Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez12

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Prophetia Ezechielis. Caput XII.

Prophezeiung des Ezechiel. Kap. 12


3. Dritte Reihe von Strafgerichten Gottes. (Kap. 12,1 – 19,14) A. Das künftige Schicksal des Königs und des Volkes wird vor Augen gestellt. (Kap. 12)

1.Et factus est sermo Domini ad me, dicens:
2. Fili hominis in medio domus exasperantis tu habitas: qui oculos habent ad videndum, et non vident: et aures ad audiendum, et non audiunt: quia domus exasperans est.
3. Tu ergo fili hominis, fac tibi vasa transmigrationis, et transmigrabis per diem coram eis: transmigrabis autem de loco tuo ad locum alterum in conspectu eorum, si forte aspiciant: quia domus exasperans est.
4. Et efferes foras vasa tua quasi vasa transmigrantis per diem in conspectu eorum: tu autem egredieris vespere coram eis, sicut egreditur migrans.

5. Ante oculos eorum perfode tibi parietem: et egredieris per eum.
6. In conspectu eorum in humeris portaberis, in caligine effereris: fciem tuam velabis, et non videbis terram: quia portentum dedi de domui Israel.

7. Feci ergo sicut præceperat mihi Dominus: vasa mea protuli quasi vasa transmigrantis per diem: et vespere perfodi mihi parietem manu: et in caligine egressus sum, in humeris portatus in conspectu eorum.
8. Et factus est sermo Domini mane ad me, dicens:
9. Fili hominis, numquid non dixerunt ad te domus Israel, domus exasperans: Quid tu facis?
10. Dic ad eos: Hæc dicit Dominus Deus: Super ducem onus istud, qui est in Jerusalem, et super omnem domum Israel, quæ est in medio eorum.
11. Dic: Ego portentum vestrum: quomodo feci, sic fiet illis: in transmigrationem, et in captivitatem ibunt.

12. Et du, qui est in medio eorum, in humeris portabitur, in caligine egredietur: parietem perfodient ut educant eum: facies ejus operietur ut non videat oculo terram.

13. Et extendam rete meum super eum, et capietur in sagena mea: et adducam eum in Babylonem in terram Chaldæorum: et ipsam non videbit, ibique morietur.
14. Et omnes, qui circa eum sunt, præsidium ejus, et agmina ejus dispergam in omnem ventum: et gladium evaginabo post eos.
15. Et scient quia ego Dominus, quando dispersero illos in gentibus, et disseminavero eos in terris.
16. Et relinquam ex eis viros paucos a gladio, et fame, et pestilentia: ut enarrent omnia scelera eorum in gentibus, ad quas ingredientur: et scient quia ego Dominus.

17. Et factus est sermo Domini ad me, dicens:
18. Fili hominis, panem tuum in conturbatione comede: sed et aquam tuam in festinatione, in mœrore bibe.
19. Et dices ad populum terræ: Hæc dicit Dominus Deus ad eos, qui habitant in Jerusalem in terra Israel: Panem suum in sollicitudine comedent, et aquam suam in desolatione bibent: ut desoletur terra a multitudine sua, propter iniquitatem omnium, qui habitant in ea.

20. Et civitates, quæ nunc habitantur, desolatæ erunt, terraque deserta: et scietis quia ego Dominus.

21. Et factus et sermo Domini ad me, dicens:
22. Fili hominis, quod est proverbium istud vobis in terra Israel? dicentium: In longum differentur dies, et peribit omnis visio.
23. Ideo dic ad eos: Hæc dicit Dominus Deus: Quiescere faciam proverbium istud, neque vulgo dicetur ultra in Israel: et loquere ad eos quod appropinquaverint dies, et sermo omnis visionis.

24. Non enim erit ultra omnis visio cassa, neque divinatio ambigna in medio filiorum Israel.
25. Quia ego Dominus loquar: et quodcumque locutus fuero verbum, fiet, et non prolongabitur amplius: sed in diebus vestris domus exasperans loquar verbum, et faciam illud, dicit Dominus Deus.

26. Et factus est sermo Domini ad me, dicens:
27. Fili hominis, ecce domus Israel dicentium: Visio, quam hic videt, in dies multos: et in tempora longa iste prophetat.
28. Propterea dic ad eos: Hæc dicit Dominus Deus: Non prolongabitur ultra omnis sermo meus: verbum quod locutus fuero, complebitur, dicit Dominus Deus.



