Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos18

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Liber Genesis, Hebraice Beresith. Caput XVIII.

Das erste Buch Moses Genesis Kap. 18


2.) Gott erscheint mit zwei Engeln dem Abraham und verheißt vor den Ohren der noch nicht daran glaubenden Sara einen Sohn innerhalb Jahresfrist. (V. 15)
3.) Als Bestätigung seiner Voraussage verkündet Gott die bevorstehende Zerstörung der Fünfstädte, (V. 21) von denen Abraham umsonst durch sein Bitten die Strafe abzuwenden sucht.

1. Apparuit autem ei Dominus in convalle Mambre sedenti in ostio tabernaculi sui in ipso fervore diei.

2. Cumque elevasset oculos, apparuerunt ei tres viri stantes prope eum: quos cum vidisset, cucurrit in occursum eorum de ostio tabernaculi, et adoravit in terram.
3. Et dixit: Domine, si inveni gratiam in oculis tuis, ne transeas servum tuum:
4. Sed afferam pauxillum aquæ, et lavate pedes vestros, et requiescite sub arbore.
5. Ponamque buccellam panis, et confortate cor vestrum, postea transibitis: idcirco enim declinastis ad servum vestrum. Qui dixerunt: Fac ut locutus es.

6. Festinavit Abraham in tabernaculum ad Saram, dixitque ei: Accelera, tria sata similæ commisce, et fac subcinericios panes.
7. Ipse vero ad armentum cucurrit, et tulit inde vitulum tenerrimum et optimum, deditque puero: qui festinavit, et coxit illum.
8. Tulit quoque butyrum et lac, et vitulum quem coxerat, et posuit coram eis: ipse vero stabat juxta eos sub arbore.
9. Cumque comedissent, dixerunt ad eum: Ubi est Sara uxor tua? Ille respondit: Ecce in tabernaculo est.
10. Cui dixit: Revertens veniam ad te tempore isto, vita comite, et habebit filium Sara uxor tua. Quo audito, Sara risit post ostium tabernaculi.


11. Erant autem ambo senes, provectæque ætatis, et desierant Saræ fieri muliebria.
12. Quæ risit occulte, dicens: Postquam consenui, et dominus meus vetulus est, voluptati operam dabo?
13. Dixit autem Dominus ad Abraham: Quare risit Sara, dicens: Num vere paritura sum anus?

14. Numquid Deo quidquam difficile? juxta condictum revertar ad te hoc eodem tempore, vita comite, et habebit Sara filium.

15. Negavit Sara, dicens: Non risi: timore perterrita. Dominus autem: Non est, inquit, ita: sed risisti.

16. Cum ergo surrexissent inde viri, direxerunt oculos contra Sodomam: et Abraham simul gradiebatur, deducens eos.
17. Dixitque Dominus: Num celare potero Abraham quæ gesturus sum:
18. Cum futurus sit in gentem magnam, ac robustissimam, et BENEDICENDÆ sint in illo omnes nationes terræ?

19. Scio enim quod præcepturus sit filiis suis, et domui suæ post se ut custodiant viam Domini, et faciant judicium et justitiam: ut adducat Dominus propter. Abraham omnia quæ locutus est ad eum.
20. Dixit itaque Dominus: Clamor Sodomorum et Gomorrhæ multiplicatus est, et peccatum eorum aggravatum est nimis.
21. Descendam, et videbo utrum clamorem qui venit ad me, opera compleverint: an non est ita, ut sciam.

22. Converteruntque se inde, et abierunt Sodomam: Abraham vero adhuc stabat coram Domino.
23. Et appproquinquans ait: Numquid perdes justum cum impio?

24. Si fuerint quinquaginta justi in civitate, peribunt simul? et non parces loco illi propter quinquaginta justos, si fuerint in eo?
25. Absit a te, ut rem hanc facias, et occidas justum cum impio, fiatque justus sicut impius, non est hoc tuum: qui judicas omnem terram, nequaquam facies judicium hoc.

26. Dixitque Dominus ad eum: Si invenero Sodomis quinquaginta justos in medio civitatis, dimittam omni loco propter eos.
27. Respondensque Abraham, ait: Quia semel cœpi, loquar ad Dominum meum, cum sim pulvis et cinis.

28. Quid si minus quinquaginta justis quinque fuerint? delebis, propter quadraginta quinque, universam urbem? Et ait: Non delebo, si invenero ibi quadraginta quinque.
29. Rursumque locutus est ad eum: Sin autem quadraginta ibi inventi fuerint, quid facies? Ait: Non percutiam propter quadraginta.
30. Ne quæso, inquit, indigneris Domine, si loquar: Quid si ibi inventi fuerint triginta? Respondit: Non faciam, si invenero ibi triginta.
31. Quia semel, ait, cœpi, loquar ad Dominum meum: Quid si ibi inventi fuerint viginti? Ait: Non interficiam propter viginti.

