnisse zur Anwendung über. Deshalb nennt er fünf Talente weniges, denn alles Irdische ist nichts im Vergleich zu dem ewigen Lohne. [1Kor 2,9]. - (30) Die Freude, welche der Herr genießt, soll auch dir zuteil werden. Wenn wir uns über etwas freuen, was weniger ist als unser Herz, tritt die Freude in dieses ein (Thom.). - (31) Wie er mit nicht geringerer Zuversicht kommt als der erste, so ist auch sein Lob und sein Lohn nicht geringer. Beide Knechte werden wegen der Treue gelobt, nicht wegen der Größe des anvertrauten Gutes. Anders [Lk 19,16], wo die Ungleichheit des Verdienstes dargestellt wird. - (32) Er hat ein böses Gewissen und beginnt deshalb mit Vorwürfen und Klagen über die Härte seines Herrn, anstatt reumütig seine Schuld zu bekennen und um Verzeihung zu bitten (Hier., Bed.). - (33) Ich fürchtete, es könnte, wenn ich damit Handel triebe, durch einen Zufall verloren gehen und ich dafür von dir hart behandelt werden. - (34) Mehr kannst du nicht verlangen, nämlich, dass ich dir das deinige noch vermehre. Gibt es nicht auch kleinherzige Christen, die aus Furcht, Gott werde über alles Gute, das sie tun, einst Rechenschaft fordern, das Gute unterlassen? - (35) Du trägst kein Bedenken, deinen Herrn anzuklagen, um dich zu entschuldigen? - (36) Das ist die Ursache, warum du nur ein Talent bringst. - (37) Hier ist ein Fragezeichen zu setzen, denn der Herr will nicht sagen: Ich bin so hart, wie du mich geschildert, sondern will ihm zeigen, dass er sich durch seine Anklage selbst das Urteil spricht: Die Furcht, welche du vorgibst, ist nur ein Deckmantel für deine Trägheit. Du hattest ein sicheres und leichtes Mittel, das Geld fruchttragend anzulegen. - (38) Die Unterlassung des Guten und die Nachlässigkeit im rechten Gebrauche der Gaben Gottes verdient diesen Tadel. - (39) Erste Strafe: Dieselbe hat bei manchen Gaben Gottes, z. B. den Gnaden des Beistandes, statt. - (40) So pflegen die Menschen zu handeln. In der Anwendung ist indes nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit, als ob Gott nämlich die einem Trägen entzogene Gnade einem Eifrigen gäbe. - (41) Da im Gerichte niemand etwas empfängt, findet dieser Satz nicht auf das Gericht, sondern auf das Leben seine Anwendung. Wer mit Gottes Gnaden mitwirkt, erhält hier größere Gnaden und reicheren Trost, während der lässige Christ ohne Freude dahinlebt und die Gnade verliert. - (42) Zweite Strafe: Bei dieser geht der Heiland vom Gleichnis zur Anwendung über. Siehe über dieselbe [Mt 8,12, Mt 13,42, Mt 22,13, Mt 24,51]. Der faule Knecht wird verdammt, weil er nichts Gutes getan hat. Wohl ist es eine schwere Last zu predigen, zu belehren, zu strafen, zu erbauen, für jeden zu eifern, und wer möchte solche Anstrengungen nicht fliehen? Doch das Evangelium bedroht die Säumigen mit Strafe (Aug.). Aber auch von den Gläubigen wird, was sie von den Hirten vernahmen, mit Gewinn zurückgefordert (Greg.). Wenn der Knecht so hart gestraft wird, der das Geld seines Herrn immerhin bewahrt hat, was haben da diejenigen zu erwarten, welche es verschleudern? (Aug.) Der böse Knecht hat nur ein Talent empfangen und verbirgt es, als ob es der Mühe nicht wert wäre, daraus Gewinn zu ziehen, aber er ward schwer gestraft; ein unscheinbares (er verbarg es V. 26), also darf niemand deshalb untätig bleiben, weil die ihm verliehenen Gaben minder glänzend sind. Wer aber mehr empfangen und dennoch seinem Herrn keinen