Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk13

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Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Marcum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Markus - Kap. 13

3. Christi letzte Rede. (Kap. 13) Der Heiland sagt mancherlei Heimsuchungen voraus (V. 13) und verkündet den Untergang der Stadt (V. 19) und seine zweite Wiederkunft. (V. 31) Mahnung zur Wachsamkeit.

1. Et cum egrederetur de templo, ait illi unus ex discipulis suis: Magister, aspice quales lapides, et quales structuræ.
2. Et respondens Jesus, ait illi: Vides has omnes magnas ædificationes? Non relinquetur lapis super lapidem, qui non destruatur.
3. Et cum sederet in monte Olivarum contra templum, interrogabant eum separatim Petrus, et Jacobus, et Joannes, et Andreas:
4. Dic nobis, quando ista fient? et quod signum erit, quando hæc omnia incipient consummari?
5. Et respondens Jesus cœpit dicere illis: Videte ne quis vos seducat:
6. Multi enim venient in nomine meo dicentes, quia ego sum: et multos seducent.
7. Cum audieritis autem bella, et opiniones bellorum, ne timueritis: oportet enim hæc fieri; sed nondum finis.
8. Exsurget enim gens contra gentem, et regnum super regnum, et erunt terræmotus per loca, et fames. Initium dolorum hæc.
9. Videte autem vosmetipsos. Tradent enim vos in conciliis, et in synagogis vapulabitis, et ante præsides, et reges stabitis propter me, in testimonium illis.
10. Et in omnes gentes primum oportet prædicari Evangelium.
11. Et cum duxerint vos tradentes, nolite præcogitare quid loquamini: sed quod datum vobis fuerit in illa hora, id loquimini: non enim vos estis loquentes, sed Spiritus sanctus.
12. Tradet autem frater fratrem in mortem, et pater filium: et consurgent filii in parentes, et morte afficient eos.
13. Et eritis odio omnibus propter nomen meum. Qui autem sustinuerit in finem, hic salvus erit.
14. Cum autem videritis abominationem desolationis stantem, ubi non debet, qui legit, intelligat: tunc qui in Judæa sunt, fugiant in montes:
15. Et qui super tectum, ne descendat in domum, nec introeat ut tollat quid de domo sua:
16. Et qui in agro erit, non revertatur retro tollere vestimentum suum.
17. Væ autem prægnantibus, et nutrientibus in illis diebus.
18. Orate vero ut hieme non fiant.
19. Erunt enim dies illi tribulationes tales, quales non fuerunt ab initio creaturæ, quam condidit Deus usque nunc, neque fient.
20. Et nisi breviasset Dominus dies, non fuisset salva omnis caro: sed propter electos, quos elegit, breviavit dies.
21. Et tunc si quis vobis dixerit: Ecce hic est Christus, ecce illic, ne credideritis.
22. Exsurgent enim pseudochristi, et pseudoprophetæ, et dabunt signa, et portenta ad seducendos, si fieri potest, etiam electos.
23. Vos ergo videte: ecce prædixi vobis omnia.
24. Sed in illis diebus post tribulationem illam sol contenebrabitur, et luna non dabit splendorem suum:
25. Et stellæ cœli erunt decidentes, et virtutes, quæ in cœlis sunt, movebuntur.
26. Et tunc videbunt filium hominis venientem in nubibus cum virtute multa, et gloria.
27. Et tunc mittet Angelos suos, et congregabit electos suos a quatuor ventis, a summo terræ usque ad summum cœli.
28. A ficu autem discite parabolam. Cum jam ramus ejus tener fuerit, et nata fuerint folia, cognoscitis quia in proximo sit æstas:
29. Sic et vos cum videritis hæc fieri, scitote quod in proximo sit in ostiis.
30. Amen dico vobis, quoniam non transibit generatio hæc, donec omnia ista fiant.
31. Cœlum, et terra transibunt, verba autem mea non transibunt.
32. De die autem illo, vel hora nemo scit, neque Angeli in cœlo, neque Filius, nisi Pater.
33. Videte, vigilate, et orate: nescitis enim quando tempus sit.
34. Sicut homo, qui peregre profectus reliquit domum suam, et dedit servis suis potestatem cujusque operis, et janitori præcepit ut vigilet.
35. Vigilate ergo, (nescitis enim quando dominus domus veniat: sero an media nocte, an galli cantu, an mane)
36. Ne cum venerit repente, inveniat vos dormientes.
37. Quod autem vobis dico, omnibus dico: Vigilate.