1.Und das Wort des Herrn erging an mich also:1
2. Menschensohn! Du wohnst inmitten des widerspenstigen Hauses, die Augen haben, um zu sehen, und nicht sehen, Ohren, um zu hören, und nicht hören; denn sie sind ein widerspenstiges Haus.2
3. Deshalb, o Menschensohn! Bereite dir Reisegerät und wandere fort bei hellem Tage vor ihren Augen und wandere vor ihren Augen von deiner Stätte an einen anderen Ort, vielleicht dass sie darauf achten; denn sie sind ein widerspenstiges Haus.3
4. Und ich schaffe dein Gerät, wie Gerät zur Auswanderung, bei hellem Tage vor ihren Augen hinaus; du selbst aber ziehe am Abend vor ihren Augen fort, wie ein Wanderer auszuziehen pflegt.
5. Vor ihren Augen durchbrich die Wand und gehe durch dieselbe hinaus.
6. Vor ihren Augen hebe es auf4 die Schultern und im Dunkeln schaffe es hinaus, verhülle dein Angesicht und siehe das Land nicht; denn ich habe dich zum Wahrzeichen für das Haus Israel gemacht.
7. Da tat ich also, wie der Herr mir befohlen hatte; ich brachte mein Gerät hinaus wie Wandergerät bei Tag und am Abend durchbrach ich mit der Hand die Wand und ich zog aus im Dunkeln, auf den Schultern tragend vor ihren Augen.
8. Da erging am Morgen an mich das Wort des Herrn also:
9. Menschensohn! Hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: Was tust du da?5
10. Sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Diese Last6 gilt dem Fürsten zu Jerusalem und dem ganzen Hause Israel in dessen7 Mitte.
11. Sprich: Ich bin ein Wahrzeichen8 für euch; wie ich getan, so wird ihnen geschehen, in die Verbannung und in die Gefangenschaft werden sie ziehen.
12. Der Fürst aber in ihrer Mitte wird auf den Schultern tragen9 und wird im Dunkeln fortziehen; man wird die Mauer durchbrechen, um ihn hinauszuschaffen; sein Gesicht wird er verhüllen,10 dass er das Land nicht mit Augen sehe.11
13. Und ich werde mein Netz über ihn breiten und er wird in meinem Garn gefangen werden,12 ich werde ihn nach Babylon in das Land der Chaldäer bringen, doch soll er es nicht sehen, und daselbst wird er sterben.13
14. Und alle, die um ihn her sind, seinen Beistand und seine Kriegsscharen werde ich in alle Winde zerstreuen und hinter ihnen her das Schwert zücken.
15. So sollen sie erkennen, dass ich der Herr bin,14 wenn ich sie unter die Völker versprenge und in die Länder zerstreue.
16. Doch werde ich etliche wenige von ihnen vom Schwerte, vom Hunger und von der Seuche übrigbleiben lassen, damit sie alle Abscheulichkeiten jener unter den Völkern, wohin sie kommen, erzählen können, und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.15
17. Und es erging an mich das Wort des Herrn also:
18. Menschensohn! Iss dein Brot in Schrecken und trink dein Wasser in Eile und Trauer!16
19. Und sprich zu dem Volke des Landes: So spricht der Herr, Gott, zu den Bewohnern von Jerusalem im Lande Israel: Sie werden ihr Brot in Sorgen essen und ihr Wasser in Gram trinken, auf dass ihr Land wüste liege, seiner Fülle beraubt, um der Verschuldung aller seiner Bewohner willen.17
20. Und die Städte, welche jetzt bewohnt sind, sollen vereinsamt werden, das Land wird öde werden und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin.
21. Und es erging an mich das Wort des Herrn also:18
22. Menschensohn! Was habt ihr für eine Redeweise im Lande Israel, dass man sagt: „Die Tage ziehen sich in die Länge hin und jegliches Gesicht ist nichtig?“19
23. Darum sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Ich will dieser Redeweise ein Ende machen und das Volk soll sie nicht mehr im Munde führen in Israel, vielmehr sage ihnen, dass die Tage nahe sind und der Ausspruch jeglichen Schauens.
24. Denn fortan soll kein Gesicht mehr eitel und keine Weissagung mehr zweifelhaft sein inmitten der Söhne Israels.
25. Denn ich, der Herr, werde reden und jedes Wort, das ich spreche, soll in Erfüllung gehen und nicht weiter hinausgeschoben werden; sondern in euren Tagen, widerspenstiges Haus! will ich ein Wort reden und will es auch ausführen, spricht der Herr, Gott.20
26. Und es erging an mich das Wort des Herrn also:
27. Menschensohn! Siehe, die vom Hause Israel sagen: Das Gesicht, welches er schaut, geht auf eine ferne Zukunft und er weissagt auf ferne Zeiten.
28. Darum sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Nicht werden sich alle meine Worte weit hinausziehen; das Wort, welches ich spreche, soll in Erfüllung gehen,21 spricht der Herr, Gott.


