Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps41

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Liber Psalmorum. Psalmus XLI.

Das Buch der Psalmen. Psalm 41 (42)


1. Fern vom Heiligtum beweint der Psalmist, dass er Gott nicht nahen kann, eingedenk des Jubels, mit dem er vordem zum Tempel Gottes zog; bald aber fasst er neue Hoffnung. (V. 6) 2. Durch seine Selbstermunterung gestärkt, verspricht er, Gott auch aus der Ferne zu gedenken, und wendet sich hoffnungsvoll inmitten seines Leidens zu Gott, dem er die Grausamkeit und den Übermut seiner Feinde vorstellt, um sich dann von neuem zur Hoffnung aufzumuntern.

1. In finem, Intellectus filiis Core.

2. Quemadmodum desiderat cervus ad fontes aquarum: ita desiderat anima mea ad te Deus.
3. Sitivit anima mea ad Deum fortem vivum: quando veniam et apparebo ante faciem Dei?

4. Fuerunt mihi lacrimæ meæ panes die ac nocte: dum dicitur mihi quotidie: Ubi est Deus tuus?
5. Hæc recordatus sum, et effudi in me animam meam: quoniam transibo in locum tabernaculi admirabilis, usque ad domum Dei:
In voce exsultationis, et confessionis: sonus epulantis.
6. Quare tristis es anima mea? et quare conturbas me?
Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi: salutare vultus mei,
7. Et Deus meus.
Ad meipsum anima mea conturbata est: propterea memor ero tui de terra Jordanis, et Hermoniim a monte modico.
8. Abyssus abyssum invocat, in voce cataractarum tuarum.
Omnia excelsa tua, et fluctus tui super me transierunt.
9. In die mandavit Dominus misericordiam suam: et nocte canticum ejus.
Apud me oratio Deo vitæ meæ,

10. Dicam Deo: Susceptor meus es,
Quare oblitus es mei? et quare contristatus incedo, dum affligit me inimicus?
11. Dum confringuntur ossa mea, exprobraverunt mihi qui tribulant me inimici mei:
Dum dicunt mihi per singulos dies: Ubi est Deus tuus?
12. Quare tristis es anima mea? et quare conturbas me?
Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi: salutare vultus mei, et Deus meus.


1. Zum Ende,1 eine Unterweisung von den Söhnen Kores.2
2. Wie ein Hirsch3 nach Wasserquellen lechzt, so lechzt meine Seele nach dir,4 o Gott!
3. Meine Seele dürstet nach Gott, den Starken,5 dem Lebendigen;6 wann werde ich hingelangen und vor Gottes Angesicht7 erscheinen?
4. Meine Tränen wurden mir zur Speise Tag und Nacht, da man Tag um Tag zu mir sagte: Wo ist dein Gott?8
5. Dessen bin ich eingedenk und lasse mein Herz in Schmerz zerfließen, dass ich wandeln möchte9 zur Stätte des wunderbaren Zeltes, hinan zum Hause Gottes, unter Jauchzen und Lobgesang und Festesjubel.10

6. Warum bist du so traurig, meine Seele, und warum verwirfst du mich?11 Hoffe auf Gott,12 denn ich werde ihn noch preisen, meines Angesichtes Heil
7. und mein Gott.13 Meine Seele ist verwirrt in mir, darum gedenke ich deiner vom Jordanlande14 und vom Hermon15 her, dem kleinen Berg.16
8. Eine Flut ruft die andere17 beim Rauschen deiner Wasserfälle, alle deine hohen Wogen und seine Fluten stürmten über mich dahin.18
9. Am Tage entbietet mir der Herr seine Huld und des Nachts19 Lobgesang auf ihn, innerliches Gebet20 zu dem Gott meines Lebens.
10. Ich spreche zu Gott: O du, mein Helfer,21 warum hast du mein vergessen? Und warum muss ich traurig einhergehen, indes mich der Feind bedrängt?
11. Indes meine Gebeine zermalmt werden, da mich meine Feinde schmähen, die mich bedrängen,22 indem sie mir alle Tage sagen: Wo ist dein Gott?

12. Warum bist du traurig, meine Seele, und warum verwirfst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott!


Fußnote

Psalm. 41 (1) Für den Gesangmeister. - (2) Die Nachkommen des Leviten Kore waren Sänger. [2Mos 6,21, 1Chr 6,22] u.a. Subjekt des Psalmes scheint David zu sein, den etwa ein Korait auf der Flucht vor Absalom [2Sam 15] verfaßte. Nach der Ansicht der Mehrzahl der Ausleger gehörten [Ps 41] und [Ps 42] zusammen, da sonst die Bitte um Hilfe (die in [Ps 42] folgt) als Abschluss fehlt. Auffallend ist, dass alle Übersetzungen die beiden Psalmen trennen. - (3) Hebr.: Hindin. - (4) Im Hebr. wechseln die Präpositionen wegen der Verschiedenheit des Gegenstandes der Sehnsucht. Davids Sehnsucht geht nach oben, der Hindin Begehren auf Natürliches. - (5) Nach Elohim. - (6) Dem Quell des Lebens. - (7) Auf Sion. - (8) Entweder kann er dir nicht helfen oder er hat dich, seinen Diener, verlassen. - (9) Hebr.: wandelte. - (10) Hebr.: des will ich gedenken, wie ich einherzog in dichtem Gedränge, sie leitete zum Hause Elohims unter dem Schalle des Frohlockens und Dankes, die festliche Menge. - (11) Wie das Meer mein Herz aufwühlend. - (12) Der geistige Mensch überwindet und stärkt den natürlichen. - (13) Gott wird ja selbst in dem Psalmisten geschmäht. - (14) Es wird alsbald weiter bestimmt. - (15) Östlicher Teil des Antilibanon an der Nordostgrenze des Jordanlandes. Wie der Tabor das Westjordanland, so stellt der Hermon das Ostjordanland dar. - (16) Mizhar – unbekannter Berg. - (17) Ein Abgrund von Gewässern (Erinnerung an die Sintflut) folgt dem anderen. Diese Abgründe entstehen durch die Fluten, welche Gott unter gewaltigem Rauchen (Donner?) vom Himmel sich ergießen lässt. - (18) Hebr.: Flut ruft der Flut beim Rauschen deiner Wasserfälle, alle deine Brandungen und Wogen sind über mich dahingezogen. - (19) Ist bei mir. Tag und Nacht: immer. - (20) Die Gnade des Gebetes ist mir eigen. - (21) Mein Fels. - (22) Hebr.: Gleich Zerschmetterung in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger.

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