32. Obsecro, inquit, ne irascaris Domine, si loquar adhuc semel: Quid si inventi fuerint ibi decem? Et dixit: Non delebo propter decem.

33. Abiitque Dominus, postquam cessavit loqui ad Abraham: et ille reversus est in locum suum.

1. Der Herr aber erschien ihm im Tale Mambre,1 während er gerade zur heißen Tageszeit2 an dem Eingange seines Zeltes saß. [Hebr 13,2]
2. Und als er seine Augen erhob, erschienen ihm drei Männer,3 nahe bei ihm stehend;4 und da er sie sah, lief er ihnen von dem Eingange seines Zeltes entgegen und neigte sich bis zur Erde.5
3. Und er sprach: Herr! habe ich Gnade in deinen Augen gefunden, so gehe nicht an deinem Knechte vorüber.6
4. Ich will ein wenig Wasser bringen, lasset eure Füße waschen7 und ruhet aus unter dem Baume.8
5. Auch will ich einen Bissen Brot vorlegen, dass ihr euch stärket, darnach möget ihr weiter ziehen; denn deswegen seid ihr vom Wege zu eurem Knechte gekommen. Und sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast.
6. Da eilte Abraham in das Zelt zu Sara und sprach zu ihr: Knete eilends drei Maß Weißmehl und backe Aschenkuchen!9
7. Er selbst aber lief zu der Herde, nahm das zarteste und beste Kalb10 und übergab es dem Diener, welcher es eilig zubereitete.
8. Sodann nahm er Butter und Milch, und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; er selbst aber stand bei ihnen unter dem Baume.
9. Nachdem sie gegessen hatten, sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, dein Weib? Er antwortete: Dort im Zelte ist sie. [Tob 12,19]
10. Er11 sprach zu ihm: Ich werde zu dir zu dieser Zeit, wenn das Leben vorhanden,12 wiederkommen,13 und Sara, dein Weib, wird einen Sohn haben. Da Sara dies hörte, lachte sie hinter dem Eingange des Zeltes. [1Mos 17,19, 1Mos 21,1, Roem 9,9]
11. Beide aber waren alt und hoch betagt, und der Sara erging es nicht mehr, wie es Frauen zu geschehen pflegt.
12. Da lachte sie für sich und sprach: Nun, da ich alt geworden und mein Herr auch alt ist, soll ich der Lust pflegen? [1Petr 3,6]
13. der Herr aber sprach zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich, nachdem ich alt geworden, noch gebären?
14. Sollte wohl Gott etwas schwer sein?14 Wie ich gesagt, werde ich zu eben dieser Zeit wieder zu dir kommen, wenn das Leben vorhanden, und dann wird Sara einen Sohn haben.
15. Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie war sehr erschrocken. Der Herr aber sprach: Nicht also ist es, sondern du hast gelacht.15
16. Da machten sich die Männer auf von da und wandten ihre Augen gegen Sodoma; und Abraham ging mit ihnen, sie zu geleiten.
17. Und der Herr sprach: Kann ich etwa Abraham verbergen, was ich tun will,
18. da er doch der Stammvater eines großen und sehr mächtigen Volkes werden wird, und in ihm alle Völker der Erde gesegnet werden sollen?16 [1Mos 12,3, 1Mos 22,18]
19. Denn ich weiß,17 dass er seinen Kindern und seinem Hause nach ihm gebieten wird, den Weg des Herrn18 zu halten und Recht und Gerechtigkeit19 zu üben, damit der Herr um Abrahams willen alles kommen lasse, was er zu ihm gesprochen hat.
20. Da sprach der Herr: Das Geschrei über Sodoma und Gomorrha hat sich gemehrt, und ihre Sünde ist allzuschwer geworden.
21. Darum will ich niedersteigen und sehen, ob sie nach dem Rufe, der zu mir gedrungen ist, getan haben, oder ob es nicht also ist, dass ich es wisse. 20
22. Und sie21 wandten sich von dannen und gingen nach Sodoma zu; Abraham aber stand noch vor dem Herrn.
23. Und er nahte sich ihm und sprach: Wirst du den Gerechten mit dem Gottlosen verderben?
24. Wenn fünfzig Gerechte in der Stadt sind, sollten auch sie mit umkommen?22 und wirst du des Ortes nicht um der fünfzig Gerechten willen schonen, die darin sind?
25. Fern sei es von dir, solches zu tun, den Gerechten mit den Gottlosen zu töten, und dass es dem Gerechten wie dem Gottlosen ergehe, das ist fern von dir; der du die ganze Welt richtest, nimmer wirst du ein solches Urteil vollziehen.23
26. Der Herr sprach zu ihm: Wenn ich in Sodoma fünfzig Gerechte finde inmitten der Stadt, so werde ich um ihretwillen dem ganzen Orte vergeben.
27. Da begann Abraham wiederum und sprach: Weil ich einmal mich unterfangen habe, so will ich zu meinem Herrn reden, obwohl ich Staub und Asche bin.
28. Wie? wenn fünf Gerechte weniger denn fünfzig da sind, wirst du, weil nur fünfundvierzig da sind, die ganze Stadt vernichten?24 Er sprach: ich werde sie nicht vernichten, wenn ich daselbst fünfundvierzig finde.
29. Und wiederum sprach er zu ihm:25 Wenn sich aber vierzig daselbst finden, was wirst du tun? Er sprach: Ich werde um der vierzig willen nicht strafen.
30. Und Abraham sprach: Ach, zürne nicht, Herr, wenn ich rede. Wie? wenn sich dreißig darin finden? Er antwortete: Wenn ich dreißig darin finde, will ich es nicht tun.
31. Und er sprach: Weil ich einmal begonnen, will ich zu meinem Herrn reden. Wie? wenn sich zwanzig darin finden? Er sprach: Ich will sie nicht töten, um der zwanzig willen.
32. Da sprach er: Ich bitte, zürne nicht, mein Herr, wenn ich noch einmal rede. Wie? wenn sich zehn darin finden? Er sprach: Ich werde sie nicht vertilgen um der zehn willen.
33. Und der Herr ging hinweg, nachdem er das Gespräch mit Abraham geendet, dieser aber kehrte wieder zu seinem Wohnorte zurück.