Fußnote

Kap. 12 (1) Die [Ez 4] beschriebene Lage, welche die Belagerung und Eroberung der Stadt darstellte, hat ihr Ende gefunden. Passend folgt, was nach der Eroberung eintritt, zuerst das Los des Königs, das der Herzenshärtigkeit der Zuhörer wegen durch eine Handlung sinnbildlich dargestellt wird. - (2) Alle Mittel sind anzuwenden, um sie zu überzeugen. Die Verbannten hegten die Hoffnung, in welcher auch falsche Propheten zu bestärken suchten, bald wieder in ihr Vaterland zurückzukehren. [Jer 29,20ff] Mehr Eindruck als Worte, die man hört, machen Dinge, die man sieht. - (3) [Ez 4,12], eine wirklich zu vollbringende Handlung, die auch die hier erwähnte, anders [Ez 8,3] und [Ez 11,24]. Da die Auswanderung nach V. 4 abends stattfinden soll, ist mit der Septuag wegzulassen: und wandere. - (4) So nach dem Hebräischen. Die Vulgata hielt sich mehr an die Übersetzung der Septuag. Draußen soll der Prophet das Wandergerät, das er bereits hinausgeschafft, auf seine Schultern nehmen. Alles, was er tut, soll ein Zeichen zukünftiger Dinge sein. - (5) Die ungewöhnliche Art zu handeln erregt die Aufmerksamkeit und die Nachfrage. - (6) Unglücksprophezeiung, die mit Drohungen verbunden ist. [Nah 1,1] - (7) Der Stadt. Der Prophet stellt das Schicksal der in Palästina Weilenden, nicht der Fortgeführten dar. - (8) Es ist für die Fortgeführten ein Wahrzeichen, da sie durch diese Handlung und Belehrung dazu geführt werden sollen, ihre falsche Hoffnung und Zuversicht aufzugeben. - (9) Der König muss nicht notwendigerweise selbst auf seinen eigenen Schultern das tragen, was er auf der Flucht mit sich nimmt, sondern es genügt, wenn seine Begleitung dies tut. Sedekias floh, nachdem die Stadt erobert war, nachts durch die Pforte, welche zwischen den beiden Mauern war [Jer 39,4; Jer 52,7; 2Koe 25,4] oder die Torstraße. - (10) Um zu verhüten, dass er als König erkannt werde. - (11) Andeutung, dass der König des Augenlichtes beraubt werden wird. - (12) Vergeblich wird er auf diesem Wege zu fliehen versuchen, in der Hoffnung, auf denselben den Nachstellungen der Chaldäer zu entgehen. - (13) Er wird, gefangen nach Babylon geführt und der Augen beraubt, es nicht sehen noch von da zurückkehren. Alles dies ist geschehen. Vergl. [Jer 52,11]. - (14) Erst wenn sie die Weissagungen erfüllt sehen, werden sie erkennen, dass ich der Herr bin und alles durch meine Anordnung geschehen ist. (Hieron.) - (15) Einige wenige werden übriggelassen und zerstreut werden als Zeugen der göttlichen Gerechtigkeit, d.i. als Zeugen, dass Gott sein Volk nicht aus Schwäche oder Grausamkeit dessen Feinden überliefert, sondern damit sie Ankläger ihrer eigenen Gottlosigkeit und Bosheit seien, die Zeugnis ablegen, dass sie für ihre Sünden gegen mich solches leiden. (Theod.) - (16) Durch eine andere symbolische Handlung soll der Prophet das Unglück darstellen, welches die Bürger von Jerusalem zur Zeit der Belagerung und Eroberung heimsuchen wird: seine ganze Haltung soll Furchtbares verkünden. - (17) Es ist den Weggeführten die falsche Hoffnung zu nehmen, das jüdische Reich werde nicht untergehen. Und damit sie nicht glauben, dass dies ohne Ursache geschehe, soll der Prophet ihnen verkünden, dass wegen ihrer Frevel alle Städte Judas einsam werden und alle Äcker verwüstet werden sollen, damit sie Gottes strafende Hand erkennen, die seine erbarmende nicht kennen wollten. (Hier.) - (18) Die Kraft und Wahrheit der Weissagungen gegen den Spott der Ungläubigen zu sichern, von denen die einen dieselben schlechthin für unbegründet halten, die anderen die Erfüllung in weite Ferne rückten, antwortet der Prophet. - (19) Die Zeit geht dahin und die Prophezeiung löst sich in ein Nichts auf. Ähnlich reden die Gottlosen bei [Jes 5,19], bei [Jer 17,15]. Vergl. auch [2Petr 3,4]. - (20) Die Tage sind nahe, in denen alle prophetische Voraussagung erfüllt werden wird. Zwei Dinge sind bei Gott festgesetzt: Alle falsche Prophezeiung, mit der die Propheten den Menschen schmeicheln, soll aufhören; sodann: Was Gott gesprochen, soll in so kurzer Frist in Erfüllung gehen, dass sie selbst dessen Zeugen werden. Was die Erfahrung aller Zeiten bezeugt, findet sich auch hier beigefügt: Eben jene, welche Gott und seinen Gesandten nicht glauben wollen, haben ein für Betrügereien, Täuschungen und Aberglauben zugängliches Ohr. - (21) Während du noch lebst, der zu ihnen redest, und jene, die dein Wort hören.

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