Gewinn darbringt, was erwartet diesen? - (43) Siehe [Joh 5,27]. - (44) Vergl. [Mt 16,27]. Die Mahnung zur Wachsamkeit erhält durch die Beschreibung der Art seiner Wiederkunft neues Gewicht. Zudem war es notwendig, die Jünger, welche Zeugen so vieler Verfolgungen gewesen sind und nach zwei Tagen noch Schrecklicheres erleben sollen, durch den Hinweis auf seine Verherrlichung beim Weltgerichte im Glauben und in der Hoffnung zu bestärken (Hier.). - (45) Als der seiner Majestät gebührende Hofstaat und um zu erklären, wie viel sie selbst in seinem Auftrage für das Heil der Menschen getan. - (46) Wohl eine leuchtende Wolke. - (47) Alle ohne Ausnahme (Chrys., Bed., Thom.). Wie Christus für alle Völker gestorben ist, so ist er auch als Richter über alle gesetzt. Der Heiland sagt: Völker, nicht Menschen, weil seine Majestät so erhabener erscheint. - (48) Er wird sie leicht und irrtumslos voneinander scheiden und trennen. - (49) Vergl. [Ez 34,17]. Die rechte Seite ist die Ehrenvolle. Die Guten sind sanfte, unschuldige und gehorsame Schafe, Christus ist ihr Hirt; die Bösen sind mit unfruchtbaren Böcken verglichen wegen ihres Mangels an guten Werken (Chrys., Theoph., Hil.) und wegen ihrer Begierlichkeit und anderer häßlicher Eigenschaften (Hier., Euth.). Den Ort, wo das Gericht stattfinden wird, offenbart Christus nicht. - (50) Zuvor hat sich der Heiland Menschensohn und Hirt genannt, jetzt nennt er sich König, da das Gericht dem Könige zugehört und es des Königs Recht ist, in sein Reich aufzunehmen oder von demselben auszuschliessen. - (51) Wegen der unendlichen Segensfülle, die ihnen vom Vater zuteil werden soll. - (52) Als euer euch gebührendes Eigentum (Chrys.), dass euch von mir erworben [Roem 8,17], von Ewigkeit her bestimmt und seit der Erschaffung bereitet ist. - (53) Schlecht gekleidet, eines geziemenden Kleides bedürftig. - (54) Der Heiland gibt, wie es in Beispielen geschieht, nur eine Klasse von guten Werken an. Er wählt die Werke der Liebe, weil seine wahren Jünger an dieser Tugend erkannt werden sollen (Chrys.). Da der Mensch ferner schon von Natur geneigt ist, anderen im Elende zu helfen, sind diese Worte von minderer Bedeutung für die Verheißung der Belohnung; was also wird für heroische Tugenden als Lohn zuteil werden? - (55) Man braucht nicht anzunehmen, dass die Gerechten wirklich diese Fragen stellen werden, denn sie wissen, dass der Heiland alle Werke der Nächstenliebe als ihm erwiesen ansehen will. Vergl. [Dan 7,13, Mt 10,40, Apg 9,4] Pasch. Nach dem heil. Aug. und Thom. Lässt Gott alle, die vor seinem Gerichte stehen, in einem Augenblick alles erkennen, was sie selbst und andere angeht, so dass das ganze Gericht im Herzen und Gewissen stattfindet. Dieses Erleuchten von Seiten Gottes und das Erkennen von Seiten der Gerechten stellt der Heiland in der Form von Rede und Gegenrede lebhaft vor Augen. - (56) Arme, bei den Menschen Verachtete (Chrys., Hil.). – (57) So schon [Mt 10,40]. Alle Gläubigen sind Glieder Christi [1Kor 16,15], seine Brüder und Schwestern [Mt 12,50] Thom. - (58) Die Strafe des Verlustes. Alles Gute wird ihnen genommen und mit dem Fluche der Verdammnis belastet gehen sie in die Strafe der Sinne ein. Beide Strafen werden verhängt, weil sie die Liebe gegen den Nächsten nicht geübt haben. Wie kann Christus die als die Seinen anerkennen, welche die diese unterscheidende Tugend nicht besaßen? Und wie konnten die