1. Als er aus dem Tempel heraustrat, sagte1 einer seiner Jünger2 zu ihm: Siehe doch, Meister, welche Steine und welche Bauwerke! [Mt 24,1]
2. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Siehst du alle diese großen Bauwerke?3 Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen würde. [Lk 19,44, Lk 21,6]
3. Und als er auf dem Ölberge saß, gegen den Tempel gewendet, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas noch insbesondere:
4. Sage uns, wann wird dies geschehen, und welches wird das Zeichen sein,4 wann die Vollendung von allem diesem herankommen soll?
5. Jesus antwortete, und fing an, ihnen zu sagen: Sehet zu, dass euch niemand verführe! [Eph 5,6, 2Thes 2,3]
6. Denn es werden viele unter meinem Namen kommen,5 und sagen:
Ich bin es, und werden viele verführen.
7. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten höret, so erschrecket nicht; denn das muss geschehen,6 aber noch ist es nicht das Ende.7
8. Denn es wird Volk wider Volk, und Reich wider Reich sich erheben; und es werden Erdbeben sein von Ort zu Ort, und Hungersnot wird kommen. Das ist der Anfang der Wehen.8
9. Habet aber acht auf euch selbst!9 Denn sie werden euch an die Gerichte überliefern, und ihr werdet in den Synagogen gegeißelt, und vor Statthalter und Könige gestellt werden um meinetwillen, zum Zeugnisse für sie.10
10. Und das Evangelium muss zuvor11 allen Völkern gepredigt werden. [Mt 24,14]
11. Wenn sie euch nun hinführen und überliefern, so seid nicht zum Voraus besorgt, was ihr reden sollet, sondern was euch eingegeben wird in jener Stunde, das redet; denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Heilige Geist. [Mt 10,19, Lk 12,11, Lk 21,14]
12. Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode ausliefern, und der Vater den Sohn; und Kinder werden sich erheben wider ihre Eltern,12 und sie um’s Leben bringen.13
13. Und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen;14 wer aber ausharret bis an’s Ende, der wird selig werden.
14. Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht stehen soll,15 - wer das liest, der merke darauf! – dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; [Dan 9,27, Mt 24,15, Lk 21,20]
15. und wer auf dem Dache ist, steige nicht in das Haus hinab, und gehe auch nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen.
16. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, sein Kleid zu holen.
17. Wehe aber den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen!16
18. Bittet nur, dass es nicht im Winter geschehe.
19. Denn in jenen Tagen werden solche Drangsale sein, dergleichen vom Anfange der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, nicht gewesen sind bis jetzt,17 noch je sein werden.
20. Und wenn der Herr diese Tage nicht abgekürzt hätte, so würde kein Mensch gerettet werden, aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage abgekürzt.18
21. Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Christus, siehe dort! so glaubet es nicht. [Mt 24,23, Lk 17,23, Lk 21,8]
22. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen, und Zeichen und Wunder tun, um, wenn es möglich ist, auch die Auserwählten zu verführen.
23. Nehmet euch also in acht! Sehet, ich habe euch alles vorhergesagt.
24. In jenen Tagen aber nach dieser Trübsal wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht geben.19 [Jes 13,10, Ez 32,7]
25. Die Sterne des Himmels werden herabfallen,20 und die Kräfte, die am Himmel sind,21 erschüttert werden. [Joe 2,10]
26. Dann werden sie den Menschensohn in Wolken kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit.22
27. Und dann wird er seine Engel23 aussenden, und seine Auserwählten von den vier Winden versammeln, vom Ende der Erde bis zur Höhe des Himmels.24 [Mt 24,31]
28. Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis.25 Wenn seine Zweige schon zart geworden, und die Blätter gewachsen sind, so erkennet ihr, dass der Sommer nahe ist.
29. So also auch, wenn ihr dies geschehen sehet,26 so wisset, dass es ganz nahe vor der Türe ist.
30. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht27 wird nicht vergehen,
bis dies alles geschieht!
31. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.
32. Über jenen Tag aber, oder die Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel im Himmel, noch der Sohn,28 sondern nur der Vater.
33. Sehet zu, wachet und betet;29 denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist! [Mt 24,42]
34. Es ist, wie bei einem Menschen, der verreiste, und sein Haus verließ, und seinen Knechten Gewalt gab zu einem jeglichen Werke, und dem Türhüter auftrug, wachsam zu sein.30 [Mt 24,45]
35. Seid also wachsam (denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, am Abend oder um Mitternacht, beim Hahnenschrei oder morgens),31
36. damit er, wenn er ganz plötzlich kommt, euch nicht schlafend finde.32
37. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!

