Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps142

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Liber Psalmorum. Psalmus CXLII.

Das Buch der Psalmen. Psalm 142 (143)


David fleht Gott an, ihn nach seiner Treue zu erhören. (V. 2) Zwar ist die Gefahr, die ihn umgibt, groß, doch flieht er, der früheren Wohltaten Gottes eingedenk, zu seinem einzigen Beschützer (V. 6) und bittet voll Vertrauen, er wolle ihn, angesehen die Größe der Gefahr, trotz seiner Unwürdigkeit erhören und ihn nicht nur von seinen Feinden befreien, sondern auch den Weg erkennen lassen, den er vor Gott wandeln soll. (V. 10) Seiner Erhörung sicher, kündet er seine Befreiung und den Untergang der Feinde an.

1. Psalmus David, Quando persequebatur eum Absalom filius ejus.
Domine exaudi orationem meam: auribus percipe obsecrationem meam in veritate tua: exaudi me in tua justitia.
2. Et non intres in judicium cum servo tuo: quia non justificabitur in conspectu tuo omnis vivens.
3. Quia persecutus est inimicus animam meam: humiliavit in terra vitam meam. Collocavit me in obscuris sicut mortuos sæculi;
4. Et anxiatus est super me spiritus meus, in me turbatum est cor meum.
5. Memor fui dierum antiquorum, meditatus sum in omnibus operibus tuis: in factis manuum tuarum meditabar.
6. Expandi manus meas ad te: anima mea sicut terra sine aqua tibi:

7. Velociter exaudi me Domine: defecit spiritus meus.
Non avertas faciem tuam a me: et similis ero descendentibus in lacum.
8. Auditam fac mihi mane misericordiam tuam: quia in te speravi.
Notam fac mihi viam, in qua ambulem: quia ad te levavi animam meam.
9. Eripe me de inimicis meis Domine, ad te confugi:

10. Doce me facere voluntatem tuam, quia Deus meus es tu.
Spiritus tuus bonus deducet me in terram rectam:
11. Propter nomen tuum Domine vivificabis me, in æquitate tua.
Educes de tribulatione animam meam:
12. Et in misericordia tua disperdes inimicos meos.
Et perdes omnes, qui tribulant animam meam: quoniam ego servus tuus sum.


1. Psalm Davids, als ihn sein Sohn Absalom verfolgte. [2Sam 17,12]
Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen nach deiner Treue, erhöre mich nach deiner Gerechtigkeit1
2. und gehe nicht ins Gericht mit deinem Diener, denn vor deinem Angesichte wird kein Lebender gerecht erfunden!
3. Denn2 der Feind verfolgt meine Seele, tritt mein Leben zur Erde,3 stößt mich in die Finsternis hinab, gleich den längst Verstorbenen.4
4. Und mein Geist ist in mir geängstigt, mein Herz in mir erschrocken.
5. Ich gedenke der alten Zeiten, ich sinne all deinem Tun nach, betrachte, was deine Hände vollbracht.
6. Ich breite meine Hände aus zu dir;5 wie wasserloses Land dürstet meine Seele nach dir.6
7. Eilends erhöre mich, Herr! mein Geist schwindet dahin; o wende dein Angesicht nicht von mir, dass ich nicht denen gleich werde, die in die Grube fahren.
8. Lass mich früh7 deine Erbarmung hören, denn auf dich hoffe ich. Tue mir den Weg kund, auf dem ich wandeln soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele.
9. Errette mich von meinen Feinden, o Herr! zu dir nehme ich meine Zuflucht.
10. Nach deinem Willen lehre mich tun, denn du bist mein Gott; dein gütiger Geist8 führe mich auf rechter Bahn!9

11. Um deines Namens willen belebe mich wieder, nach deiner Gerechtigkeit10 rette aus der Drangsal meine Seele,
12. und nach deiner Barmherzigkeit11 zerstreue meine Feinde und vernichte alle, die meine Seele bedrängen, denn ich bin dein Diener!12


Fußnote

Psalm. 142 (1) Gerechtigkeit: Das Verhalten Gottes, durch das seine Ordnung in der Welt aufrecht erhalten wird. Hier also die den Frommen gegenüber waltende, die heilspendende Gerechtigkeit. - (2) Dieses Gericht droht sich an ihm durch die Feinde zu vollziehen. - (3) Bringt mich bis an den Rand des Grabes. - (4) An die schon kein Mensch mehr denkt. - (5) Die Größe der Not (V. 7) wie die des Vertrauens (V. 8) bewegen Gott, das Gebet zu erhören. - (6) Meine Seele verhält sich zu dir wie dürstendes Land zum Regen: sie lechzt nach dir. Hebr.: Meine Seele ist wie ein lechzendes Land dir zugewandt. - (7) Bald. - (8) Deine Gnade, dein heiliger Geist. - (9) Auf dem Wege der Tugend und Gerechtigkeit. (Ebenso V. 8: Weg.) - (10) Siehe Anm. 1. - (11) Gegen mich. Wesentlich dasselbe, was V. 11: nach deiner Gerechtigkeit. - (12) Den du nicht unerhört lassen kannst. – Auch diesen Psalm legt die Kirche (wegen V. 4) dem am Kreuze sich verlassen fühlenden Heilande in den Mund. – Dieser Psalm ist der letzte der sieben Bußpsalmen.

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