Fußnote

Kap. 18 (1) Dies Ereignis hatte bald nach dem Kap. 17 Erzählten statt, wie V. 18 verglichen mit [1Mos 17] zeigt. Der Zweck der Doppeloffenbarung (Bestätigung der Verheißung, Mitteilung der Strafe über Sodoma und Gomorrha) ist nicht nur, Abraham die Größe der Sünde zu zeigen und zur Frömmigkeit sowie zur Pflege der Gottesfurcht in seiner Familie anzutreiben. Er soll auch inne werden, dass der Eigennutz Lots diesem keinen Nutzen bringt, dass also irdische Gesinnung keinen Segen sichert. Auch wird der Glaube Abrahams und die Erkenntnis gestärkt, dass Gottes Vorsehung alles leitet. - (2) Nicht mehr in der Nacht. - (3) Zuerst erhält er sie für Menschen, dann erkennt er einen, dessen hervorragende Würde er bereits vorher erkannt und den er deshalb allein angeredet hat, als den Herrn (V. 13) zwei als Engel. (Aug.) - (4) Das Stehenbleiben in geringer Entfernung ist unserem Anklopfen gleich. - (5) Gewöhnliche Form der Begrüßung vornehmer Personen. - (6) Ihr seid zur Zeit des Mittagessens gekommen, so stärket euch denn! - (7) Vergl. [1Mos 19,2, 1Mos 24,32] und [Lk 7,44]. - (8) Unter dem Baume, unter welchem Abraham sie bewirten will. - (9) Dünne Brotkuchen, die auf heißgemachtem Sande, heißer Asche oder zwischen zwei heißen Steinen schnell gebacken werden konnten. 1 Epha = 3 Seha (oder 6 Kab). Das Seah wird von einigen auf 12,99 Liter, von anderen auf die Hälfte davon berechnet. - (10) Für einen hohen Gast wurde ein Bock oder ein Lamm, für einen sehr hohen en Kalb geschlachtet. Wer Gäste aufnimmt, speist nicht mit ihnen, sondern steht ehrfurchtsvoll vor denselben. - (11) Von hier an redet nur einer, den Abraham bald aus seinen Worten als den Herrn erkennt. - (12) Es drückt dies seinen Zweifel aus. Nach anderen einfacher: Um diese Zeit über ein Jahr. - (13) Wohl [1Mos 21,1]. - (14) Der einzige Grund könnte sein, dass dies Gott unmöglich ist. - (15) Für die Ableugnung trifft sie wohlverdienter Tadel. - (16) Abrahams Aufmerksamkeit wird erregt. - (17) Ich weiß, dass er würdig ist meiner Mitteilung. - (18) Die Verehrung des wahren Gottes. - (19) Seine Gebote. - (20) Eines bleibt festzustellen: Haben die Sünder das von Gott festgesetzte Maß erfüllt? So wird Abraham gemahnt, dass er für die Sünder noch Fürbitte einlegen kann. Es wird alles noch menschlicher Weise Gott zugeeignet. - (21) Wohl die beiden Engel. - (22) Abraham ist besorgt um Lot. Wird die Hauptstadt verschont, so werden auch die anderen Städte gerettet. - (23) Da du der Richter der ganzen Erde bist, wirst du nicht gerechtes Urteil fällen? Welcher Schutz sind also die Frommen ihrem Vaterlande, welcher Segen die Klöster den Ländern! - (24) Die Zahl 5 macht doch nicht solchen Unterschied? - (25) Er sieht Gott zur Barmherzigkeit geneigt und wagt deshalb weiter zu bitten.

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