Fußnote

Kap. 13 (1) Die Veranlassung dazu berichtet [Mt 23,38], die Bestätigung des beim Einzug gesagtem [Lk 19,43] – (2) Wohl der heil. Petrus. - (3) Damit sie die Verkündigung des Gerichtes Gottes über das abtrünnige Volk desto tiefer in´s Herz aufnehmen. - (4) Wann wird der Tempel zerstört? Und welches ist das Zeichen deiner Ankunft und des Weltendes? Sie glauben wohl beides zeitlich einander nahe. Ehe der Heiland antwortet (V. 14, V. 21), gibt er einige nötige Belehrungen. - (5) Zunächst solche, die sich als Erlöser des auserwählten Volkes von der Knechtschaft ausgeben, dann aber auch andere durch die Jahrhunderte. - (6) Weil nicht alle Christi Lehre annehmen. - (7) Alle Verfolgungen sind nur Vorläufer der größten und letzten Heimsuchung. - (8) Gott will die Menschen läutern und für das Reich der Herrlichkeit geeignet machen. - (9) Außer diesen gemeinsamen Verfolgungen der Jünger Christi stehen besondere für die Apostel bevor seitens der Juden und Heiden. - (10) So dass ihnen das Evangelium bekannt wird und sie unentschuldbar sind, wenn sie es nicht annehmen. (Vikt., Theoph., Euth.) Indes wird dadurch die Sendung der Apostel nicht vereitelt. V. 10 (Theoph.) – (11) Gegenüber V.7. – (12) Damit sie sich nicht wundern, dass Juden und Heiden sie verfolgen, zeigt der Heiland, dass selbst die heiligsten Familienbande sich lösen. – (13) Nicht einmal den Lauf des Gerichtes abwartend. - (14) Das sei euer Trost in der dreifachen Verfolgung. Vergl. [Mt 5,11.12]. Es genügt indes nicht, gut zu beginnen. - (15) Die Greuel der Aufrührer vor der Zerstörung des Tempels. - (16) Die kraftlos sind oder ein Kind zu tragen haben. - (17) So spricht auch Fl. Joseph. Jüd. Krieg 5,10.5 - (18) Die letzte Heimsuchung vor dem Gerichte (vergl. V. 24) gilt besonders den Christen. - (19) Wie? Wird nicht gesagt. - (20) Bildlich? - (21) Sterne. - (22) Den sie in seiner Erniedrigung nicht hören wollten. (Greg.) - (23) Siehe [Mt 24,Anm.56]. - (24) Er ist also Gott. Wie? [1Thes 4,15.16, 1Kor 15,52] - (25) Ähnlichkeit. - (26) Das, was V. 22, 24 gesagt ist. Es wird also kein großer Zeitraum zwischen diesen Zeichen und ihrer Erfüllung liegen. Diese Zeichen müssen sicher und notwendig vorhergehen, und der Zeitpunkt der Erlösung für die Guten naht nach denselben, wie der Sommer dem Winter folgt. - (27) Das jüdische Volk (Hier.): Die Zeitgenossen Christi für die Zerstörung Jerusalems, das Volk im Allgemeinen für das Ende der Welt. - (28) Wie [Mt 20,23] Christus weiß es auch als Mensch, wie V. 33 zeigt: Ihr wisset nicht. (Hier., Beda.) [Mt 11,27], aber nicht mitteilbar, d. i. er weiß es nicht, soweit er der Gesandte Gottes an die Menschen ist (Hil., Aug., Chrys., Soph.) - (29) Der Grund, warum der Heiland will, dass sie den Tag nicht kennen (Hil., Bed., Vikt.). Vergl. [1Thes 5,6ff] - (30) Der Vergleich ist nicht zu Ende geführt, wie [Mt 25,14]: Wie er zu wachen befiehlt, so sage ich euch: Wachet. - (31) Seit der Zeit des Pompejus hatten die Juden die römische Zählweise der Machtwachen angenommen. Siehe [Mt 14,Anm.32]. - (32) Der Mensch, der sich auf die Reise begibt, ist Christus, der in den Himmel auffährt (Vikt., Euth.). Alle Gläubigen sind seine Diener, auch der Pförtner (V. 37). Auch zu den einzelnen Menschen kommt der Herr, wenn er sie durch den Tod vor seinen Richterstuhl ruft; auch für diese Stunde also gilt die Mahnung. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 14 | 15 | 16 |

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