Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps119

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Liber Psalmorum. Psalmus CIXX.

Das Buch der Psalmen. Psalm 119 (120)


Bitte um Hilfe gegen streitsüchtige Menschen (V. 2), denen der Sänger strenge Strafe voraussagt (V. 4), indem er klagt, dass er so lange unter ihnen bleiben muss, stets von ihnen angefochten, so sehr er auch begehrt, in Frieden zu leben.

1. Canticum graduum. Ad Dominum cum tribularer clamavi: et exaudivit me.
2. Domine libera animam meam a labiis iniquis, et a lingua dolosa.
3. Quid detur tibi, aut quid apponatur tibi ad linguam dolosam?

4. Sagittæ potentis acutæ, cum carbonibus desolatoriis.
5. Heu mihi, quia incolatus meus prolongatus est: habitavi cum habitantibus Cedar: multum incola fuit anima mea.
6. Cum his, qui oderunt pacem, eram pacificus: cum loquebar illis, impugnabant me gratis.


1. Stufengesang.1 Zu dem Herrn rufe ich, da ich in Drangsal bin, und er erhört mich.
2. Herr! rette meine Seele von ungerechten Lippen und von trügerischer2 Zunge!3
3. Was wird man dir zuteilen oder welche Strafe dir zuteil werden lassen für deine tückische Zunge?4
4. Scharfe Pfeile des Gewaltigen und versengende Kohlen.5
5. Wehe mir,6 dass meine Pilgerschaft so lange dauert,7 dass ich wohne unter den Bewohnern Kedars! Zu lange schon ist meine Seele ein Fremdling.8
6. Bei denen, die den Frieden hassen, bin ich friedlich; wenn ich mit ihnen rede,9 erheben sie Streit wider mich ohne Ursache!10


Fußnote

Psalm. 119 (1) Nach einigen auf den vom Frauenhofe zum Männerhofe hinaufführenden Stufen von den Leviten, besser: von allen Israeliten an den drei großen Festzeiten beim Hinaufziehen nach Jerusalem zu singende Psalmen. – Nach anderen haben die fünfzehn folgenden Psalmen ihren Namen von ihrem stufenweise fortschreitenden Gedanken-Rhythmus, der mittelst Wiederaufnahme des unmittelbar vorausgegangenen Wortes sich fortbewegenden Steigerung. - (2) Hebr.: tückischer. - (3) Die Bitte entspringt wohl der V. 5 beschriebenen Lage. - (4) Anrede an die Verleumder: Welche deiner Bosheit angemessene Strafe soll dir Gott in Fülle zuteilen? Hebr.: Was soll er (Gott) dir geben (zur Strafe) und was dir zufügen, du tückische Zunge? Die Antwort gibt V. 4. - (5) Kohlen, die durch ihre Gluthitze alles versengen und verwüsten, was sie berühren. Hebr.: mit Glutkohlen von Ginster. Diese soll eine sehr intensive Glut geben und ist mit den Pfeilen Bild qualvoller Strafe. Die böse Zunge ist ein Bogen, der Lügenpfeile schießt [Jer 9,2, Spr 16,18], ist wie höllisches Feuer [Spr 16,27, Jak 3,6], dem entspricht die Strafe. - (6) Vorerst gehen Pfeile und Glut von der tückischen Zunge aus, daher die Bitte. - (7) Hebr.: dass ich ein Beisasse bin unter Meschek (Moscher, Völkerschaft zwischen dem schwarzen und kaspischen Meere [1Mos 10,2]), wohne bei den Zelten Kedars. – Die Kedarener sind ein arabischer Volksstamm. Die beiden Völker sind beispielsweise gesetzt: unter schrecklichen Feinden. - (8) Hebr.: Lange genug schon wohnt meine Seele bei Friedenshassern. - (9) Rede: meinen Glauben bekenne. - (10) Hebr.: Ich bin Friede (Friedensliebe erfüllt meine Seele), aber wenn ich rede, sind jene auf Krieg aus. – Die Kirche legt den Psalm dem leidenden Heiland in den Mund, ebenso wie der Schmerzensmutter. - Weitere Kapitel: 101 | 102 | 103 | 104 | 105 | 106 | 107 | 108 | 109 | 110 | 111 | 112 | 113 | 114 | 115 | 116 | 117 | 118 | 120 | 121 | 122 | 123 | 124 | 125 | 126 | 127 | 128 | 129 | 130 | 131 | 132 | 133 | 134 | 135 | 136 | 137 | 138 | 139 | 140 | 141 | 142 | 143 | 144 | 145 | 146 | 147 | 148 | 149 | 150 |

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