Gott lieben, die den Bruder nicht geliebt haben? Welcher Gegensatz zu V. 34 in allen Teilen des Urteils! - (59) Kein von dieser Erde hergenommener Begriff vermag uns ein treueres Bild der Leiden, welche die Verdammten erdulden, zu geben als der Ausdruck Feuer. Es ist zwar ein anderes Feuer als das irdische, aber ein ebenso wahres wie dieses (H.H. Väter.). – (60) Hier ist eine Abweichung von dem Gegensatze zu V. 34 zu bemerken. Ihr waret geschaffen, einst selig zu werden. Durch die Sünde habt ihr euch dem Teufel zugesellt und seid der ihm bestimmten Strafe verfallen (Orig., Pasch.). Deshalb gibt auch der Herr nicht hinzu, von wem sie verflucht sind: Nicht von Gott, sondern durch ihre eigenen Taten (Chrys.). – (61) Alles fordert die Verdammnis: Die Leichtigkeit des guten Werkes, die Lage des Bedürftigen, das natürliche Mitleid, die Größe der verheißenen Belohnung und der angedrohten Strafe, die Würde dessen, der die Wohltat als ihm erwiesen ansehen wollte, Gott (Chrys.). – (62) Die Gerechten wiederholen die Worte des Richters eines nach dem anderen, die Bösen fassen dieselben beschämt kurz zusammen. Christus lehrt uns, dass alle Werke und die Ursachen der Seligkeit und der Verdammnis offenbar werden. Sicherlich wird der Herr den Verdammten nicht gestatten, lange mit ihm zu rechten, zumal sie bereits im besonderen Gerichte die Ursache ihrer Verdammnis erfahren haben. Das Bild soll uns also mahnen, dass wir jetzt so leben, dass wir einst nicht das Urteil der Verdammnis hören. – (63) In die ewige, selige Unsterblichkeit. Der Ausdruck: „ewig“ bedeutet endlose Dauer, denn bei [Lk 1,33] heißt das Reich Jesu ein Reich ohne Ende, und nach [Joh 11,26] werden die Gerechten niemals sterben. In derselben Bedeutung muss „ewig“ auch im ersten Versgliede genommen werden; einmal weil sich die Ausdrücke in beiden Versgliedern aufeinander beziehen; dann weil nach [Mt 3,12, Apg 20,10, Joh 3,36] die Strafe der Gottlosen nicht minder endlos genannt ist. Wie könnten die Verdammten auch je sich bekehren, da ihnen die Gnade Gottes für immer entzogen ist, nachdem sie dieselbe in der Zeit des Lebens, in welcher sie ihnen allein gegeben worden ist, nicht zu ihrem Heile angewandt haben? So wenig die Finsternis je Licht werden kann, oder das Feuer aus einer Schlacke je Silber oder Gold hervorrufen kann, ebenso wenig vermag die Hölle je dem Himmel sich zu nähern. Alle heiligen Väter haben diese Endlosigkeit der Strafen gelehrt, und die unfehlbare Kirche hat den Irrtum, dass die Strafen der Teufel und Verdammten einmal ein Ende haben, verdammt. (II. Konzil von Konstantinopel Kan. 12) Hasse, o Mensch! Nicht diese Strafe, denn sie ist gerecht; hasse die Sünde. Wer nur die Strafe verabscheut, verfällt in Sünde und Strafe. Durch Unglauben entrückest du dir zwar das Andenken der Hölle, aber nicht die Hölle selbst; du verbindest dir die Augen, um den Abgrund nicht zu sehen, aber desto gewisser fällst du hinein. Die Hölle mit gläubigen Augen schon von ferne schauen, schreckt dich vom Wege weg, der zur Hölle führt. Außerhalb der Höllenpforte kann man noch umkehren, aber aus der Hölle ist keine Erlösung; die Türe ist ewig geschlossen und mit der Ewigkeit verriegelt. Wie ein zweiter Moses, Stifter und Gesetzgeber des Neuen Bundes, beschließt Christus seine öffentliche Lehrtätigkeit mit Verheißung und Drohung. [5Mos 30,15.19].

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